Blog, Industrie 4.0

Abschied vom Gewohnten

Gestern war der dritte Digitaltag Schweiz, mit Beiträgen aus Forschung, Industrie und Wirtschaft. Im vergangenen Jahr entstand aus meiner Sicht nicht wirklich viel Neues, vielleicht die eine oder andere vielversprechende Weiterentwicklung. Ziel solcher Veranstaltungen ist sicher der Versuch uns Menschen auf laufende oder bevorstehende Veränderungen einzustimmen und Schwellenängste abzubauen. Der Tag zeigte auch mit welchen Schwierigkeiten junge Startups in der Schweiz zu kämpfen haben. Innovation wird bei uns nicht gerade euphorisch unterstützt, es fehlt an Offenheit. Noch immer herrscht ein grosses Misstrauen gegenüber den «jungen Wilden».

Die beratungsresistenten «Alten»
Eine Mitteilung aus der Bankenwelt lässt indes hoffen. Daniel Imwinkelried, NZZ vom 3.9.2019, schrieb unter dem Titel «Techniker übernehmen bei Banken das Ruder» über das Unvermögen von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten technologische Entwicklungen im Zusammenhang mit mobilen Anbietern abzuschätzen. Sie bekunden zusehends Mühe, die Geschäftsmodelle ihrer Banken an die Bedürfnisse immer besser orientierter, digital affiner Kunden anzupassen. Eine mögliche Erklärung für die Unbeweglichkeit der Banken ist in der Altersstruktur der Führungskräfte zu sehen.

Ansicht des Treppenaufgangs in den Turm des Ulmer Münsters. Im Stil der Gotik wurde der Bau 1377 begonnen, der Westturm erst im 19. Jahrhundert vollendet. Bild: © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ingenieure und Informatiker an die Schalthebel
Ein Chef muss verstehen, über welche Kanäle Kunden mit der Bank kommunizieren wollen und wie diese Interaktion möglichst einfach und angenehm ausgestaltet werden kann. Aber auch in den rückwärtigen Bereichen drängt es sich auf, Prozesse so weit wie möglich zu automatisieren und zu digitalisieren. Er sei übrigens Ingenieur, betont Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam jeweils, wenn Kritiker sein Fachwissen in Finanzfragen anzweifeln. Und so führt seit Anfang September die ETH-Ingenieurin Mariateresa Vacalli die Bank Cler. Ein Zacken digitaler werden will auch die Schweizer Universalbank (SUB) der Credit Suisse – und sie hat mit dieser Aufgabe vor kurzem ebenfalls einen Informatiker beauftragt. Mario Crameri, der Chef IT and Operations der SUB, soll eine Einheit mit dem Namen Direct Banking schaffen, die Retail- und Gewerbekunden mit Basisdienstleistungen versorgen wird. Es scheint Crameri ein grosses Anliegen zu sein, die Produktepalette zu reduzieren.

Analytisches Denken ist gefragt
Da Banken eigentlich schönwetter Organisationen sind, die einem schon beim leichtesten Nieselregen gerne draussen stehen lassen, finde ich solche Entwicklungen vielversprechend. Bei der Suche nach Führungskräften gewinnen zunehmend sogenannte «soft skills» an Bedeutung. Anders als Fachwissen und theoretische Kenntnisse («hard skills») lassen sich diese kaum erlernen und sind nur schwer zu überprüfen. Dazu zählen beispielsweise soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Empathie oder Kommunikationstalent. In dieses Kapitel fallen auch Eigenschaften wie Neugier, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung – aber auch ein geübter Umgang mit neuen Medien, eine strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise und die Fähigkeit, analytisch zu denken, Probleme zu lösen und Belastungen standzuhalten.

Auf Veränderungen reagieren
Viele «Alte» verfügen immer noch über die notwendige «Abgebrühtheit», mit Pragmatismus Projekte klar zu kommunizieren und dank ihrem Netzwerk die Zusammensetzung der Beteiligten an ständig wechselnde Gegebenheiten anzupassen. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform, ein Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind und noch etwas bewegen möchten. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | Skype: live:werner_2636

Blog, Industrie 4.0

Der Vorteil des Alters

Womit beschäftigen wir uns über die nächsten 20-30 Jahre?
Die Frage steht seit Monaten im Raum: An wen richtet sich die Plattform «kompetenz60plus.ch»? Im Videodreh vom letzten Freitag für eine Gewerbeorganisation beantwortete ich diese dann folgendermassen: An Leute, die trotz ihres Alters (auch nach der Pensionierung) noch aktiv am aktuellen Geschehen teilnehmen. Dieser Wille, weiterhin zu arbeiten, mit zu Gestalten, Einfluss zu nehmen, Fragen zu stellen und seine gesammelte Erfahrung im Team mit «jungen Wilden» einzubringen, ist das Grundkonzept der Plattform «kompetenz60plus.ch». Der grosse Vorteil dabei ist unser «Altersbonus» der es erlaubt, auch weniger populäre Meinungen zu vertreten. Im Gegensatz zu einem «Verein» mit starren Regeln, Hierarchien und endlosen Sitzungen nutzt die Plattform die Möglichkeiten des Internets mit den sozialen Medien, Kompetenzangebote und Gesuche zeitnah für alle sichtbar zu machen. Voraussetzung für unseren Erfolg ist ein Höchstmass an Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität und Erfolgsorientierung, gepaart mit der notwendigen Geschicklichkeit, Ausdauer und einem hohen Verantwortungsbewusstsein. «kompetenz60plus.ch» richtet sich deshalb an Senioren, welche in den nächsten 20 Jahren beruflich noch etwas positives zum Stand der Dinge beitragen möchten.

Abhorchen: Monster Tröten an einem belgischen Strand (Bild: aus NZZ)

Mut und Zuversicht, verbunden mit Leidenschaft und Freude
Hanspeter Beerli, Nutzer der Plattform «kompetenz60plus.ch», beschreibt in seinem aktuellen Blog  sehr schön seine Erfahrung: Wenn die nächste Generation, die Digital Natives, die Y-Millennials und die Z-Youngsters am ‘Forum Sinnvolle Innovation’ in Bern mit einem ü60 über Neuerungen und Veränderungen diskutieren, ist das genussvolles Eintauchen in den Startup Spirit – Innovationen mit Sinn im Impact Hub Bern. «Was führt denn dich nach Bern?» Die dynamischen jungen Speed Dater bringen den ü60 etwas in Verlegenheit. «Ich coache Menschen», hätte die kurze und knackige Antwort passend lauten können. Weil die gelebte Realität für den Senior Mentor nicht so dynamisch ist, wird viel Banaleres gemurmelt: von Versuchen Manager von agiler Leadership zu überzeugen, von Arbeit am Gärtchendenken gewisser Gemeinde-Vorsteherschaften, von Überwindung der Geheimniskrämerei in Grossbetrieben. Das scheint jedoch kein Problem zu sein, trifft sogar auf verständnisvolles Kopfnicken – ‘ja, so läuft das halt noch immer’ und die Spannung löst sich.

Alter soll kein Ausschlussgrund sein
Es wird begeistert und engagiert von arbeiten und leben, von Sinn und Spass geredet. Projekte wie «Äss-Bar» über die sinnvolle Verwertung von Nahrungsmitteln, von Powercoders über die professionelle Ausbildung von begabten Flüchtlingen zu IT-Spezialisten und deren Eingliederung. Warum also soll irgendeine Altersgruppe als Problem betrachtet werden? Viel interessanter ist das Angebot, der gefüllte Rucksack von Individuen, schreibt Beerli. Eine Kompetenzen-Plattform, auf der jeder seinen Kompetenzen-Rucksack für die andern öffnet. Man findet, dass eine neue Community mit wertvoller Arbeit und Sinngebung im Alltag entstehen soll, statt zum Beispiel die ältere Generation mit erzwungenem Arbeitsstillstand und starrer Altersentschädigung aus dem Verkehr zu ziehen.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform «von uns. für uns.»
Wir «Alten» verfügen als Partner im Team über einen altersbedingten Wissensvorsprung und viel Lebenserfahrung. Als Konsumenten sind wir Vertreter eines stark wachsenden Marktpotenzials und kennen unsere Bedürfnisse aus erster Hand. «kompetenz60plus.ch» ist auch die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit und registrieren Sie Ihre Kompetenz oder Ihr Unternehmen oder kontaktieren Sie uns per Email, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

