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Blog, Industrie 4.0

#294 – Wissen hemmt Innovation

Brainstorming für die Zukunft
«Über 1.5 Mio. Menschen in der Schweiz sind heute älter als 65 und in 30 Jahren werden es rund 2.6 Mio. sein», begann Dr. phil. Antonia Jann, Gerontologin und Unternehmerin ihre Präsentation zum Thema Wohnen im Alter. Organisiert hat den «FutureSprint – Workshop: Wohnen» vom 28. Oktober 2022, das Team um Rachel Manetsch, Gründungsmitglied bei FocusFuture. Es war eine Pilotveranstaltung, bei der man das Format testen wollte. In weiteren Workshops sollen künftig neue Erkenntnisse erarbeitet werden, über das Altern und das Leben in der Pensionierung aus verschiedenen Perspektiven. Das Thema «Wohnen» ist Teil dieser weiterreichenden Diskussion um die Zukunft von uns «Alten». Denn im Vergleich zu unseren Eltern beschert uns der demografische Wandel eine rund zehn Jahre längere Lebenszeit. Die Zahl der Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren wird sich von 460’000 im Jahr 2020 auf 1,11 Millionen in 2050 mehr als verdoppeln. Was machen Frauen und Männer in der Schweiz mit diesem Geschenk und was sind die Konsequenzen für Wohnen, Arbeitswelt, Bildung und Politik?

«Design Thinking», Teilnehmende am «FutureSprint – Workshop: Wohnen» vom 28. Oktober 2022 in Zürich

Der Sprint zum besseren Kennenlernen
Kreative und offene Menschen, Junge wie «Alte», waren zum Workshop eingeladen um ihre Erfahrung einzubringen, Wünsche und Hoffnungen zu formulieren. Gemeinsam entwickelten die Teams, basierend auf der Innovationsmethode «Design Thinking», Szenarien, Konzepte und schlussendlich drei prototypische Projekte. Obwohl diese, dem straffen Zeitrahmen geschuldet, nichts absolut Neues hervorbrachten, war der Weg dorthin lehrreich und führte zu einem vertieften gegenseitigen Kennenlernen unter den Teilnehmenden. Ziel fürs Erste erreicht.

Wie denken Gestaltende
Design Thinking ist ein Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll. Es ist die Absicht, Lösungen zu finden, die einerseits aus Anwender- oder Nutzersicht überzeugend, andererseits markt- und produktorientiert sind. Im Gegensatz zu anderen Innovationsmethoden wird Design Thinking teilweise nicht als Methode oder Prozess, sondern als Ansatz beschrieben, der auf den Grundprinzipien Team, Raum und Prozess beruht. Drei Professoren der Stanford Universität, Kalifornien, erscheinen am Anfang der seit den 1960er Jahren sich konstituierenden Design-Forschung, welche die spezifischen Arbeitsprozesse professioneller Designer erforscht. Man versucht herauszufinden «how designers think», wie Gestaltende denken. Innovation ist etwas Überraschendes, bricht also mit den Erwartungen der Zielgruppe und das Risiko des Scheiterns ist sehr gross.

René François Ghislain Magritte (1898-1967), belgischer Maler, «Ceci n’est pas une pipe» 1929               (keine Pfeife, sondern nur ihr Abbild!)

