Blog, Industrie 4.0

BIM – Digitalisierung nicht per Powerpoint

BIM (Building Information Modeling) immer noch die Ausnahme.
«Die Baubranche will bei der Digitalisierung durchstarten», war der Titel eines Beitrags von Daniel Imwinkelried in der NZZ vom 8.5.2018. Diverse Firmen treiben derzeit die Technologisierung der Bauprozesse voran. Dank jungen, gut ausgebildeten und (denk-)flexiblen Fachkräften steigt die Hoffnung auf eine «Revolution». Die «alten» Patrons lassen diese gewähren, weil die Gewinnmargen auf einem Tiefpunkt angelangt sind.

Notorisches durcheinander auf der Baustelle
Systematisches Arbeiten ist nicht die Stärke des Bausektors, darin hinkt dieser den meisten Branchen weit hinterher, die sich die Vorteile der Digitalisierung schon längst zu eigen gemacht haben. Bauunternehmen besitzen zwar mittlerweile moderne technische Geräte und Hilfsmittel. Die Prozesse jedoch, die schliesslich zum vollendeten Objekt führen, sind noch sehr traditionell. Kostspielige Baufehler, wie auch nervenaufreibende Verzögerungen gehören zum Alltag. Viele Entscheide fallen weiterhin spontan auf der Baustelle statt im Voraus in der Planungsphase, wie das vernünftig wäre und in anderen Industrien gang und gäbe ist. Entsprechend niedrig ist die Rentabilität der meisten Baufirmen. Von Effizienz ist man noch weit entfernt, solange die Unternehmen vor allem mit Datenblättern und Plänen auf Papier hantieren. Ganz zu schweigen von der nachlassenden Fähigkeit Pläne zu lesen.

Die Schweiz in Traditionen gefangen
In Dänemark wurde BIM 2007 auf Gesetzesstufe im öffentlichen Sektor eingeführt. Immer mehr institutionelle Bauherrschaften verlangen nun auch in der Schweiz, manchmal bereits auf Stufe Wettbewerb, durchgängige Planunterlagen zur Dokumentation des Bauprozesses und der Gebäude. Dazu sind im Internet nahezu alle entscheidungsrelevanten Informationen bereits vorhanden. Es war noch nie so einfach wie heute, Standard- und Bauprodukt-Informationen beim Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken relativ früh, dank digitaler Arbeitsweise durchgängig zu modellieren. Zur Optimierung von Fabrikations- und Betriebsprozessen wird die Methode im angloamerikanischen Raum seit rund 30 Jahren in der Planung und zur Erhebung der Kosten eingesetzt.

Stiftung Louis Vuitton Paris, Architekt Frank O. Gehry FAIA, Gehry Partners Los Angeles

Beispiel einer globalen Zusammenarbeit
Im Spätherbst 2014 wurde am Rande des Bois de Boulogne Parks in Paris das Museum für zeitgenössische Kunst der Stiftung Louis Vuitton von Architekt Frank O. Gehry FAIA, Gehry Partners Los Angeles eröffnet. Der Museumsbau im Jardin d’Acclimation aus dem 19. Jahrhundert besteht aus zwölf Riesensegeln, die aus insgesamt 3584 gebogenen Glas-Paneelen von unterschiedlichen Dimensionen zusammengesetzt sind und über einem Wasserbecken schweben.

Haustechnikmodell Stiftung Louis Vuitton Paris. Architekt Gehry Partners Los Angeles

Prozesse sind Chefsache
Der Bau der FLV Fondation Louis Vuitton zeigt exemplarisch die Zusammenarbeit am Gebäudemodell, die Entwicklung neuer Programme und Methoden auch für die Fabrikation und Realisierung komplexer Bauten. Der Entwurfsprozess erfolgt mittels Karton- und Papiermodellen die mit Lasertechnologie abgegriffen und als dreidimensionales Gebilde in der «Datenwolke» gespeichert sind. Damit lassen sich später auch Kunststoffmodelle zur Überprüfung des Entwurfs auf dem 3D Drucker fertigen oder Grundrisse, Schnitte und Ansichten an beliebigen Stellen generieren. Software zur Glättung von Fassaden oder die Übersetzung in Maschinensprache zur digitalen Fabrikation nutzen das gleiche Datenmodell um Fehlerquellen zu minimieren. Projektpartner haben dynamischen Zugriff auf Eckdaten wie Hersteller, Kosten, Raumgrössen, Termine oder Mengenangaben. Nach Fertigstellung dient das Modell für den Betrieb und Unterhalt des Gebäudes.

Rohbaumontage Stiftung Louis Vuitton Paris. Architekt Gehry Partners Los Angeles

Teamarbeit in der «Datenwolke»
15 Teams mit mehr als 400 Mitarbeitenden und 12 verschiedenen Softwareprogrammen arbeiteten auf drei Kontinenten verteilt in der «Datenwolke» zeitversetzt an einer Datenmenge von nahezu 100 Terabytes. Sie erarbeiteten 100’000 verschiedene Details am virtuellen Gebäudemodell, das seit dem allerersten Entwurf laufend ergänzt wurde. Neben dem äusserst komplexen Modell für die Haustechnik entstanden Daten zur Produktion von rund 19’000 verschiedenen CNC geformten Glasfaserbeton Fassadenplatten oder 3584 CNC bearbeitete verschieden grosse, dank Technologie aus der Automobilindustrie, gebogene Glasscheiben für die 12 imposanten «Glassegel». Über 200 intelligente und mehrfach verwendbare Module generierten Werkpläne und überprüften Details. Die Vermessungsdaten aus der Überwachung der Baustelle wurden zum Abgleich in das virtuelle Modell eingespiesen. Damit liessen sich Zeit, Materialverbrauch und Kosten während der Bauzeit optimieren. Dass der Architekt oder Ingenieur dabei immer noch die Oberhand bei der Gestaltung behält, zeigen Gehry’s Projekte exemplarisch.

Das Projekt «kompetenz60plus.ch»
Die Welt wird komplexer, das erfordert andere Formen des Arbeitens in Unternehmen: mehr Miteinander, eine neue, zugewandtere Führung, einen anderen Umgang mit Hierarchie, einen kooperativeren Geist, eine grössere Hemdsärmeligkeit. So entstehen neue Produkte, nicht per Powerpoint-Präsentationen. Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu Sparring-Partnern mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihrer eigenen Informationsblase. «kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» – diskutieren Sie mit, werden Sie Teil eines Netzwerks von Unternehmen für Unternehmer, registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos und geben Sie dem Projekt eine Chance. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

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Plattform für aktive Pensionierte

Wertvolle Erfahrungen gesucht
Vor gut zwei Jahren hat Architekt Werner K. Rüegger die Leitung der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich abgegeben. Auch nach seinem Rückzug in den «Ruhestand» ist er dort regelmässig anzutreffen, vor allem bei Ausstellungen und Veranstaltungen, in denen Werkstoffe, deren Verarbeitung, Einsatz oder Wirkung konkret an Bauprojekten vorgestellt werden. Doch die Ausflüge in die Räume in der Weberstrasse scheinen seinem Tatendrang nicht zu stillen. «Herr Tausendsassa» ist weiterhin aktiv. Seit kurzem engagiert er sich für sein neustes Projekt «kompetenz60plus.ch». Das «Baublatt (4. Mai 2018)» hat sich mit Werner K. Rüegger getroffen. Im Interview mit Claudia Bertoldi, Redaktorin.
Der jüngeren Generation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist das Ziel der neuen Plattform «kompetenz60plus». Bild: Shutterstock
Auszugsweise:
Sie bezeichnen es selber als ein Projekt «von uns. für uns.». Was konkret ist «kompetenz60plus.ch»?
Es ist in erster Linie eine Plattform für ältere, erfahrene Fachleute, die weiterhin das Bedürfnis haben, aktiv und ein Teil der Wertschöpfungskette zu sein. Die also nach der Pensionierung nicht zum «alten Eisen» gestellt zu werden möchten, sondern ihre Erfahrungen weitergeben, den Austausch mit anderen pflegen und dabei mit Rat und Tat helfen möchten. Natürlich kann sich jeder, unabhängig vom Alter engagieren. Gerne auch Personen, die momentan ohne Job sind und ihr vorhandenes Know-how bewahren und anwenden können.
Sie möchten mit Ihrer Plattform besonders Klein- und Kleinstunternehmen unter die Arme greifen.Insbesondere die Optimierung von Prozessen oder die Nachfolgeregelung mit anstehender Stabsübergabe an eine jüngere Generation liegt Ihnen am Herzen. Besteht auf diesem Gebiet Nachholbedarf?
Auf jeden Fall. Viele Unternehmen haben mit dem täglichen Überleben zu kämpfen und übersehen diese wichtigen Massnahmen. Um Hilfe wird im letzten Moment angefragt oder wenn es bereits fast zu spät ist. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass Termine für ein Treffen immer wieder herausgeschoben werden, weil es angeblich viel zu tun gibt und keine Zeit übrig ist.
Läuft der Austausch ausschliesslich über die digitalen Medien?
Bisher lief alles übers Internet. Jeder kann sich melden und sein Profil erstellen. Ebenso können die Anfragen gestellt werden. Eine persönliche Zusammenkunft der Mitglieder ist bisher nicht erfolgt. Der regelmässige Austausch von Ideen ist natürlich wichtig. Als Mitglied im Ökosystem von Company Factory werden wir uns Anfang Mai in Winterthur an der Arbeitssitzung zum Thema «Transformation ein Schreckgespenst – immer eine Frage der Perspektive» beteiligen.

Das Projekt «kompetenz60plus.ch»
Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu einem Sparring-Partner mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihrer Informationsblase. «kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» Ziel ist ein Sammelbecken (Kompetenzpool) von Gleichgesinnten welche ohne Leistungsdruck auf Ihre Ideen eingehen und Sie gegebenenfalls mit einem Netzwerk von innovativen Unternehmen und Personen bekannt machen können. Registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos und geben Sie dem Projekt eine Chance. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

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«Reputationsmanagement»

Marktauftritt und Firmenkultur
Als Architekt hat man ein Auge für die Ästhetik, ob diese angemessen ist für eine Aufgabe, oder den Erwartungen an eine Firma entspricht. Mein Besuch kürzlich im Apple-Laden enttäuschte mich diesbezüglich nicht. Primäres Gestaltungselement dieser Verkaufsstellen sind aufgeräumte, grosse Flächen mit viel Glas (Licht, Transparenz, Offenheit). Auf den schlichten, riesigen Holztischen sind die raffinierten technischen Geräte ausgestellt, wie Juwelen in einer exklusiven Bijouterie. Keine überladenen Auslagen, Preisschilder, schreiende Rabattplakate, Musik, verwirrende Hinweistafeln, jedoch viel Platz für die Kundinnen und Kunden. Bezahlt wird von überall her im Laden, natürlich digital, die Quittung wird als Email verschickt. Die Konkurrenz bemüht sich krampfhaft das Konzept zu kopieren, stolpert aber immer wieder über die unterschiedliche «Firmenkultur».

Ästhetik für KMU’s
Ein weiteres Beispiel bieten aktuelle Gastronomiekonzepte, welche mit «offenen» einsehbaren Küchen die Zubereitung des Essens als Markenzeichen und Teil ihres Konzepts vermitteln. Die Küchenmannschaft ist nicht weggesperrt in einem Kellerloch oder hinter vergitterten Fenstern auf die Gasse mit den Abfallcontainern. Wenn möglich essen die Gäste auch am «grossen Tisch in der Küche».

Die «Werkstatt» als Markenzeichen
Als Gegensatz erinnere ich mich an meinen Besuch bei einem Kleinbetrieb (KMU). Das Empfangsbüro gegen die Strasse war hell und mässig aufgeräumt. Der Produktionsraum dahinter, dort wo die eigentliche Wertschöpfung geschieht, hingegen war düster, lärmig und verstellt. Schlechtes Kunstlicht und wenige Fenster dienten den Menschen in der Fabrikation. Das Lager doppelte als Garage und Abfallsammelstelle. Firmenlogos in unterschiedlichen Ausführungen, Schriftzügen und mit alternativen Namen zeugten von der Vergangenheit. Eine zeitgemässe Klarheit fehlte. Der Einblick in die Werkstatt als Markenzeichen wurde verkannt.

Werkstatt

Frischer Wind wörtlich  – «Frühlingsputzete»
Viele KMU’s der Schweiz stecken im Konkurrenzkampf. Altersbedingt und wegen erhöhter Transparenz verschwinden frühere «Seilschaften». Asien wird oft als Sündenbock für den Preiszerfall vorgeschoben. Oder man finde keine interessierten Mitarbeitenden, respektive willigen Nachwuchs. Dabei bräuchte es, um solchen anzulocken, nur eine gute «Frühlingsputzete», eine Klärung des Konzepts und die Definition vom Anspruch. In diesem Kampf spielt nämlich eine weiche Währung die Hauptrolle: Sie heisst Reputation. Obschon niemand recht weiss, woraus diese eigentlich besteht, jagen sie alle. Dazu gehören eine funktionierende Qualitätskontrolle und der Wille überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen.

Reputationsmanagement und Marktpotenzial
Auch als kleines Unternehmen ist «Reputationsmanagement» sinnvoll, also mittels Qualität, Werbung und Kommunikation eine «Marke» aufzubauen. Werden Emails umgehend beantwortet, Telefonanrufe prompt erwidert, Reklamationen ernst genommen und ist das angebotene Sortiment dem Team ausreichend bekannt. Mitverantwortlich sind Art und Ausstrahlung der Räumlichkeiten, Lage im Quartier, Arbeitsbedingungen, Teamgeist und Förderung von Talent. Ganz wichtig ist die Digitalisierung, nicht nur in der Produktion aber beim Erstkontakt, als «Visitenkarte» des Unternehmens. Wie empfange ich meinen Besuch, mit welchen Mitteln überzeuge ich künftige Partner, Mitarbeitende oder Kunden von meinem Geschäft. Bin ich Stolz auf den Rundgang durch die Produktion, gibt es neben gutem Kaffee auch die Möglichkeit eines zeitgemässen Austauschs mittels WLAN-Zugang für die Gäste. Solche einfachen Massnahmen machen die Erstbegegnung zum positiven Erlebnis und bilden Vertrauen zwischen den Parteien. Es zeigt sich sehr schnell wer im Markt Potenzial hat.

Themen aus dem Universum der Company Factory
«kompetenz60plus.ch» im Ökosystem von Company Factory AG wird am 2. Mai 2018 in Winterthur an einer Arbeitssitzung zum Thema «Transformation ein Schreckgespenst – immer eine Frage der Perspektive» teilnehmen. An diesem ersten Anlass wollen wir über konkrete Methoden zur nachhaltigen Transformation von KMU’s diskutieren. Es soll deshalb eine Mischung aus gemeinsamem Austausch, Erfahrungsberichten von KMU’s und Rückmeldungen oder Anregungen zur Company Factory werden: Interaktiv – konkret – sympathisch anders! (Zuständig ist: Christoph Meili, Co-Founder & CEO Company Factory AG)

Das Projekt «kompetenz60plus.ch»
Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu einem Sparring-Partner mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihrer Informationsblase. «kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» Ziel ist ein Sammelbecken (Kompetenzpool) von Gleichgesinnten welche ohne Leistungsdruck auf Ihre Ideen eingehen und Sie gegebenenfalls mit einem Netzwerk von innovativen Unternehmen und Personen bekannt machen können. Registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos und geben Sie dem Projekt eine Chance. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger