Blog, Industrie 4.0

#314 – Nachfolgeregelung oder Aufbruch

Geschäftsnachfolge in der neuen Arbeitswelt
Gemäss einer Analyse von Dun & Bradstreet haben per März 2023 fast 95’000 KMU in der Schweiz eine Nachfolgeproblematik, berichtete KMU_today online am 24. März 2023. Somit sind 15,1 Prozent der Unternehmen und damit rund eine halbe Million Arbeitnehmende in einer gefährdeten Position. Die Betrachtung nach Rechtsformen zeigt, dass die Einzelfirmen (erwartungsgemäss) am stärksten betroffen sind, schreibt der Wirtschaftsauskunftsdienst in seiner Medienmitteilung. Hier stehen 21,8 Prozent vor einer Nachfolge – oder dann eben der Geschäftsaufgabe. Viele KMU sind für eine Nachfolgelösung schlicht zu wenig attraktiv. Das grosse Netzwerk der «Alten» Patrons lässt sich nicht einfach auf eine neue Führung übertragen. Schon deshalb nicht, weil diese Kontakte langsam wegsterben. Die Nachfolgeproblematik ist deshalb eine Zwischenmenschliche Herausforderung, die sich nicht nur mit Excel-Tabellen zur Übernahme eines Maschinenparks, überschuldeter Immobilien oder von Tischen und Stühlen lösen lässt. Handelt es sich jedoch um eine innovative Geschäftsidee, ein Nischenprodukt oder um einen digital aufgerüsteten Betrieb mit Potenzial, überwiegt für die Jungen eine Nachfolgelösung als Alternative zum eigenen Startup oder einem Angestelltenverhältnis in der neuen Arbeitswelt.

©Donald Judd (1928 – 1994) Amerikanischer Künstler, 1970er-Möblierung, 101 Spring Street, New York

Es droht ein Verlust an Produktivität und Know-how
Im Interview mit Nicole Kopp (32), schreibt Albert Steck, NZZ Magazin 8. April 2023, über die Frustration in der Arbeitswelt. Die Arbeitspsychologin und Beraterin für Personal- und Organisationsentwicklung weiss, dass viele Erwerbstätige unter Stress leiden und drei von zehn Personen sich emotional erschöpft fühlen. Als Beraterin und Coach beobachtet sie, wie viele Berufstätige nur widerwillig zur Arbeit gehen. Ihre Nerven sind bereits am Sonntagabend angespannt, bevor die Arbeitswoche überhaupt beginnt. Aktuelle Studien zeigen, dass in der Schweiz jeder Dritte in diesem Jahr einen neuen Job suchen will. In den USA spricht man bereits von der «Great Resignation». Damit droht den Firmen ein immenser Verlust an Produktivität und Know-how. Das weckt das Bedürfnis nach einer neuen, anderen Art von Arbeit, konstatiert Kopp.

Arbeit im Hamsterrad
Nicole Kopp spricht regelmässig mit Mitarbeitenden, die massiv überlastet sind. Sie versinken in einer Flut von Aufgaben, doch gleichzeitig fehlt ihnen die Kompetenz, selbst zu entscheiden. Hinzu kommt eine Unmenge an Meetings: Angestellte sind durchgebucht mit Sitzungen und haben kaum die nötige Zeit, um etwas Produktives zu leisten. Die Herausforderung ist auch, dass Führungsverantwortliche selbst am Anschlag sind und kaum dazu kommen, sich um die Befindlichkeit der Mitarbeitenden zu kümmern. Im Prinzip sollte eine Führungskraft den grössten Teil der Zeit dazu nutzen können, die Leute im Team zu unterstützen. Für Kopp ist deshalb klar, dass sich die Firmen von Grund auf neu aufstellen müssen. Zu viele Unternehmen sind noch immer stark hierarchisch organisiert und der Wandel in der Arbeitskultur ist in vielen Köpfen noch nicht angekommen. Vor allem die Jüngeren wollen sich nicht mehr für einen Job aufopfern, der kaum Flexibilität zulässt und in dem sie keinen Sinn erkennen können.

Galerie Mitterrand 2006: Donald Judd (1928 – 1994) 1978 Desk Set #33, ©Donald Judd Furniture

«Wir haben verlernt, bei der Arbeit Mensch zu sein»
Dank den neuen Technologien können wir die Arbeit flexibler gestalten, allerdings wird dieses Potenzial viel zu wenig genutzt. Statt die Fehler in der Organisation zu beheben, beispielsweise bei starren Hierarchien mit langen Entscheidungswegen, versucht man durch Coachings die Mitarbeitenden zu verändern. Obwohl die meisten Menschen im privaten Leben sehr wohl fähig und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wird ihnen ausgerechnet bei der Arbeit eingetrichtert, dass nur die Vorgesetzten in der Lage sind für sie zu entscheiden. Dadurch haben wir verlernt, bei der Arbeit Mensch zu sein. Was uns aber von den Maschinen unterscheidet, ist ja unsere Menschlichkeit. Dazu gehören Empathie und Kreativität. Viele Vorgesetzte tun sich weiterhin schwer damit, Kontrolle abzugeben. Sie befürchten, dass mit flexiblen Arbeitsformen die Unternehmenskultur und der Teamgeist verlorengehen. Doch eine Firma mit starken Werten kann diese genauso gut pflegen, wenn die Leute zum Beispiel teilweise im Home-Office sind. Bereits im Jahr 2030 gehören 75 Prozent der Erwerbstätigen zu den Generationen Y, Z und Alpha. Diese sind sehr gut gebildet und technologisch versiert. Doch stellen sie gleichzeitig gänzlich andere Ansprüche an die Arbeit. Die Firmen haben somit keine andere Wahl, als sich zu verändern, folgert Nicole Kopp.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#267 – Herausforderung der Alphatiere

Wie wünschenswert ist eine Nachfolge
Immer wieder taucht in Beraterkreisen das Thema «Nachfolgeregelung» in KMU auf. Dabei geht es um rechtliche und finanzielle Fragen, wie ein Betrieb nach dem Ausscheiden der «Patrons» weitergeführt oder abgewickelt werden soll. Ein solcher Prozess kann einige Jahre dauern und ist oft begleitet von Streitereien und allseits übertriebenen Erwartungen. Die dafür eingesetzte Energie fehlt folglich im Unternehmen, der Fokus verschiebt sich vom Aufbau zur Besitzstandswahrung. Anstelle von Innovation tritt die Verteidigung des Status Quo. Die Frage sei deshalb erlaubt, muss ein KMU um jeden Preis weitergeführt werden? Ist der Betrieb interessant genug, sollte sich automatisch eine für alle Parteien befriedigende Lösung anbieten. Niemand will auf eine erfolgreiche Zukunft verzichten.

Roland Schneider (83), Fotograf, ca. 1969 HTL Brugg-Windisch, Ausstellung «Industrielandschaft», Sammlung des Historischen Museums Olten

Das Pensionsalter als statistischer Massstab
«Über 93’000 KMU suchen einen Nachfolger» titelte KMU_today online ihren Newsletter vom 7. April 2022. Bei einem Total der 614’247 von Dun & Bradstreet analysierten Firmen in der Schweiz, haben per April 2022 insgesamt 93’009 KMU (15,1 Prozent) während der nächsten fünf Jahre ein Nachfolgeproblem. Für die Erhebung durchforschte der Wirtschaftsinformationsdienst die firmeneigene Unternehmens– und Personen–Datenbank auf das Alter der eingetragenen Inhaber im Falle der Einzelunternehmen respektive der Gesellschafter (Gesellschaften) oder Verwaltungsräte (Aktiengesellschaften). Gemäss der Definition in der Studie hat ein Unternehmen eine potenziell offene Nachfolgeregelung, wenn die eingetragenen Personen 60 oder mehr Jahre alt sind.

