Blog, Industrie 4.0

#393 – «Alte» treffen auf die Generation Z

Wohlstand
Trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Veränderungen bestehen in der Schweiz nach wie vor paradiesische Zustände auf dem Arbeitsmarkt. Unser Reichtum und die freie Wahl lässt uns beinahe vergessen, wie sich eine grosse Anzahl von Menschen, täglich Sorgen über die Zukunft machen müssen. Wir «Alten» sind zu grossen Teilen für diese Situation verantwortlich, haben wir nach dem zweiten Weltkrieg doch massgeblich zum «bürgerlichen» Geschäftsmodell beigetragen. Durch unseren Einsatz, Innovationskraft, Zukunftsglaube und günstige Rahmenbedingungen sind wir Teil eines Systems geworden, um das uns viele beneiden. Als Folge der gegenwärtigen Digitalisierung, dem Einfluss künstlicher Intelligenz und dem gestiegenen Umweltbewusstsein, zeichnet sich auch bei uns ein Trend zur Deindustrialisierung ab. Bildung und Berufslehre erhalten einen neuen Stellenwert. Trotzdem waren die Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen noch nie so gross wie heute. Im Bericht auf KMU_today vom 24. Oktober 2024, wechselte gemäss Auswertung des Bundesamts für Statistik zum Geschäftsjahr 2023 jede siebte Person ihre Arbeitsstelle. Bei den Erwerbstätigen zwischen 15 und 24 Jahren war es nahezu jede vierte Person. Über 38% von ihnen erhielten in der neuen Funktion mindestens 10 Prozent mehr Lohn und 34,5 Prozent orientierten sich beruflich neu.

Wie es dazu kam
Andreas Rödder (57), Professor für neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, schrieb in der NZZ Pro vom 29. Oktober 2024 unter dem Titel «Die drei zentralen Herausforderungen der Gegenwart bedrohen die bürgerliche Gesellschaft. Was sie jetzt tun müsste» in seinem Beitrag, wie die liberale Ordnung des Westens von innen wie von aussen bedrängt wird. Die bürgerliche Gesellschaft war ein historischer Game-Changer. Im Kern: Nicht mehr Geburt und Stand, keine vorgegebene Hierarchie sollte über die Position der Einzelnen in der Gesellschaft entscheiden, sondern individuelle Qualifikation, Bildung, Leistung und der freie Wille. Dass die Einzelnen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen konnten, statt es in Empfang zu nehmen, setzte eine nie gekannte Dynamik und soziale Mobilität in Gang. Die Konsequenz waren gesellschaftliche Auseinandersetzungen und schliesslich die Emanzipation von Sklaven, Arbeitern, Frauen, Homosexuellen. Die bürgerliche Gesellschaft und die liberale Demokratie waren fähig zur Selbstkorrektur – wie es autoritäre oder totalitäre, autokratische Systeme nicht sind. Dynamik und Mobilität also ist die erste, Selbstkritik und Selbstkorrektur die zweite Charaktereigenschaft des bürgerlichen Gesellschaftsmodells.

Gen Z and Technology Lifestyle Art | Premium AI-generated vector 2024

Small talk, leichte beiläufige Konversation
«Was machst du beruflich? – Unterlassen Sie diese Frage besser. Sie könnte Ihr Gegenüber verletzen». Unter diesem Titel schrieb Birgit Schmid (50), Journalistin und Autorin, in der NZZ vom 7. Januar 2024 über die Generation Z, geboren seit dem Jahr 2000, welche in der Arbeit weniger Sinnerfüllung sieht. Neben der Frage nach der Herkunft und dem Alter ist deshalb auch jene nach dem Beruf tabu. Die Frage könnte das Gegenüber verletzen, indem sie es auf seinen Beruf reduziert. Ein Mensch, wird man belehrt, sei viel mehr als sein Beruf. Wer da in einem Vollzeitjob Sinnerfüllung findet, blamiert sich. Smalltalk wird damit zum Hindernislauf. Tatsächlich raten Business-Coachs, statt nach dem Job nach den Hobbys einer fremden Person zu fragen, um diese «wirklich» kennenzulernen. So stelle man eine gute Work-Life-Balance an erste Stelle bei sich und bei den anderen. Man beweist also Sensibilität, wenn man sein Gegenüber nach dem letzten Reiseziel oder dem Lieblingsessen fragt. Man bietet damit eine «sichere Umgebung». Denn das Gegenüber könnte im Job unglücklich sein, oder sich darüber schämen. Oder ist arbeitslos. Dabei wird verkannt, dass man sich immer ein Bild seines Gegenübers macht allein durch den äusseren Eindruck. Was jemand beruflich macht, bestimmt mit, wer er oder sie ist. Arbeit und Leben sind miteinander verschränkt.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#214 – Kompetent und flexibel

