Blog, Industrie 4.0

#179 – Arbeit und Lohn

Was nichts kostet ist nichts wert?
In der Schweiz wären ältere Mitmenschen durchaus in der Lage, eine gute Gesundheit vorausgesetzt, auch ausserhalb ihres angestammten «Berufs» weiterhin tätig zu sein, zum Beispiel als Sparringspartner im Team mit Jüngeren. Nicht das biologische Alter, Standesdünkel oder bei finanzieller Unabhängigkeit die Honorierung, sollen den Entscheid beeinflussen. Wichtig ist vielmehr der Wille sich weiterzubilden und seine Offenheit für Neues. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag des Tages-Anzeigers vom 13. Juli 2020: Überalterung in Asien – In Japan müssen die Rentner ran. Seniorinnen und Senioren sind dort gefragte Arbeitskräfte, denn in Zeiten des Fachkräftemangels braucht es jeden Kopf und jede Hand. Die Erfahrung mit der Plattform «kompetenz60plus» zeigt jedoch, wie wir «Alten» in der Schweiz den Job mehrheitlich noch mit einem Diplom oder einem erlernten Beruf mit entsprechender Entlöhnung gleichsetzen. Obwohl der eigene Lebenslauf das Abbild einer sich schnell verändernden Vergangenheit darstellt, definieren wir uns vielfach über unseren (einstigen) Status. Klammern wir uns also aus falscher Angst um die eigene Existenz an bewährte Muster und verkennen dabei alternative Beschäftigungen als willkommenen Befreiungsschlag für ein erfülltes Leben im Alter?

Nachdenken über den Wert von Arbeit
Im Interview von Philipp Loser und Christian Zürcher, Tages-Anzeiger vom 23. Juli 2020, mit der Zukunftsforscherin Karin Frick, Geschäftsleitung GDI Gottlieb Duttweiler Institut, mit dem Titel: «Wer wird denn heute noch tatsächlich für seine Arbeit bezahlt?» macht sich Frau Frick Gedanken zum Thema. Schon im Alter von 15 oder 16 Jahren, nach der (viel zu kurzen) Grundschule, müssen sich 80% der hiesigen Teenager bereits für einen möglichst zukunftsträchtigen Beruf entscheiden. Karin Frick fragt sich deshalb: Ist ein Job überhaupt noch die richtige Kategorie? Können wir uns nicht davon befreien, statt uns ewig daran festzuhalten? Viele Jobs machen wir nicht gerne, wir machen sie nur des Geldes wegen. Sie findet: Wir müssen Arbeit und Lohn entkoppeln – dann werden wir alle viel entspannter – und können uns auf Aufgaben konzentrieren, die uns wirklich interessieren.

EINBLICKE: «Holzverbindungen – Ausdruck tektonischer Kultur», Ausstellung bis 11. September 2020 in der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich. Bild: WKR

Roboterluxuskapitalismus
Schon heute kann man viele Dinge automatisieren, Routinejobs, die sich relativ einfach in kleinere Schritte zerlegen lassen, weiss Karin Frick. Als junger Mensch sucht man natürlich eine Perspektive; etwas, das man gerne macht und nicht einfach nur zum Geldverdienen. Junge haben höhere Ambitionen, und es gibt sehr viele ungelöste Probleme: Produkte, die ersetzt und neu erfunden werden müssen. Kommt hinzu: Zuerst muss ja jemand all die Roboter bauen. Die Implementation dieser neuen Technik braucht extrem viel Kopfarbeit und Verständnis. Ist das erst einmal geschafft, wird es darum gehen, sich selber eine neue Aufgabe zu suchen. Jede neue Antwort bringt in der Regel auch mindestens zwei neue Fragen hervor. Neue Erkenntnisse über das menschliche Immunsystem eröffnen neue Perspektiven für bessere Behandlungsmöglichkeiten, stellen aber gleichzeitig viele neue Fragen, an die bisher noch niemand gedacht hat. Klar ist: Aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive wird Arbeitskraft als Produktionsfaktor immer unbedeutender und Kapital und Technik/Wissen immer wichtiger.