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Menschen über 50 mit Führungserfahrung – Ideen mit Sprengkraft

Der digitale Wandel als Herausforderung für uns «Alte»
Ältere «Patrons» schieben wichtige Entscheide vor sich her, oft aus Angst die Kontrolle zu verlieren. Sie sehen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf solange der Wirtschaftsmotor noch brummt. Wir «Alten» müssen jedoch unsere jüngeren Kollegen akzeptieren lernen und versuchen, ausserhalb der eigenen, oft beschränkten Arbeitsbereiche, mit den technologischen Veränderungen Schritt zu halten. Mit Demut und Freude, statt Standesdünkel oder Überheblichkeit, müssen wir verpasstes Wissen durch Weiterbildung «aufholen» und im Dialog auf Augenhöhe testen. Unsere finanziellen Ansprüche müssen wir, ohne unseren «Stolz» zu verlieren, entsprechend anpassen.
(siehe dazu auch: Intelligenz basiert auf Lernprozessen – Ideen mit Sprengkraft)

Erfahrung beschreibt immer Vergangenes
Menschen über 50 mit Führungserfahrung, sozialer Kompetenz, kommunikativen Fähigkeiten und Fachwissen sind, trotz verminderter Belastbarkeit, weiterhin wertvolle Partner und vermittelbare Fachkräfte. Sie beherrschen die Sprache des Managements und halten den «jungen Wilden» den Rücken frei gegenüber vermeintlichen «Autoritäten». (Siehe dazu auch: «Alte» als Innovationsmanager)

Menschenpyramide, Bild: Emilio Morenatti / AP

Fakten, die man kennen sollte
Der digitale Wandel ist eine Zeitenwende – und um einiges schneller, radikaler und weitreichender als frühere technologische Revolutionen. Wir erleben Umbrüche, die viel fundamentaler sind als alles, was uns Dampfmaschine und Massenfertigung je brachten. Die folgenden Fakten helfen dabei, ein Bewusstsein für die Dramatik der Veränderungen zu schaffen (aus einem Beitrag von Benedikt Herles, August 21, 2018):

Heute haben wir mehr Rechenpower in unserer Hosentasche, als der gesamten NASA im Jahr 1969 für die Mondmission zur Verfügung stand. Das Tempo des technologischen Fortschritts ist exponentieller Natur: 50 Jahre hat es gebraucht, um weltweit eine Million Industrieroboter zu installieren. Nur etwa acht Jahre werden für die zweite Million benötigt. Computerprogramme sind heute bereits für mehr als die Hälfte des globalen Internetverkehrs verantwortlich – das Netz ist fest in der Hand der Software-Roboter. 2017 wurde nur etwas mehr als eine Milliarde Euro privates Risikokapital in Deutschland (keine Zahlen für die Schweiz) investiert. Die Vereinigten Staaten kamen im gleichen Jahr auf ein Venture-Capital-Volumen von über 84 Milliarden Dollar. Von den 20 wertvollsten Internet-Firmen stammen zwölf aus den USA, sieben aus der Volksrepublik China, und keine aus Europa. 2017 wurden bei Initial Coin Offerings (ICOs) zur Finanzierung von Blockchain-Projekten weltweit knapp vier Milliarden Dollar eingesammelt. Alleine in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 wurden über 16 Milliarden Dollar im Rahmen von ICOs investiert.

Kompetente «Alte»
Wir «Alten» müssen mit diesen Tatsachen umgehen können, wollen wir den Anschluss nicht verlieren. Erfahrung beschreibt immer Vergangenes und jeder Fortschritt basiert auf dessen Weiterentwicklung. In den vergangenen 40 Jahren war unsere Generation an diesen Veränderungen beteiligt, gewollt oder ungewollt. Die dabei gesammelte Erfahrung, das kumulierte Wissen, manifestieren sich in unserer persönlichen Kompetenz. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger