Blog, Industrie 4.0

#158 – Babyboomer im Team von Startups

In der Startup-Szene bemerke ich seit einiger Zeit einen Trend, sich mit uns «Alten» auszutauschen. Die «jungen Wilden» sehen positives in gemischten Teams von Jung und Alt, Männern und Frauen. In seinem Blog, veröffentlicht am 6. Oktober 2019 auf LinkedIn, schreibt Michael Grampp warum Babyboomer (geboren zwischen 1945 und 1964) mit in den Gründerprozess von Startups gehören.

Erfahrung und Risikobereitschaft
Von all den Generationen: Silent Generation, Babyboomer, Generation X, Generation Y / Millennials und Centennials, scheinen seiner Ansicht nach vor allem die Babyboomer Eigenschaften zu haben, die für die Gründung von Unternehmen und den Start einer unternehmerischen Karriere erforderlich sind. Dazu gehören Erfahrung und Risikobereitschaft, ein grosses Netzwerk und die hohe Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit. Es lohne sich, jemanden mit viel Erfahrung zu beschäftigen, der zum Beispiel bei der Verwaltung des Personals oder in der Produktion eine hervorragende Leistung für das Unternehmen bringt. «Alte» ergänzen aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen mit dem Eingehen von Risiken das Team bestens. Sie bauten über viele Jahre hinweg grosse professionelle Netzwerke, die es einfacher machen, sich im Wettbewerb zu behaupten. Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass viele Babyboomer über die finanziellen Mittel verfügen, um sich als Investoren im Startup zu beteiligen, finanziell oder durch kostenlose Beratungsleistungen.

SBCZ Schweizer Baumuster-Centrale Zürich, Fläche bereit für Werkstattgespräche, Januar 2020

Hohe Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
Wenn es um Kommunikationsfähigkeiten geht, sind die Boomer ebenfalls im Vorteil. Sie wissen genau, wie sie mit Kunden in Kontakt treten müssen, und geben diesen die Gewissheit, dass es sich hier um ein «seriöses» Unternehmen handelt. Wie Untersuchungen zeigen, sind altersunterschiedliche Teams erfolgreicher und innovativer als gleichaltrige Teams. Die «Alten» geben dem Startup ein Gefühl von Sicherheit und Weisheit. Der Mythos, wonach ältere Menschen die Technologie nicht verstehen oder von deren Wandel überwältigt sind, beruht auf einem falschen Vorurteil. Natürlich gibt es ältere Menschen, die technisch nicht affin sind. Aber auch unter der jüngeren Generation gibt es viele, deren Verständnis für Technologie aufhört, wenn mehr gefragt ist, als nur über Apps zu wischen. Entscheidend ist vielmehr der Wille, neue Dinge zu lernen.

Gerontopsychologie
Wir lieben es, uns zu erinnern um anderen dies mitzuteilen. Ganz besonders ältere Menschen erzählen gerne, oft und (zu) ausführlich von ihren Erfolgen im Berufsleben. Diese Erzählungen werden über die Jahre auch immer «farbiger», da wir uns gerne an die Höhenpunkte erinnern und viel Negatives ausblenden. Doch ist dieser Austausch gemäss meinem kürzlichen Gespräch mit Frau Dr. Burcu Demiray, spezialisiert auf Gerontopsychologie (Alterspsychologie) vom psychologischen Institut der Universität Zürich, für das Wohlbefinden von uns «Alten» ganz wichtig. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat das laufende Jahrzehnt dem Thema «gesundes Altern» gewidmet. Gemäss Dr. Demiray ist es auch wichtig die eigene Lebensgeschichte zu dokumentieren um diese für unsere Nachkommen zu erhalten.

Reminiszenz, nicht Nostalgie
Solches Erinnerungsvermögen dürfen wir allerdings nicht mit Nostalgie oder einer allgemeinen Verklärung verwechseln. Vielmehr geht es darum, die Erfahrung der älteren Generation für die Zukunft nutzbar zu machen. Tatsache ist, dass wir uns nach dem heute gültigen Pensionierungsalter 64/65 bei guter Gesundheit auf 25 weitere Jahre aktiven Lebens freuen dürfen. In meinem Blogbeitrag vom 24. Oktober 20219 beschreibt der heute 76-Jährigen Philosoph Ludwig Hasler dies folgendermassen: Wir sind «exzentrische» Wesen, wir müssen aus uns hinaus, wollen wir nicht vereinsamen. Wir müssen etwas vorhaben, an etwas mitwirken, das grösser ist als das eigene «Ich». Wir müssen an einer Zukunft mitzuwirken, selbst wenn die nicht mehr die unsere sein wird – an der Zukunft unserer Menschenwelt. Gepaart mit einer umfassenden Erfahrung, unserem Netzwerk und unseren Beziehungsfähigkeiten werden wir Babyboomer damit zum entscheidenden Faktor für den Aufbau eines erfolgreichen Startups.

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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Die Zukunft ist sehr nah

Den Jungen gehört die Zukunft
Sam Ginn, 22 Jahre alt und Heidegger-Kenner, ist einer der Pioniere welche an der Entwicklung einer allgemeinen künstlichen Intelligenz arbeiten, die die menschliche übertreffen soll. Im Feld der Computerlinguistik, also an der Schnittstelle von Sprachwissenschaft und Informatik, hantiert er mit selbstlernenden Algorithmen. Übersetzungen von einer Sprache in eine andere werden immer zuverlässiger – wer schon mal das Übersetzungstool von Google verwendet hat, kann dies bestätigen. Dabei zeigt sich, dass derselbe Algorithmus, der gut zwischen Deutsch und Englisch wechseln kann, auch Übersetzungen in andere Sprachen zustande bringt. Das ist neu. Und irgendwann werden wir einen selbstlernenden Algorithmus haben, der alle Sprachen gleichermassen beherrscht – einen einzigen Algorithmus für alle menschlichen Sprachen!

Franz West: Test, 1994, Galerie Hauser & Wirth, Art Basel 2019, Bild: WKR

Selbstlernende Algorithmen
Die Zukunft ist sehr nah, sagt Sam Ginn Tech-Entwickler an der Universität Stanford im Interview mit René Scheu, NZZ vom 14.6.2019. Was wir auf absehbare Zeit noch nicht programmieren können, ist ein Algorithmus, der den Sinn der Worte auch wirklich versteht, also den Gehalt eines Textes in eigenen Formulierungen wiedergeben kann. Für den jungen Heidegger bewegt sich Sprache in einem Bewandtniszusammenhang – die Bedeutung einer Handlung oder eines Satzes wird vom menschlichen Gehirn nicht aus Einzelteilen zusammengesetzt, sondern ist immer schon als Ganzes da, auf einen Schlag. Allerdings ist es Sam Ginn bisher nicht gelungen, einen Algorithmus zu programmieren, der einen Bewandtniszusammenhang lesen beziehungsweise erfassen kann. Heidegger hat darauf eine Antwort: Bedeutung kann nur erfassen, wer über ein Bewusstsein verfügt.

Werden aus Greifarmen einmal fühlende Hände?
Es gibt diese These – dass Maschinen nur im Zusammenspiel mit Menschen gut funktionieren. Das ist letztlich eine metaphysische Frage. Ginn sieht darin eher eine Schutzbehauptung, welche die Menschen angesichts der unglaublichen technischen Fortschritte beruhigen soll. In absehbarer Zeit werden Maschinen viele Aufgaben erledigen, die heute Menschen wahrnehmen: Auto fahren, Texte schreiben, Alltagsprobleme lösen. Für diese Forschung sind grosse finanzielle Mittel vorhanden, doch Geld allein genügt nicht um globaler Leader in künstlicher Intelligenz zu sein. Dazu braucht es ein gutes Bildungsumfeld, Ideen und viel Enthusiasmus aller Beteiligten.

Flexible «Alte» gesucht
Im Zusammenhang mit einer Lernplattform zur beruflichen Aus- und Weiterbildung machen wir uns Gedanken zu deren Form und Inhalt. Wir «Alten» müssen versuchen, die Rahmenbedingungen für junge Talente so zu gestalten, dass herausragende Resultate möglich werden. Das bedingt Kreativität, kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und ­kollaborative Fähigkeiten. Dabei haben den Vorteil, dass wir schon vieles miterlebt und mitgeprägt hatten – Höhen und Tiefen. Wir sind auch schon gescheitert, das gehört dazu. Unsere vielleicht grösste Kompetenz ist der Verstand und unsere Aussensicht. Wichtig für die Gründung eines Startup-Unternehmens sind auch Disziplin, Methodik und Fokussierung. Dies sind Fähigkeiten die uns über die Jahre begleitet haben und die wir im Team mit «jungen Wilden» weitergeben dürfen. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für interessierte und kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Neu besteht die Möglichkeit sich im «Herausgeberkreis» für einen Lehrmittelverlag einzubringen.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: wernerkruegger | Skype: live:werner_2636

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«Alte» Idealisten

Beratung von Startups
Seit einigen Wochen arbeiten Mitglieder von «kompetenz60plus.ch» an einem Projekt zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Im Team mit Mitarbeitenden eines grösseren etablierten Lehrmittelverlags macht sich das Startup Gedanken über eine digitale Lernplattform. Ad hoc Arbeitsgruppen von «Fachspezialisten» (Herausgeberkreis) setzen Themen, welche es den Firmen ermöglichen sollen, ältere Mitarbeitende länger am Arbeitsprozess teilhaben zu lassen. Das Projekt ist ambitiös und findet vorläufig wenig Zuspruch unter den Entscheidungsträgern, auch weil noch nicht alles umfassend erklärbar und belegbar ist. Bremser, Zauderer und Zweifler gibt es in jeder Organisation und damit muss man umgehen können, gerade deswegen finden wir das Projekt äusserst spannend.

Containerlager, Jawaharlal-Nehru-Hafen, Mumbai, Indien, Bild: Dhiraj Singh / Bloomberg

Honorierung nicht an erster Stelle
In einer ersten Phase verfügt ein Startup über wenig bis keine finanziellen Mittel. Trotzdem besteht der Bedarf nach Coaching, Mentoring oder Beratungsdienstleistungen. Genau dort müssen wir «Alten» mit anpacken und unser Wissen und die Lebenserfahrung, auch ungefragt, einbringen. Am Anfang steht eine Idee, das Startup muss diese sukzessive konkretisieren. Dabei ist die Kommunikation auf Augenhöhe wichtig zur Vertrauensbildung im neu geschaffenen Team. Konzepte werden diskutiert und wieder verworfen, was eine hohe Flexibilität aller Beteiligten verlangt, ohne das übergeordnete Ziel aus den Augen zu verlieren. Dass dabei die Honorierung nicht an erster Stelle steht, sollte uns nicht abhalten, unseren Beitrag zu leisten.

Flexible «Alte» gesucht
Neu in dieser Konstellation ist, dass wir den Verlauf der Dinge in Zukunft immer weniger voraussehen können. Alles ist im Fluss, die Rahmenbedingungen verändern sich laufend, weil simultan Tausende an ähnlichen Ideen arbeiten. Das bedingt Kreativität, kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und ­kollaborative Fähigkeiten. Wir «Alten» haben den Vorteil, dass wir schon vieles miterlebt und mitgeprägt hatten – Höhen und Tiefen. Wir sind auch schon gescheitert, das gehört dazu. Unsere vielleicht grösste Kompetenz ist der Verstand und unsere Aussensicht. Ohne Karrieredruck und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten haben wir das Privileg, unsere Energie und Kompetenz für Projekte einzusetzen wo das Endprodukt noch nicht feststeht. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für interessierte und kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Neu besteht die Möglichkeit sich im «Herausgeberkreis» für einen Lehrmittelverlag einzubringen.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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