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Blog, Industrie 4.0

«Alte» im Stresstest

Schweizerischer Verband für Weiterbildung, 30.11.2018, Interview (auszugsweise) von Irena Sgier mit Geri Thomann, Leiter der Abteilung Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Der Boom in der Beratung: «Alte» sind im Vorteil
Der rasante gesellschaftliche Wandel, den wir zurzeit erleben, ist geprägt von der Digitalisierung und von Phänomenen wie der Flexibilisierung der Arbeitszeiten oder der Entkoppelung von Betriebs- und Arbeitsorten. Das produziert enorm viel Unsicherheit. Leute suchen vermehrt Entscheidungshilfen. Sie wollen Optionen klären und wissen, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen. Dabei müssen sie mit Ambivalenzen, Spannungen und Paradoxien umgehen können. Eine Coaching-Kultur ermutigt Menschen zum Wissensaustausch, Mitarbeitende fühlten sich mehr verbunden. Kompetente «Alte» bringen dank ihrer «Unabhängigkeit» und der neutralen Aussensicht die notwendige Ruhe ins Team..

Art Basel Hong Kong 2019

Welche Hilfe kann man von Beratern erwarten?
Es gibt verschiedene Beratungskonzepte. Die Ratschlagskonzepte und die Ratgeberliteratur versuchen, Unsicherheit zu absorbieren oder Sicherheit zu produzieren. Andere Konzepte siedeln sich irgendwo zwischen Fachberatung und Instruktion an, bieten also spezifische Unterstützung im Sinne von «Know-how». Bei Prozessberatung geht es nicht um den schnellen Ratschlag, sondern um die Erhöhung von Problemlösefähigkeit, um Lernen. Aus Kostengründen steigt der Druck auf die Berater, schnelle Lösungen zu liefern.

Die Metaerfahrung von «Alten» in der Prozessberatung
In der Prozessberatung versucht man das zu vermeiden. Dort geht es darum, die Fragen zu schärfen, Probleme zu definieren und Muster zu erkennen, bevor man eine Problemlösung ins Auge fasst. Man wirft den Klienten nicht von Anfang an Lösungen an den Kopf. In einer sich rasch verändernden Welt ist «Erfahrung» im Sinne von ursprünglich Gelerntem weniger wichtig als in traditionellen Gesellschaften. Oft ist deshalb nicht spezifische Berufserfahrung, sondern Metaerfahrung zentral. So kann Erfahrung mit schwierigen Kunden beispielsweise nützlich sein, um Konflikte zu vermeiden.

Unterwerk EWZ Sellnau: Kraftwerk – Aufbau Co-Working Spaces, Zürich 2016, Video (1:45′)

Widersprüche
Widersprüche sind in der Beratung sehr wichtig. Es ist im übrigen auch eine typische Anforderung an Beratungspersonen, mit Ambivalenzen umzugehen und sich in Spannungsfeldern bewegen zu können. Beratung wird leider häufig zu schneller Empfehlung. Es wird sehr vieles Beratung genannt, was eigentlich keine ist. Beraterinnen und Berater sollten sich möglichst wenig instrumentalisieren lassen. Genuine Beratung im Sinne der Prozessberatung setzt Freiwilligkeit, Neutralität und zeitliche Begrenztheit voraus. Beratende sollen über Konzepte verfügen, die ihre Klienten bei der Orientierung unterstützen, statt sie dazu zu bringen, sich einem System anzupassen. Wissenschaftliches Wissen ist deshalb für die Beratung enorm wichtig um Konzepte zu vergleichen.

«kompetenz60plus.ch»
Die Plattform «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Nicht das physische Alter steht im Vordergrund, sondern der Beitrag den wir «Alten» für unsere Gesellschaft immer noch zu leisten bereit sind. Mit unserer positiven Einstellung zum Leben schöpfen wir aus reicher (Lebens-)Erfahrung und verfügen über ein wertvolles Netzwerk, darunter sind auch «junge Wilde». Gerne stellen wir diese Kompetenzen den «Patrons» von KMU’s zur Verfügung: Wir freuen uns über Ihre Teilnahme am Projekt. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

Blog, Industrie 4.0

Judy Chicago (80)

Art Basel Miami aktuell
«Why is there no childbirth in Western art?» Feminist legend Judy Chicago on taboos, fake news, and needlework. Judy Chicago diskutierte ihre Arbeiten mit dem Kunsthändler und Kurator Jeffrey Deitch während des 2018 Conversations-Programms von Art Basel Miami Beach.

Judy Chicago, Hero 1 aus dem «Birth Project», Bild: Art Basel Miami

Eine aktive Künstlerin
«Die Menschheit wird von Menschen repräsentiert … Fake news!», sagte Judy Chicago (80) lachend, als sie 2018 das Art-Basel-Videoteam am Institute of Contemporary Art Miami (1:05:51) traf. Der grösste Teil der vierzigjährigen Karriere der Künstlerin hat diesen Mythos entlarvt. Ihre bekannteste Arbeit «The Dinner Party» (1974-1979) feiert die Rolle der Frau in der Geschichte. Die monumentale Installation hat seit ihrer ersten Ausstellung mehr als eine Million Besucher angezogen und ist jetzt dauerhaft im Elizabeth A. Sackler Center für feministische Kunst im Brooklyn Museum in New York City untergebracht. Das Werk zelebriert die Errungenschaften von Frauen im Laufe der Geschichte und gilt auch weithin als das erste epische feministische Kunstwerk.

Wing 1, Fertile, Judy Chicago, Brooklyn Museum in New York City, Bild: Ishtar Kali

Für das «Birth Project» (1980-85) richtete Chicago ihr Augenmerk auf den, was sie als einen toten Winkel in der Kunstgeschichte sah: Die Darstellung der Geburt. In Zusammenarbeit mit 150 auf die Vereinigten Staaten verteilten freiwilligen Näharbeiterinnen produzierte sie total 85 Stickerei- und Textilarbeiten. Diese zeigen schwangere oder gebärende Frauen, gefangen zwischen Freude und quälenden Schmerzen. Das Geburtsprojekt wird derzeit in «Judy Chicago: A Reckoning» gezeigt, Chicagos Retrospektive im Institute of Contemporary Art Miami. In diesem Exklusivinterview (5′:50″) greift sie eine Arbeit auf, die drei Jahrzehnte später nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat.

Judy Chicago, The Crowning, aus dem «Birth Project», Bild: Internet

Judy Chicago (80)
Judy Chicago, die US-amerikanische feministische Künstlerin, Kunstvermittlerin und Schriftstellerin, die für ihre grossen kollaborativen Kunstinstallationsstücke über Geburts- und Schöpfungsbilder bekannt ist und die Rolle von Frauen in Geschichte und Kultur untersuchen. In den 1970er Jahren hatte Chicago das erste feministische Kunstprogramm in den Vereinigten Staaten gegründet. Die Arbeiten von Chicago umfassen eine Vielzahl von künstlerischen Fähigkeiten, wie beispielsweise Handarbeiten, die mit arbeitsintensiven Fähigkeiten wie Schweissen und Pyrotechnik ausbalanciert sind.

«kompetenz60plus.ch»
Die Plattform «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Nicht das physische Alter soll im Vordergrund stehen, aber der Beitrag den wir «Alten» für unsere Gesellschaft immer noch zu leisten bereit sind. Mit unserer positiven Einstellung zum Leben schöpfen wir aus reicher Erfahrung und verfügen über ein wertvolles Netzwerk, darunter auch mit «jungen Wilden». Gerne stellen wir diese Kompetenzen den «Patrons» von KMU’s zur Verfügung: Wir freuen uns über Ihre Teilnahme am Projekt. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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Blog, Industrie 4.0

Lebenserwartung und Produktivität

Alte Berater
Im letzten Blog monierte ich über die reiche Schweiz, in der ältere Menschen immer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Nicht nur werden die Sozialsysteme durch diesen Trend über Gebühr belastet, nicht jedermann begnügt sich im Alter mit Gartenarbeit oder Enkelhüten. Dies wirft die Frage auf, wie ältere Menschen weiterhin am Berufsleben teilhaben können. Wissen und Talent verschwinden bekanntlich nicht über Nacht, quasi mit der Pension. Viele entscheiden sich als Folge, dieses Wissen im «Alleingang» weiter zu geben. Man will verständlicherweise nicht zu den Untätigen und nicht mehr Gebrauchten gehören und gründet seine «Einzelfirma», lässt Visitenkarten drucken. Doch wieviele Berater, Coaches und Mentoren kann sich eine Volkswirtschaft leisten, im Hinblick auf die weiter steigenden Lebenserwartungen bei guter Gesundheit? Irgendwann wird es nachhaltige Lösungen brauchen. «kompetenz60plus.ch» ist eine Plattform für KMU’s, ehemalige Unternehmer, Freiberufler und Fachleute welche ihre Kompetenz kurzfristig und auf temporärer Basis zur Verfügung stellen.

Bild: https://www.boredpanda.com/vintage-photos-life-before-autocad/

Gemischte Teams
Im Idealfall bleibt man weiterhin im Arbeitsprozesses integriert, wenn auch mit reduziertem Pensum, oft auch für weniger Lohn und entsprechend minderem Verantwortungsdruck ausserhalb des Tagesgeschäfts. Traditionelle Arbeitsmethoden oder antiquierte räumliche Situationen vieler KMU’s verstellen jedoch oft die Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft durch die sinnvolle Integration bereits vorhandener Kompetenzen. Gerade die verfügbaren technischen Hilfsmittel wie das Tablett oder der laptop Computer machen ein zeitversetztes und ortsunabhängiges Arbeiten möglich, bei dem auch wir «Alten» unser Wissen und die äusserst vielseitige Erfahrung weiterhin einbringen können. Kreativität und Ideenreichtum gekoppelt mit positivem Denken und der notwendigen Flexibilität sind altersunabhängig die Ingredienzen zum Erfolg. Wir «Alten» können dabei noch viel zum Wohlstand beisteuern. Dazu braucht es Einsicht und Offenheit von allen Seiten im Team mit jüngeren Generationen.

Lebenserwartung und Produktivität
Gemäss den Statistiken in Steven Pinker’s Buch haben die Menschen in Europa bis 2020 eine durchschnittliche Lebenserwartung von rund 85 Jahren. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, mit jedem weiteren Jahr unseres Lebens werden wir also durchschnittlich noch älter. Der Zukunftsforscher Ray Kurzweil (71) suggeriert, dass diejenigen von uns, die es bis ins Jahr 2045 schaffen, ewig leben werden. Verantwortlich für diesen Fortschritt sind unzählige Verbesserungen im Gesundheitswesen, technologische Hilfsmittel und die Erkenntnisse in den Ernährungswissenschaften. Und nein, diese zusätzlichen Lebensjahre werden wir auch nicht senil in einem Schaukelstuhl und ohne Partner verbringen müssen. Bei guter Gesundheit sind wir durchaus in der Lage, unsere Fähigkeiten weiterhin für alle gewinnbringend einzusetzen. In den letzten 70 Jahren ist die Weltpopulation um fast fünf Milliarden Menschen gestiegen, dabei wurde auch der «Kuchen» dank Innovation für alle grösser und die Armut nimmt weltweit laufend ab. Kein Grund für Endzeitstimmung, sondern Anlass um über neue Modelle der Weiterbeschäftigung im Alter nachzudenken.

(Steven Pinker (65), Johnstone Professor of Psychology, Harvard University: Enlightenment NOW. The case for reason, science, humanism, and progress, Viking Press, Penguin Random House, 2018)

«kompetenz60plus.ch» die Plattform «von uns. für uns.»
Wir «Alten» verfügen als Partner im Team über einen altersbedingten Wissensvorsprung und viel Lebenserfahrung. Als Konsumenten sind wir Vertreter eines stark wachsenden Marktpotenzials und kennen unsere Bedürfnisse aus erster Hand. «kompetenz60plus.ch» ist auch die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit und registrieren Sie Ihre Kompetenz oder Ihr Unternehmen oder kontaktieren Sie uns per Email, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger