Blog, Industrie 4.0

Digitalberater, die neuen «Konsulenten»

Beratungsresistente Berater
Laut einem Bericht von Philipp Albrecht, BILANZ vom 15. März 2018, ist die Schweizer Wirtschaft an einem heiklen Punkt angelangt. Die Nachfrage nach Digitalberatern ist gegenwärtig grösser als das Angebot. Das hat einen Nährboden für Scharlatane geschaffen. Digitale Blender. Sie profitieren von der Unwissenheit der Entscheidungsträger in Unternehmen und drehen ihnen unnütze Ideen und Produkte an. Lästig sind vor allem die Befragungen von Firmen zum Thema digitale Transformation, obwohl auf beiden Seiten oft nicht einmal klar ist, was denn genau transformiert werden soll. Acht von zehn KMUs bestehen aus weniger als fünf Angestellten. Der Chef/Patron oder die Besitzerin sind im Schnitt 50-jährig und keine «digital natives». Weil intern kein Know-how vorhanden zu sein scheint, greift man eben auf einen externen Berater zurück.

Wandel beginnt im Kopf
Zu spät merkt man dabei, dass diese selbst nicht besonders digital affin sind und in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld oft mangels Weiterbildung wegrationalisiert wurden. Der Trendforscher David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) sagt dazu: «Berater werden immer mehr, und sie wollen überleben, also klebt man eifrig neue Etiketten auf alte Ideen – aus altem Change Management wird nun plötzlich Digital Transformation, und selbstverständlich ist man ein Experte dafür.» Firmen die etwas weiterdenken, besetzen deshalb den Verwaltungsrat mit entsprechendem Know-how, was langfristig mehr bringen wird als externer Rat. Wie sagt man so schön im Silicon Valley: «If you want to get on board with digital you have to get digital on your board».

Das One Person Cinema von Hannes Oswald, Sebastian Stich, Christoph Junk und Jürgen Strauss setzt die technischen und ästhetischen Potenziale der heute verfügbaren Bild- und Tonwiedergabe räumlich um. Architekturforum Zürich, März 2018, Bild: One Person Cinema

Emotionale Intelligenz
Zwei Drittel der Schweizer KMU-Betriebe sind Einzelunternehmen, also weder AG noch GmbH oder Genossenschaft. Coiffeure, Sanitärinstallateure, Steuerberater, Maler, Optiker, Wirte, Fahrlehrer oder Reinigungsfirmen brauchen keine «Digitalstrategie». Auf Englisch sagen wir: «It’s a poor craftsman that blames his tools» oder, die Werkzeuge für den Mangel am Erfolg verantwortlich zu machen ist eine billige Ausrede. Eine übersichtliche Website, eine erkennbare E-Mail-Adresse und eine Excel-Tabelle für die Buchhaltung reichen längst als digitales Rüstzeug. Das schaffen diese auch ohne Berater, und es kostet sie unter Umständen keinen Rappen.

Steile Hierarchien schaden dem Erfolg
Die Geschäftsleitung weiss oftmals nicht, was man intern alles selber machen könnte und so sichert man sich mit Beratern ab. Wenn dann grosse Projekte scheitern, hat man schliesslich alles unternommen und sogar externen Expertenrat eingeholt. Digitalisierung bedeutet, durch den Abbau von Hierarchien eine Unternehmenskultur zu schaffen, welche vorhandene Barrieren beseitigt und auf Transparenz und Arbeitsteilung setzt. Eine Diskussion auf Augenhöhe soll wieder möglich sein. KMU’s müssten die eigenen Digitalisierungsprozesse zügiger vorantreiben, bevor sie ihr Beratungsmandat ausbauen.

Die kommen schon zurecht.
Der «Tages-Anzeiger» fragte vor ein paar Monaten beim Dachverband Economiesuisse nach, wie man sich erkläre, warum sich die hiesigen Firmen kaum um die Digitalisierung kümmerten. Die erfrischend nüchterne Antwort: Wenn Unternehmen die Sache nicht als Hype oder Gefahr sähen, so liege das wohl daran, «dass sie selbst längst Teil dieses digitalen Wandels geworden sind». Es sind veraltete Mechanismen, die heute eigentlich nicht mehr ziehen. Streng genommen ist Digitalisierung nichts anderes als der Versuch, Vernetzung zu perfektionieren. Als Themen eignen sich zum Beispiel aktuelle Überlegungen zur Ökologie, Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz.

Vernetzung ermöglicht Wachstum
Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu einem Sparing-Partner mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihres gewohnten Umfelds. kompetenz60plus.ch ist ein Projekt «von uns. für uns.» Ziel ist ein Sammelbecken (Kompetenzpool) von Gleichgesinnten welche ohne Leistungsdruck auf Ihre Anliegen eingehen und Sie gegebenenfalls mit einem Netzwerk von innovativen Unternehmen bekannt machen können. Registrieren Sie Ihr KMU noch heute kostenlos und geben Sie dem Projekt eine Chance.

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

Industrie 4.0

KMU’s stärken – «Alte» helfen dabei!

(Text Christoph Meili, CEO Company Factory AG, redigiert von WKR)

Wandel als grosse Herausforderung
Strategien und Konzepte gibt es viele und sie sind schnell gemacht. Die meisten scheitern bei der Umsetzung. Aktuell noch gut funktionierende Geschäftsmodelle vieler KMU’s werden durch die Digitalisierung, Internationalisierung und mit dem Markteintritt von Mitbewerbern starke Veränderungen erfahren. Es droht ein substanzieller Verlust von Arbeitsplätzen, oder gar die Schliessung nicht mehr rentabler Betriebe. Das muss nicht sein.

Coworking, Foto: Getty-Images, TA 08032018

Team Company Factory AG sind keine Konzeptberater
Company Factory AG macht die Schweizer KMU’s zu Gewinnern der digitalen Transformation und leistet dadurch einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Schweiz als Wirtschaftsstandort. Company Factory AG  helfen KMU’s Themen sowohl strategisch als auch operativ nachhaltig zu adressieren. Der Mehrwert der Beratung liegt deshalb in der Umsetzung, welche oftmals weder durch spezialisierte Firmen noch durch Berater erfolgreich vollzogen wird. Auch fehlen in vielen KMU’s entweder die Zeit, die Fachkompetenz oder die finanziellen Ressourcen, um mit offensichtlichen Veränderung Schritt zu halten.

«Während fünf Jahren haben wir fast 1’000 neue Ideen für teilweise inkrementelle, teilweise radikale Innovationen mit externer Unterstützung entwickelt. Sobald wir die Themen aber wieder ins operative Geschäft überführt haben, verliefen sich die Projekte. Es braucht deshalb neue Wege, wie aus Ideen Geschäfte werden.»
Roberto Vetrano, Geschäftsführer & Inhaber Bodenschatz AG, Allschwil BL / Co-Founder Company Factory AG, Winterthur ZH

Duale Transformation
Daraus entstand die Erkenntnis, dass die oftmals notwendige radikale Transformation innerhalb der bestehenden Organisation nahezu unmöglich ist und wir sprechen von der dualen Transformation. Bildlich ausgedrückt wird um das Mutterschiff ein Heer von kleinen Schnellbooten gebaut. Wesentlich für die duale Transformation ist der Fokus auf die Stärken eines Unternehmens. Konsequent umgesetzt bedeutet dies, dass die Entwicklung der neuen Idee in einem ersten Schritt getrennt vom Tagesgeschäft funktionieren muss. Damit werden auch «Störungen» im eingespielten Team vermieden.

Ein möglicher Lösungsansatz, mit Experten
Es gilt die Fähigkeiten von KMU’s zu nutzen und die Arbeitsweise, «Unbekümmertheit» und den Mut von Jungunternehmerinnen und Unternehmern mit den Erfahrungen von erprobten Patrons oder Managern zu kombinieren.

Dazu wurde im Herbst 2017 aus der Firma Bodenschatz AG – einem mittelständischen Unternehmen der Sanitärbranche – die Company Factory AG gegründet. Ein Team aus Unternehmerinnen und Unternehmern, jungen Personen aus dem Startup-Umfeld in Kombination mit einem breiten, interdisziplinären Netzwerk an Experten mit dem Ziel, KMU’s zu Gewinnern der Transformation zu machen. Das Vorgehen orientiert sich stark an der Lean-Startup-Methodik in Kombination mit einem Verständnis von Netzwerkökonomie.

Company Factory AG, Vorgehensweise
Im Bereich Company «Building» werden in unternehmerischen Modellen neue Geschäfte für KMU’s identifiziert. Der Start erfolgt in einer zeitlich komprimierten Pilotphase mit klar definierten Zielgrössen. Nach Erreichen der Ziele folgt unmittelbar die Gründung einer neuen Gesellschaft mit einem neue Team aus jungen und unternehmerisch denkenden Personen. Damit wird versucht innert kurzer Zeit ein «rentables» Geschäft zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit Dritten erfolgt im Rahmen von Coaching, im Auftragsverhältnis oder mittels einem Joint Venture.

«Buckster» Prototyp: Marc Willhaus, Jan Sturm and François Glur

Wir gestalten unsere Zukunft
Die Transformation und die Erkenntnis der Notwendigkeit etwas zu verändern, ist oftmals mit vielen Unsicherheiten verbunden. Die Erfahrungen aus den Prozessen mit verschiedenen KMU’s zeigen, dass der Wissensaustausch in Form von Beratungsmandaten einerseits in der Schärfung der strategischen Transformationssuchfelder andererseits aber auch in der Optimierung des Kerngeschäfts einen signifikanten Mehrwert bringt. Diese Fragestellungen sind für KMU’s zentral: Wie erfolgt die Transformation von einem analogen hin zu einem digitalen Geschäftsmodell? Wie integriert man Marktplätze wie Amazon in die eigene Vertriebsstrategie? Wie wird heutigen und zukünftigen Kunden durch die Bündelung von Produkten und Services in Lösungspakete ein Mehrwert geboten?

Fallstudie «Buckster Compost»
Innerhalb einer Woche hat eine Gruppe studierender Ingenieure der HSR Hochschule für Technik Rapperswil eine Lösung für den Kompost-Eimer in der Küche erarbeitet. Nach 5 Tagen war ein funktionsfähiger Prototyp entwickelt, nach 10 Tagen stand die gesamte Vermarktung und nach 15 Tagen wurde Geld auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter gesammelt. Möchten Sie mehr über das Projekt wissen? www.buckstercompost.com

Das Ökosystem
Nach dem Motto «Do what you are best at – link to the rest» sucht Company Factory AG nicht nur hervorragende und unternehmerisch denkende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern baut dynamisch ein relevantes Netzwerk aus. Geleitet vom Grundgedanken der Inklusion, versucht Company Factory AG gemeinsam mit ihren Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen, für KMU’s einen einfachen Zugang zu Fachexperten zu ermöglichen.

Wissenstransfer – Austausch auf Augenhöhe
Für ältere Menschen mit dem Wunsch weiterhin aktiv am Wirtschaftsleben als Coach, Mentor oder Experte teilhaben zu wollen, ohne Zwang zur Mitgliedschaft in festgefahrenen Vereinsstrukturen, entsteht hier die Plattform kompetenz60plus.ch «von uns. für uns.». Die Nutzung der Plattform ist, wie so vieles im Internet, kostenlos und leicht zugänglich. Vertragliche Vereinbarungen werden direkt zwischen den Parteien ausgehandelt.

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

Industrie 4.0

Company Factory AG «Sprint Week 2018»

Ideation-Workshop
An diesem kalten und verschneiten Montagmorgen trafen wir uns zum «Ideation-Workshop» in den Räumlichkeiten der ZHAW in den alten Sulzer Fabrikhallen in Winterhur. Zwei Teams von Studierenden der Hochschule für Technik Rapperswil und der Berner Fachhochschule Biel, sowie sieben «Experten» aus Industrie und Wirtschaft beschäftigen sich während einer Woche mit «Innovations-beschleunigung».

Lagebesprechung, Bild: Maria Villanueva

Industrieübergreifender Ansatz
Zum Auftakt dieses «Cross-Industry» Workshops stellten die Teams ihre Projektideen vor und wurden dazu von den Experten befragt. Mittels Brainstorming generierte man Storyboards welche als Ausgangspunkt für die Vertiefung der Themen dienen sollen. Während sieben Tagen werden die Teilnehmenden kritische Fragen zu ihren Projekten beantworten, entwerfen, Prototypen erstellen und ihre Ideen an Kunden testen. Ziel ist es, die Arbeit von (üblicherweise) Monaten auf eine Woche zu komprimieren. Die Company Factory AG als Sponsor führt die Teilnehmenden durch jeden Schritt: Vom Start bis zur Abschlusspräsentation mit Apéro am Freitagabend.

Brainstorming, Bild: Maria Villanueva

Wettlauf gegen die Zeit
Darüber hinaus bieten die Experten in den Bereichen Design, Marketing, Business und Technologie ihre Unterstützung an. Jedes Team erhält damit die Möglichkeit, auf spezifische und projektrelevante Fragen Antworten zu erhalten. Zusätzlich tragen die Studierenden ihre Idee auf die Strasse, um diese den potenziellen Kunden schmackhaft zu machen. Zweifellos ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Strategie und Geschicklichkeit der Schlüssel zum Erfolg sind. Am Ende der Woche werden die Teilnehmenden eine Reise in die Zukunft gemacht haben: Sie werden einen fertigen Prototypen und das Resultat der Reaktionen ihrer zukünftigen Kunden präsentieren können.

3d Drucker und Lasercutter zur Herstellung von Prototypen stehen bereit, Bild: Maria Villanueva

Innovationsbeschleunigung
Beim Sprint werden die endlosen Diskussionszyklen um (vielleicht) Monate verkürzt und in einer einzigen Woche zusammengefasst. Dieses Beschleunigungs- und Gedanken-Design wird von Company Factory AG unterstützt. Die Strategie führt (im Idealfall) zu einem Produkt oder einer Dienstleistung für eine bestimmte Konsumentengruppe um damit ein erkanntes Problem zu lösen und einen (kurzfristigen) Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erreichen. Beeindruckend war der Enthusiasmus der Teilnehmenden aus verschiedensten Studienrichtungen, verschiedenen Nationen und Sprachen mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen. Die vorgeschlagenen Projekte, auf die ich nicht näher eingehen darf haben gezeigt, dass die Herausforderung in erster Linie im Marketing besteht, welches mit gutem Design unterstützt wird. Wir sind alle gespannt auf die Resultate. Video (2:18 Minuten) Company Factory Sprint Week. Tag 1 auf youtube.com

Werner K. Rüegger, werner@kompetenz60plus.ch
12. Februar 2018