Krisenerprobte Netzwerker gefragt
«In der Schweiz liegt die Zahl der Firmenkonkurse auf einem Rekordniveau – und die Folgen des Zollhammers kommen erst noch» schrieb Dominik Feldges in der NZZ vom 8. September 2025. Besonders Exportunternehmen leiden unter der schwachen Weltkonjunktur und der grossen Unsicherheit, welche die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die zahlreichen Zoll- und Handelsstreitigkeiten auslösen. Wenn Kunden sich mit Investitionen zurückhalten, leeren sich die Auftragsbücher vieler Firmen bedenklich schnell. Die Welt wird immer komplexer, Globalisierung und Digitalisierung zwingen zu raschen Anpassungen und neuen Regulierungen. Oft sind die Folgen Investitionsstopps, obwohl sich gerade in solchen Situationen auch grosse Chancen auftun. Es ist eine gute Zeit, um seine Position im Markt zu hinterfragen. Anstatt über Tatsachen die man nicht ändern kann zu Jammern, lohnt sich die Betrachtung mittels kritischer Aussensicht. Nicht durch beratungsresistente Berater, mit ihren Checklisten und 08/15 Ratschlägen. Dafür haben neugierige und innovative «Alte» bereits verschiedene Krisen durchlebt und können Situationen besser einschätzen als ihre jüngeren Berufskolleg:innen. Als Mentor:innen, Coachs oder Berater:innen sorgen sie für Stabilität im Team, mit ausgeprägter Problemlösungskompetenz, Gestaltungswillen und einem breiten Netzwerk an Expertise.

Zeit um etablierte Geschäftsmodelle zu hinterfragen
Claude Federer von Creditreform stellt fest, dass zurzeit jede fünfte Publikation eines Firmenkonkurses auf den Bausektor entfällt. Werde weniger investiert, spüre dies die Planungs- und Baubranche jeweils besonders heftig. Erschwerend kommt vor allem für das Bau-Nebengewerbe mit seinen vielen Handwerksbetrieben hinzu, dass die Eintrittsschwellen für neue Anbieter niedrig sind. Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung reicht bereits ein Startkapital von 20’000 Franken. Firmen, die wie Strategieberater, Personalvermittler oder Planende Dienstleistungen erbringen, lassen sich mit wenig Aufwand gründen. «Als Ausrüstung genügen in der Regel ein Laptop und ein Telefon», sagt Federer. Die Konkurrenz in diesem Geschäftsfeld, in dem sich viele «Einmannbetriebe» tummeln, ist entsprechend gross. Als Mentor für junge Architekt:innen stelle ich immer wieder mangelnde Organisations- und Marketingkompetenz und eine Abneigung gegenüber Digitalisierung fest. «KI ist keine heisse Luft, sie bringt heute schon Effizienzgewinne», sagt Arthur Jurus, Anlagechef bei der Bank Oddo BHF im Beitrag von Fabrice Obrist , NZZ vom 20. September 2025, über die Rekordgewinne an der US-Börse. Entscheidend für weitere Gewinne werde sein, ob die Unternehmen mit der Implementierung von KI tatsächlich die erwarteten Produktivitätsgewinne realisieren können. Durch den Einsatz von KI nutzen erfolgreichen KMUs die Vorteile digitaler Transformation im Wettbewerb. Die KI übernimmt zeitaufwändige Standardtätigkeiten (Buchhaltung, Terminplanung, einfache Kundenanfragen), während sich die «Patrons» dank ihrer Ausbildung und Kreativität auf komplexe Projekte und strategische Aufgaben konzentrieren können. In Krisenzeiten lohnt es sich digitale Werkzeuge konsequent einzusetzen, neue Prozesse zu adaptieren oder lang etablierte Geschäfts- und Honorierungsmodelle zu hinterfragen.
Das Prinzip Hoffnung ist eine schlechte Strategie
Dr. Lukas Glanzmann, Partner bei der Anwaltskanzlei Baker McKenzie und Titularprofessor für Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen stellt fest: Die meisten Unternehmen machen lieber weiter, bis sie den letzten Franken ausgegeben haben. Sie handelten, sagt der Rechtsprofessor, nach dem Prinzip Hoffnung – dass sie es irgendwie doch noch schafften, wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Karsten Lafrenz (47), der sich bei der Beratungsfirma Alix Partners schwergewichtig mit Restrukturierungen und Sanierungen beschäftigt, hält es derweil für legitim, dass sich viele Unternehmer auch in Krisenzeiten ihren Optimismus nicht nehmen lassen wollen. Wer nicht an die Zukunft glaube, könne keine Firma führen, sagt er. Dennoch findet Lafrenz, dass Unternehmen unbedingt einen Plan B für den Fall parat haben sollten, dass sich die erhoffte Besserung nicht einstelle. Er sieht dabei auch die Verwaltungsräte in der Pflicht. Die Aufsichtsgremien, sagt der Berater, seien oft aus erfahrenen «Alten» zusammengesetzt, die schon die eine oder andere Krise erlebt hätten. In den Geschäftsleitungen treffe man manchmal das Gegenteil an. Manche der heutigen Manager in der Schweiz, gibt Lafrenz zu bedenken, seien zu jung, um schon einmal Erfahrungen mit einem hartnäckigen Wirtschaftsabschwung gesammelt zu haben. «Jahrelang ging es für sie nur aufwärts.»
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