Wissen braucht Erfahrung
Jean-Philippe Hagmann, Industriedesigner, Agentur für radikale Innovation – Autor (Hört auf, Innovationstheater zu spielen!) und Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, schreibt aktuell auf LinkedIn über Innovation: «Was ist Innovation? Ich weiss es nicht. Und das ist gut so!». Für ihn ist das Wissen über das Nicht-Wissen einer der stärksten Motoren für die Innovation. Mit dem Wissen ist es etwas paradox. Das Streben nach Wissen ist gut. Wissen hingegen nicht. Wer nämlich etwas weiss, braucht nicht mehr zu lernen. Und wer nicht mehr lernt, bleibt stehen. Wer eingesteht, fast nichts zu Wissen, aber nicht aufhört, nach Wissen zu streben, entdeckt Neues. So werden Innovationen geboren. Eine Innovation ist immer etwas Neues. Schliesslich liegt dem Begriff das lateinische «innovare», also «erneuern» zugrunde. Dagegen beschreiben Erfahrungen immer Vergangenes. Wir «Alten» mit Eigenschaften wie Führungserfahrung, sozialer Kompetenz und kommunikativen Fähigkeiten müssen demzufolge unseren Erfahrungsschatz zusammen im Team mit dem Wissen von talentierten Jungen zur Gestaltung des Zukünftigen einsetzen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich als Mentoren oder Sparringspartner aktiv, auch kostenlos, an der Diskussion zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft austauschen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Anfragen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#293 – Praxisorientierte «Alte» für KMU’s

Der Beitrag von uns «Alten»
Gerne helfen wir «Alten» mit, bei der Gestaltung der digitalen Transformation in KMU’s oder Start-ups. Dank unserer Praxiserfahrung, kombiniert mit dem technischen Wissen der Jungen, entwickeln wir in gemischten Teams Strategien zur nachhaltigen Veränderung. Die Herausforderung für uns alle bleibt der rasante technologische Wandel. Diesen müssen wir akzeptieren oder wir werden Opfer, statt Treiber eines Fortschritts mit grossem Potenzial. Die Digitalisierung hat deshalb nur Erfolg, wenn wir Wissen und Erfahrung teilen. Etwas was der Generation Babyboomer in der Schweiz oft schwer fällt, Stichwort «Gärtlidenken». Junge Denken dagegen zu oft in Alterssilos, einer Stigmatisierung von uns «Alten». Wir Senioren haben dabei eine Bringschuld. Wir müssen uns weiterbilden und wenn wir glauben, immer alles besser zu wissen, sollten wir im Team auch die Führung durch Jüngere akzeptieren.

Handlungsfelder
Seit Jahrzehnten ist das papierlose Büro ein Thema und noch nie war dessen Umsetzung so einfach wie heute. In der Produktion, bei den Prozessen und Abläufen sind ebenfalls riesige Optimierungen möglich. Als Barrieren für eine Neuausrichtung finden wir leider immer noch die gleichen Gründe, bis jetzt hat es (gut) funktioniert, uns fehlen die Ressourcen und Zeit dazu oder es bestehen Zweifel an der Datensicherheit. Gerade beim Zeitaufwand ist die Zusammenarbeit mit uns «Alten» von grossem Vorteil. Mit unserer neutralen Aussensicht liefern wir das notwendige Know-how aus Erfahrung, sind nicht Teil des operativen Geschäfts und unsere Kosten sind überschaubar.

Digitale Geschäftsentwicklung und Kundennutzen
Mit dem automatisieren von Prozessen, inklusive Marketing werden das Dienstleistungsangebot und damit der Kundennutzen erweitert. Die Führung und Kultur einer Firma ändert sich zum Positiven, worauf man als Kundschaft wohlwollend reagiert. Aktuelle Diskussionen über Kreislaufwirtschaft, Ressourcenknappheit oder Klimawandel müssen im Geschäftsalltag sichtbar sein.

Pipilotti Rist (60) bezeichnet sich selber als Wiederverwendungsfetischistin. Mit ihrer Gestaltung der NZZ vom 29. Oktober 2022 bringt sie ihr Bedürfnis nach Re- und Upcycling zum Ausdruck. Die einzelnen, von ihr künstlerisch gestalteten Seiten sollen nach der Lektüre als Tischsets ein Zweitleben führen können.

