Blog, Industrie 4.0

#401 – Der Einfluss von uns «Alten» in 2025

Zur Zukunft vom Arbeiten im Alter
Über die Festtage überlegten sich viele von uns «Alten», was im 2025 wohl auf uns zukommen wird. Manche freuen sich auf die bevorstehende Pensionierung oder eine Neuausrichtung. Dies geht aus den Kommentaren und Mails hervor. Ich bin davon überzeugt, dass wir «Alten» im neuen Jahr vermehrt Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft nehmen und damit verbunden auch neue Berufsfelder entstehen werden. Fredy Gilgen (69) befasst sich im Beitrag auf KMU_today online vom 6. Dezember 2024 mit der Frage nach der Zukunft von Berufsbildern. Wandel allein sagt nichts aus, findet der Sozialpsychologe Jakub Samochowiec (46) vom Gottlieb Duttweiler Institut GDI. Nur weil sich die Technologie ständig verbessert, muss es die Arbeit oder das Spiel nicht zwangsläufig ebenfalls tun. «Nur weil die Schuhtechnologie und die Trainingsmethoden immer besser werden, macht es für Fussballmannschaften noch keinen Sinn, mit einem Spieler weniger zu spielen». Ähnlich verhalte es sich im Arbeitsleben. «Die Qualität vieler Arbeiten ist hauptsächlich in Relation zur Konkurrenz definiert (wir sind bekanntlich Herdentiere). Werden eine ­Kampagne, eine Projektbewerbung oder ein Gerichts­plädoyer dank Technik besser, werden es auch diejenigen der Konkurrenz.» Der Kuchen werde dadurch nicht grösser. Diese in Konkurrenz zueinander stehenden Arbeiten neutralisierten sich also gegenseitig und führen zu einem Wettrüsten, das ein unendliches Auffangbecken für technologische Effizienzsteigerung darstelle. «Auch deshalb gehe ich nicht davon aus, dass uns die Arbeit ausgeht», ist sich Samochowiec sicher. Wahrscheinlicher sei, dass sich manche Berufsbilder wandelten, statt zu verschwinden. «Menschen arbeiten mit Maschinen zusammen und produzieren effizienter. Illustratoren werden weniger malen und mehr Prompts für KI-Tools schreiben. Von Hand malen wird aber eine Exklusivität bleiben.»

Pinterest 2024: 3D Grids: #StoriesOnDesignByYellowtrace.

Wenn das Hobby im Alter zum «Beruf» wird
Für Patricia Schafer, Ökonomin beim Think Tank von Avenir Suisse, sind für die künftigen Entwicklungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt drei ­Treiber zentral: erstens der technologische Umbruch. Zweitens die demografischen Veränderungen. Die Schweiz ist wie andere Industriestaaten mit einer alternden Gesellschaft konfrontiert: 2050 wird rund ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Drittens werden sich gesellschaftliche Entwicklungen, wie der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance oder tieferen Arbeitspensen (ein Wohlstandsphänomen), auf die beruflichen Entwicklungen auswirken. Der deutsche Bildungs- und Zukunfts­­forscher Prof. Lothar Abicht (70) erwartet in den kommenden 10 bis 20 Jahren erhebliche Veränderungen in der Berufswelt. Dies vor allem aufgrund technologischer Entwicklungen, der Digitalisierung und des Übergangs zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Auf Basis der Analy­sen verschiedener Zukunftsforscher, von Wirtschaftsorganisationen wie dem World Economic Forum (WEF) und der OECD, sowie den Erkenntnissen führender Forschungsinstitute hat Abicht dazu eine Topliste von Branchen und Berufen ermittelt. Für uns «Alte» eröffnen sich dank unserer Erfahrung kurzfristig diverse Möglichkeiten in jüngeren Teams als Berater:innen, Coaches oder Mentor:innen auf diversen Gebieten mitzudenken. Darunter erneuerbare Energien und Umwelttechnologie, Gesundheitswesen, Informationstechnologie, im Bildungssektor, bei der Automatisierung von Prozessen und Logistik durch Roboter und autonom arbeitender Software oder im digitalen Marketing.

Motivation zur Weiterentwicklung
Lebenslanges Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen und beruflichen Entwicklung, aber wie ­gelingt es umfassend und nachhaltig? Die meisten von uns «Alten» gehen hoffentlich davon aus, dass der Mensch sich weiterentwickeln kann. Nach der humanistischen Psychologie kann nicht nur, sondern will der Mensch sich laufend weiter­entwickeln. Im stetigen Wachstum und in der vollen Entfaltung des eigenen Potenzials erfüllt sich demnach der Lebenssinn, schreibt Dr. Bettina Hoffmann-Ripken (58), Geschäftsführerin von B.Hoffmann & Network Consulting in KMU_today Team vom 11. Dezember 2024. Die Dozentin an der Universität St. Gallen und an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich bezieht sich mitunter auf den US-amerikanische Psychologe Carl Rogers (1902–1987). Dieser sprach von der Selbstaktualisierung und meinte damit, dass in allen Menschen eine innere Motivation angelegt ist, die eigenen Talente, Fähigkeiten und Werte zu verwirklichen. Menschen, die dieser inneren Motivation folgen und sich weiterentwickeln, leben authentisch und im Einklang mit ihren Überzeugungen. Ihr Interesse ist nicht nur auf äussere Erfolge ausgerichtet, sondern auch auf Sinnerleben. Darüber hinaus sind sie sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst, können ihre Emotionen gut regulieren und sind offen für Neues. Hoffmann-Ripken fragt sich im Beitrag, wie wir Bildungsinstitutionen und auch Organisationen gestalten müssten, in denen diese innere Motivation dauerhaft genährt wird.

Die Bedeutung des lebenslangen Lernens
Der Mensch werde über die Kunst, die Musik, den Sport und die Literatur geprägt, meinen Experten. Menschen, die mit sich im Einklang leben und ihr Potenzial entfaltet haben, sind kreativer und innovativer, weisen eine höhere Resilienz auf und reagieren auf Veränderungen souveräner. Sie übernehmen Eigenverantwortung und sind engagiert in den Bereichen, die mit ihren Werten im Einklang sind. In diesem Zusammenhang steht auch die digitale und technologische Kompetenz, nicht nur als Reaktion auf äussere Veränderungen, sondern aus der inneren Überzeugung, damit sein Potenzial zu entfalten. Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz KI ist nicht nur ein technologischer Fortschritt, sie steht für ein neues technologisches Zeitalter. Auch wenn wir «Alten» oft unsere Mühe damit haben und viele von uns sich sträuben oder aus Angst sogar dagegen sind, lässt sich die Entwicklung nicht aufhalten. Als treibende Kraft bringen wir «Alten» viel Erfahrung und Stabilität in die Gesellschaft, setzen als Konsument:innen auf Nachhaltigkeit und Qualität und inspirieren jüngere Generationen durch unsere positive Haltung. Mit Offenheit für Neues und unserer Bereitschaft, das Leben bewusst zu gestalten, macht wir uns zu Pionieren eines neuen Lebensgefühls.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#216 – COVID-19 treibt Innovationen

Versuche mit der Kreativität
Der vorliegende Blogbeitrag ist das Resultat meiner Beobachtungen über die vergangenen Monate. Ausgelöst durch die vom Bundesrat verordnete Home-Office Pflicht, Kurzarbeit oder einen Stellenverlust, nutzen viele von uns die Zeit um zu reflektieren. Der Wunsch nach dem eigenen Startup, oder mit einer brillanten Idee dem Alltagstrott zu entfliehen haben derzeit Hochkonjunktur. Auf den sozialen Medien finden sich Hunderte von Ratschlägen, wie man mit Hilfe von Kreativitäts-Workshops, respektive pandemiebedingten Webinaren (ein schrecklicher Begriff) und Erklärvideos, Innovationen zum Durchbruch verhilft. Wir sind offen für mehr als nur Kreativitätsmethoden und -werkzeuge – wir testen auch Erzähltechniken, Aufwärmeübungen, Skizzieren und Psychologietheorien für Gruppendynamik. «Design Thinking Workshop» und «Brainstorming», all die vielen bunten Zettelchen an der Pinnwand verraten, dass alles, was uns bei unserer Projektarbeit unterstützen könnte, herzlich willkommen ist. Oft wird im Zusammenhang auch die Disruption erwähnt, das Aufmischen bestehender Märkte. Alles verblüffend und verführerisch einfach dargestellt, innert weniger Tage für jede Person erlernbar.

Nicht austauschbarer Wert von 69 Mio Dollars im Auktionshaus Christie’s für Beeple’s digitales Werk.

Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem
Innovation (wörtlich «Neuerung» oder «Erneuerung»; von lateinisch innovare ‚erneuern‘ abgeleitet) wird in der Umgangssprache im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreich Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion). Die Innovation ist gemäss Joseph Schumpeter, ehemaliger österreichischer Nationalökonom und Politiker, ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, «Neuem». Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Art und Weise kombiniert werden. Der Applekonzern ist gemäss dem Index von BCG Boston Consulting Group seit 15 Jahren die Nummer eins unter den innovativsten Firmen weltweit, gefolgt von Alphabet/Google und Amazon.

Innovation als Ausstieg aus der COVID-19-Pandemie
Innovationen entstehen durch ungewollte Zufälle oder aus der Weiterentwicklung und neuen Kombination bekannter Komponenten, setzt also neben Wissen auch Erfahrung voraus. Der Rotationssensor (Gyroskop) wurde 1743 von John Serson, dem englischen Seefahrer, erfunden. Es ist eine von über einem Dutzend Erfindungen die in heutigen Smartphones verbaut sind und dient dazu, die genaue Lage im Raum, relativ zur Nutzung des Geräts, festzustellen. Dem Beitrag der BCG Boston Consulting Group, vom 16. April 2021 entnehmen wir, dass die Anzahl der Firmen, die angeben, dass Innovation für den Ausstieg aus der COVID-19-Pandemie zu den drei wichtigsten Prioritäten ihres Unternehmens gehört, 2021 um 10 Prozentpunkte auf 75% stieg – der grösste Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Erfolgreiche Innovation erfordert drei Dinge. Innovation zur Priorität machen. Investitionen und Talente dafür einsetzen. Und bereit zu sein, Investitionen in Ergebnisse umzuwandeln. Aber nur etwa die Hälfte der Unternehmen sind bereit, sich der Herausforderung zu stellen. Dazu braucht es entsprechende Führung auf der C-Ebene (CEO, CFO, etc.) und Zusammenarbeit zwischen Produktentwicklung und Funktionen.

«Alte» im Team
Als Vertreter der «Alten» sehe ich hier unser Potenzial. Mit unserer Erfahrung und Engagement aus der analogen Welt sind wir gerüstet, im Team zusammen mit dem digitalen Wissen der «jungen Wilden», Prioritäten und Engagement in Ergebnisse umzusetzen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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