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#253 – Unsichtbare «Alte», neue Normalität

Werden wir sichtbar!
Viele von uns wünschen sich, auch nach der Pensionierung, eine sinnstiftende Beschäftigung, weiterhin gebraucht zu werden und unsere Erfahrung in gemischten Teams einbringen zu können. Wer jedoch nach einem Jahr Abwesenheit seinen früheren Arbeitsort besucht, stellt mit Erstaunen fest, wie sehr sich das Umfeld verändert hat. Tätigkeiten, wie beispielsweise Buchhaltungsvorgänge, wurden entgegen unserer damaligen Einwände automatisiert. Im Zuge der Neuausrichtungen wurden wir wegrationalisiert und damit auch viele unserer Kontakte. Höchste Zeit also, dass wir «Alten» auf verschiedensten Kanälen sichtbar werden. Ein (kostenloses) LinkedIn-Profil, oder eine eigene Blogseite (kompetenz60plus.ch) sind Möglichkeiten, um aus der Anonymität herauszutreten.

Stellensuche ohne Inserat
Unter dem Titel «Swisscom sucht Mitarbeitende, bevor es offene Stellen gibt», beschreibt Markus Städeli, NZZ am Sonntag vom 15. Januar 2022, wie Firmen  den aktuellen Fachkräftemangel angehen. Swisscom setzt bei der Personalsuche auch auf soziale Netzwerke wie LinkedIn. Stelleninserate weichen immer mehr dem Netzwerk von Kontakten, die von einem Team aus 16 Spezialisten über längere Zeit gepflegt werden und Personen mit unterschiedliche Kompetenzen umfassen. Diese internen Headhunter bauen Beziehungen zu künftigen Kandidaten auf. Traditionelle Bewerbungsschreiben mit Lebensläufen weichen den Informationen auf den sozialen Medien. Dort sind die Kandidaten für eine fortlaufende Aktualisierung ihrer Angaben verantwortlich. Swisscom Personalchefin Klementina Pejic setzt nicht auf Motivationsschreiben oder vertraut nur auf Algorithmen. Eine spontane Videobefragung möglicher Kandidat*innen soll einen ersten Überblick zu geeigneten Mitarbeitenden verschaffen.

Roter Chilli beim trocknen, Nordbangladesh, Bild: Emran Ali, New York Photography Awards 2021

Die Viertagewoche
Arbeitgebende stehen vor der Herausforderung, kompetente Mitarbeitende zu finden. Dazu setzen Immer mehr Firmen auf das Arbeitsmodell der Viertagewoche – und das bei vollem Lohn. Gemäss Erich Bürgler, Sonntagszeitung vom 15. Januar 2022, messen diese Unternehmen die Leistung und nicht die Präsenzzeit. Deswegen kommen alte Arbeitsmodelle aus der Mode, konstatiert er. Beispiele aus der Praxis beweisen, wie die neue Freiheit auch Kreativität fördert. Weil Mitarbeitende zufriedener und effizienter am Arbeitsplatz erscheinen, erhöhe die Viertagewoche sogar die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Wie und wo wir arbeiten, «verteilte Arbeit»
Matt Mullenweg erklärt in seinem TED-Beitrag vom 14. Januar 2022, weshalb das Arbeiten von zuhause gut ist für das Geschäft. Mullenweg ist Geschäftsführer von Automattic, dem Unternehmen hinter WordPress, Jetpack und WooCommerce, mit über 800 Mitarbeitenden. Diese leben überall, von Kalifornien bis Alabama, von Mississippi bis Texas. Sie sind auch in 67 Ländern: Kanada, Mexiko, Indien, Neuseeland. Manche sind Nomaden, sie wollen keinen festen Wohnsitz. Ob per Wohnwagen oder Airbnb, sie sind ständig an einem anderen Ort. Solange sie eine Internetverbindung besitzen, ist ihm egal, wo sie sind. Er nennt das Modell nicht «Fernarbeit», sondern «verteilte Arbeit», denn alle sind auf Augenhöhe. Für ihn ist eine globale Belegschaft für den Firmenaufbau optimal. Mullenweg glaubt auch, dass Talent und Intelligenz global gleichmässig verteilt sind, nicht aber die Chancen entdeckt zu werden. In der Schweiz fischt man beispielsweise in einem relativ kleinen Teich, während man mit verteilter Arbeit im grossen Ozean fischen kann. Mit der erfolgreichen Umsetzung solcher Geschäftsmodelle entstehen Wettbewerbsvorteile für die Firmen. Das zukünftige Ziel ist, den Menschen Autonomie für Arbeit und Leben zu geben und sie gleichzeitig an allem teilhaben zu lassen, was man gemeinsam gestaltet. Das ermöglicht auch uns «Alten» solche Teilhabe.

Eine neue «Normalität»
In meinem Blogbeitrag #252 zur veränderten Ausgangslage erwähnte ich die Herausforderung für Unternehmen angesichts der vielen Menschen, die ihre Stelle kündigen, weil sich während der Pandemie ihre Einstellung zur Arbeit geändert hat. Plötzlich fehlen uns auch Arbeitskräfte in den Dienstleistungsbranchen. Dazu schrieb ein amerikanischer Freund von mir: «Dies ist bezeichnend für die Zeit in der wir leben, mit Covid und den grossen Unsicherheiten geopolitischer und wirtschaftlicher Natur. Viele junge Arbeitnehmende suchen nach flexiblen Arbeitsbedingungen mit Fern-Arbeitsmöglichkeiten und mehr Freizeit. Millennials (die Generation Y, welche im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde) sind heute an einen hybriden Arbeitsstil mit Fern- und Büro-Arbeitsumgebungen gewöhnt. Sie werden Unternehmen verlassen, welche diese Flexibilität nicht anbieten. Das alte System wird nicht mehr funktionieren.» Er kehrte unlängst nach einem längeren Aufenthalt in den USA wieder in die Schweiz zurück. In Tennessee stellte er fest, wie viele Restaurants und Fast-Food-Ketten wegen Mangel an Arbeitskräften ihre Öffnungszeiten beschränken mussten. Sogar McDonalds muss nach 18:00 Uhr schliessen oder bietet nur Drive-Through-Bestellungen an. Er glaubt, dass auch nach der Pandemie das Leben anders sein wird und wir uns an eine «neue Normalität» gewöhnen müssen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#252 – Neues Jahr, veränderte Ausgangslage

Pandemiebedingte Unruhe
Mitarbeitende auf der ganzen Welt sind unruhig und unterwegs. Sie haben viele Monate unter teilweise drastisch veränderten Bedingungen gearbeitet, und ihre Einstellung zur Arbeit hat sich geändert. Einige sind über die Anforderungen und Einschränkungen frustriert; andere sind von den flexibleren Arbeitsweisen inspiriert, die sie während der Pandemie entdeckt haben. Was auch immer der Grund sein mag, eine grosse Zahl von Menschen kündigen und sind auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Branchenübergreifend berichten Unternehmen über unablässige Abwanderung und leere Stühle. Dieser Trend scheint bei Technikern besonders ausgeprägt zu sein: Weil fortgeschrittene digitale Fähigkeiten so gefragt sind, haben «Spezialisten» noch mehr Möglichkeiten als zuvor – und sie wissen es. Im BCG Boston Consulting Group Newsletter vom 8. Dezember 2021 finden sich drei Vorschläge für Arbeitgebende aus allen Branchen. Die Beiträge der BCG-Partner, ursprünglich aus der Harvard Business Review, untersuchen die Voraussetzungen für Firmen um ihre Teams attraktiv zu gestalten, um Arbeitnehmende anzuwerben oder Talente dazu zu bringen, länger im Unternehmen zu bleiben.

