Blog, Industrie 4.0

Führungspersonen

Visionen führen zum Erfolg
Seit Tagen beschäftigen sich die Medien mit den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse. Urs Rohner, Tidjane Thiam und Iqbal Khan stehen im Fokus, unter Anderem auch wegen ihres Führungsstils. Dabei geht es immer wieder um Form statt Inhalte. Eigentlich sind beide Banken in den letzten 11 Jahren wenig durch Innovationen aufgefallen. Interne Machtspiele verbrauchen viel Energie, die anderswo fehlen dürfte. Das Prestige eines Unternehmens an Personalien festzumachen ist schwierig in unserer schnelllebigen Zeit. Vielmehr sind es die Visionen, deren Umsetzung uns erfolgreich machen wie beispielsweise Alternativen zum traditionellen Banking. Als Folge überlässt man Projekte wie «Libra» den grossen Techkonzernen.

Wie gut ist jemand darin, seine Mitarbeitenden erfolgreich zu machen?
Eine gute Führungsperson, unabhängig von ihrem Alter, bringt Hartnäckigkeit und einen moralischen Kompass mit. Zu den Qualifikationen zählen wir auch Begriffe wie «Demut», «Bescheidenheit», «Authentizität» und «Empathie». Eine gute Führungsperson setzt alles daran, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass sich das Team darin optimal entwickeln kann und erfolgreich ist. Gemäss einem Interview in der NZZ vom 7.10.2019, treibt John Hennessy (67), Vorstandsvorsitzender von Alphabet, vor allem die Frage nach der Zukunft der nächsten Generation von Führungskräften im Silicon Valley um. Eine «phänomenale Führungskraft» war aus seiner Sicht der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs. «Natürlich hatte Steve einen ganz eigenen Stil und ein Ausmass an Macht, das ausser ihm kein CEO hatte – ausser vielleicht Henry Ford und John Rockefeller.» Doch Jobs habe das Silicon Valley geprägt wie kaum ein anderer Unternehmer in den letzten Jahrzehnten. «Er war ein Visionär, der sich nicht im Geringsten darum geschert hat, was andere über ihn denken.»

Northern lights, Bild: UCLA Travel

Doch wie findet man solche Talente?
Im Zusammenhang mit Persönlichkeitstests – die Jagd auf unser «wahres Ich» – schreibt Reto U. Schneider in der NZZ vom 7.10.2019: Persönlichkeitstests sind mehr als der Fragebogen bei der Bewerbung. Man sieht einer Person ihre Neigungen nicht an. Ob jemand geizig ist, zeigt sich erst, wenn das Portemonnaie in der Tasche bleibt. Die Persönlichkeit ist nicht direkt zugänglich. Erst aus dem Verhalten kann man auf ihre Beschaffenheit schliessen. Es ist, wie wenn man aus dem Schatten eines Gegenstands dessen Form rekonstruiert: je nachdem, woher das Licht scheint, kommt man zu einem anderen Resultat. Er beschreibt dazu das Fünffaktormodell «Big Five»: Offenheit für Erfahrungen (wissbegierig, experimentierfreudig), Gewissenhaftigkeit (diszipliniert, zuverlässig, leistungsbereit), Extravertiertheit (gesellig, optimistisch, begeisterungsfähig), Verträglichkeit (selbstlos, nachgiebig, mitfühlend), Neurotizismus (labil, ängstlich, traurig). Diese Eigenschaften sind nicht altersabhängig.

Wir alle hinterlassen digitale Spuren, ob wir es wollen oder nicht
Dank dem Smartphone kommt man schon heute näher an unser Innerstes: «Wenn man an all die Sensoren eines Smartphones denkt, da gibt es die Satellitennavigation, den Beschleunigungsmesser, ein Mikrophon, eine Kamera, dank denen wir wissen, was jemand tut, wo und in welchem Zusammenhang.» Im Moment ist die Suche nach der Persönlichkeit in unseren digitalen Spuren noch Stückwerk an einem digitalen Turm zu Babel: Hier untersucht man die Geselligkeit mittels Mikrophon und Chats, dort den Hang zur Depression mittels Bewegungsmeldungen – man weiss, dass sich Depressive weniger bewegen und andere Schlafmuster zeigen. Doch der Traum der Forscher besteht darin, alle Daten zu einem grossen Ganzen zusammenzufügen. Wie ihre Vorfahren aus dem Wörterbuch die Struktur des menschlichen Charakters gewannen, wollen sie aus dem Kauderwelsch aus Musikvorlieben und Chatverläufen, Bewegungsmeldungen und Kaufentscheidungen, FacebookLikes und Twittersprache das versteckte Gefüge unserer Persönlichkeit neu bestimmen.

Die Plattform «kompetenz60plus.ch»
Bitte engagieren Sie sich auf der Plattform «kompetenz60plus.ch», dem Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind und noch etwas bewegen möchten. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte zögern Sie nicht, seien Sie proaktiv, wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Oder schreiben Sie Ihren Kommentar zum Blog. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | Skype: live:werner_2636

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Abschied vom Gewohnten

Gestern war der dritte Digitaltag Schweiz, mit Beiträgen aus Forschung, Industrie und Wirtschaft. Im vergangenen Jahr entstand aus meiner Sicht nicht wirklich viel Neues, vielleicht die eine oder andere vielversprechende Weiterentwicklung. Ziel solcher Veranstaltungen ist sicher der Versuch uns Menschen auf laufende oder bevorstehende Veränderungen einzustimmen und Schwellenängste abzubauen. Der Tag zeigte auch mit welchen Schwierigkeiten junge Startups in der Schweiz zu kämpfen haben. Innovation wird bei uns nicht gerade euphorisch unterstützt, es fehlt an Offenheit. Noch immer herrscht ein grosses Misstrauen gegenüber den «jungen Wilden».

Die beratungsresistenten «Alten»
Eine Mitteilung aus der Bankenwelt lässt indes hoffen. Daniel Imwinkelried, NZZ vom 3.9.2019, schrieb unter dem Titel «Techniker übernehmen bei Banken das Ruder» über das Unvermögen von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten technologische Entwicklungen im Zusammenhang mit mobilen Anbietern abzuschätzen. Sie bekunden zusehends Mühe, die Geschäftsmodelle ihrer Banken an die Bedürfnisse immer besser orientierter, digital affiner Kunden anzupassen. Eine mögliche Erklärung für die Unbeweglichkeit der Banken ist in der Altersstruktur der Führungskräfte zu sehen.

Ansicht des Treppenaufgangs in den Turm des Ulmer Münsters. Im Stil der Gotik wurde der Bau 1377 begonnen, der Westturm erst im 19. Jahrhundert vollendet. Bild: © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ingenieure und Informatiker an die Schalthebel
Ein Chef muss verstehen, über welche Kanäle Kunden mit der Bank kommunizieren wollen und wie diese Interaktion möglichst einfach und angenehm ausgestaltet werden kann. Aber auch in den rückwärtigen Bereichen drängt es sich auf, Prozesse so weit wie möglich zu automatisieren und zu digitalisieren. Er sei übrigens Ingenieur, betont Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam jeweils, wenn Kritiker sein Fachwissen in Finanzfragen anzweifeln. Und so führt seit Anfang September die ETH-Ingenieurin Mariateresa Vacalli die Bank Cler. Ein Zacken digitaler werden will auch die Schweizer Universalbank (SUB) der Credit Suisse – und sie hat mit dieser Aufgabe vor kurzem ebenfalls einen Informatiker beauftragt. Mario Crameri, der Chef IT and Operations der SUB, soll eine Einheit mit dem Namen Direct Banking schaffen, die Retail- und Gewerbekunden mit Basisdienstleistungen versorgen wird. Es scheint Crameri ein grosses Anliegen zu sein, die Produktepalette zu reduzieren.

Analytisches Denken ist gefragt
Da Banken eigentlich schönwetter Organisationen sind, die einem schon beim leichtesten Nieselregen gerne draussen stehen lassen, finde ich solche Entwicklungen vielversprechend. Bei der Suche nach Führungskräften gewinnen zunehmend sogenannte «soft skills» an Bedeutung. Anders als Fachwissen und theoretische Kenntnisse («hard skills») lassen sich diese kaum erlernen und sind nur schwer zu überprüfen. Dazu zählen beispielsweise soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Empathie oder Kommunikationstalent. In dieses Kapitel fallen auch Eigenschaften wie Neugier, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung – aber auch ein geübter Umgang mit neuen Medien, eine strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise und die Fähigkeit, analytisch zu denken, Probleme zu lösen und Belastungen standzuhalten.

Auf Veränderungen reagieren
Viele «Alte» verfügen immer noch über die notwendige «Abgebrühtheit», mit Pragmatismus Projekte klar zu kommunizieren und dank ihrem Netzwerk die Zusammensetzung der Beteiligten an ständig wechselnde Gegebenheiten anzupassen. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform, ein Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind und noch etwas bewegen möchten. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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