Blog, Industrie 4.0

#159 – Das Leben beginnt mit 80!

In Presse und Politik werden wir «Alten» nur allzu oft auf rein numerische Faktoren reduziert und Stereotypen zum Alter werden munter weiterverbreitet. Dabei machen 60-Jährige Dinge, die früher den 40-Jährigen vorbehalten waren. Es ist nicht mehr überraschend, von Menschen in den Achtzigern zu hören, die noch produktiv arbeiten. Ein Beispiel dafür sind die «noch verbleibenden Alten» kandidierenden Demokraten bei den Vorwahlen zur Präsidentschaft in den USA.

Mythen über das Altern
In einer Studie, publiziert in Dailymail online vom 2. März 2020 erreichen, laut dem Neurowissenschafter Dr. Daniel Levitin, die Menschen mit 82 Jahren ihr glücklichstes Alter und Teile des Gehirns verbessern sich sogar mit zunehmendem Alter. Dr. Levitin führte die Studie durch, um Mythen über das Altern zu zerstören, einschliesslich Gedächtnisverlust und Schwierigkeiten beim Erlernen neuer Fähigkeiten. Die Forschung war Teil für sein neues Buch «The Changing Mind: Ein Leitfaden für Neurowissenschafter zum Altern». Levitin sagt im Interview: «Die Neurowissenschaften haben in den letzten zehn Jahren festgestellt, dass unser Gedächtnis mit zunehmendem Alter nicht unbedingt beeinträchtigt wird». Ein weiterer grosser Mythos ist, dass ältere Erwachsene depressiv sind. Das durchschnittliche Höchstalter für Glück in 72 Ländern liegt jedoch bei 82 Jahren, und Levitin denkt, wir können das mittels Altersmedizin noch um zehn Jahre hinausschieben. Die Mehrheit von uns «Alten» wird einfühlsamer und ist besser gerüstet für die Bewältigung von Herausforderungen im Leben – sowohl für uns selbst als auch für andere.

Architekt Dayong Sun, 2020 Penda China, «Be a Batman», Schutz vor Coronavirus mit UV-Strahlen

Ein kleines Gespräch von zehn Sekunden hier und da
Der Wissenschafter Daniel Levitin arbeitete im Rahmen seiner Forschungen auch mit hochkarätigen Mitgliedern der älteren Gemeinschaft zusammen, darunter Clint Eastwood (89), der Dalai Lama (84) und Stevie Wonder (69). Clint Eastwoods’ Geheimnis für das Glück im Alter ist, dass er den alten Mann einfach aussen vor lässt. Der Dalai Lama, sagte Levitin, sei einer der glücklichsten Menschen der viel lacht. Er hat 125 Bücher veröffentlicht – eines davon im letzten Jahr. Ganz allgemein darf man sich nicht zurückziehen um sicherzustellen, dass unser Geist durch etwas Sinnvolles angeregt wird. Wir müssen neue Dinge ausprobieren, um die kognitive Aktivität zu fördern, dazu gehört natürlich, den sozialen Kreis laufend neu zu pflegen. Selbst der kürzeste Kontakt mit Fremden jeden Tag ist für den Geist von Vorteil, da solche Treffen jeden Teil des Gehirns einbeziehen, wie die Entschlüsselung von Gesichtsbewegungen, Sprache und Tonfall bis hin zu dem, wie man auf einen Fremden reagiert und sich ihm präsentiert.

Intelligenz, Erfahrung, Weisheit
Stimmungsstörungen, Angstzustände und Verhaltensprobleme nehmen nach 60 ab, und das spätere Auftreten dieser Regungen ist sehr selten. Bei gewissen Formen der mentalen Verarbeitung werden wir besser – und schneller. Beispielsweise verbessert sich das abstrakte Denken mit zunehmendem Alter. Dies ist die Art der Verarbeitung, die den mathematischen Fähigkeiten, der Sprache und der Problemlösung zugrunde liegt und in höheren Gehirnzentren stattfindet. Das gilt auch für die praktische Intelligenz, die nach 50 oder 60 ansteigt. Traditionell nannte man diese Art der mentalen Verarbeitung Weisheit. Unter neurokognitiven Gesichtspunkten ist Weisheit die Fähigkeit, Muster zu erkennen, in denen andere nicht zu erkennen sind, verallgemeinerte gemeinsame Punkte aus früheren Erfahrungen zu extrahieren und diese zu verwenden, um vorherzusagen, was als nächstes wahrscheinlich passieren wird. Und was ist Intelligenz, wenn nicht das?

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» Frauen und Männer im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
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70 ist das neue 30

Engagierte «Alte»
Am Werkstattgespräch eines Startup-Unternehmens im Softwarebereich von letzter Woche durfte ich zu meiner Freude feststellen, dass man sich als älterer Teilnehmer, auf Augenhöhe mit den Jungen, sehr wohl in die Diskussion einbringen kann. Auch wenn unser Wissen nach einiger Zeit nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik ist, bleibt unsere gemachte Erfahrung ein verlässlicher Kompass. Man spricht über Visionen und hat den Willen mit zu Gestalten. In Presse und Politik werden wir «Alten» dagegen nur allzu oft auf rein numerische Faktoren reduziert und Stereotypen zum Alter werden munter weiterverbreitet. Dabei machen 60-Jährige Dinge, die früher den 40-Jährigen vorbehalten waren. Es ist nicht mehr überraschend, von Menschen in den Achtzigern zu hören, die noch produktiv arbeiten. Ein Beispiel dafür sind die «Alten» kandidierenden bei den Vorwahlen zur Präsidentschaft in den USA.

Belvoirpark Zürich, 9. Februar 2020

Vergesslichkeit
Seit mehr als 25 Jahren versucht Dr. Daniel Levitin, Neurowissenschafter, Kognitionspsychologe und Autor von Büchern, die Gehirnforschung für die Öffentlichkeit zu übersetzen. Im Alter von 62 Jahren schlüpfe er in die Klammer älterer Erwachsener und lenkte seine Aufmerksamkeit in seinem neuen Buch auf die Neurowissenschaften des Alterns. Dazu auszugsweise der Beitrag in
Daily Mail Online vom 10. Februar 2020, adaptiert von Alison Roberts aus «The Changing Mind: A Neuroscientist’s Guide To Ageing Well», von Dr. Daniel Levitin © 2020. Zwar sind 80-Jährige physisch nicht mit 30-Jährigen identisch. Aber mental haben sie deutliche Vorteile: Impulskontrolle, die Fähigkeit, Befriedigung zu verzögern, mit anderen auszukommen und Entscheidungen zu treffen. Auch der Unterschied zwischen einem Kurzzeitgedächtnisverlust bei einem 70-Jährigen und einem bei einem 20-Jährigen ist nicht das, was wir denken. Auch junge Studierende machen Kurzzeitgedächtnisfehler. Sie gehen in das falsche Klassenzimmer, erscheinen ohne Bleistift zur Prüfung oder vergessen etwas, was vor zwei Minuten gelehrt wurde. Dies ähnelt dem, was 70-Jährige tun.

Gedächtnisschwund
Die Neurowissenschafterin, Deborah Burke, vom Projekt über Kognition und Altern am Pomona College, Kalifornien, stellte fest, dass die Abnahme der Wiedergewinnung einzelner Wörter bei älteren Erwachsenen ein Nebenprodukt der Atrophie in der linken Gehirnhälfte ist, die Region die mit der phonologischen Speicherung des Wortes zusammenhängt. Das heisst, wir vergessen das Wort selbst nicht, nur den Klang – deshalb fühlt es sich so an, als ob es auf der Zungenspitze wäre. Wenn jemand anders das richtige Wort einsetzt, erkennen wir es sofort. Das passiert nicht, wenn wir etwas wirklich vergessen. Der adulte Hippocampus, ein Teil des Gehirns, der für die Speicherung und Wiederherstellung des Gedächtnisses von entscheidender Bedeutung ist, bringt durchschnittlich 700 neue Neuronen pro Tag hervor, und bei normalem Altern scheint es keinen Rückgang dieser Zahl zu geben.

Intelligenz
Stimmungsstörungen, Angstzustände und Verhaltensprobleme nehmen nach 60 ab, und das Auftreten dieser Probleme nach diesem Alter ist sehr selten. Der Sänger und Dichter Leonard Cohen zum Beispiel war erstaunt, dass seine chronische Depression, gegen die keine Medikamente eingesetzt werden konnten, in den Siebzigern verschwand. Bei gewissen Formen der mentalen Verarbeitung werden wir besser – und schneller. Beispielsweise verbessert sich das abstrakte Denken mit zunehmendem Alter. Dies ist die Art der Verarbeitung, die den mathematischen Fähigkeiten, der Sprache und der Problemlösung zugrunde liegt und in höheren Gehirnzentren stattfindet. Das gilt auch für die praktische Intelligenz, die nach 50 oder 60 ansteigt. Traditionell nannte man diese Art der mentalen Verarbeitung Weisheit. Unter neurokognitiven Gesichtspunkten ist Weisheit die Fähigkeit, Muster zu erkennen, in denen andere nicht zu erkennen sind, verallgemeinerte gemeinsame Punkte aus früheren Erfahrungen zu extrahieren und diese zu verwenden, um vorherzusagen, was als nächstes wahrscheinlich passieren wird. Und was ist Intelligenz, wenn nicht das?

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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Ein Projekt «von uns. für uns.»
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