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Blog, Industrie 4.0

Zum Jahreswechsel

Hoffnungsvoll ins neue Jahr
Zwanzig-Einundzwanzig war ein weiteres herausforderndes Jahr. Rückblickend wurde viel Zeit damit verbracht, sich nicht anzustecken, sich impfen zu lassen, Masken zu tragen und Schlange zu stehen, um etwas überprüfen zu lassen. Aus Angst vor der Verbreitung der COVID-19-Omikron-Variante wird uns erneut empfohlen, die Feiertage nur in kleinen Gruppen von Freunden und Familie zu feiern. Trotzdem freuen wir uns, das neue Jahr gesund, glücklich und hoffnungsvoll einläuten zu dürfen. Dieser kleine Schneemann repräsentiert ziemlich treffend unsere aktuelle Situation in einer schwierigen Zeit.

«Snowman» Peter Fischli (1952) und David Weiss (1946–2012), Fondation Beyeler, Riehen bei Basel

«Snowman»
Seit dem 27. November 2020 steht «Snowman», eine Skulptur der Schweizer Künstler Fischli/Weiss, im Park der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Neben den anderen bekannten Skulpturen von Alexander Calder (Tree, 1966), Ellsworth Kelly (White Curves, 2001), Jenny Holzer (Sitzbänke Living Series, 1989) und Thomas Schütte (Hase, 2014), erhielt der Berower Park somit ein weiteres permanentes Highlight. Die Skulptur, in einem Kühlschrank mit Glastür, entstand 2016 gemäss Entwürfen aus den 1990er Jahren und existiert dank dem Betrieb mit Solarenergie das ganze Jahr hindurch. Snowman veranschaulicht den Widerspruch zwischen Natur und Künstlichkeit mit dem für das Schaffen von Fischli/Weiss typischen Hang zum Absurden.

Wir wünschen Ihnen allen frohe Festtage und ein glückliches 2022… Und bitte, bleiben Sie gesund!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
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#250 – «Alte» im Team, notwendiger Paradigmenwechsel

Fachkräftemangel
Unter dem Titel «Zunehmender Fachkräftemangel: Frauen und Rentner sollen die Zürcher Wirtschaft retten» schreibt Zeno Geisseler, NZZ vom 9. Dezember 2021, über das Dilemma zwischen Fachkräftemangel und der Bereitschaft, ältere erfahrene Kräfte im Arbeitsmarkt zu behalten. Wenn die Zürcher Wirtschaft weiter wachsen soll wie bis jetzt, bräuchte es bis 2050 gemäss einer aktuellen Prognose, über 200’000 neue Arbeitskräfte. Teilzeitpensen und Frühpensionierungen werden je länger, je mehr zu einem volkswirtschaftlichen Problem. Eine grosse Herausforderung bildet jedoch der demografische Wandel, denn die Bevölkerung wird immer älter: Der Anteil der über 64-Jährigen könnte von 17 Prozent (2020) auf 23 Prozent bis 2050 wachsen, die Gruppe der 15- bis 64-Jährigen hingegen von 68 auf 63 Prozent sinken. Es gäbe voraussichtlich weniger Erwerbstätige und mehr Pensionierte.

Status Quo ist keine Option
Die Wirtschaft sollte deshalb ein vitales Interesse an älteren Mitarbeitenden haben. Für die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh ist «Nichts zu tun, keine Option». Neben den Teilzeiterwerbstätigen, darunter viele Frauen, aber auch Arbeitslose, gebe es auch rund 100’000 «junge» Pensionierte, Personen zwischen 60 und 69 Jahren, die diesen Mangel stoppen könnten. Neben weiteren Massnahmen gehört auch eine höhere Produktivität dank Digitalisierung als Kernpunkt einer effizienten Wirtschaft. Gemäss Walker Späh gelten in der Informations- und Kommunikationstechnik (ICT)-Branche grundsätzlich die gleichen Ansätze wie in der gesamten Zürcher Wirtschaft: Frauen und Ältere sollen einen grösseren Beitrag leisten. Es müssten Wege gefunden werden, das Potenzial der 58- bis 70-Jährigen zu mobilisieren, sagte Alain Gut, ein Vertreter der Branche.

Portrait Jeanne Hébuterne, 1919, Amedeo Modigliani (1884–1920)

Altersparadoxon
Ein Paradigmenwechsel ist die Veränderung bestehender Denk- und Verhaltensmuster. Dazu müssen wir jedoch gewohnte Sichtweisen erkennen, verstehen und der Realität anpassen. Denn Alter ist keine Krankheit! Ein ehemals völlig normaler Lebensabschnitt wird von unserer Gesellschaft immer mehr pathologisiert. Seit Beginn der Pandemie vor bald zwei Jahren auch von Politik und Behörden. Wir «Alten» tragen durchaus noch etwas zur Gesellschaft bei. Wir haben zwar nicht mehr das Wissen der «jungen Wilden», aber viel Erfahrung, Weisheit, Leidenschaft, Empathie, Respekt und Ausdauer. Unsere Karrieren sind gemacht, wir dürfen entspannt in die zweite Reihe treten. Wir lassen uns immer noch begeistern und sind auch gerne bereit den Jungen, auf Augenhöhe, ohne Mahnfinger und Besserwisserei, mit Rat und Tat beizustehen. Was die Wissenschaft heute das «Altersparadoxon» nennt, lässt sich so zusammenfassen: Je älter wir körperlich werden, desto wohler fühlt sich unser Geist.

Zu jung für den «Ruhestand»
Mit 65 in den Ruhestand zu treten, findet der Philosoph Ludwig Hasler deshalb einen Irrsinn. Professuren stehen meist in einem unbefristeten Anstellungsverhälnis. Um dem «Sesselkleben» vorzubeugen, wird (zu) oft das gesetzliche Pensionsalter zum Rücktritt eingefordert. So kommt es, dass die Geotechnikerin und ETH Rektorin Sarah Springman (64) nach einem Vierteljahrhundert an der ETH Zürich und nach sieben Jahren in der Schulleitung das Amt an den Teilchenphysiker Günther Dissertori übergibt. (NZZ vom 7. Dezember 2021). Die äusserst beliebte Rektorin, Mentorin und Vorbild jüngerer Generationen, wird ab Februar 2022 Direktorin des 1893 gegründeten St Hilda’s College der Universität Oxford, England.

Erfahrung basiert auf Vergangenheit
«Das haben wir schon immer so gemacht», «der Mensch ist ein Gewohnheitstier» oder auch «das ist historisch so gewachsen» hört man leider viel zu oft. Dank unseres Gedächtnisses erinnern wir uns an Vergangenes. Dies erklärt auch weshalb ältere Probanden, zur Erledigung eines Vorhabens, im Labor schlechter abschneiden als jüngere. In ihrer gewohnten Um­gebung zeigen sie dagegen bessere Leistungen. Es gibt auch 60-Jährige, die sind frei von Erfahrung. Sie pochen auf ihr Wissen von gestern, fühlen sich bedroht durch die Mentalität der Jungen. Der ECO Talk vom 6. Dezember 2021 mit Reto Lipp, hat meine Observation bestätigt, wie Überheblichkeit von uns «Alten» gegenüber den «jungen Wilden» jegliche Zusammenarbeit erschwert. Man hat viel Erfahrung, aus Führungspositionen, Militär oder Politik und lässt dies wiederholt durchblicken. Solch hierarchisches Denken ist vielen Jungen fremd. In der Diskussion versuchen sie Brücken zu bauen und riskieren dabei, mit ihren «Unzulänglichkeiten» konfrontiert zu werden. Etwas mehr Demut unsererseits wäre angebracht. Der Respekt der Jungen kommt von selbst, wo wir «Alten» Akteure uns aufrichtig für deren Zukunft einsetzen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#249 – Marketing heute, eine «Roadmap»

Trends antizipieren
In den sozialen und Printmedien kursieren Hunderte von Ratschlägen, gratis Tipps zum erfolgreichen Marketing – wenn es nur so einfach wäre! Marketing, Verkauf und Werbung sind wichtige Aktivitäten in jedem Unternehmen. Die Adressdatenbank eines KMU und deren Pflege sollte oberste Priorität geniessen. Man hat eine gute Idee und muss diese bekannt machen, die Leute geduldig und zeitaufwändig für ein Produkt begeistern. «Marketing-Spezialisten», oftmals Branchenfern, verfügen zwar über ein grosses Netzwerk, haben aber wenig Hintergrundwissen zum Produkt. In unserer global vernetzten Welt genügt es nicht mehr, mit einer attraktiv gestalteten Webseite oder einem Eintrag auf Instagram, Aufmerksamkeit zu generieren. Die Bedürfnisse und Vorlieben der Nutzer (Kunden) ändern sich blitzschnell. Unternehmen brauchen Echtzeit-Einblicke in die Nuancen des Kundenverhaltens, müssen Trends antizipieren, kreative Ideen haben und innovativ sein. Wenn das Angebot stimmt, ist der Preis meist sekundär. Beispielsweise ist der Apple-Konzern dank attraktiven Produkten, für die Kund:innen eine hohe Zahlungsbereitschaft haben, das wertvollste Unternehmen der Welt. In den vergangenen zwölf Monaten hat Apple 95 Mrd. Dollar Gewinn erwirtschaftet. Das ist etwa 6-mal mehr als Roche, 8-mal mehr als Nestlé und 12-mal mehr als Novartis im Jahr 2020 (NZZ vom 23.November 2021).

Weihnachtsbäume zum Verkauf in der Gärtnerei. Bild: CC0 Public Domain, David Wagner

Die Zukunft des Marketings ist da
Im Beitrag der BCG Boston Consulting Group vom 30. November 2018 äussern sich Rich Hutchinson, Dominic Field, Nicolas de Bellefonds, Akira Morita und Jeanine Lavender wie folgt: Wir alle wissen, dass sich das Marketing schnell verändert, aber denken Sie für eine Nanosekunde darüber nach, wie schnell. Die fünf FAANG-Unternehmen – Facebook (Meta), Amazon, Apple, Netflix und Google (Alphabet), deren gemeinsame Marktkapitalisierung etwa 3 Billionen US-Dollar beträgt – haben ein Durchschnittsalter von 23 Jahren, was einer menschlichen Generation entspricht. Sie sind sowohl Verbraucherunternehmen als auch Technologiegiganten, und in diesen 23 Jahren haben sie (und andere) das Kaufverhalten der Kunden neu gestaltet und die Interaktion zwischen Unternehmen und Verbrauchern neu definiert. Und das ist nur der Anfang. Technologien und Werkzeuge entwickeln sich weiter und digitale Kanäle werden fragmentiert. Noch vor wenigen Jahren ging es beim Marketing um Digital, Mobile und Social. Heute teilen sich die sozialen Medien in mehrere Plattformen – Facebook, Instagram, Snapchat, Pinterest und YouTube, um nur einige zu nennen. In China sind WeChat, Douyin und Youku beliebt.

Morgen wird anders – und noch komplizierter
Die Frage ist, wie können Verkäufer und ihre Unternehmen mithalten? Irgendwann ist es weder praktikabel noch eine Lösung, mehr Datenspezialisten und Software Ingenieure einzustellen. Für Führungskräfte die nicht zur Generation der «Digital Natives» gehören sind die Hürden ungleich hoch. Drei Herausforderungen stellen die Autoren fest: Die gestiegene Erwartungshaltung der Verbraucher/Nutzer, Datenkontrolle/Dominanz und unternehmensinterne Prozesse.

Die Erwartungshaltung der Nutzer
Laut dem «State of the Connected Consumer Report 2018» von salesforce.com geben vier von fünf Kunden an, dass die Erfahrung eines Unternehmens genauso wichtig ist wie seine Produkte oder Dienstleistungen, und fast 60% haben zu einem Wettbewerber gewechselt, weil dieser ein besseres Erlebnis bietet. Verbraucher erwarten heute ein noch nie dagewesenes Mass an Relevanz und eine zunehmend personalisierte Anpassung der von Unternehmen angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Beispielsweise Gäste von Disneys neuem Shanghai Resort können mit ihren Smartphones Fahrten reservieren, Hotelzimmer freizuschalten und Einkäufe tätigen.

Daten für den Marketing-Motor
Daten sind der Treibstoff, der den modernen Marketing-Motor antreibt. Sie ermöglichen die oben erwähnten personalisierten Erlebnisse, verknüpfen Online- und Offline-Konsumgewohnheiten und führen zu intelligenteren Entscheiden und besserer Transparenz. Ähnlich dem Mooreschen Gesetz wird sich die schiere Menge der verfügbaren Daten in Zukunft alle zwei Jahre verdoppeln. Sensoren, Monitore, Kameras und Messgeräte werden dank 5G-Technologie eine immer grössere Fülle an Informationen liefern. Die Generation, welche mit Daten aufgewachsen ist, hat seit langem die Vorteile des «Daten-Schwungrad-Effekts» erkannt. Solche Ökosysteme bieten Nutzern nahtlose und umfassende digitale Erlebnisse, indem sie Geschäftspartner auf einer einzigen Plattform organisieren, um mehrere Kundenbedürfnisse zu befriedigen.

Geschwindigkeit dank unternehmensinternen Prozessen
In der Vergangenheit legten Marketingabteilungen in der Regel die Markenstrategie fest und lagerten die Entwicklung und Durchführung von Kampagnen aus. Selbst als digitale Technologien in den letzten Jahren den Inhalt und die Bereitstellung von Kampagnen veränderten, verliessen sich Unternehmen stark auf Agenturen und Aussenstehende, um die zunehmend automatisierten Aspekte des Medieneinkaufs und der Kampagnendurchführung zu bewältigen. Nun erkennen Unternehmen die zunehmende Bedeutung von Geschwindigkeit, Kontrolle und Dateneigentum und stellen fest, wie wichtig die interne Bearbeitung dieser Vorgänge ist. Besonders relevant ist die beschleunigte Ausgabe, da digitale Kanäle an Zahl und Bedeutung zunehmen und eine immer schnellere Auswahl an Inhalten erfordern. Die interne Bearbeitung erleichtert auch das Testen, Lernen und Anpassen von Kampagnen im laufenden Betrieb. Durch Verknüpfung verschiedenster Datenbanken und die Möglichkeit mithilfe eines Laptops, Tablets oder Smartphones – auf eine Softwareplattform zuzugreifen, entsteht die Möglichkeit, Daten in Echtzeit zu bearbeiten. Die Software ermöglicht den Teams von Benutzern, facettenreiche Kampagnen in nie dagewesener Geschwindigkeit zu entwerfen, zu testen und auszuführen, sowie medienübergreifende und plattformübergreifende Anpassungen vorzunehmen, beispielsweise Facebook versus Instagram oder Spracherkennung versus erweiterte Realität (AR).

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