Blog, Industrie 4.0

Senioren im Unruhestand

Unter diesem Titel erschien ein Beitrag von Lucie Machac, in der SonntagsZeitung vom 18.03.2018 (auszugsweise und überarbeitet von WKR)

Selbstverwirklichung hört nicht mit der Pensionierung auf.
Viele von uns engagieren sich freiwillig weiter. Einige fangen beruflich sogar nochmals von vorne an, oder betätigen sich aktiv auf ihrem frisch entdeckten Wunschgebiet. Festgefahrene Altersbilder nehmen wir nicht als gegeben hin, «Ruhestand» empfinden viele von uns schon fast als Beleidigung. Gemäss Umfragen kommt spätestens nach drei bis vier zufriedenen Jahren, die man mit Ausflügen, Kinderhüten und Gartenarbeit problemlos ausgefüllt hat, die Sinnkrise. Irgend etwas fehlt. Erfolgserlebnisse. Herausforderungen. Anerkennung. Man realisiert: Selbstverwirklichung hört nicht mit 65 auf. Die plötzliche Bedeutungslosigkeit nach der Pensionierung trifft uns Männer meist härter als Frauen, weil wir uns stärker über die Arbeit definieren.

Stereotyp: Alte Männer beim Schachspielen, Bild: Val Vesa, Unsplash

Pensionierung bedeutet deshalb auch Aufbruch.
Es beginnt ein Lebensabschnitt, der genauso ergiebig gestaltet werden will wie die Jahre davor, als man noch Teil der Leistungsgesellschaft war. Und natürlich schwingt der Wunsch mit, weiterhin wahrgenommen zu werden, kurzum: Wir «neuen Alten» wollen eine gesellschaftliche Aufgabe, die unseren Fähigkeiten gerecht wird – und die vor allem auch unser Ego befriedigt. Das ist legitim! Bemerkenswert ist auch, dass beide Geschlechter zunehmend, vor allem in der Freiwilligenarbeit engagiert sind.

Längst nicht alle älteren Semester geben sich mit Freiwilligenarbeit zufrieden.
Einige stellen die Weichen komplett neu, als wären sie 20 – und fangen beruflich ganz von vorne an. Noch gehören Neustarter zur Minderheit. Der demografische Wandel wird die Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren jedoch komplett auf den Kopf stellen. Die Babyboomer werden das Rentnerdasein ab 2020 zusätzlich aufmischen, weil sie ihren selbstbestimmten Lebensstil nach der Pensionierung kaum aufgeben werden. Unvorstellbar also, dass sich Senioren künftig nicht auch beruflich verwirklichen, zumal sie immer länger leben werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Noch fehlen genügend Vorbilder für eine Berufskarriere im Alter ­– Menschen, die mit 55 Jahren ein Start-up gründen oder innerhalb von Unternehmen neue Berufsfelder angehen. Viele finden sich in der digitalisierten Arbeitswelt, oft aus Angst oder falschem Stolz nicht wirklich zurecht. Wer in einer solchen Situation ein neues Berufsziel ins Auge fasst, kann sich zum Beispiel mit jungen Start-up-Gründern vernetzen, um Know-how aufzubauen. Oft fehlt älteren Neustartern auch eine Community von Gleichgesinnten. Die Plattform «kompetenz60plus.ch» soll diesen Austausch ermöglichen. Ein Anfang ist gemacht und die Zusammenarbeit mit der Company Factory AG zeigt sich dabei als möglicher Weg für uns.

Vernetzung fängt heute an – wagen Sie den Eintrag
Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu einem Sparring-Partner mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihres gewohnten Umfelds. kompetenz60plus.ch ist ein Projekt «von uns. für uns.» Ziel ist ein Sammelbecken (Kompetenzpool) von Gleichgesinnten welche ohne Leistungsdruck auf Ihre Anliegen eingehen und Sie gegebenenfalls mit einem Netzwerk von innovativen Unternehmen bekannt machen können. Registrieren Sie Ihr KMU noch heute kostenlos und geben Sie dem Projekt eine Chance.

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

2 thoughts on “Senioren im Unruhestand”

  1. Ich bin ebenfalls der Meinung dass gerade Menschen im Alter von 60+ Potential und Lebensfreude verschenken, wenn sie ihrem Wunsch nach Veränderung durch einen Neuanfang nicht folgen.
    In unserer oft so durchgetakteten und sich scheinbar ständig beschleunigenden Alltagswelt wächst offenbar bei immer mehr Menschen das Bedürfnis nach einem tieferen Sinn, nach echter Erfüllung und nachhaltigem Mehrwert. Menschen die mit beiden Beinen im Leben stehen, gleichzeitig aber den Wunsch nach einer Reduktion auf das Wesentliche verspüren – auf das, was wirklich zählt im Leben.

Ihr Kommentar. Danke!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.