Eine unerwartete Anfrage
«Ich suche eine kurzfristige Unterstützung für ein Forschungsprojekt. Ich brauche jemanden, der in der räumlichen Koordination von Lüftungsanlagen Erfahrung hat und im April täglich für bis zu zwei Stunden zur Verfügung steht. Die Person sollte sich in Englisch unterhalten und an einem Online-Call teilnehmen können.» Diese Anfrage am Tag nach dem Osterwochenende inspirierte den folgenden Text zum Thema «On-Demand-Talente». Dass der Trend, kurzfristig Fachkräfte weltweit über digitale Kompetenzplattformen zu rekrutieren, während dem zweiten Lockdown in der Corona-Pandemie auch die Schweiz erreichte, ist evident. In ihrem Beitrag «Führung durch Design», Boston Consulting Group, 17. November 2020, befassen sich Joseph B. Fuller, Manjari Raman, James Palano, Allison Bailey, Nithya Vaduganathan, Elizabeth Kaufman, Renee Laverdiere und Sibley Lovett mit dem Potenzial von hochqualifizierten On-Demand-Mitarbeitenden für Unternehmungen. Um ihre digitale Reise auf Kurs zu halten, überdenken einige Führungskräfte die Strategie, vorhandene Kompetenz zu finden und einzusetzen.

Transport der 22 Mumien zum neuen Gizamuseum durch Kairo, Ägypten, 3. April 2021. Bild: YouTube

Organisationsmodelle für Unternehmen
Denn es ist das Talent, nicht die Technologie, die den eigentlichen Schlüssel zur digitalen Transformation darstellt. Um den sich schnell ändernden Anforderungen eines Unternehmens (auch KMU) an menschliche Fähigkeiten und Fertigkeiten gerecht werden, setzen Führungskräfte auf digitale Talentplattformen, wie «kompetenz60plus.ch», mit denen ihre Unternehmen die richtigen Mitarbeitenden zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzen können. Dabei spielen Alter, Wohnort oder Geschlecht eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die zeitnahe Verfügbarkeit, die schnelle Reaktionszeit auf Anfragen von Firmen und die realistische Selbsteinschätzung unserer Fähigkeiten. Voraussetzung ist auch die Präsenz von uns «Alten» mit einem aktuellen Profil auf den digitalen freiberuflichen Marktplätzen oder Crowdsourcing-Innovationsplattformen. Laut einer Umfrage unter fast 700 US-amerikanischen Geschäftsführenden, die gemeinsam von der Boston Consulting Group und dem Projekt der Harvard Business School zur Verwaltung der Zukunft der Arbeit durchgeführt wurde, sehen CEOs die Nutzung dieser Plattformen durch ihre Organisation eher rosig. Kompetenzen sind nämlich vorhanden, aber um den Wert solcher Plattformen freizusetzen, müssen Führungskräfte die eigenen Organisationsmodelle ihres Unternehmens überdenken.

«On-Demand-Workforce-Modell»
Ein gemischtes «On-Demand-Workforce-Modell» wird dabei als mögliche Lösung vorgeschlagen. Die Autoren haben dazu fünf Schlüsselpunkte herausgearbeitet:

01. Neudefinition der Unternehmenskultur
Anstatt die Anzahl der Mitarbeiter zu «verwalten», wird der Unternehmenserfolg an den erzielten Ergebnissen gemessen. Berücksichtigt werden dabei die besten Ideen – ob von innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens. Angesichts der erforderlichen Neugestaltung muss dieser kulturelle Wandel von den Führungskräften der C-Suite (CEO, CFO, COO oder CIO) vorangetrieben werden, um den strategischen Weg für die gemischte On-Demand-Belegschaft der Zukunft festzulegen.

02. Überdenken der Wertvorstellungen von Mitarbeitenden
Mitarbeitende auf allen Ebenen müssen verstehen, wie sie von Plattformen profitieren können, welche Ressourcen hinzufügen, Projektrückstände verringern und das Delegieren von Routine- und nicht wesentlichen Aufgaben erleichtern. Ohne Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Vollzeitbeschäftigte müssen ihre externen Partner vor allem auch befähigen, indem sie die richtige Anleitung anbieten, den Arbeitsumfang definieren und institutionelles Wissen bereitstellen (Willkommenskultur).