Architekt Santiago Calatrava (71), Oculus, One World Trade in New York 2016. Bild: Raffaele Canepa New York Photography Awards 2021

Zeitgemässe Stellenbesetzung, auch mit «Alten»
Dieser Prozess beginnt mit dem Stellenbeschrieb und den gewünschten Fähigkeiten. Anstatt sich auf die traditionellen Texte zu verlassen, um die eierlegende Wollmilchsau zu finden, müssen KMU sich von der Masse unterscheiden. Auch «Alte» gehören ins Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden». Flexible Tage, Arbeitszeiten und Standorte sind nicht die einzigen Möglichkeiten, Potenzial zu erschliessen. Arbeitgebende können Talente aufbauen, indem sie ihre Mitarbeitenden, gerade die älteren, weiterqualifizieren und umschulen. Man kann Kompetenz auch kaufen, indem man Unternehmen erwirbt, welche die gesuchten Eigenschaften besitzen. Weiter kann man Talent ausleihen, indem man die wachsende «Gig Economy» nutzt – ein Arbeitsmarkt, der durch die Prävalenz von befristeten Arbeitsverträgen oder freiberuflichen Tätigkeiten im Gegensatz zu unbefristeten Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist. Tatsächlich sind viele talentierte Menschen an flexiblen Jobs interessiert, die es ihnen ermöglichen, als Auftragnehmende zu arbeiten oder in einer allgemeinen Funktion einem Unternehmen beizutreten und dann auf spezifische Weise zu arbeiten, die ihren Fähigkeiten und ihrer Verfügbarkeit entspricht. Es ist eine Win-Win-Situation, auch für viele von uns «Alten», als Coach oder Mentoren.
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Führung mit Herz
Arbeitsplatzrichtlinien, welche Empathie und Respekt für die Mitarbeitenden demonstrieren, sind mehr denn je gefragt. In der Praxis zeigt sich immer wieder, wie wichtig eine gute Work-Life-Balance für unsere Arbeitszufriedenheit ist. Neben den Erwartungen an die Arbeitsleistung von Mitarbeitenden, ist deren Wohlergehen und das ihrer Familien ebenso wichtig. Flache Hierarchien und eine offene Kommunikation tragen zur sicheren Arbeitsumgebung bei und fördern Eigeninitiative und Kreativität. Entscheidungen zur Gestaltung neuer Arbeitsmodelle sollten auch im Team zur Sprache kommen, genauso wie innovative Ansätze für das Lernen am Arbeitsplatz. Mitarbeitende möchten auch zunehmend für Organisationen arbeiten, die ihre Positionen in sozialen und ökologischen Fragen unterstützen.
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Vertrauen in die Mitarbeitenden
Gemäss dem umfragebasierten Bericht «Decoding Global Ways of Working», wünschen die meisten Arbeitnehmenden Flexibilität im Job. Gerade seit der Pandemie zeigt sich, dass 89% der Menschen erwarten, zumindest zeitweise von zu Hause aus arbeiten zu können. Die Leute wollen nicht zu den alten Arbeitsweisen zurückkehren. Vor diesem Hintergrund müssen Arbeitgebende ein neues Modell annehmen, bei dem sie den Mitarbeitenden vertrauen, dass diese ihre Aufgaben erfüllen. Unternehmungen müssen sich auf Daten verlassen die zeigen, dass die neuen flexiblen Ansätze den Aufgabe gerecht werden, um die Planung zu leiten, und über die Zeitpläne hinausdenken, die einst die Arbeit diktierten.
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«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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Blog, Industrie 4.0

#251 – «Alte» in der Schweiz von morgen

«Was gestern war, muss morgen nicht sein»
Unter dem Titel «Impulse aus einer unparteiischen ökonomischen Ideenwerkstatt» der Herren Beat Brechbühl, Peter A. Fischer, Christoph A. Schaltegger und Kaspar Villiger ist am 24. Dezember 2021 in der NZZ-Verlagsbeilage «Reformideen für die Schweiz» ein Gastkommentar erschienen – Inhalt realisiert durch NZZ Content Creation in Kooperation mit der Bonny Stiftung für die Freiheit. Das Projekt «Liberale Reformideen für die Schweiz 2030» der Initianten soll nicht ein abgeschlossenes Reformprogramm und auch kein neues Weissbuch sein, sondern ein Beitrag zu einer liberalen Schweiz, die nicht nur von ihrer vergangenen Leistung zehrt, sondern auch in Zukunft zu den Erfolgreichen gehört. Damit die Schweiz auch 2030 noch prosperiert, sollte sie zu ihren Erfolgsfaktoren mehr Sorge tragen und ihnen zu neuem Schwung verhelfen. Auch wenn im Wettbewerbsfähigkeitsranking des Lausanner Institute for Management Development (IMD) die Eidgenossenschaft 2021 vor Schweden und Dänemark auf dem ersten Platz rangiert, muss das künftig nicht so bleiben, denn wer nur schon stehen bleibt, fällt zurück.

AIA American Institute of Architects, Gruppendiskussion 2021, branchenübergreifende Kooperation

Stärken stärken
Die Frage, ob die Schweiz auch gut gerüstet ist, um in Zukunft noch zu prosperieren treibt die Initianten und Mitwirkenden auf Grund sich mehrender Zweifel um. 2020 untersuchte das WEF (Weltwirtschafts Forum), wie unterschiedliche Staaten gerüstet sind, um aus der Corona-Krise gestärkt hervorzukommen. Nur beim Kriterium «Flexibilität des Arbeitsumfelds» taucht die Schweiz auf dem dritten Platz auf. Bei der Technologieadoption, den digitalen Fähigkeiten und dem rechtlichen Rahmen schafft sie es nicht einmal mehr unter die ersten zehn. Dabei hat gerade die Pandemie gezeigt, wie wichtig eine rasche Adoption neuer Technologien und privates Unternehmertum, trotz wuchernder Regulierungsflut, sind. Die oft eklatanten Ineffizienzen, die sich etwa im Gesundheitswesen, in der digitalen Infrastruktur, dem Tourismus, dem Bildungswesen oder auch in der Aussenwirtschaftspolitik manifestieren, werden hierzulande mit der finanziellen Giesskanne überdeckt.

Bildung und Arbeitsmarkt, eines von sechs Themengebieten
Die Initianten haben sechs Themengebiete identifiziert, von denen sie glauben, dass sie für die künftige Prosperität der Schweiz zentral sind: das Wissen und die Bildungschancen, die Generationengerechtigkeit beim Älterwerden, das Gesundheitssystem und seine Finanzierung, die Offenheit und Einbindung in die Welt, die Infrastruktur und Klimapolitik sowie die Resilienz und Reformfähigkeit der direktdemokratischen Institutionen. Für jedes Gebiet wurden zwei renommierte, wirtschaftspolitisch erfahrene Ökonominnen und Ökonomen gesucht, die sich gemeinsam und unentgeltlich über effektive Reformvorschläge Gedanken machen und die bereit waren, diese dann mit im jeweiligen Fachgebiet erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren.

Rezept gegen den Fachkräftemangel?
Das Themengebiet Bildung und Arbeitsmarkt soll gemäss Stefan C. Wolter (56), Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) und Conny Wunsch (45), Professorin für Arbeitsmarktökonomie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel, eine Lösung zum drohenden Fachkräftemangel aufgrund der (Über-)Alterung der Gesellschaft und des technologischen Wandels aufzeigen. Die Autoren finden, dass alle Menschen, die hierzulande eine tertiäre Ausbildung absolvieren, für die von ihnen verursachten Kosten in Form einer nachgelagerten Studiengebühr selber aufkommen sollen. Zudem mögen sie ihre Studienwahl besser an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausrichten. Die Quintessenz ihrer Betrachtung ist, dass mehr Bildung mit Fokus auf den Arbeitsmarkt stattfinden soll. (Auf Kosten der Allgemeinbildung?). In einer Art «Planwirtschaft» sollen Anreize entstehen, welche die Wahl des Ausbildungsgangs, das Studienverhalten, die Perspektiven auf den Arbeitsmarkt und das eigene Erwerbsverhalten stärker reflektieren. Ein neues obligatorisches Schulfach «Studien- und Berufswahlkunde» soll angehenden Studierenden die Konsequenzen ihrer Entscheidungen aufzuzeigen. Informationen und standardisierte (staatliche?) Kompetenztests müssten demnach von einer neutralen zentralen Stelle zur Verfügung gestellt werden. Kein Wort über das vorhandene Potenzial an Erfahrung von uns «Alten» und wie dieses, nach dem «gesetzlichen» Pensionsalter, in gemischten Teams weiter genutzt werden könnte.

«Zukunft der Pensionierung» FokusTalk, 7. 12. 2021, Alexis von seniors@work & Rachel von FocusFuture

Wissen wir welche Berufe in zehn oder zwanzig Jahren noch relevant sind?
Rein ökonomische Betrachtungsweisen greifen jedoch viel zu kurz. Die Schweiz von morgen wird eine ganz andere sein. Innovationen und Wissensvorsprung können nicht staatlich verordnet werden. Sehr oft entwickeln sich junge Menschen mit zunehmender Reife in nicht vorhersehbare und schon gar nicht in staatlich quantifizierte Richtungen. Dass mit neuen Ideen auch neue Berufsbilder entstehen ist ein willkommener Nebeneffekt. Aaron Betsky, Direktor der Architektur- und Designschule am Virginia Tech, USA bemerkt im Hinblick auf Präsident Bidens Infrastrukturprojekt: damit die Regierung für die Zukunft etwas bewirken kann, muss sie Colleges und Handelsschulen gebührenfrei machen.

Elon Musk (50), wanderte mit 17 Jahren von Südafrika nach Kanada aus, wo er sich an der Queen’s University in Kingston einschrieb. Nach der Übersiedlung in die USA schloss er das Studium an der University of Pennsylvania in Philadelphia mit einem Bachelor in Volkswirtschaftslehre und Physik ab. 1995 wechselte er nach Palo Alto in Kalifornien und wurde 1995 an der Stanford University zu einem Ph.D.-Programm in Physik (Applied Physics and Materials Science) zugelassen. Nach nur zwei Tagen auf dem Campus beschloss Musk jedoch, das Studium aufzugeben und stattdessen das Unternehmen Zip2 zu gründen (weitere Gründungen seither: SpaceX, Tesla, The Boring Company oder PayPal). Im Business Standard Interview mit Lex Friedman, Forscher für KI künstliche Intelligenz, rät Musk jungen Leuten, so viel wie möglich zu lernen, zu Reisen und neue Menschen kennen zu lernen.

Der 1955 geborene Steve Jobs wuchs in Kalifornien auf. 1972 begann er ein Studium der Kalligrafie, also der Lehre des «schönen, sauberen Schreibens», das er aber sehr schnell wieder abbrach. Daraufhin begann er, Ingenieuren bei der Arbeit an Spielecomputern zu helfen. In der Garage seiner Adoptiveltern entwickelte er 1976 zusammen mit seinem langjährigen Freund Steve Wozniak den ersten offiziellen Apple-Computer. Der richtige Durchbruch gelang 1984, mit dem Apple Macintosh, einem ersten gesellschaftsfähigen PC für Normalbürger. Die Grafik, also bildliche Aufmachung des Computers, brachte auch Möglichkeiten für viele neue Berufsfelder.

Bill Gates’ (66) grosse Leidenschaft lag in der Mathematik und der Wirtschaft. Nach Abschluss der Schule studierte er von 1973 bis 1975 Jurisprudenz in Harvard. Dort machte er auch die Bekanntschaft mit Steve Ballmer, der später zusammen seinem Schulfreund Paul Allen sein Geschäftspartner werden sollte. In Harvard entwickelte Gates eine Version der Programmiersprache «Basic» für den ersten Mikrocomputer «MITS Altair». Gates arbeitete bereits mit seinen Freunden in einer Garage in Albuquerque (New Mexico) an der Weiterentwicklung des schon bestehenden Altair Computers, und 1975 wurde dort die Firma «Microsoft» gegründet.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


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