Blog, Industrie 4.0

«Okay, Boomer»

«Alte als Kompass im aktuellen System?»
Auch wenn sich 99% der Empfänger meines wöchentlichen Blogs nicht zu Wort melden, weiss ich aus persönlichen Begegnungen, dass dieser positiv wahrgenommen wird. Ganz besonders freue ich mich über solche Rückmeldungen: «Guten Morgen Werner – Vielen Dank für deinen anregenden Blog-Beitrag https://kompetenz60plus.ch/schnittstelle-jung-alt/ Respekt ! In einer Welt, wo es noch keine zuverlässigen Kristallkugeln gibt, sind Kompass und Landkarten sehr wertvolle Hilfsmittel zur Orientierung :-)»

NZZ vom 13. November 2019, Bild: Anushree Fadnavis / Reuters

Das Alter ist kein valabler Kündigungsgrund
Arbeitsverträge, die dem schweizerischen Obligationenrecht (OR) unterstehen, sind relativ leicht kündbar. Ältere Arbeitnehmende allein aufgrund ihres Alters zu entlassen, wäre jedoch missbräuchlich. Arbeitgebende sind deshalb gehalten, zunächst nach alternativen Lösungen zu suchen, mit dem Ziel eine Kündigung zu vermeiden. Was jedoch, wenn sich die Älteren partout dem Dialog mit der jüngeren Generation verweigern, alles besser wissen, sicht- und spürbare Veränderungen nicht wahrhaben wollen. Die Digitalisierung ist kein Trend, sondern eine weitere industrielle Revolution, die noch am Anfang steht. Die meisten Geschäftsmodelle funktionieren sowohl physisch wie auch digital und die grosse Herausforderung liegt vorderhand darin, die beiden Seiten miteinander zu verbinden.

Berufsbilder werden verschwinden und neue entstehen
Im Interview mit Walter Hagenbüchle, NZZ vom 28.11.2019, äussert sich der Laufbahnberater Pascal Geissbühler zur Veränderung der Arbeitswelt durch künstliche Intelligenz: «Sie wird alle vorhersehbaren, linearen Tätigkeiten weiter automatisieren und uns bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Sie wird uns aber nicht komplexe Problemlösungsfertigkeiten abnehmen. Das Kreative und das Soziale bleiben vorerst menschliche Fähigkeiten. Anders gesagt: das Zuhören, Zweifeln, Improvisieren, Fragenstellen, das Entscheiden in Ungewissheit.» Er ist jedoch überzeugt, dass alle vorhersehbaren Tätigkeiten betroffen sind. Berufsbilder werden verschwinden und neue entstehen, im Bereich der neuen Technologien und vor allem an den Schnittstellen, wo Technologien auf traditionell «physische» Profile treffen. Daneben bleiben klassische Berufsbilder weiterhin im Spiel, wie etwa Coiffeur oder Koch. Also Berufe, die ein gutes Handwerk und hohe psychomotorische Kompetenzen verlangen. Neue Berufe werden rund um die Kreislaufwirtschaft, im Energiesektor oder im Zusammenhang mit Umwelt- und Migrationsfragen entstehen.

«Okay, Boomer»
Das sagen junge Leute, wenn sie ein Argument von Älteren (Babyboomern) nicht akzeptieren. Es braucht Gesprächsbereitschaft und Einsicht auf beiden Seiten. Die Optionen für uns «Alte» sind vielleicht eine Weiterentwicklung, eine Umschulung oder ein Neustart auf Augenhöhe. Dazu gehört unbedingt, unseren Willen für eine Veränderung zu signalisieren. Das aktuelle Wissen und die Energie der Jungen, gepaart mit unserer Erfahrung soll uns antreiben, zusammen im Team weiterhin die Zukunft gestalten.

Persönliche Standortbestimmung
Die persönliche Standortbestimmung muss folgende Fragen klären: Was sind meine spezifischen Bedürfnisse und Motivatoren? Welche Stärken kann ich unter Beweis stellen, die sich auf andere Tätigkeiten übertragen lassen? Worin kann ich mich weiterbilden? Dazu gehört auch die Frage: Was ist mein Netzwerk, welche direkten und indirekten Kontakte bestehen? Die gute Nachricht ist, dass auch eine digitalisierte Berufswelt uns «Alte» mit unseren Erfahrungen braucht. Der Kompass hat noch nicht ausgedient.

Kompetente «Alte» gesucht
Zwar fehlt uns vielleicht das Wissen zum aktuellen Stand der Technik, doch dank unserer (Lebens-)Erfahrung sollten wir uns aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen. Auf Augenhöhe mit den Jungen und einer gewissen Bescheidenheit, ohne Besserwisserei. Genaueres zur Plattform «kompetenz60plus.ch» erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

Unternehmenswert? – Ideen mit Sprengkraft

Der Wert eines Unternehmens
Berater klammern sich an Hilfsmittel wie Tabellen, check-up Listen oder den rechtlichen Mantel einer Firma zu deren Evaluation. Sie hoffen damit zum Beispiel den (fiktiven) Verkaufswert im Rahmen einer Nachfolgelösung zu eruieren. Dabei handelt es sich immer um «Zeitfenster» die sich mit der Vergangenheit befassen. Was aber bringt die Zukunft eines Unternehmens. Sind Potenzial für Innovation, digitale Transformation und zeitgemässe Vertriebskanäle oder ein Netzwerk von möglichen (jüngeren) Kunden vorhanden? Oder geht es lediglich um die Übernahme von Mobiliar und Maschinenpark, allenfalls Immobilienbesitz. Für die langfristigen Wachstumsaussichten sind Innovationskraft, Humankapital, Anpassungsfähigkeit und Agilität zentral.

Kompetente und kreative «Alte» helfen weiter
Im Gespräch mit Schlüsselpersonen, einem Rundgang durch die Produktion und mittels Stichproben der Buchhaltung finden sich die wichtigen Antworten schnell. Unmittelbar spürt man den Stolz und das «Feuer» der Besitzer, die Unternehmenskultur und die Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum. Man erfährt deren Einstellung zur Nachwuchsförderung gepaart mit dem Glauben an die Zukunft. Als ehemalige Unternehmer erkennen wir Schwachstellen schnell und finden, wenn angebracht, in unserem Netzwerk entsprechende Kontakte die weiterhelfen. Weitere Gedanken zur Firmenkultur und der Begegnung auf Augenhöhe in meinem Blogbeitrag vom 7. Oktober 2018: «Alte» Werte, neue Ziele – Ideen mit Sprengkraft. Das folgende Beispiel aus Grossbritannien beschreibt ein (Ideal-)Modell wie es auch in der Schweiz zur Anwendung kommen könnte.

Sir James Dyson, Bild: Heathcliff O’Malley / Dyson, NZZ

Sir James Dyson, 71 ist immer noch äusserst aktiv unterwegs
Dyson steigt ins Elektroauto-Geschäft ein: «Wir gehen die Sache anders an als Tesla» war der Titel zum Interview von Jürg Meier, NZZ vom 13.10.2018. Der 71-jährige Brite wurde mit seinem beutellosen Staubsauger weltberühmt. Bekannt sind auch sein Händetrockner, Ventilator und sein Haarföhn. Dyson ist verheiratet und hat drei Kinder. Laut «Forbes» gehört er zu den tausend reichsten Menschen auf der Welt. Seine Entwicklungen, die Hunderte von Millionen Pfund kosten, finanziert er ohne Investoren. Aktuell treibt er verschiedene Technologien voran. Darunter Robotik, insbesondere mit Bildsystemen, oder die Entwicklung einer Feststoffbatterie, als Alternative zu den heute üblichen Lösungen, an der das Unternehmen seit sieben Jahren forscht.

Ingenieurmangel – auch in der Schweiz
Dyson erwähnt einen Engpass beim Erfinden. Und dieser macht ihm offensichtlich grosse Sorgen. «Uns fehlen Ingenieurinnen und Ingenieure», sagt er. Er brauche heute Experten aus fünfmal mehr Wissensgebieten als noch vor 25 Jahren, als er mit seinem Unternehmen anfing. Seine Ingenieure müssen heute über Software, Elektronik, Bildanalyse und vieles andere mehr Bescheid wissen. «Es ist sehr traurig, aber Europa verliert seine Ingenieurskultur», sagt er. «Die Leute wollen heute nicht mehr Ingenieur sein oder Dinge herstellen.» Um wieder mehr Ingenieure zu finden, hat Dyson auf seinem Firmengelände eine eigene Universität aufgebaut. Die Studierenden treten mit 17 oder 18 ein und haben eine Sechstagewoche, drei Tage Arbeit im Betrieb und drei Tage Studium.

Rekrutierung der besten Talente ein Dauerthema
Dazu auch NZZ-Standpunkte (Video 49:39): «Was die Schweiz vom amerikanischen Bildungssystem lernen kann» 14. Oktober 2018. Martin Vetterli, Präsident der ETH Lausanne, spricht er über die Vorzüge des amerikanischen Bildungssystems und die Notwendigkeit zur Offenheit.

Junggeblieben «Alte» Ingenieure, Architekten und Kreative sind gefragt
Anstatt fähige Leute in Zwangspension zu schicken, muss unser System überdenkt werden. Es macht keinen Sinn, vorhandenes Wissen und Erfahrung verkümmern zu lassen weil jemand die vom Bund festgelegte Alterslimite überschritten hat. Viele von uns «Alten» haben den Willen weiterhin zu arbeiten, mit zu Gestalten, Einfluss zu nehmen und Fragen zu stellen. Zu günstigen Konditionen stehen wir auch im Rahmen eines Zwischenmandats zur Verfügung. Unsere Leidenschaft für eine Sache und ein Höchstmass an Begeisterungsfähigkeit und Erfolgsorientierung ist gepaart mit der notwendigen Geschicklichkeit und Ausdauer.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform «von uns. für uns.»
Wir «Alten» verfügen als Partner im Team über einen altersbedingten Wissensvorsprung und viel Lebenserfahrung. Als Konsumenten sind wir Vertreter eines stark wachsenden Marktpotenzials und kennen unsere Bedürfnisse aus erster Hand. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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