Grösstes Nachfolgeproblem im Druck- und Verlagsgewerbe
Besonders betroffen sind gemäss Dun & Bradstreet dabei die Kleinst- und Kleinunternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitenden. Bei den mittelgrossen Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitenden stehen nur 7,9 Prozent vor einer offenen Nachfolge. Das grösste Nachfolgeproblem besteht im Druck- und Verlagsgewerbe (23,2 Prozent), bei den Architekturbüros (18,9 Prozent) sowie in der Unternehmens- und Steuerberatung und den Reparaturdiensten (beide 18,4 Prozent). Mit dem Ausscheiden der Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren, werden für eine erfolgreiche Weiterführung von Betrieben zunehmend Metakompetenzen wie logisches Denken, Neugier, Aufgeschlossenheit, Zusammenarbeit, Führung, Kreativität und Systemdenken wichtig. Kleine und mittlere Unternehmen benötigen vielfach grössere Investitionen, zum Aufbau einer digital fähigen Organisation. Bei der Gruppe von jungen Entrepreneuren, die für eine Nachfolgelösung in Betracht kommt, fehlen dazu oft die notwendigen finanziellen Ressourcen. Auch ist der Wille, sich mit veralteten Prozessen und Strukturen herumzuschlagen, ohne Erfolgsgarantie, an einem kleinen Ort.

Roland Schneider (83), Fotograf, Solothurn – Verein für künstlerische und dokumentalistische fotografie am Jurasüdfuss

Aussterbendes Gewerbe, aussterbendes Netzwerk
Der Stolz vieler KMU ist Tradition. Der nostalgische Blick zurück auf die lange Entstehungsgeschichte, die Gründerfamilie. Darunter gibt es Betriebe, die sich wenig entwickelt haben, deren Netzwerk zusammen mit den «Patrons» ebenfalls älter wird und schlussendlich wegstirbt. Ist das Unternehmen weiterhin erfolgreich, sollte sich die Nachfolgelösung problemslos anbieten. Unter den gefährdeten Firmen finden wir viele, die sich bis heute den «neuen» Technologien verweigern oder die für Routine- und Verwaltungsaufgaben möglicherweise nicht mehr benötigt werden. «Unsere Wirtschaft und Gesellschaft erlebt zurzeit den grössten Umbruch dieser Generation», sagte CEO Satya Nadella von Microsoft; Arbeitnehmende weltweit hinterfragen zunehmend wie, wo, und warum sie arbeiteten. Doch menschliche Kernfähigkeiten – wie Empathie, Vorstellungskraft, Kreativität und emotionale Intelligenz, die nicht durch Technologie repliziert werden können – bleiben weiterhin wertvoll. Wir «Alten» können dabei beispielsweise als Mentoren in Teams mit jüngeren Menschen unsere Erfahrung einbringen.

Aufregende Zukunft
Elon Reeve Musk (51) ist dieser Tage in den News, mit seinem Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter für 44 Milliarden Dollar. Der gebürtige Südafrikaner ist ein global wirkender Unternehmer mit südafrikanischer, kanadischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Am bekanntesten als Mitinhaber, technischer Leiter und teils auch Mitgründer des Bezahldienstes PayPal sowie als Leiter des Raumfahrtunternehmens SpaceX und des Elektroautoherstellers Tesla. Er ist mit einem Gesamtvermögen von über 200 Milliarden US-Dollar einer der reichsten Menschen der Welt. Er ist aber auch weiterhin sehr neugierig und glaubt an eine aufregende Zukunft, die er aktiv mitgestalten will. In einem kürzlichen Interview mit dem Leiter der Plattform TED, Chris Anderson, spricht er über seine (Lebens-) Philosophie (TED 1:06:28). In manchen KMU fehlt jedoch eine Kultur des lebenslangen Lernens im Geschäftsmodell. Solches Lernen muss in einer Vielzahl von Formaten bereitgestellt werden, integriert in die tägliche Routine, um eine flinke und agile Belegschaft zu gewährleisten. Dies muss auch im Rekrutierungsprozess zum tragen kommen, denn junge Arbeitnehmende suchen nach Positionen, in denen ihre vorhandenen Fähigkeiten erfolgreich angewendet werden können, je nachdem, wo ihre eigenen Interessen mit den Anforderungen des Marktes übereinstimmen. Wir «Alten» stellen dazu gerne unsere Lebenserfahrung in Form einer unvoreingenommene Aussensicht zur Verfügung.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. Suchen Sie einen Mentor, eine Mentorin oder Coach, «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#170 – «Alte» in der Pflicht

Das chronologische Alter ist nicht identisch mit dem biologischen
Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation verdient es, dass wir uns einmal über die Plattform «kompetenz60plus», die oft brachliegenden Kompetenzen älterer Menschen, Gedanken machen. Aus dem Netzwerk kam neulich der Einwand, dass bei «kompetenz60plus» weniger von «Alten» geschrieben werden sollte, da wir ja nicht per se alt seien. Vielmehr müssten wir die Aussenwahrnehmung begünstigen, mittels positiven Bezeichnungen wie Senioren mit Lebenserfahrung, Silberrücken, Know-How-Träger mit Erfahrung. Bei «kompetenz60plus» steht die Bezeichnung «Alte» im Sinne eines Wiedererkennungseffekts (Brand) ganz bewusst, da Euphemismen oder beschönigende Umschreibungen, genau das Gegenteil bewirken. Senioren oder Rentner gehören in der Wahrnehmung automatisch nicht mehr in den aktiven Arbeitsprozess. «Alte» Männer und Frauen sind aber durchaus fähig Einfluss zu nehmen und unsere Welt mit zu gestalten. Wir haben zwar nicht mehr das Wissen der «jungen Wilden», aber viel Erfahrung, Weisheit, Leidenschaft und Ausdauer. Wir lassen uns gerne begeistern und sind auch bereit den Jungen, auf Augenhöhe, ohne Mahnfinger und Besserwisserei, mit Rat und Tat beizustehen. Speziell in der gegenwärtigen Krise.

«Alte» packen an
Firmen stehen vor schwierigen Entscheiden bei der personellen Besetzung. Kosten müssen gespart, Doppelspurigkeiten abgebaut oder strategische Produktentscheide gefällt werden. Die Krise hat alle aufgeschobenen Entscheide von einem Tag zum Anderen schmerzlich beleuchtet. Erstaunlich ist auch, wie zwei Monate ohne neue Aufträge oder Kunden bereits Existenzängste entstehen. Wo ist hier die Erfahrung, Voraussicht und Verantwortung von uns «Alten» geblieben? Haben wir uns völlig aus dem wirtschaftlichen Geschehen verabschiedet, ohne Generationenvertrag zur Teilnahme am Erfolg der Jungen? Die Arbeitswelt 4.0 ist geprägt von einen permanenten Wandel und insbesondere, beschleunigt mit der Corona-Krise, durch die digitale Transformation. Neben Fachwissen im Umgang mit digitalen Werkzeugen ist auch Methodenkompetenz, basierend auf analoger Erfahrung von uns «Alten» gefragt. Die unternehmerische Einstellung, das Selbst-Management und unsere Kompetenz im Umgang mit diesen Veränderungen, nicht allein das Alter, entscheiden über künftige Chancen im Arbeitsmarkt und der Vergabe von Aufträgen. Unabhängig davon ob man angestellt oder selbständig tätig ist, es geht bei der Positionierung im Markt immer um den Nutzen, den Mehrwert, den man für Kunden oder Arbeitgeber schaffen kann.

Entwurf zu einem panoptischen Gefängnis von Willey Reveley, um 1791. Bild: Wikimedia Commons

Vernetzung dank Digitalisierung
Auch «Alte» haben sich über die letzten Wochen sehr gut mit den Möglichkeiten der Digitalisierung angefreundet. Sei es im Austausch mit Familie, Freiwilligenarbeit im Verein oder zur Unterstützung von KMU. Im Gastkommentar, NZZ vom 15. Mai 2020, schreiben Thomas J. Dettling und Daniel Dettling: Corona wird unsere Arbeitswelt revolutionieren – im Hinblick auf mehr Führungsintelligenz, mehr Empathie und mehr Selbstbestimmung. Dabei ist Home-Office allein noch keine neue Arbeitswelt, doch ein guter Anfang. Smarte Digitalisierung bleibt auch nach der Stunde der Not ein Gebot. Die meisten Unternehmen müssen sich deutlich mehr anstrengen und sich neu erfinden, oder sie riskieren zu verschwinden. Die Corona-Pandemie ist einer jener Schocks, welche Unternehmen zu Innovationssprüngen zwingen und treiben können, für die sie bisher zu wenig kreativ und zu wenig disruptiv waren – aus Angst vor Veränderungen. Home-Office bedeutet auch «Führen auf Distanz». Es geht um mehr Vertrauen und um neue Kompetenzen für Mitarbeiter wie Führungskräfte, um mehr Demokratie und um Fairness zwischen den Geschlechtern, auch zwischen Alt und Jung. Corona wird zu einem Beschleuniger der digitalen Transformation, es wird die Märkte nachhaltig verändern. Die eigentlichen Hürden dieser Transformation waren bisher starre Strukturen, Kompetenzlücken und Zurückhaltung auf den Führungsebenen. In der Arbeitswelt von morgen geht es um mehr Selbständigkeit, um unternehmerisches Mitgestalten und um die Entfaltung aller Potenziale. Das Grundprinzip der Digitalisierung ist Vernetzung. Unternehmen werden zu vernetzten Teams, Frauen und Männer, Junge und «Alte» mit unterschiedlichen Lebensbiografien.

Digitale Projekte zum Neuanfang
Auszug aus dem Newsletter der Boston Consulting Group, «Is Your Technology Ready for the New Digital Reality? » vom 8. Mai 2020: COVID-19 hat die dringende Notwendigkeit von Ausfallsicherheit und digitalen Fähigkeiten klar und schmerzhaft ins Rampenlicht gerückt. Unternehmen müssen mehr denn je in der Lage sein, auf plötzliche und dramatische Veränderungen zu reagieren, eine grosse Anzahl sind dazu aber noch nicht fähig. Viele digitale Projekte liefern keinen Wert. Andere stammten aus einem Geschäftsumfeld, das es nicht mehr gibt, ein regelrechter Flickenteppich. Die Zeit, um geplante IT-Projekte neu aufzusetzen ist deshalb richtig. Datenbanken müssen automatisiert und aktualisiert werden, am besten Schritt für Schritt in praktischer Teamarbeit anhand realer Projekte. Viele Unternehmen verfügen über ein Sammelsurium aus Geräten, Applikationen und dezentralen Sicherungslaufwerken, die eine Kollaboration erschweren oder gar verunmöglichen. Aus der Krise haben wir gelernt: Die Möglichkeit, jederzeit umfassend und nahtlos von zuhause weiterarbeiten zu können ist Pflicht.

Neuausrichtung von KMU
Auch das hat die Corona-Pandemie sichtbar gemacht: Unternehmen stehen teilweise auf wackeligen Füssen und die angedachte Restrukturierung darf nicht länger hinausgeschoben werden. Kurzarbeit darf nicht für «Heimatschutz» missbraucht werden. «Eine seriöse Vorbereitung und konsequente Durchführung des Generationenwechsels sind jetzt wichtiger denn je.» zitiert Corinne Remund den Unternehmer André Pahud im Beitrag über Nachfolgeregelungen in Krisenzeiten, Gewerbezeitung vom 15.Mai 2020. Ein Fünftel aller KMU suchen eine Nachfolge und dieser Wert dürfte mit der Krise eher ansteigen. Dazu Pahud: «Laut einer Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes Bisnode D&B stehen rund 13 Prozent der Unternehmen vor einem dringenden Nachfolgebedarf: Ihre Inhaber bzw. Verwaltungsräte und Gesellschafter sind über 60 Jahre alt, und sie haben die Nachfolge noch nicht oder noch nicht ausreichend an die Hand genommen.» Meist fehlt es auch an einem Branchenübergreifenden Netzwerk, oder an der realistischen Einschätzung des aktuellen Werts ihrer Firma. Der ganze Prozess bis zur Übergabe eines Unternehmens dauert in der Regel zwischen fünf und acht Jahren. Das Lösen der Nachfolge ist für kaum jemanden reine Routine: «Es gibt so viel zu überlegen, vorzubereiten, abzuklären, an die Hand zu nehmen und umzusetzen. Hinzu kommen verschiedene organisatorische, administrative, finanzielle, rechtliche und steuerliche Fragen, die professionell gelöst werden sollen. Es lohnt sich, jemanden beizuziehen, dem man – persönlich wie fachlich – vertraut.»

Leidenschaft und Erfahrung von «Alten» als Ressource
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte», Frauen und Männer im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung, auch in der Krise mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein uns registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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