03. Umstrukturierung der Arbeiten in überschaubare Komponenten
Die schwierigste Aufgabe besteht darin, welche Arbeiten von internen Mitarbeitenden erledigt und welche externen Mitarbeitenden zugewiesen werden sollen. 20% der Führungskräfte, welche die digitalen Talentplattformen nutzten, vermelden Schwierigkeiten bei den Zielvorgaben und der Unterteilung in kleinere, überschaubare Aufgaben, damit die Arbeit leichter von und zu externen Partnern übertragen werden kann.

04. Überprüfen aktueller Funktionen innerhalb der Organisation
Vollzeitmitarbeitende sollen die Möglichkeit erhalten, ihr Talent dort einzusetzen, wo es für sie am sinnvollsten und aufregendsten ist. Hilfreich ist die Bereitstellung einer internen Talentplattform oder eines «Opportunity Hub», um die Sichtbarkeit der Fähigkeiten von Mitarbeitenden zu verbessern und mehr interne Mobilität zu ermöglichen. Durch Identifizierung der eigenen Kompetenzen, auch für die Zukunft des Unternehmens, entsteht die richtige Mischung aus internen und ausgelagerten Talenten.

05. Neuausrichtung von Prozessen und Richtlinien
Die Integration temporärer Talente im Team muss erleichtert werden, durch Prozesse die es den Mitarbeitenden ermöglichen, ihre Arbeit zu erledigen, während die Vorschriften eingehalten, rechtliche Probleme vermieden, geistiges Eigentum geschützt und die Cybersicherheit gewährleistet werden. Beim Erstellen präventiver Richtlinien, müssen die Anforderungen auch für ausgelagerte Talente gelten.

Kompetente «Alte» stellen ihre Erfahrung zur Verfügung
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#213 – Mobilität und Industrie 4.0

«Einmal im Monat ins Büro kommen, um die persönlichen Kontakte zu pflegen»
Die andauernden Restriktionen von persönlichen Freiheiten, lassen uns vermehrt über den Sinn unserer Arbeit in dieser «Lebenssituation» nachdenken. Wir sitzen zuhause und kommunizieren per Video, Email oder Telefon im Team. Die Pandemie hat die Karten neu gemischt, schreibt Marie-Astrid Langer in der NZZ vom 24. März 2021. Innert weniger Tage hatten die Tech-Konzerne des Grossraums San Francisco im März 2020 entschieden, dass ihre Mitarbeitenden bis mindestens Ende des Jahres nicht ins Büro zurückkehren sollten. Wie so häufig folgten die Startups dem Vorbild dieser Konzerne. Die Frist verschiebt sich seitdem dauernd nach hinten. Tech-Angestellte fragen sich immer mehr, weshalb sie in einer Stadt wohnen bleiben, welche die höchsten Mieten im ganzen Land hat, in der aber Kinos, Museen, Fitnessstudios, Theater und Restaurants fast lückenlos geschlossen sind – also alles, was das Stadtleben attraktiv macht? In einem Massenexodus verliessen sie im Frühjahr und Sommer 2020 San Francisco, die Stadt verlor seither rund 10% ihrer Einwohner. Facebook hat beispielsweise damit begonnen, explizit Positionen an einer «remote location» (an abgelegenem Standort) auszuschreiben. Einzige Bedingung ist, dass die Mitarbeitenden in einem Radius von vier Autostunden um eine bestehende Facebook-Niederlassung wohnen.

Vermisste Spontanität
Die Forschung hingegen zeigt, dass Firmen innovativer sind, wenn ihre Mitarbeiter am gleichen Ort zusammenkommen. Der Ökonom Enrico Moretti von der Universität Berkeley hat basierend auf Patentanmeldungen nachgewiesen, dass Fachkräfte besonders dann produktiv und einfallsreich sind, wenn sie in Technologie-Hubs wie dem Silicon Valley mit anderen zusammenarbeiten. «Menschen physisch und vor allem emotional nah beieinander zu haben, ist eine Voraussetzung für Innovation», sagt auch Laszlo Bock, ehemaliger Senior Vizepräsident und Personalchef bei Google. Nur dank Nähe entstünden jene Zufallsbegegnungen, bei denen neue, verrückte Einfälle aufkämen. Kreativprozesse sind etwas besonderes. Diese Arbeit lebt davon, dass man sich gegenseitig dreinredet. Spontanität ist dabei enorm wichtig.

Stadtzentrum von Peking, China, Auswirkung des Sandsturms in der Wüste Gobi, SRF, März 2021

«Virtuelle Mobilität» ist auf dem Vormarsch
Einem Bericht der BCG Boston Consulting Group, 4. März 2021 von Von Orsolya Kovács-Ondrejkovic, Rainer Strack, Jens Baier, Pierre Antebi, Kate Kavanagh und Ana López Gobernado ist zu entnehmen, dass gemäss einer Umfrage unter fast 209’000 Menschen in 190 Ländern, die Zahl der Leute, die bereit sind, zur Arbeit ins Ausland zu ziehen, zurückgegangen ist. Dabei spielt auch die Bewältigung von COVID-19-Ausbrüchen in den einzelnen Ländern eine Rolle. Unter den beliebtesten Auswanderungszielen, neben den asiatischen Ländern, findet sich Kanada an erster Stelle für Personen mit Master-Abschluss oder Promotion, für Personen mit digitaler Ausbildung oder Fachkenntnissen und für Personen unter 30 Jahren. Daneben hat sich ein neues Modell herausgebildet, das sich auf internationale Fernarbeit bezieht und aus dem Trend der Fernarbeit während der COVID herauswächst. Fast zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie bereit sind, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der in ihrem Heimatland nicht physisch präsent ist. Die USA sind in diesem Szenario das begehrteste «Reiseziel», was darauf hindeutet, dass die amerikanische Beschäftigung immer noch eine grosse Anziehungskraft behält. Diese Offenheit für virtuelle Arbeit kann für Arbeitgebende von besonderem Interesse sein, wenn sie Schwierigkeiten haben, Stellen im IT- und digitalen Bereich zu besetzen.

Industrie 4.0
Diese Fernbeschäftigung bietet auch uns «Alten», Plattformen wie «kompetenz60plus.ch», vermehrte Möglichkeiten, uns weiterhin am wirtschaftlichen Geschehen zu beteiligen. Oft werde ich gefragt, was ich unter Industrie 4.0 verstehe. Ich denke wir befinden uns mitten drin, in dieser vierten Industrierevolution. Es ist das Zusammenspiel von Mensch und Maschine, orts- und zeitunabhängig. Es sind nicht mehr die linearen und voraussehbaren Entwicklungen, sondern vernetzte Abläufe mit ihrer eigenen Logik. Darauf müssen wir uns einlassen, denn wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen, Abwarten ist keine Option. Bemerkenswert ist der Umstand, dass rund 40% der Schweizer KMU auch heute noch der Ansicht sind, dass die Digitalisierung keine Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell hätte. Als «alter weisser Mann» schaue ich zurück und bin überzeugt, dass Erfahrungen wichtig und stete Neugier, sowie Wandelbarkeit noch wichtiger sind. Deshalb müssen wir für die Gestaltung der Zukunft, nebst den «jungen Wilden» auch die kompetenten «Alten» mit einbinden.

Die Pandemie zeigt Schwächen im Geschäftsmodell
Wir haben ein Problem – und sind in der Krise kalt erwischt worden. Die Pandemie zeigt die Schwächen wie unter einem Brennglas, nicht nur gesellschaftlich, politisch und medizinisch, sondern eben auch technologisch. Dies sagt Martin Vetterli, Präsident der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) im Interview mit Marc Tribelhorn und Antonio Fumagalli in der NZZ vom 25.März 2021. Die Schweiz verweigert sich der Realität aus Bequemlichkeit. Wir sind reich, traditionell und träge. Haben wir ein IT-Problem, holen wir uns Hilfe, etwa bei Experten im Ausland. Europa hat in den 1980er Jahren die IT-Entwicklung verschlafen, und zwar aus reinem Snobismus. Man dachte damals, Informatik sei keine ernsthafte Wissenschaft, man könne das Feld ruhig den Amerikanern überlassen und einfach ein IBM-Produkt kaufen. Wir müssen die Pandemie als Chance sehen, denn das Thema Digitalisierung wird nicht verschwinden. Wer die heutige Welt verstehen will, muss die digitale Welt verstehen, zumindest ansatzweise. Es reicht nicht mehr, zu wissen, wie man eine Excel-Tabelle oder eine Powerpoint-Präsentation erstellt. Was wir brauchen, ist eine digitale Mündigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Das fängt in der Schule und bei der Erziehung an. Heute sind wir viel zu naiv. Alle laufen mit dem Smartphone und dem Laptop herum, aber kaum jemand weiss, was da passiert mit den Daten und den Downloads.

Kompetente «Alte» stellen ihre Erfahrung zur Verfügung
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger