Blog, Industrie 4.0

#180 – Vertrauensverlust ohne Perspektive

Leben mit COVID-19
Jungunternehmer haben scheinbar Mühe mit der Rekrutierung von Mitarbeitenden, auch angesichts der beschränkten Finanzen. Senioren-Talente sind dank Erfahrung, Leidenschaft für eine Sache, moderaten Kosten und zeitlicher Flexibilität die perfekte Ergänzung für StartUps, insbesondere in Krisenzeiten. Was seit dem «verlorenen» Frühjahr 2020 deshalb ganz besonders irritiert, ist die völlig undifferenzierte und immer noch anhaltende Diskriminierung von uns «Alten», hochoffiziell durch Bund und Kantone. Leute über 65 sollen sich isolieren, für Gesellschaft und Unternehmen stellen wir ein Gesundheitsrisiko dar. Kein Wort über unsere Kompetenzen, den Verlust von erfahrenen Fachkräften oder die Folgen der demographischen Entwicklung für die Wirtschaft in naher Zukunft. Deshalb brauchen wir statt Verboten und Einschränkungen neue Konzepte, eine Perspektive für das Leben mit COVID-19. Zu den akzeptierten Schutzhelmen, Brillen, Hörgeräten, Sicherheitsgurten oder seit 9/11 den Einschränkungen im Flugverkehr, müssen wir uns neu an das Tragen von Gesichtsmasken gewöhnen, auch das schaffen wir.

80 Prozent der 65- bis 74-Jährigen fühlen sich gesund
Im Interview mit dem Generationenforscher Prof. Dr. François Höpflinger (72) schreibt Adrian Baer, NZZ vom 17.7.2020, unter dem Titel «Das Alter allein darf kein Kriterium sein, um Risikogruppen zu definieren», wie sich sozialpolitisch die Spannungen zwischen Alt und Jung durch die Corona-Krise verschärfen. Auf einen Schlag wurde das Bild von den aktiven «Alten» zerstört. Aufgrund von verschiedenen Befragungen weiss man, dass sich rund 80 Prozent der 65- bis 74-Jährigen gesund fühlen. Diese aktiven «Alten» betrachten sich keineswegs als alt, sondern als gesund und ebenso innovativ und kreativ wie die 15- bis 24-Jährigen. Die Altersgrenze, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) definiert wurde, steht also im Gegensatz zu neuen Forschungsergebnissen der Gerontologie und Geriatrie. Höpflinger war während vieler Jahre als Professor für Soziologie an der Universität Zürich tätig und ist immer noch Mitglied der akademischen Leitung des Zentrums für Gerontologie.

NZZ, Bild: Goran Basic

Aktive Babyboomer sind brüskiert
Die vom Bund vorgenommene Definition hat bei uns aktiven, engagierten Babyboomern im Rentenalter richtiggehend Empörung ausgelöst, weil diese Einteilung unserem Selbstverständnis widerspricht. Plötzlich sind wir von allen Aktivitäten ausgeschlossen, die sonst zu unserem Alltag gehören. Die vom BAG veröffentlichten Statistiken und Empfehlungen schüren vorhandene Stigmatisierungen (auch von Jungen). Während sich Softwarefirmen seit Jahren neben Finanz- und Dienstleistungen stark auf Biotechnologie konzentrieren, leistet sich die Bundesverwaltung die händische Auswertung von Tabellen und Fragebogen, übermittelt via Faxmaschine an unterschiedliche Stellen. Man arbeitet noch wie in den 1990er Jahren, Echtzeit ist dabei ein Fremdwort. Um die Risikogruppen differenzierter zu erfassen, müsste man seitens des BAG einen Automatismus entwickeln, der massgebende Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Asthma und andere Faktoren berücksichtigt. Das Alter allein darf dabei kein Kriterium sein. Die viel gepriesene Corona-Warn-App erfordert alle paar Tage meine «manuelle» Synchronisation (öffnen der App), obwohl ich mein Smartphone nie ausschalte. Allem Anschein nach sind auch eine Mehrzahl der Testlabors nicht digital eingebunden. Mit einer zeitnahen (automatischen) Übermittlung der Testresultate steht oder fällt hingegen die Wirksamkeit solcher Massnahmen.

Strukturerhaltung und Innovation
Auf die möglichen wirtschaftliche Konsequenzen im Verhältnis zwischen Alt und Jung angesprochen findet Höpflinger, dass sozialpolitisch durchaus Konfliktpotenzial besteht. Die ältere Bevölkerung ist epidemiologisch stärker bedroht, aber durch die Renten wirtschaftlich abgesichert. Das Risiko für eine schlecht laufende Wirtschaft tragen deshalb die Jungen. Probleme sieht er auch im Zusammenleben. Es könnte sein, dass zwischen der organisierten Spasskultur und der etablierten Sinnkultur eine Kluft aufbricht. Doch dies muss nicht unbedingt zwischen Jung und Alt sein, sondern kann sich zwischen globalen und lokalen Anbietern oder zwischen Stadt und Land abspielen. Letztlich geht es um die Auseinandersetzung zwischen Strukturerhaltung und Innovation. Über digitale Kanäle wie Skype oder Zoom kann man bestehende Kontakte gut pflegen. Das gilt vor allem für Freunde im Ausland, die man normalerweise nur einmal im Jahr trifft. Schwieriger wird es, wenn die Bekanntschaften nicht so eng sind oder um neue Menschen kennenzulernen.

Kompetente Senioren sind bereit
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#178 – Gedanken für die Sommerpause

Es mangelt am Willen zu verstehen
Wenn der älteste von sieben Bundesrät*innen «nicht drauskommt» und sich öffentlich äussert, die SwissCovid-19 App auf seinem Smartphone deswegen nicht zu installieren, läuft etwas falsch. Eigentlich müsste der Strukturwandel von oben vorgelebt werden um in der breiten Bevölkerung Akzeptanz zu finden. Wir «Alten» disqualifizieren uns selbst durch ständige Ablehnung des Neuen. Es geht dabei auch nicht nur um einzelne «Verweigerer», sondern um eine «(Alters-)Kultur» der fehlenden Konzepte, Weitsicht und Strategien, als Folge von Wohlstand und lückenhafter (Weiter-)Bildung. Seit Jahrzehnten wird zum Beispiel an der IT-Struktur des Bundes «geflickt», ohne wirklichen Fortschritt. Mit der Corona-Krise wurde deutlich, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) immer noch zur Übermittlung von Excel-Tabellen auf Faxgeräte angewiesen ist. Im Jahr 2020 werden demzufolge Statistiken händisch und damit fehleranfällig ins Internet gestellt. Eine kluge Nutzung der Digitalisierung sieht anders aus. Siehe dazu auch den Beitrag von Larissa Rhyn, NZZ vom 10.Juli 2020: «Teile der öffentlichen Verwaltung sind in den 1990er Jahren stehengeblieben». Der internationale Konkurrenzdruck ist viel zu gross als dass sich die Privatwirtschaft solchen «Heimatschutz» am Arbeitsplatz leisten könnte. Daraus erklärt sich weshalb viele ältere Mitarbeitende in den vergangenen 10 Jahren ihre Stelle verloren und Leute über 50, ohne relevante Weiterbildung, arbeitslos bleiben.

Mumbai, India. Bild: © Johnny Miller Photography

Künstliche Intelligenz dank analoger Erfahrung
In ihrem Beitrag «Künstliche Intelligenz (KI): Die Corona-Krise bringt den nächsten Technologieschub» beschreibt Nicole Rütti, NZZ vom 7. Juli 2020, wie die Privatwirtschaft verstärkt auf Automatisierung setzt. Videokonferenzen, Home-Office und intelligente Assistenten: Die Corona-Krise habe zu einem Technologieschub geführt, der zu einer Umwälzung der Arbeitswelt führen werde, frohlocken Ökonomen. «Wir haben in den zurückliegenden Wochen die Digitalisierung light kennengelernt und gemerkt, dass damit neue Organisationsformen möglich sind», sagt Rafael Lalive, Professor für Arbeitsmarktökonomie und technologische Transformation an der Universität Lausanne. Roboterassistenten übernehmen immer mehr Routinearbeiten, in Krisenphasen gehen vor allem Arbeitsplätze in Berufen mit einem hohen Automatisierungspotenzial verloren. Der schon nach der Finanzkrise vor über 10 Jahren prophezeite Strukturwandel erhält nun einen weiteren Schub, auch für KMU. Bedroht sind vor allem Stellen, für die ein mittleres Qualifikationsniveau – beziehungsweise eine Lehre ohne anschliessende Weiterbildung – erforderlich ist. Ältere Mitarbeitende, mit ihrer Resistenz gegenüber digitalen Technologien, sind ebenfalls betroffen. Im Gegenzug ist der Anteil an Jobs für Hochqualifizierte in den zurückliegenden Jahren stark gestiegen. Auch aufgeschlossene und agile «Alte», dank ihrer breiten analogen Erfahrung, sind involviert bei der Umsetzung digitaler Projekte.

