Blog, Industrie 4.0

70 ist das neue 30

Engagierte «Alte»
Am Werkstattgespräch eines Startup-Unternehmens im Softwarebereich von letzter Woche durfte ich zu meiner Freude feststellen, dass man sich als älterer Teilnehmer, auf Augenhöhe mit den Jungen, sehr wohl in die Diskussion einbringen kann. Auch wenn unser Wissen nach einiger Zeit nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik ist, bleibt unsere gemachte Erfahrung ein verlässlicher Kompass. Man spricht über Visionen und hat den Willen mit zu Gestalten. In Presse und Politik werden wir «Alten» dagegen nur allzu oft auf rein numerische Faktoren reduziert und Stereotypen zum Alter werden munter weiterverbreitet. Dabei machen 60-Jährige Dinge, die früher den 40-Jährigen vorbehalten waren. Es ist nicht mehr überraschend, von Menschen in den Achtzigern zu hören, die noch produktiv arbeiten. Ein Beispiel dafür sind die «Alten» kandidierenden bei den Vorwahlen zur Präsidentschaft in den USA.

Belvoirpark Zürich, 9. Februar 2020

Vergesslichkeit
Seit mehr als 25 Jahren versucht Dr. Daniel Levitin, Neurowissenschafter, Kognitionspsychologe und Autor von Büchern, die Gehirnforschung für die Öffentlichkeit zu übersetzen. Im Alter von 62 Jahren schlüpfe er in die Klammer älterer Erwachsener und lenkte seine Aufmerksamkeit in seinem neuen Buch auf die Neurowissenschaften des Alterns. Dazu auszugsweise der Beitrag in
Daily Mail Online vom 10. Februar 2020, adaptiert von Alison Roberts aus «The Changing Mind: A Neuroscientist’s Guide To Ageing Well», von Dr. Daniel Levitin © 2020. Zwar sind 80-Jährige physisch nicht mit 30-Jährigen identisch. Aber mental haben sie deutliche Vorteile: Impulskontrolle, die Fähigkeit, Befriedigung zu verzögern, mit anderen auszukommen und Entscheidungen zu treffen. Auch der Unterschied zwischen einem Kurzzeitgedächtnisverlust bei einem 70-Jährigen und einem bei einem 20-Jährigen ist nicht das, was wir denken. Auch junge Studierende machen Kurzzeitgedächtnisfehler. Sie gehen in das falsche Klassenzimmer, erscheinen ohne Bleistift zur Prüfung oder vergessen etwas, was vor zwei Minuten gelehrt wurde. Dies ähnelt dem, was 70-Jährige tun.

Gedächtnisschwund
Die Neurowissenschafterin, Deborah Burke, vom Projekt über Kognition und Altern am Pomona College, Kalifornien, stellte fest, dass die Abnahme der Wiedergewinnung einzelner Wörter bei älteren Erwachsenen ein Nebenprodukt der Atrophie in der linken Gehirnhälfte ist, die Region die mit der phonologischen Speicherung des Wortes zusammenhängt. Das heisst, wir vergessen das Wort selbst nicht, nur den Klang – deshalb fühlt es sich so an, als ob es auf der Zungenspitze wäre. Wenn jemand anders das richtige Wort einsetzt, erkennen wir es sofort. Das passiert nicht, wenn wir etwas wirklich vergessen. Der adulte Hippocampus, ein Teil des Gehirns, der für die Speicherung und Wiederherstellung des Gedächtnisses von entscheidender Bedeutung ist, bringt durchschnittlich 700 neue Neuronen pro Tag hervor, und bei normalem Altern scheint es keinen Rückgang dieser Zahl zu geben.

Intelligenz
Stimmungsstörungen, Angstzustände und Verhaltensprobleme nehmen nach 60 ab, und das Auftreten dieser Probleme nach diesem Alter ist sehr selten. Der Sänger und Dichter Leonard Cohen zum Beispiel war erstaunt, dass seine chronische Depression, gegen die keine Medikamente eingesetzt werden konnten, in den Siebzigern verschwand. Bei gewissen Formen der mentalen Verarbeitung werden wir besser – und schneller. Beispielsweise verbessert sich das abstrakte Denken mit zunehmendem Alter. Dies ist die Art der Verarbeitung, die den mathematischen Fähigkeiten, der Sprache und der Problemlösung zugrunde liegt und in höheren Gehirnzentren stattfindet. Das gilt auch für die praktische Intelligenz, die nach 50 oder 60 ansteigt. Traditionell nannte man diese Art der mentalen Verarbeitung Weisheit. Unter neurokognitiven Gesichtspunkten ist Weisheit die Fähigkeit, Muster zu erkennen, in denen andere nicht zu erkennen sind, verallgemeinerte gemeinsame Punkte aus früheren Erfahrungen zu extrahieren und diese zu verwenden, um vorherzusagen, was als nächstes wahrscheinlich passieren wird. Und was ist Intelligenz, wenn nicht das?

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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Das Angebot liegt auf dem Tisch

Hören wir auf zu jammern
Unter dem Titel «Ein Drittel der 60-Jährigen findet keine Stelle mehr» berichtete Markus Brotschi in der Basler Zeitung vom 27. Januar 2020 über eine Studie von Daniel Oesch, Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Lausanne. Die Publikation ist ein Beitrag zu der vom Bundesrat ins Auge gefassten Überbrückungsleistung für jene, die ab 60 aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert werden. Mir widerstrebt solches Silodenken. Nicht nur werden damit Vorurteile zementiert, sondern ganze Menschengruppen, die über 60jährigen, stigmatisiert. Die Defizite fehlender persönlicher Weiterbildung und Umschulungen, wie auch der Wille zur Offenheit für Neues sind kulturell bedingt das Produkt von (auch schulischen) Fehlanreizen seit dem Kindesalter. Daneben gibt es unzählige kompetente Ältere, die weit über das «Pensionsalter» hinaus ihre Erfahrung, auch in Teams mit Jüngeren, aktiv zur Verfügung stellen.

Warenhaus MANOR, Schliessung nach 35 Jahren an der Bahnhofstrasse Zürich, 31. Januar 2020

Das Angebot liegt auf dem Tisch
In seiner Biografie «Leave Something on the Table» (Simon & Schuster, 2019) schreibt Frank A. Bennack Jr. (87) über seine beruflichen Erfahrung, vom achtjährigen Zeitungsverträger bis zum emeritierten Vorstand des Lincoln Center für darstellende Künste, New York. «On the Table» ist ein oft verwendetes Idiom (eine Redewendung) im englischen Sprachgebrauch. Wenn etwas auf dem Tisch liegt, ist es eine Option, insbesondere eine, die ausgehandelt werden könnte. Wenn Ihnen jemand einen Job anbietet oder wenn Sie Ihre Offerte (Bewerbung) einreichen, worauf niemand Ja oder Nein gesagt hat, liegt das Angebot noch auf dem Tisch. Wenn zwei Personen etwas aushandeln – wie einen Vertrag – tun sie dies oft über einen Tisch. Nicht unterschätzen darf man dabei das eigene Netzwerk und den hohen Stellenwert des Vertrauens. Wir «Alten» haben zeitlebens daran gearbeitet.

Wertschätzung der Vergangenheit
Frank Bennack, der ehemalige CEO und heute Executive Vice Chairman von Hearst, einem der grössten privaten Unternehmen der USA, das sich mit einer breiten Palette von Publizistik befasst, berichtet in seinem Buch mit Stolz von den Verhandlungen in seinem erfüllten Berufsleben über acht Jahrzehnte. Sein Fazit:
So wie es keine grössere oder gefährlichere Falle als Nostalgie gibt, gibt es keinen besseren Leitfaden für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn und ein erfolgreiches Privatleben als das Verständnis und die Wertschätzung der Vergangenheit.
Es sind genau diese Erfahrungen, welche uns «Alten» vorbehalten sind und die auch von einer jüngere Generation immer mehr geschätzt werden.

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


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Der Vorteil des Alters

Womit beschäftigen wir uns über die nächsten 20-30 Jahre?
Die Frage steht seit Monaten im Raum: An wen richtet sich die Plattform «kompetenz60plus.ch»? Im Videodreh vom letzten Freitag für eine Gewerbeorganisation beantwortete ich diese dann folgendermassen: An Leute, die trotz ihres Alters (auch nach der Pensionierung) noch aktiv am aktuellen Geschehen teilnehmen. Dieser Wille, weiterhin zu arbeiten, mit zu Gestalten, Einfluss zu nehmen, Fragen zu stellen und seine gesammelte Erfahrung im Team mit «jungen Wilden» einzubringen, ist das Grundkonzept der Plattform «kompetenz60plus.ch». Der grosse Vorteil dabei ist unser «Altersbonus» der es erlaubt, auch weniger populäre Meinungen zu vertreten. Im Gegensatz zu einem «Verein» mit starren Regeln, Hierarchien und endlosen Sitzungen nutzt die Plattform die Möglichkeiten des Internets mit den sozialen Medien, Kompetenzangebote und Gesuche zeitnah für alle sichtbar zu machen. Voraussetzung für unseren Erfolg ist ein Höchstmass an Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität und Erfolgsorientierung, gepaart mit der notwendigen Geschicklichkeit, Ausdauer und einem hohen Verantwortungsbewusstsein. «kompetenz60plus.ch» richtet sich deshalb an Senioren, welche in den nächsten 20 Jahren beruflich noch etwas positives zum Stand der Dinge beitragen möchten.

Abhorchen: Monster Tröten an einem belgischen Strand (Bild: aus NZZ)

Mut und Zuversicht, verbunden mit Leidenschaft und Freude
Hanspeter Beerli, Nutzer der Plattform «kompetenz60plus.ch», beschreibt in seinem aktuellen Blog  sehr schön seine Erfahrung: Wenn die nächste Generation, die Digital Natives, die Y-Millennials und die Z-Youngsters am ‘Forum Sinnvolle Innovation’ in Bern mit einem ü60 über Neuerungen und Veränderungen diskutieren, ist das genussvolles Eintauchen in den Startup Spirit – Innovationen mit Sinn im Impact Hub Bern. «Was führt denn dich nach Bern?» Die dynamischen jungen Speed Dater bringen den ü60 etwas in Verlegenheit. «Ich coache Menschen», hätte die kurze und knackige Antwort passend lauten können. Weil die gelebte Realität für den Senior Mentor nicht so dynamisch ist, wird viel Banaleres gemurmelt: von Versuchen Manager von agiler Leadership zu überzeugen, von Arbeit am Gärtchendenken gewisser Gemeinde-Vorsteherschaften, von Überwindung der Geheimniskrämerei in Grossbetrieben. Das scheint jedoch kein Problem zu sein, trifft sogar auf verständnisvolles Kopfnicken – ‘ja, so läuft das halt noch immer’ und die Spannung löst sich.

Alter soll kein Ausschlussgrund sein
Es wird begeistert und engagiert von arbeiten und leben, von Sinn und Spass geredet. Projekte wie «Äss-Bar» über die sinnvolle Verwertung von Nahrungsmitteln, von Powercoders über die professionelle Ausbildung von begabten Flüchtlingen zu IT-Spezialisten und deren Eingliederung. Warum also soll irgendeine Altersgruppe als Problem betrachtet werden? Viel interessanter ist das Angebot, der gefüllte Rucksack von Individuen, schreibt Beerli. Eine Kompetenzen-Plattform, auf der jeder seinen Kompetenzen-Rucksack für die andern öffnet. Man findet, dass eine neue Community mit wertvoller Arbeit und Sinngebung im Alltag entstehen soll, statt zum Beispiel die ältere Generation mit erzwungenem Arbeitsstillstand und starrer Altersentschädigung aus dem Verkehr zu ziehen.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform «von uns. für uns.»
Wir «Alten» verfügen als Partner im Team über einen altersbedingten Wissensvorsprung und viel Lebenserfahrung. Als Konsumenten sind wir Vertreter eines stark wachsenden Marktpotenzials und kennen unsere Bedürfnisse aus erster Hand. «kompetenz60plus.ch» ist auch die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit und registrieren Sie Ihre Kompetenz oder Ihr Unternehmen oder kontaktieren Sie uns per Email, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger