Blog, Industrie 4.0

Analoges Wissen digital umgesetzt

«Wissen teilen» statt «Wissen ist Macht»
Im Blog zum Thema WOL «Working-out-Loud» beschrieb ich wie wir «Alten» weiterhin unseren Beitrag im Team mit jüngeren Mitarbeitenden leisten können. Das gilt auch für die Bauwirtschaft, meinem Spezialgebiet. Das bewusste Teilen und Bereitstellen von Wissen ermöglicht weiterhin die Teilhabe am Prozess für kompetente Senioren. Das Wissen der «Alten» um die Mechanismen analoger Techniken zur digitalen Umsetzung von Projekten ist für die Arbeit mit BIM Building Information Modeling in jungen Teams äusserst hilfreich.

Nicola Genovese 2018, Helmhaus Zürich – Kunststipendien der Stradt Zürich Sommer 2019

BIM-Projekte müssen nicht scheitern
In seinem Blog vom 25. Juli 2019 beschreibt Maximilian Vomhof (Implenia) fünf Gründe, warum BIM-Projekte scheitern und wie man dies verhindert. Es kommt immer wieder vor, wir kennen es alle: Die Motivation ist hoch, das Team gibt sich Mühe und trotzdem klemmt es irgendwann. Ein Phänomen, dass sich auch oder gerade bei BIM-Projekten immer wieder einstellt. Im Beitrag identifiziert er die wichtigsten Gründe für das Scheitern von BIM-Projekten und wie man solches verhindert.

Coaching der Projektsteuerung
Voraussetzung für den Erfolg der Projektierung/Projektsteuerung nach BIM ist die innere Einstellung (mindset) aller Beteiligten Partner. Über eine offene Kommunikation, bei der Unwissenheit nicht kritisiert wird, kann das Gefälle zwischen den erfahrenen und den unerfahrenen Projektbeteiligten überwunden werden. Mit unserer Aussensicht und dem Wissen über mögliche Zusammenhänge haben wir «Alten» den Vorteil einer unabhängige Coachingfunktion.

Praktische Erfahrung
Unser Wissen über die Abläufe in der Fabrikation und den logistischen Herausforderungen auf dem Bau kommt bei der Bearbeitung des Modells zur Qualitätssicherung zum tragen. Kontinuierliche Checks sind unerlässlich, um zu verhindern, dass die Modellgeometrie unsauber bleibt und Informationen falsch oder nicht auffindbar sind. Praktische Erfahrung, Teamfähigkeit und kontinuierliche Weiterbildung der «Alten» sind allerdings Voraussetzungen.

Informationsmanagement
Aus informationstechnischer Sicht muss das BIM-Projekt wie eine Datenbank bewirtschaftet und automatisiert ausgewertet werden. So können alle wesentlichen Informationen (auch nicht graphisch dargestellte wie zum Beispiel Materialeigenschaften) an einem für alle Beteiligten zugänglichen Ort zusammengeführt werden. Dazu müssen die Modelle entsprechend strukturiert und gepflegt werden, was ebenfalls Kenntnisse über Abläufe und Verantwortlichkeiten voraussetzt. Wir «Alten» können dank unserem Wissen und dem Geschichtsbewusstsein das Informationsmanagement unterstützen.

BIM-Führung
Während eines Projekts gilt es immer wieder, die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte und Herangehensweisen der Projektbeteiligten mit den konkreten Projektzielen zu überlagern. Dieser kontinuierliche Interessensabgleich, oft ein Stolperstein, braucht eine Partei welche die Interessengruppen wertungsneutral zusammenführt. Wir «Alten» sind dabei prädestiniert, das Team zu motivieren, Unerfahrene kontinuierlich zu integrieren und notwendige Prozessabstimmungen zu moderieren.

Auf Veränderungen reagieren
Die Projektsteuerung ist aktiv am Prozess beteiligt und entwickelt mit dem Team «dynamische» Vorgaben, die für das spezifische Projekt gelten welche die gewünschten Resultate bewirken. Regelmässige Abstimmungen zwischen den Partnern gewährleisten, dass das Projekt nicht stehen bleibt. «Alte» verfügen über die notwendige «Abgebrühtheit», mit Pragmatismus das Projekt klar zu kommunizieren und die Zusammensetzung der Beteiligten an ständig wechselnde Gegebenheiten anzupassen.

Kompetente «alte Füchse» gesucht
«kompetenz60plus.ch», die Plattform und Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | Skype: live:werner_2636

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WOL Working-Out-Loud

Nicht aggressives und lautes Zurschaustellen
Bosch macht es schon seit Jahren, Daimler auch, und ausser ihnen noch eine Reihe weiterer grosser und namhafter Unternehmen: Working-Out-Loud. Und zwar geht es bei Working-Out-Loud, anders, als der Name zunächst vermuten lässt, eben nicht um aggressives und lautes Zurschaustellen der eigenen Arbeit, sondern eher um das bewusste Teilen und Bereitstellen von Wissen. Der Ansatz scheint wie geschaffen für kompetente «Alte», welche ihre Stärken im Team mit Jüngeren zu fairen Honoraren weiterhin verfügbar machen wollen. Als Beispiel für solche Projekte dient das Wissen der «Alten» um die Mechanismen der analogen Techniken bei der digitalen Umsetzung von Projekten.

Sommerpavillon Villa Wesendonck, Museum Rietberg Zürich, Architekt Shigeru Ban 2012

«Wissen teilen» statt «Wissen ist Macht»
Der Begriff WOL selbst tauchte zum ersten Mal 2010 in einem Blogartikel von Bryce Williams unter dem Titel «When will we start to Work Out Loud? Soon!» auf. Der Gedanke dahinter: «Wissen teilen» statt «Wissen ist Macht». John Stepper veröffentlichte 2015 eine Weiterentwicklung des Gedankens in Buchform: «Working Out Loud: For a better career and life». Bedeutungsvolle Netzwerke sollen helfen individuelle Ziele zu erreichen, indem man seine Angewohnheiten reflektiert und ändert. Dafür hat Stepper fünf Prinzipien aufgestellt, an denen sich das Konzept orientiert:

Fünf Prinzipien
1. Beziehungen (Relationships): Man baut nachhaltige Beziehungen auf, die helfen können. Allerdings nicht nach dem klassischen Networking-Prinzip («Eine Hand wäscht die andere»), sondern in dem Sinne, dass man selbst sinnvoll etwas beiträgt (siehe nächster Punkt).
2. Grosszügigkeit (Generosity): Man teilt Wissen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, sondern um etwas Konstruktives beizutragen und damit das Netzwerk nachhaltig zu stärken.
3. Sichtbare Arbeit (Visible Work): Dieser (namens gebende) Punkt bedeutet wie oben schon erwähnt, dass man die eigene Arbeit sichtbar macht, aber in einer Art und Weise, die als wertvoller Beitrag für das Netzwerk dienen kann und nicht der reinen Selbstdarstellung.
4. Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery): Dadurch, dass ein individuelles Ziel gewählt wird, richtet man seine Aktivitäten gezielt darauf aus: Welche Ressourcen benötige ich? Wie und was kann ich beitragen, um dem Ziel näher zu kommen und etwas dabei zu lernen?
5. Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset): Die Welt ist voller Möglichkeiten! Bei WOL geht es darum, immer offen und neugierig an die Dinge heranzugehen und so jene vielen Möglichkeiten zu entdecken, die einen dem Ziel näher bringen können.

Sommerpavillon Villa Wesendonck, Museum Rietberg Zürich, Architekt Shigeru Ban 2012

Der Beitrag von uns «Alten»
Ausgehend von diesen Prinzipien findet man sich nun in einer kleinen Gruppe bestehend aus drei bis fünf Personen, den sogenannten «Circles», zusammen und trifft sich zwölf Wochen lang regelmässig für eine Stunde pro Woche, um gemeinsam an den jeweiligen individuellen Zielen der einzelnen Circle-Mitglieder zu arbeiten. Der kostenlosen Circle-Guide schlägt für jede Woche Übungen vor, die mit den fünf WOL-Prinzipien zusammenhängen. Die Circles selbst können sich entweder virtuell, zum Beispiel per Skype, oder physisch treffen. WOL bietet mit seinen Circles einen geschützten Raum, in dem eine geringere Hemmschwelle herrscht, Neues auszuprobieren. Möglich ist auch der Einsatz von verschiedene Plattformen, wie etwa die sozialen Medien, oder die relativ neuen Enterprise-Social-Networks (ESN) wie Yammer, Facebook Workplace oder LinkedIn. Man bekommt direkte Rückmeldungen in einem vertrauten Rahmen. WOL ermöglicht einen interdisziplinären und transparenten Wissensaustausch zwischen einzelnen Teams und Abteilungen, was letztendlich der Innovation und Erprobung von neuen Arbeitsmodellen zugutekommt.

Kompetente «alte Füchse» gesucht
«kompetenz60plus.ch», die Plattform und Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | Skype: live:werner_2636

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Evolution

«Festgefahrene Alte» müssen manchmal Platz machen
In den vergangenen 18 Monaten seit dem Start der Plattform «kompetenz60plus.ch» wurde viel diskutiert, auch auf politischer Ebene nur diskutiert, über den Verlust an Fachwissen und Erfahrung mit der Entlassungen aus Kostengründen oder durch die Pensionierung von älteren Arbeitnehmenden. Glaubt man jedoch an die freie Marktwirtschaft scheint es fast unmöglich, dass fähige und gewinnbringende Menschen einfach so aus dem Prozess entlassen werden. Die Ursachen sind deshalb höchstwahrscheinlich nicht nur die Kosten oder das numerische Alter der betroffenen, sondern deren fehlendes Interesse und die mangelnde Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit in einer sich stetig wandelnden Welt. Verlustängste blockieren den Blick auf neue Möglichkeiten. Anstatt zu Jammern ist deshalb eine positive Einstellung gegenüber der digitalen Transformation angesagt. Zumal von dieser mittlerweile alle Lebensbereiche betroffen sind, ein Zurück ist ausgeschlossen, der Geist entwich der Flasche. Das «Aussitzen» dieser Entwicklungen hat keine Zukunft, damit bringen sich auch viele Kleinbetriebe aller Branchen in Bedrängnis.

Villa des Schriftstellers Curzio Malaparte, Capri IT, Konzept: Architekt Adalberto Libera, 1938-42.

Die digitale Transformation ist evolutiv
Wirtschaftliche und technische Fortschritte sind immer das Resultat evolutionärer Entwicklungen. Gescheite Köpfe, getrieben von unterschiedlichsten Motiven, bringen Visionen Schritt um Schritt weiter, ohne die Gewissheit über deren zukünftige Erfolge. Wir «Alten» haben viele solcher Prozesse miterlebt und mitgeprägt, einige von uns an vorderster Front. Dabei konnten wir uns einen riesigen Rucksack an Wissen und Erfahrung zulegen und stehen in der Verantwortung uns weiterhin einzubringen. Auch wenn Erfahrung auf Vergangenem beruht, das Wissen um die Mechanismen der analogen Techniken hilft bei der digitalen Umsetzung von Projekten, zusammen in Teams mit jüngeren Fachleuten. Zu unseren Stärken zählt auch das industrieübergreifende Beziehungsnetz, ein Höchstmass an Begeisterungsfähigkeit und Erfolgsorientierung, gepaart mit der notwendigen Geschicklichkeit und Ausdauer. Kommt dazu, dass wir «Alten» ein immer grösser werdendes Marktsegment repräsentieren mit seinen speziellen Wünschen und Bedürfnissen.

Das Beherrschen analoger Techniken bleibt gefragt
Seit nunmehr über 35 Jahren sind wir Teil eines unaufhaltsamen Trends: Die immer engere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. In Zeiten neuer Technologien ist gerade die Beherrschung analoger Techniken die entscheidende Voraussetzung, ob sich Maschinen als die ersehnten Erfüllungsgehilfen erweisen. Auf meinem Fachgebiet, der Bauwirtschaft, dominieren computergestützte Planungs- und Fertigungsprozesse zunehmend unsere Arbeit. Die integrale Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen erfordert neues Denken – weniger Distanz zwischen Design, Fertigung und Realisierung, weniger lineares Denken und mehr Vernetzung. Die Baustelle wird beispielsweise zur lokalen Produktionsstätte, damit lange Transportwege entfallen. Grenzen zwischen Planung und Produktion oder zwischen Industrie und Kunsthandwerk werden immer mehr verwischt. Neue Werkzeuge zur Erweiterung der Kompetenz im Team stärken einzelne Positionen im Projekt, auch zu Gunsten von uns «Alten».

Kompetenz aus Fachwissen, Politik, Sprachen und Wissenschaft
«kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für interessierte und kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Mit dem Alter kommt auch eine gute Portion Weisheit, gesammeltes Wissen wird «Be-Greifbar». Vernetztes Denken ersetzt lineare Abläufe, da wir zukünftige Entwicklungen immer weniger voraussehen können. Alles ist im Fluss, die Rahmenbedingungen verändern sich laufend, weil weltweit simultan Tausende an ähnlichen Ideen werkeln. Das bedingt unsererseits Kreativität, kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und der Wille zur ­Kollaboration auf Augenhöhe. Unsere vielleicht grösste Kompetenz ist deshalb der Verstand und unsere Aussensicht. Ohne Karrieredruck und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten haben wir das Privileg, unsere Energie für innovative Projekte einzusetzen, auch wenn das Endprodukt noch keinen Erfolg garantiert.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | Skype: live:werner_2636