Blog, Industrie 4.0

#195 – Innovation mit Risiko

Der schlechte Ruf des Risikos
Wir sind auf dem besten Weg, in der Null-Risiko-Gesellschaft zu versauern, schrieb Roman Bucheli in der NZZ vom 19. Februar 2020. Sein Beitrag erschien ganz am Anfang der gegenwärtigen Corona-Krise, als wir deren Ausmass schwerlich abschätzen konnten. Dabei beschreibt er, ausgehend vom Alarmzustand unserer Eltern den wir als Kinder beim ersten Schritt auszulösen scheinen, wie wir schon früh erlernen, unseren Entdeckungsdrang zu unterdrücken. Kaum wagen wir einen Schritt ins Unbekannte, kommt auch schon aus irgendeiner Ecke eine ängstliche oder warnende Ermahnung. Und wenn einmal gerade niemand zur Stelle ist, unsere Unternehmungslust mit Bedenken und Einwänden zu bremsen, dann lässt die eigene Stimme der angeblichen Vernunft uns zur Besinnung kommen und ins Zaudern geraten. Nur nichts überstürzen, nur keine unbedachten Schritte!, so lautet das Mantra des vorsichtigen Menschen.

KONKRET AM MITTAG, Schweizer Baumuster-Centrale Zürich – Youtube Simultanübertragung ohne Publikum 19. 11. 2020, Mathis Kamplade Architekten, Bild: Gianfranco Rosetti SBCZ

Leben mit dem Risiko
Wir hätten uns in eine Risikogesellschaft verwandelt, diagnostizierte der von Bucheli zitierte Soziologe Ulrich Beck. Es gebe einen Zusammenhang zwischen der Produktion von Wohlstand und der Produktion von Risiken, behauptete Ulrich Beck. Bucheli findet, dass es vermutlich präziser, aber umso weniger effektvoll gewesen wäre, das Verhältnis zwischen Wohlstandsproduktion und Risikozunahme als zirkulär darzustellen. Ohne Schritte ins Ungewisse und Unabsehbare ist Modernisierung und damit die Schaffung von Wohlstand undenkbar. Gleichzeitig ruft jeder waghalsige Sprung in die Zukunft neue und bis dahin unbekannte Gefährdungen hervor. Der Mensch kann gar nicht anders, als riskant zu leben, wenn er nicht als Sauertopf verkümmern will. Die Risikogesellschaft ist keine zweifelhafte Errungenschaft der Moderne, sondern eine menschheitsgeschichtliche Konstante. Aber Ulrich Becks Diagnose traf 1986, als sie öffentlich wurde, auf eine von so vielen Gefährdungslagen bedrohte Gesellschaft (Tschernobyl, Waldsterben, Rüstungswettlauf), dass ihre Plausibilität geradezu täglich, wenn nicht stündlich mit den Nachrichtenbulletins untermauert wurde.

Kleingeist statt Optimismus
Ähnliches erleben wir aktuell, angesichts der täglich veröffentlichten Fallzahlen der an Covid-19 erkrankten respektive verstorbenen Menschen. Der unternehmungslustige Mensch verwandelt sich unter der Fuchtel von Warnung und Mahnung zum Kleingeist, die fröhlichen Optimisten des Aufbruchs gehen auf in der Gemeinschaft der Ängstlichen, und die Risikogesellschaft sucht die vermeintliche Gemütlichkeit der Null-Risiko-Mentalität. Dazu Sam Ginn (23), Grün­der und CEO von Vet­spi­re, Chi­ca­go, einem da­ten­ba­sier­ten Dienst­leis­ter für Tier­ärz­te, in seinem Referat am NZZ-Podium Europa vom 23. Oktober 2020 in Stutt­gart zum Thema Un­ter­neh­mer­tum: Europa ist kein guter Ort für Innovationen, Risiken sind verpönt, Scheitern gilt hier als Schande.

Start-ups sollen scheitern dürfen
Bevor man hier überhaupt nach Investoren sucht, erarbeitet man einen «realistischen» Geschäftsplan – mit einem konkreten und umsetzbaren Ziel, so risikoarm wie möglich. Investoren wollen Gewinne sehen: von technologischen Höhenflügen wird abgeraten, Ideen zu neuen Geschäftsstrategien werden mit Hinweis auf bewährte Methoden ausgeredet. Diese niedrige Misserfolgstoleranz hält Europäer davon ab, den Status quo herauszufordern. Märkte sind heute «Winner takes it all»-Monopole: Wer zuerst kommt, bleibt zumeist allein erfolgreich. Die Corona-Pandemie hat uns erst recht gelehrt: Die Gesetze exponentiellen Wachstums bedeuten, dass die alten Wettbewerber oft bereits verloren haben, wenn sie in den Markt einsteigen. Im Gegensatz zum verhaltenen Konservatismus Europas steht der elektrisierende, aufrührerische Geist des Silicon Valley. Dort, wie im übrigen Amerika, dominiert die allgegenwärtige Hybris: Nichts ist unmöglich, und jeder kann die Welt verändern. Der Glaube an den wilden Ideenaustausch, der nie abgewürgt wird, hat das Silicon Valley zur unternehmerischen Weltmacht gemacht – und Kalifornien vom Staat der Aprikosenfelder zur fünftgrössten Ökonomie der Welt.

Das einzig Kreative, was unsere Spezies hat, ist der individuelle, einsame Geist. Zwei Menschen können ein Kind erschaffen, aber ich weiss nichts anderes, das von einer Gruppe erschaffen wurde. John Steinbeck 1949

Unter dem Titel «Wenn der Impfstoff (fast) aus dem Drucker kommt: Zusammenarbeit von Curevac mit Tesla» berichten Helga Rietz und René Höltschi, Berlin, NZZ vom 20.11.2020 exemplarisch wie Innovationen auch in der Krise, oder gerade wegen der Krise entstehen. Es ist der kreative Geist von Elon Musk der uns wieder einmal elektrisiert. Um es vorwegzunehmen: Wer sich einen «RNA-Printer» als handlichen Drucker vorstellt, der in Kürze quasi nach Belieben Impfstoffe zum Beispiel gegen Sars-CoV-2 ausspucken wird, liegt nicht ganz richtig. Und hätte nicht Elon Musk, der illustre Chef des US-Elektrofahrzeugherstellers Tesla, bei seiner Deutschland-Tournee im September 2020 bei den beiden an der Entwicklung des Printers beteiligten Unternehmen, dem biopharmazeutischen Unternehmen Curevac in Tübingen und Tesla Grohmann Automation in Prüm, einer Kleinstadt in der Westeifel (Rheinland-Pfalz) vorbeigeschaut, hätte eine breitere Öffentlichkeit vielleicht gar nicht von diesem Wundergerät erfahren. Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac arbeitet nicht nur an einem Corona-Impfstoff, sondern zusammen mit einer Tochterfirma von Elon Musks Tesla-Konzern auch an einem «RNA-Printer» für die Herstellung solcher Impfstoffe. Das mit der Herstellung der Printer betraute Unternehmen ist ein mittelständischer, 1963 von Klaus Grohmann gegründeter Maschinen- und Anlagenbauer. Unter dem Namen Grohmann Engineering hatte er sich auf hochautomatisierte Produktionsprozesse spezialisiert und vor allem auch die Automobilindustrie beliefert. Per 3. Januar 2017 wurde das Unternehmen von Tesla übernommen.

Grösser als ein SUV
Der RNA-Printer ist eine kleine, mobile Produktionsanlage für eine bestimmte Art von Pharmazeutika, die als Wirkstoff eine bestimmte RNA-Sequenz verwenden. Das Anwendungsgebiet solcher RNA-Stücke beschränkt sich nicht auf Impfstoffe. Vielmehr werden sie auch für Antikörper-Therapien für verschiedene Erkrankungen erprobt, für die personalisierte Krebsmedizin bis hin zur Gentherapie mit der Crispr/Cas-Technik. Entsprechend weit gefasst ist der Einsatzbereich des RNA-Druckers auch in der zugehörigen Patentschrift. Curevac verfolgt nun die Idee, allfällige mRNA-Vakzine direkt dort herzustellen, wo sie gebraucht werden. Vorstellen muss man sich den Prototyp laut einem Curevac-Sprecher als Minifabrik, die mit einer Länge von 3 bis 4 Metern und einer Breite und Höhe von je 2 Metern etwas grösser sei als ein SUV und in einem Container verschifft werden könne. Man arbeite daran, ihn kleiner zu machen oder mit mehr Funktionen auszustatten.

Kompetente «Alte» stellen ihre Erfahrung zur Verfügung
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

 

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#194 – Austausch zwischen den Generationen

Die Wirtschaft braucht Erfahrung
Wir Senioren werden in der Schweizer Politik und in «Expertengremien» (trotz deren beträchtlichem Anteil alter weisser Männer) erneut stigmatisiert. Obwohl wir «Alten» uns durchaus jung fühlen, voller Temperament und ausgerüstet mit lebenslanger Erfahrung sind, zählt dort nur unser biologisches Alter (65+) als potenzielle Gefahr für das Gesundheitswesen. Seniorenorganisationen, wie zum Beispiel die staatlich geförderte Pro Senectute, gehen dabei seit Monaten auf Tauchstation und sind In der 70-köpfigen (!) «Task-Force» des Bundes nirgends zu finden. Die täglichen und grösstenteils widersprüchlichen Meldungen zur weltweiten Corona-Pandemie lassen uns beinahe vergessen, dass die Gesamtwirtschaft mehr oder weniger normal weiterläuft. Natürlich gibt es einige Verlierer in der gegenwärtigen Situation, doch die gibt es auch unter normalen Umständen immer wieder.

Julian Schnabel «Look to the Future» 2020, für die NZZ 22. 9. 2020, Bild: ProLitteris, Zürich

Auf die richtigen Partner setzen
Private Initiativen wie das Netzwerk «kompetenz60plus.ch» oder die Stellen-Plattform «seniors@work.ch» ermöglichen uns «Alten», unsere Kompetenzen für KMU’s sichtbar zu machen. Dabei gilt für uns besonders, eigenverantwortlich und professionell zu handeln. Kontaktanfragen von Firmen sind umgehend als kurze Rückmeldung zu beantworten, denn meist entstehen solche Angebote aus einer gewissen Dringlichkeit. Dass die Erfahrung von uns «Alten» erstaunlich hoch eingeschätzt wird zeigt sich immer wieder. So erreichte mich kürzlich eine Mailanfrage zur Beratung des Gründers einer Online-Plattform für Dienstleistungsaufträge im Segment «Handwerk» für Umbauen und Renovieren. Dem Team fehle es an Know-how aus der Bau- Ingenieur- und Architekturbranche zur Bearbeitung von alltäglichen Fragen privater Bauherrschaften. Dabei gehe es auch um die Entwicklung einer Strategie für Kunden, die zur Verwirklichung ihrer Projekte keine Architektur- oder Ingenieurleistungen wünschen.

Bereit für neue Erkenntnisse
Als gestandener Architekt mit internationaler Erfahrung verstehe ich natürlich auch die Gründe von Laien, die sich gegen die fachlich ausgewiesene Hilfe meiner Zunft entscheiden. Kosten- und Terminüberschreitungen, mangelnde Kommunikation oder fehlendes Verständnis sind Faktoren die solche Vorurteile am Leben erhalten. Ich entschied mich, auf das Angebot einzugehen und die Jungunternehmer zu treffen. Zum gegenseitigen Kennenlernen einigten wir uns auf eine persönliche Begegnung zu dritt, unter Einhaltung der Hygienevorschriften, Maskentragen und Sicherheitsabstand. Am grossen Konferenztisch entstand die Grundlage mit Themengebieten für das weitere Vorgehen und in der Folge die Unterzeichnung einer Vereinbarung für meine Beratungsleistungen auf Stundenbasis. Anfangs Januar 2021 wollen wir die angesprochenen Gebiete mittels digitaler Konferenzschaltung einzeln angehen. Die Führung und das technische Wissen liegen beim Startup, meine Aufgabe beschränkt sich auf das Einbringen meiner Erfahrung mit Architektur, Ingenieurwesen, Bau, Materialkenntnis und Nachhaltigkeit.

Bleiben wir trotz Covid-19 produktiv und professionell
Jammern bringt nichts, hadern ebenso wenig. Stattdessen können wir uns fragen, wie uns die Corona-Situation als Menschen reifen lässt, schreibt Rolf Dobelli (54), Gründer der Wissensgemeinschaft «world.minds» und Schriftsteller, im NZZ Feuilleton vom 7. November 2020. Verbannt im «Lockdown light», tun wir gut daran, uns mit den mentalen Werkzeugen vertraut zu machen, dank denen Seneca unter weit härteren Bedingungen bei geistiger Gesundheit blieb. Seneca war Stoiker, ein Anhänger jener praktischen Philosophie, deren Ziel die Erlangung von «ataraxia» ist, einem Zustand, den man am besten mit «Seelenruhe», «Gleichmut» oder «innerer Stabilität» übersetzt – oder, moderner, mit der Absenz von «toxischen Emotionen». Heute feiert der Stoizismus ein vorsichtiges Revival in undefinierten Kreisen in Europa, an der Ostküste der USA und im Silicon Valley. Das Coronavirus, dieses winzige Paket aus RNA und Eiweissen, kümmert sich einen Dreck um unsere Meinungen und Gefühle. Wir können das Virus nicht wegwünschen. Es ist komplett unnütz, ja geradezu idiotisch, sich um Dinge zu sorgen, die ausserhalb unserer Kontrolle liegen – und das sind die allermeisten Dinge. Also: Tun wir, was wir können (Masken, Social Distancing, Home-Office), ignorieren wir den unkontrollierbaren Rest, und geben wir uns Mühe, innerhalb unseres kleinen Einflussbereichs trotz Covid-19 produktiv und professionell zu bleiben. Frühere Generationen haben weit schlimmere Pandemien überstanden, dagegen sind diese paar Monate Covid-19 ein Klacks.

Kompetente «Alte» stellen ihre Erfahrung zur Verfügung
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#193 – «Alte» und das DU

Wir «Alten» sind oft verunsichert
Wie halten Sie es mit der Du-Form im Geschäftsleben. «Wir brauchen dich zur Ergänzung unseres Teams.» Fühlen Sie sich angesprochen? Darf man sich da als ältere Person überhaupt noch bewerben, oder richten sich solche Angebote nur an Junge? Obwohl wir «Alten» uns durchaus jung fühlen, voller Temperament und ausgerüstet mit lebenslanger Erfahrung sind, darf der noch so «lockere» Umgangston im Zeitalter der Digitalisierung die professionelle Verantwortung nicht ausblenden. Das Du gehört für mich, als schweizerisch-amerikanischem Doppelbürger, zum Alltag. Aber es kommt immer wieder vor, dass Menschen in unserem Kulturkreis auf Grund meines Alters verunsichert sind. Es zeigt, wie das Du in dieser Gesellschaft eigentlich noch nicht angekommen ist und weiter erklärt werden muss. Denn der Umgang per Du (auf Augenhöhe) hat nichts zu tun mit Respektlosigkeit. Der familiäre «Chuck» unterscheidet sich nämlich vom Kunden «Charles». Im angelsächsischen Sprachgebrauch gibt es eine ganze Menge solcher «Nuancen». So wäre es zum Beispiel undenkbar, auch unter seinen engsten Beratern, den amerikanischen Präsidenten einfach mit seinem Vornamen anzusprechen.

Schweizer Baumuster-Centrale Zürich: Simultanübertragung von Anlässen auf Youtube. Bild: SBCZ

Auf Augenhöhe mit den Kunden
In seinem Beitrag in der NZZ vom 12. Mai 2020 beschreibt Daniel Imwinkelried, wie einige Unternehmen im Dienstleistungs-, Hotel- oder Gastrobereich im Kontakt mit den Kunden konsequent auf die Du-Anrede umgestellt haben. Ein Grund, warum sich Firmen trotz fehlender Du-Kultur überlegen, ihre Kunden nicht mehr zu siezen, sind laut Umfrage die sozialen Netzwerke und die Online-Unternehmen. Diese sind darauf erpicht, die Nutzer in ihre Firmenwelt einzubinden, und dafür eignet sich scheinbar (?) die Distanziertheit des Siezens nicht. Viele KMU übernehmen deshalb die auf den sozialen Netzwerken herrschenden Gebräuche und verwenden diese auch für andere Kanäle, im Glauben, sich damit ein frisches Image geben. Doch auch ihnen sind die Risiken der jovialen Anrede bewusst.

Wir sind halt noch keine Amerikaner
Allerdings nähern sich in der Schweiz selbst Internetfirmen der Du-Form nur vorsichtig an. Der Online-Händler Digitec Galaxus beispielsweise nutzt sie zwar für die sozialen Netzwerke, auf der eigenen Website und in der Werbung. «Dadurch sind wird näher beim Kunden», sagt Marketing-Chef Martin Walthert. In den Läden und im Kundendienst gilt beim Erstkontakt aber offiziell nach wie vor die Sie-Form. Und bei Mahnungen und Betreibungen ist diese ohnehin angebracht. Und genau dort zeigt sich die Doppelmoral dieses Trends: Die Du-Form scheint grundsätzlich die falsche Form zu sein, um im Geschäftsleben Konflikte zu regeln. Wer sich sprachlich nahekommt, lässt einen Streit wahrscheinlich rascher eskalieren. Davor schrecken beide Parteien aber in der Regel zurück. Bei Reklamationen kippt das Gespräch oft zurück zum formellen Sie. Gewisse Unternehmen geben sich im Zeitalter der sozialen Netzwerke zwar gerne als Freunde ihrer Kunden aus, mit der Freundschaft ist es aber nicht mehr weit her, wenn ein Konflikt eskaliert. Die Verwendung des Sie offeriert eine Rückzugsmöglichkeit aus einem Verhältnis, das eben nicht freundschaftlich, sondern geschäftlich ist.

Der Anwalt duzt nicht
Niemand wünscht sich wohl, vom Arzt oder Anwalt geduzt zu werden. Was je nach Ansicht einer «coolen» Hotelkette oder den Jugendherbergen einen frischen Anstrich verleiht, wirkt bei sehr spezialisierten Berufsgruppen inkompetent und unseriös. So wagen es selbst Hotelketten nicht, grosse Firmenkunden oder Reisebüros zu duzen: Man bleibt häufig bei der traditionellen Sie-Form. Bei Digitec Galaxus werden die Kunden nur in der Deutschschweiz mit Du angesprochen. In der Romandie gilt weiterhin die Höflichkeitsform «vous».

Kompetente «Alte» stellen ihre Erfahrung zur Verfügung
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