Kurzarbeit oder Grundeinkommen
Heute ist Arbeit eine Religion, konstatiert Karin Frick. Arbeit gibt Status, Identität. Wenn die Leute ihren Vater beschreiben, dann wird zuerst sein Job genannt. Bei der Mutter heisst es dann, sie sei nur Hausfrau. Das müssen wir brechen. Viele Menschen können sich bestens beschäftigen, auch ohne Erwerbsarbeit. Das gilt für gut ausgebildete Leute in gehobenen Positionen, und das gilt für Menschen, die heute in Routinejobs arbeiten. Wer wird denn heute noch – im Kontext der Kurzarbeit – tatsächlich für seine Arbeit bezahlt? Im Fokus steht das Modell des Grundeinkommens. Im Grunde: Was heisst ein gutes Leben? Was bedeutet Wohlstand, wenn alle Grundbedürfnisse gedeckt sind? Wenn wir uns in der Gesellschaft nicht mehr über den Beruf definieren würden, würden wir vielleicht alle sehr entspannt, ohne den Stress bedingt durch die Vergleichbarkeit. Die Corona-Krise zeigte uns den Weg. Alles, was im Forschungsfeld des GDI zum Teil seit Jahrzehnten Thema ist, wurde plötzlich Realität. Homeoffice, Onlineshopping, Telemedizin. Ganz simple Fragen werden neu gestellt: Warum gehen wir eigentlich ins Büro? Wieso ist das überhaupt nötig? Oft: gar nicht. Dabei wäre die Aufgabe des Staates eigentlich die Entkoppelung von Job und Einkommen institutionell zu begleiten. Im Moment zerfällt vieles, verändert sich, verschiebt sich. Das ist eine grosse Aufgabe – für uns alle sagt Karin Frick.

Kassiererin oder Manager
Es gibt einfach Jobs, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man schaut, dass sich ein fairer, anständiger Onlinehandel entwickelt, bei dem auch wieder jene Leute gebraucht werden, die heute an der Kasse arbeiten. Oder man stellt fest, dass gewisse Branchen Heimatschutz verdienen und entsprechend mit Subventionen gestützt werden müssen. Auch der Job der Manager steht auf dem Spiel. Einen Grossteil von ihnen wird es nicht mehr brauchen, denn ein Management-Job besteht im Grundsatz darin, Ressourcen zu verteilen. Das kann eine Maschine viel besser. Gerade bei Managern hängt jedoch sehr viel Identität am Beruf, weil auch die Ausbildung länger dauert, sagt Frick. Wie man mit dieser gefährdeten Spezies umgeht, wird tatsächlich zur Herausforderung. Je mehr Routinearbeiten automatisiert werden, umso weniger Arbeitskräfte müssen gemanagt werden. Eine Flotte von selbstfahrenden Fahrzeugen braucht höchstens einen Flotten-Manager für den Unterhalt.

Die Erfahrung von uns «Alten»
Die Krise zeigt auch, dass ältere Mitmenschen oft viel weniger Mühe haben, sich mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren. Anstatt zu versuchen, unseren «Erfolgen» aus früheren Zeiten nachzutrauern, besinnen wir uns auf Fähigkeiten die uns wirklich Spass machen und packen dort an wo wir gebraucht werden. Unsere Aufgabe ist nicht mehr die Führung einer Unternehmung, sondern das Weitergeben unserer breiten (Lebens-)Erfahrung an eine jüngere Generation. Unabhängig vom angestammten Beruf und losgelöst vom Karrieredenken entdecken wir neue Formen in der Zusammenarbeit im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden» und entdecken neu den Sinn des Lebens.

Kompetente Senioren denken mit
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#177 – Unternehmenskultur mit Covid-19

Masken, Masken und immer wieder Masken
Seit Februar 2020 ist in der Schweiz die Wirksamkeit von Masken zur Verhinderung einer Weiterverbreitung des Covid-19-Virus umstritten. Monatelang hat das BAG diese hinterfragt und dabei die bis heute spürbare Verunsicherung unter der Bevölkerung bewirkt. Menschen aus dem asiatischen Raum haben weniger Mühe mit dem Tragen von Gesichtsmasken, sie gehören sozusagen zum normalen Strassenbild. Paradoxerweise werden trotz dieser Schutzmassnahmen gefährliche Viruserkrankungen fast ausnahmslos aus diesen Weltregionen verbreitet. Wie aber reagieren hiesige Unternehmen auf die neuen Umstände zum Schutz von Kunden, Partnern und Mitarbeitenden. Unrealistisch ist das Prinzip Hoffnung, zurück zu den Zuständen vor der Pandemie. Auch den digitalen Innovationsschub können wir nicht mehr aufhalten, der Geist ist aus der Flasche entwichen. Vielmehr braucht es tragfähige und nachhaltige Lösungen, weg vom Ausnahmezustand, für eine neue Unternehmenskultur mit mehr Eigenverantwortung und Vertrauen.

«Télévision: Oeil de Demain», französischer Film 1947, Stacy Liberatore, Dailymail, 1. Juli 2020

Der Weltkonzern für Technologie aus Cupertino, Kalifornien
Das Sicherheitskonzept wurde vom ersten Tag der Wiedereröffnung klar und vorbildlich umgesetzt. Vor dem Laden in der Zürcher Innenstadt wartet man, betreut von zwei Mitarbeitenden welche gratis Masken verteilen, mit genügend Abstand innerhalb der gelben Markierungen. Bei Freiwerden einer Verkaufsperson wird man zum Eingang gewiesen, wo alle Kunden fünf Gesundheitsfragen beantworten, die Hände desinfizieren und sich von einem weiteren Mitarbeiter die Temperatur messen lassen. Unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit der jeweiligen Desinfektion von präsentierten Geräten wird der Verkauf per Tablettcomputer bargeldlos aus jedem Standort im Laden abgewickelt, keine Kasse bedeutet auch keine Warteschlange. Die Quittung erhält man innert Minuten per Mail auf sein Smartphone. Dieser unaufgeregte und vorsichtig freundliche Kundenkontakt setzt eine rigorose Schulung von Personal und Management, eine gute Betriebskultur und Vertrauen in die eigenen Produkte voraus.

Ein Schweizer Grossverteiler für Lebensmittel
Dieser hatte noch bis mitte Juni das Plakat «Bleiben Sie zuhause. Bitte alle» prominent am Eingang platziert. Im Ladeninnern ein Gewusel, komplizierte Verkehrswege mit Abstandsstreifen kreuz und quer, Aktionsgestelle bilden Engpässe zwischen den Regalen. Vor allem viele Leute nah beieinander, laut redend, lachend und mehrheitlich ohne Masken – der übliche Samstagsschwatz, bei dem man die Durchgänge nur ungern für Andere freigibt. Das Personal trägt schwarze Latexhandschuhe und fasst mit diesen ALLES an. Masken findet man auch da selten, dafür lautes Zurufen über die Verkaufsgestelle. Da ich ungern meine Wocheneinkäufe am Selbstcheckout bei (zu vielen) Stichkontrollen wieder auspacke, nutze ich diese eigentlich bequeme Option seit Jahren nicht mehr. An der Kasse werden Abstandsregeln missachtet, die Einkäufe türmen sich ungeordnet vor und neben dem Laufband. Bezahlen mit der App ist wegen der Plexiglaskonstruktionen fast unmöglich. Ein Einkauf online ist wegen dem limitierten Sortiment, fehlender Aktionsangebote und langen Lieferfristen keine Alternative.

Arbeiten von zuhause
«Adieu, liebes Büro!», schrieb die NZZ mitte Juni. Nach rund hundert Jahren habe das Covid-19-bedingte Homeoffice einer aussterbenden Art den letzten Todesstoss versetzt. Tatsächlich ist die Geschwindigkeit, mit der das Büro in jüngster Zeit an Stellenwert verloren hat, beachtlich. Mein erstes Notebook nutzte ich vor dreissig Jahren. Zuhause unter meinem Lieblingsfauteuil befand sich ein Telefonkabel als analoger Zugang ins Internet, im Büro konnte ich über Ethernet und ISDN-Verbindung mit der Welt kommunizieren. Als Architekt ist auch heute noch mein Laptop das Büro schlechthin, mit Zugriff auf alle Dokumente jederzeit und von überall her. Bei Kundenbesuchen gab es früher mangels Infrastruktur oft Verbindungsprobleme, diese «nomadische» Art zu arbeiten war damals noch nicht weit verbreitet. Mit dem staatlich verordneten Lockdown mussten sich viele KMU ganz schnell an neue Situationen anpassen. Gemäss einer Umfrage der Online-Plattform Xing, Uwe Foerster vom 2. Juli 2020, wollen 85 Prozent der Unternehmen Homeoffice langfristig anbieten.

«Alte» Heimwerker
Wie werden unterschiedliche Führungsstufen in einer fast – aber eben doch nur fast – hierarchiefreien Matrixstruktur adäquat räumlich abgebildet. Wie steht es um das Vertrauen in die Mitarbeitenden, wenn diese vielleicht gar nicht zuhause am Computer arbeiten. Der radikale Schritt, auch in Zukunft ganz aufs Büro zu verzichten, bleibt den kreativen Pionieren vorbehalten. Erste Erfahrungen damit teilt die Werbeagentur Contexta in einem Beitrag in TEC21 vom 25. Juni 2020. Dass solche Modelle für uns «Alte» etliche Vorteile bringen liegt auf der Hand. Ältere Menschen haben ein hohes Mass an Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit. Sie können sich die Arbeitszeit flexibel einteilen ohne Pendlerstress, Sitzungstermine auf Randstunden oder Wochenenden zu verlegen ist mangels Familienverpflichtungen problemlos möglich.

Wir stehen zur Verfügung
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#162 – Reflexion dank Isolation

Das Tagebuch der Anne Frank – eine Annäherung
Wir Schweizer der Nachkriegsgeneration kennen kaum den Verzicht und die Isolation aus eigener Erfahrung und sind deshalb schlecht vorbereitet auf die gegenwärtige Gefahr einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus. Was es heisst, auf kleinstem Raum über Monate in ständiger Angst und mit Entbehrungen angesichts einer ungewissen Zukunft auszuharren, wurde im Filmklassiker «The Diary of Anne Frank», USA 1959, von George Stevens hervorragend nachempfunden. Demut ist deshalb angebracht in der gegenwärtigen Lage. Im Gegensatz zu den Virologen und Epidemiologen, basiert mein Wissen über die Gefahren der aktuellen Pandemie auf Medienmitteilungen. Dass in der Presse Senioren und Rollatoren im gleichen Satz genannt werden, als ob der Denkprozess in den Beinen stattfindet, stört mich dabei sehr. Ich wehre mich gegen jegliche Stigmatisierung oder das Auseinanderdividieren von Jung und Alt. Speziell wenn die zahlreichen «Experten» ebenfalls der älteren Generation angehören.

Die Schweiz ist für den Ernstfall schlecht vorbereitet
Die gegenwärtige Situation, einmal abgesehen von der Gefahr für unsere Gesundheit, zeigt wie wenig die reiche Schweiz auf den Notfall vorbereitet ist. Wie sträflich viele (Klein-)Unternehmen die Digitalisierung vernachlässigt hatten und wie schlecht die Volksschule ihre Lehrmittel für den sinnvollen digitalen Unterricht aus der Ferne vorbereitete. Wer dieser Tage versucht, seine Lebensmittel online zu bestellen um den Gang in die Läden zu vermeiden, wird enttäuscht. Viele Artikel sind nicht verfügbar und die Lieferfristen für Bestellungen dauern bis zu zwei Wochen. Die Corona-Krise legt offen, dass die Kantone die Prävention vernachlässigt haben. Abstimmungen, wie letztes Wochenende in Solothurn, müssen unter Einhaltung von Hygieneanforderungen von Hand ausgezählt werden und die Ausweise zur Personenkontrolle existieren hauptsächlich auf Papier. Diese Zettelwirtschaft rächt sich nun. Mangelhafte Strukturen blockieren auch die Wirtschaft und verursachen hohe finazielle Schäden. In seinem Beitrag unter dem Titel: «Mitten in der Pandemie kommt Kritik am Krisenmanagement auf», NZZ vom 25. März 2020, schreibt Simon Hehli: Beim Einsammeln der relevanten Daten zum Pandemieverlauf kommen beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit auch Faxgeräte zum Einsatz. Schweizer Ärzte müssen laut Medienberichten in ein Formular, das sie aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt haben, von Hand Werte von einem Computerbildschirm abschreiben und per Fax nach Bern melden, wo jemand die Daten dann wieder ab Papier in den Computer eintippt. Fehler sind natürlich unausweichlich.

Digitalisierung in den Unternehmen und Verwaltungen jetzt anpacken
Wenn die gegenwärtige Krise ihre positive Seite hat, dann der Ansporn, Unternehmen und Verwaltung endlich digital fit zu machen. Die Schweiz muss sicherstellen, dass die Verfügbarkeit von Strom und die entsprechenden Bandbreiten zur Datenübertragung im Internet auch in Zukunft vorhanden sind. Damit die Firmen auf Grund der Corona-Krise nicht auch noch in eine Home-Office-Krise verfallen, hat smino, eine Plattform der Baubranche, die 15 besten Tipps für effizientes Home-Office bereitgestellt. Diese lassen sich natürlich auch auf andere Dienstleistungsbranchen übertragen. Auch Cloud-Skeptiker müssen zugeben: Wenn Daten und Unterlagen ausserhalb des Büros nicht zugänglich sind, ist Home-Office schlicht unmöglich und die Firma verliert an Produktivität. Anstatt reihenweise Bundesordner mit Papierdokumenten braucht es für das Datenmanagement innerhalb der Firma Informationen und Dokumente die jederzeit geräte- und ortsunabhängig zugänglich sind. Die aktuelle Situation ermöglicht es den Unternehmen, alteingesessene Prozesse zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Dazu gehören das Digitalisieren von Abläufen und Prozessen in den Projekten, oder Sitzungen problemlos in den virtuellen Raum verlegen. Die Nutzung digitaler Werkzeuge bringt endlich Struktur in das Aufgabenmanagement, welches idealerweise auf einer Kollaboratationsplattform mit anderen Personen im Team geteilt wird.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
In der Home-Office Situation kann das Problem entstehen, dass Führungskräfte die Produktivität der Mitarbeitenden anzweifeln. Andererseits können Mitarbeitende sich gestresst fühlen, weil sie denken, sie müssen das Doppelte erledigen als normal, damit kein falscher Eindruck entsteht. Deshalb der Appell an alle Führungskräfte: Vertrauen Sie Ihrem Team! Kontrollieren Sie nicht, ob Ihre Mitarbeitenden arbeiten, sondern Unterstützen Sie Ihre Mitarbeitenden bei ihren Zielen und richten Sie sich nach den Zielen, die erreicht wurden und nicht danach, wie viele Stunden die Mitarbeitenden online waren. Die aktuelle Krisensituation hilft uns Hierarchien abzubauen, Alt und Jung arbeiten zusammen auf Augenhöhe im Team. Auf humorvolle Weise beschreibt Stefan Betschon «Wie das Internet in der Corona-Krise neu erfunden wird», NZZ vom 25. März 2020.

Halten Sie sich gesund
Mit dem Home-Office fällt der Arbeitsweg, der Spaziergang zum Restaurant am Mittag und der tägliche Rundgang im Betrieb weg. Trotz der aktuell einzuhaltenden sozialen Distanzierung sollte man pro Tag mindestens 10’000 Schritte, am besten in der freien Natur zurücklegen. Und wenn einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht, lohnt es sich an die Zeit nach der Krise zu denken. Dabei helfen soll der Beitrag von Matthias Horx vom Deutschen Zukunftsinstitut, Journal B vom 25. März 2020.

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» Frauen und Männer im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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