Sind Firmen für den nächsten Digitalisierungsschritt bereit?
Die Zurückhaltung der Firmen gegenüber der künstlichen Intelligenz scheint derzeit noch gross zu sein. Die meisten haben erst vage Vorstellungen davon, wie sich entsprechende Lösungen in profitable Geschäftsmodelle umsetzen lassen. Experten schätzen, dass sich der Anteil der Schweizer Unternehmen, die auf KI-Technologie setzen, gerade einmal im einstelligen Prozentbereich bewegt. Selbstlernende Maschinen brauchten derzeit noch zu viele Daten, verbrauchten viel Energie und verstünden im Grund nicht, was sie täten. Klar ist, dass die Diskrepanz zwischen den angeblich unbeschränkten Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und ihrem tatsächlichen Anwendungsgebiet gross ist. Insgesamt zeichnet sich eher ein Miteinander von Maschinen und Mensch ab. «Langweilige Tätigkeiten werden automatisiert, während der Mensch mehr Zeit für kreative, intellektuelle und emotionale Arbeit erhält», erläutert Rafael Lalive. Er räumt ein, dass künstliche Intelligenz derzeit wenige Arbeitsplätze verändert. Ob und in welchen Bereichen sich daraus Produktivitätsfortschritte ergeben, muss sich erst noch zeigen. Was nicht heisst, dass wir uns zurücklehnen dürfen.

Das Wissen der «Jungen» und die Erfahrung der «Alten» nutzen
In ihrem Beitrag in der NZZ vom 13.Januar 2020, beschreibt Nicole Rütti wie mangelndes Vertrauen in die Technologie und fehlende Erfahrung der Entscheidungsträger notwendige Fortschritte verhindern. Ein aktuelles Beispiel dafür ist für mich die fehlende Unterstützung der zuständigen Bundesrätin beim Ausbau des G5-Netzes. Laut einer Erhebung der Management-Consulting-Gruppe MSM Research ist für beinahe die Hälfte der Ende 2018 befragten Unternehmen in der Schweiz der konkrete Nutzen von KI-Lösungen nach wie vor nicht ersichtlich. Eine Knacknuss ist hierbei nicht zuletzt der Wissensmangel: 58% der Firmen nennen fehlendes internes Know-how (Bildungslücken) als Hemmfaktor für die Einführung von KI-Technologien – noch vor hohen Kosten (33%) oder Sicherheitsaspekten (33%). Das Thema KI in seiner ganzen Tiefe und Bandbreite sei bei der Mehrheit der Unternehmen noch nicht wirklich angekommen, stellen die Autoren etwas konsterniert fest.

Künstliche Intelligenz braucht menschliches Urteilsvermögen
Eine weitere Hürde für den Einsatz künstlicher Intelligenz sei das (auch kulturbedingte) Misstrauen der Menschen gegenüber der Technik. Wenn es zu Fehlern komme, verlören Betroffene schneller das Vertrauen in Algorithmen als in Menschen. Berater von McKinsey kamen anhand der Analyse von mehr als 2000 Arbeitstätigkeiten in über 800 Berufen zwar ebenfalls zur Erkenntnis, dass ungefähr die Hälfte der von den Arbeitnehmern ausgeführten Tätigkeiten von der Automatisierung betroffen sein könnten. Dies heisst aber nicht, dass in absehbarer Zeit ganze Berufsgruppen verschwinden werden. Wie die Experten einräumen, könnten mit den derzeitigen Technologien nur etwa 5% der Berufe vollständig automatisiert werden. Mit anderen Worten: Die Automatisierung von Routinetätigkeiten ist in vollem Gange, und sie wird sich auf die Arbeitsweise zahlreicher Berufsgruppen auswirken – vom Schweisser über den Hypothekenmakler bis hin zum CEO. Beim Erstellen von Prognosen wird die Technik des maschinellen Lernens den Menschen voraussichtlich ersetzen. Dort aber, wo menschliches Urteilsvermögen gefragt ist, ergänzt sie ihn. Überflüssig macht sie den Menschen nicht.

Kompetente Senioren denken mit
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#170 – «Alte» in der Pflicht

Das chronologische Alter ist nicht identisch mit dem biologischen
Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation verdient es, dass wir uns einmal über die Plattform «kompetenz60plus», die oft brachliegenden Kompetenzen älterer Menschen, Gedanken machen. Aus dem Netzwerk kam neulich der Einwand, dass bei «kompetenz60plus» weniger von «Alten» geschrieben werden sollte, da wir ja nicht per se alt seien. Vielmehr müssten wir die Aussenwahrnehmung begünstigen, mittels positiven Bezeichnungen wie Senioren mit Lebenserfahrung, Silberrücken, Know-How-Träger mit Erfahrung. Bei «kompetenz60plus» steht die Bezeichnung «Alte» im Sinne eines Wiedererkennungseffekts (Brand) ganz bewusst, da Euphemismen oder beschönigende Umschreibungen, genau das Gegenteil bewirken. Senioren oder Rentner gehören in der Wahrnehmung automatisch nicht mehr in den aktiven Arbeitsprozess. «Alte» Männer und Frauen sind aber durchaus fähig Einfluss zu nehmen und unsere Welt mit zu gestalten. Wir haben zwar nicht mehr das Wissen der «jungen Wilden», aber viel Erfahrung, Weisheit, Leidenschaft und Ausdauer. Wir lassen uns gerne begeistern und sind auch bereit den Jungen, auf Augenhöhe, ohne Mahnfinger und Besserwisserei, mit Rat und Tat beizustehen. Speziell in der gegenwärtigen Krise.

«Alte» packen an
Firmen stehen vor schwierigen Entscheiden bei der personellen Besetzung. Kosten müssen gespart, Doppelspurigkeiten abgebaut oder strategische Produktentscheide gefällt werden. Die Krise hat alle aufgeschobenen Entscheide von einem Tag zum Anderen schmerzlich beleuchtet. Erstaunlich ist auch, wie zwei Monate ohne neue Aufträge oder Kunden bereits Existenzängste entstehen. Wo ist hier die Erfahrung, Voraussicht und Verantwortung von uns «Alten» geblieben? Haben wir uns völlig aus dem wirtschaftlichen Geschehen verabschiedet, ohne Generationenvertrag zur Teilnahme am Erfolg der Jungen? Die Arbeitswelt 4.0 ist geprägt von einen permanenten Wandel und insbesondere, beschleunigt mit der Corona-Krise, durch die digitale Transformation. Neben Fachwissen im Umgang mit digitalen Werkzeugen ist auch Methodenkompetenz, basierend auf analoger Erfahrung von uns «Alten» gefragt. Die unternehmerische Einstellung, das Selbst-Management und unsere Kompetenz im Umgang mit diesen Veränderungen, nicht allein das Alter, entscheiden über künftige Chancen im Arbeitsmarkt und der Vergabe von Aufträgen. Unabhängig davon ob man angestellt oder selbständig tätig ist, es geht bei der Positionierung im Markt immer um den Nutzen, den Mehrwert, den man für Kunden oder Arbeitgeber schaffen kann.

Entwurf zu einem panoptischen Gefängnis von Willey Reveley, um 1791. Bild: Wikimedia Commons

Vernetzung dank Digitalisierung
Auch «Alte» haben sich über die letzten Wochen sehr gut mit den Möglichkeiten der Digitalisierung angefreundet. Sei es im Austausch mit Familie, Freiwilligenarbeit im Verein oder zur Unterstützung von KMU. Im Gastkommentar, NZZ vom 15. Mai 2020, schreiben Thomas J. Dettling und Daniel Dettling: Corona wird unsere Arbeitswelt revolutionieren – im Hinblick auf mehr Führungsintelligenz, mehr Empathie und mehr Selbstbestimmung. Dabei ist Home-Office allein noch keine neue Arbeitswelt, doch ein guter Anfang. Smarte Digitalisierung bleibt auch nach der Stunde der Not ein Gebot. Die meisten Unternehmen müssen sich deutlich mehr anstrengen und sich neu erfinden, oder sie riskieren zu verschwinden. Die Corona-Pandemie ist einer jener Schocks, welche Unternehmen zu Innovationssprüngen zwingen und treiben können, für die sie bisher zu wenig kreativ und zu wenig disruptiv waren – aus Angst vor Veränderungen. Home-Office bedeutet auch «Führen auf Distanz». Es geht um mehr Vertrauen und um neue Kompetenzen für Mitarbeiter wie Führungskräfte, um mehr Demokratie und um Fairness zwischen den Geschlechtern, auch zwischen Alt und Jung. Corona wird zu einem Beschleuniger der digitalen Transformation, es wird die Märkte nachhaltig verändern. Die eigentlichen Hürden dieser Transformation waren bisher starre Strukturen, Kompetenzlücken und Zurückhaltung auf den Führungsebenen. In der Arbeitswelt von morgen geht es um mehr Selbständigkeit, um unternehmerisches Mitgestalten und um die Entfaltung aller Potenziale. Das Grundprinzip der Digitalisierung ist Vernetzung. Unternehmen werden zu vernetzten Teams, Frauen und Männer, Junge und «Alte» mit unterschiedlichen Lebensbiografien.

Digitale Projekte zum Neuanfang
Auszug aus dem Newsletter der Boston Consulting Group, «Is Your Technology Ready for the New Digital Reality? » vom 8. Mai 2020: COVID-19 hat die dringende Notwendigkeit von Ausfallsicherheit und digitalen Fähigkeiten klar und schmerzhaft ins Rampenlicht gerückt. Unternehmen müssen mehr denn je in der Lage sein, auf plötzliche und dramatische Veränderungen zu reagieren, eine grosse Anzahl sind dazu aber noch nicht fähig. Viele digitale Projekte liefern keinen Wert. Andere stammten aus einem Geschäftsumfeld, das es nicht mehr gibt, ein regelrechter Flickenteppich. Die Zeit, um geplante IT-Projekte neu aufzusetzen ist deshalb richtig. Datenbanken müssen automatisiert und aktualisiert werden, am besten Schritt für Schritt in praktischer Teamarbeit anhand realer Projekte. Viele Unternehmen verfügen über ein Sammelsurium aus Geräten, Applikationen und dezentralen Sicherungslaufwerken, die eine Kollaboration erschweren oder gar verunmöglichen. Aus der Krise haben wir gelernt: Die Möglichkeit, jederzeit umfassend und nahtlos von zuhause weiterarbeiten zu können ist Pflicht.

Neuausrichtung von KMU
Auch das hat die Corona-Pandemie sichtbar gemacht: Unternehmen stehen teilweise auf wackeligen Füssen und die angedachte Restrukturierung darf nicht länger hinausgeschoben werden. Kurzarbeit darf nicht für «Heimatschutz» missbraucht werden. «Eine seriöse Vorbereitung und konsequente Durchführung des Generationenwechsels sind jetzt wichtiger denn je.» zitiert Corinne Remund den Unternehmer André Pahud im Beitrag über Nachfolgeregelungen in Krisenzeiten, Gewerbezeitung vom 15.Mai 2020. Ein Fünftel aller KMU suchen eine Nachfolge und dieser Wert dürfte mit der Krise eher ansteigen. Dazu Pahud: «Laut einer Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes Bisnode D&B stehen rund 13 Prozent der Unternehmen vor einem dringenden Nachfolgebedarf: Ihre Inhaber bzw. Verwaltungsräte und Gesellschafter sind über 60 Jahre alt, und sie haben die Nachfolge noch nicht oder noch nicht ausreichend an die Hand genommen.» Meist fehlt es auch an einem Branchenübergreifenden Netzwerk, oder an der realistischen Einschätzung des aktuellen Werts ihrer Firma. Der ganze Prozess bis zur Übergabe eines Unternehmens dauert in der Regel zwischen fünf und acht Jahren. Das Lösen der Nachfolge ist für kaum jemanden reine Routine: «Es gibt so viel zu überlegen, vorzubereiten, abzuklären, an die Hand zu nehmen und umzusetzen. Hinzu kommen verschiedene organisatorische, administrative, finanzielle, rechtliche und steuerliche Fragen, die professionell gelöst werden sollen. Es lohnt sich, jemanden beizuziehen, dem man – persönlich wie fachlich – vertraut.»

Leidenschaft und Erfahrung von «Alten» als Ressource
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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