Stolpersteine
Fünfzig Prozent der schweizer KMU haben keine (digitale) Strategie und deshalb die falschen (zu grossen) Erwartungen an die Technologie. Mitunter ein Hauptgrund für das Scheitern eines Umbaus sind die fehlende Expertise oder der fehlende Realitätssinn. Fehlendes Vertrauen verhindert oft eine Hilfestellung von aussen. Man will keine «fremden» Leute in der Firma, auch aus Angst vor der Konkurrenz. Mangelndes Wissen über die technologischen Möglichkeiten verhindert bei der Neubesetzung von Stellen eine klare Personalstrategie. Der Beitrag von erfahrenen «Alten» zur Überbrückung solcher Engpässe, kann eine gute Lösung sein. Auch Geduld ist wichtig, denn eine erfolgreiche Transformation dauert drei bis fünf Jahre.

Ein Netzwerk von kompetenten «Alten»
«kompetenz60plus.ch» zeigt innovative Lösungen als Netzwerk von Kompetenten für deren Umsetzung. Geben Sie uns eine Chance und senden Sie eine Email, garantiert unverbindlich an: werner@kompetenz60plus.ch . Die Plattform «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine beteiligen wollen. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#292 – Platz für uns «Alte» im Metaversum?

Maschinelles Lernen unter strenger Überwachung
Chinas Griff nach der Weltmacht: Xi Jinping hat wie kein anderer Staatsmann das Potenzial von Technologie im 21. Jahrhundert verstanden. Die Kommunistische Partei setzt auf Innovation als primärer Treiber für den Aufstieg Chinas. Das ist verständlich. Beunruhigend ist, was Xi dann vorhat – und dass Wissenschafter und Tech-Unternehmen ihm dienen sollen, schreibt Matthias Sander, Shenzhen, in seinem Kommentar, NZZ vom 20. Oktober 2022. Wer auf den Strassen der südchinesischen Technologie-Metropole Shenzhen unterwegs ist, der kommt zuweilen ins Staunen, schreibt er. Manche Überwachungskameras können mittlerweile nicht nur Gesichter erkennen, sondern auch Augeniris, womit man noch zuverlässiger Personen identifizieren kann. Mikrofonsysteme im öffentlichen Raum erkennen Stimme und Sprache. Da fahren dicht gedrängt chinesische Elektro-Fahrzeuge, von deren Herstellern man in Europa oft noch nichts gehört hat. Die Taxis und Stadtbusse etwa stammen alle vom Shenzhener Konzern BYD, das steht für «Build Your Dreams», bau dir deine Träume. Selbstfahrende Robotaxis – noch mit Sicherheitsfahrer, künftig, so der Plan, zunehmend ohne. China ist heute weltweit im Bereich der E-Mobilität führend: Es stellt zwei Drittel der Exporte von E-Autos, zwei der drei grössten Batterie-Hersteller und zwei Drittel der Förderungs- und Verarbeitungskapazitäten des Rohstoffs Lithium. Bis 2035 will China globale Standards für das Internet der Dinge und andere neue Technologien gesetzt haben.

Dazu ein Leserkommentar:
Alle kommunistischen Regime haben auf Technologie gesetzt, doch parallel zeigt sich auch die Unfähigkeit starke Innovation und Effizienz in der Industrie zu erzeugen. Es wird Zuerst kopiert, dann weiter kopiert, gescheite Leute werden abgeworben und trotzdem bleibt der Abstand auf den «Westen» seit 10-20 Jahren unverändert. Das ist der Windschatteneffekt. Mehr Freiheit für die Wirtschaft ist Voraussetzung, denn ein starres System erzeigt keinen Drive, Straffung bedeutet Innovationsverlust.

Handverformungen durch selbstkontaktierende und selbstverschliessende Handgesten: → Demo

Das Daten- und Technologieuniversum im Geschäftsmodell
Unter dem Titel «Was wir über aufkommende Technologien wissen müssen», vermitteln die Autoren Rony Abovitz, Sumit Banerjee, Guy Gilliland, Christy Liu, Edwardo Sackey, Alexey Timashkov, und Rob Trollinger der BCG Boston Consulting Group einen Überblick. Im Beitrag vom 13. Juli 2022 stellen sie fest: Das Metaversum ist bereits ein grosser Teil des Geschäfts. Es wird nur noch zentraler werden. Das Metaversum wird auf digitalen Geräten (wie Laptops, Tablets, Smartphones und AR- oder VR-Headsets) auf unterschiedliche Weise erlebt. Grundlage sind umfangreiche Datensätze, die von künstlicher Intelligenz oder maschinellen Lernalgorithmen erzeugt werden. Im Metaversum wird die physische Welt in digitale Daten umgewandelt und digital nachgebildet oder dargestellt, entweder als Abbild der Realität (beispielsweise digitale Karten oder Bilder) oder als Fiktion oder Fantasie (im Videospiel). Für Unternehmen stellen sich somit zwei Fragen: Wie wird das Metaversum das Geschäft verändern? Und wie können sie den Wandel vorantreiben und zu ihrem Vorteil gestalten? Die Autoren nehmen dazu eine praktische Sichtweise ein und konzentrieren sich auf die produktiven Anwendungsfälle, die neue und beispiellose Werte schaffen.

Das Neueste im maschinellen Lernen – Phantastische 3D-Simulation von neuronalen Netzen: Publiziert auf LinkedIn von Eric Vyacheslav, Ex-Research Scientist at Google DeepMind • Advisor at AlphaSignal.ai

Eine Zukunft mit oder ohne Partizipation der «Alten»?
Angetrieben durch kontinuierliche Fortschritte in Technologien wie erweiterte- oder virtuelle Realität (AR / VR), Big Data, künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Blockchain ist die Natur des Metaversums noch in Arbeit. Deshalb sind wir heute noch nicht in der Lage, seine Grenzen zu definieren, es erscheint uns noch amorph. Dagegen sind die Anwendungsfälle leichter zu erkennen und vermehren sich schnell. Viele Unternehmen sehen im Metaversum bereits eine Gelegenheit, auf neue Weise mit Verbrauchern in Kontakt zu treten. Es entstehen neue Arten der Geschäftsabwicklung mit der Möglichkeit, alles neu zu erfinden, vom Kundenerlebnis bis hin zu den operativen Prozessen. Dutzende Anwendungsfälle für Unternehmen aller Branchen nutzen die Technologie, obwohl diese noch in den Kinderschuhen steckt. Das führt nicht nur zu schnelleren und einfacheren Vorgehensweisen, sondern ermöglicht ganz neue Branchen und Geschäftsmodelle. Künstliche Intelligenz bei der Suche nach neuen Mitarbeitenden, entscheidet immer öfter über die Stellenbesetzung (→ siehe dazu Blog #286 – ZU ALT).

Maschinen erraten unsere Gefühle und Absichten
Im Interview mit der Maschine ist es deshalb wichtig in welchem Ton man auf die Fragen antwortet und ob man genügend lächelt, denn KI kann anhand der Stimme oder der Mimik die Persönlichkeit und die wahren Gefühle erkennen, so das Versprechen. Wieweit künstliche Intelligenz bereits in der Forschung existiert, zeigt sich am Beispiel von «Hand-Tracking». Die Rückverfolgung von Handbewegungen wird eine signifikante Veränderung in der aktuellen Art und Weise bewirken, etwas zu tun oder über etwas nachzudenken. Gemäss den Programmierern Breannan Smith, Chenglei Wu, He Wen, Patrick Peluse, Yaser Sheikh, Jessica Hodgins, Takaaki Shiratori ist es der allererste Algorithmus, welcher in der Lage ist, Handverformungen durch selbstkontaktierende und selbstverschliessende Handgesten in High-Fidelity-Qualität zu verfolgen. Es ist noch früh, aber das ist ein spannender Schritt, schreibt Eric Vyacheslav, ehemaliger Forschungswissenschafter bei Google DeepMind, auf LinkedIn.
«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich als Mentoren oder Sparringspartner aktiv, auch kostenlos, an der Diskussion zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft austauschen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Ideen, ganz unverbindlich per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
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