Blog, KI-ÖKONOMIE 1.0

#472 – Führungskräfte: «Alte» Patrons und KI

Künstliche Intelligenz KI macht Führungskräfte effizienter
Wir müssen unsere Art, zu führen, anpassen, unsere Art, Unternehmen zu managen. Mikołaj Jan Piskorski (53) ist Professor für digitale Strategie, Analytik und Innovation, sowie Dekan für Executive Education am International Institute for Management Development, kurz IMD, in Lausanne. Er gilt als Experte für digitale Strategie, Plattformstrategien und digitale Transformation. Im Interview von Bernhard Bieler im NZZ Story Lab, unter dem Titel: «Die Besten nutzen Schocks für die Zukunft», erklärt er weshalb künstliche Intelligenz KI den persönlichen Austausch für Führungskräfte nicht weniger wichtig, sondern noch wichtiger macht. Führungskräfte müssen Krisen bewältigen und gleichzeitig Zukunft gestalten. Seit Covid, den Kriegen in der Ukraine und im Iran sowie den Zollumwälzungen seitens der USA haben die geopolitischen Unsicherheiten erheblich zugenommen. Der Managementjob hat sich in einer Weise verändert, mit der die meisten Führungskräfte noch nicht ganz Schritt gehalten haben. Politisches Verständnis war früher nützlich, heute ist es unverzichtbar. Man kann kein grosses Unternehmen führen, ohne zu verstehen, wie Entscheidungen in Riad, Delhi, Abu Dhabi oder Peking getroffen werden.

Erfahrung schlägt kodifiziertes Wissen
KI macht erfahrene Führungskräfte effizienter in ihrer Arbeit, und sie hilft uns, neue Wege zu finden. Vor zehn Jahren bestand die Aufgabe darin, Ergebnisse zu liefern. Heute besteht die Aufgabe darin, Ergebnisse zu liefern und gleichzeitig mit demselben Team Neues zu entwickeln. Dabei ist zu beachten, dass KI das Generische noch stärker zur Massenware macht. Deshalb, je mehr generische Inhalte es gibt, desto wertvoller wird das Spezifische. Die Forschung erklärt uns, dass frisch erlerntes Wissen (kodifiziertes Wissen) leichter durch KI ersetzt werden kann als langjährige praktische Erfahrung, Kompetenz und Intuition (nicht kodifiziertes Wissen). Erfahrung schlägt kodifiziertes Wissen. Wenn diese Erfahrung auf Neugierde, Veränderungsbereitschaft und Technologieaffinität trifft, entstehen für uns «Alte» besonders wertvolle Qualifikationsprofile.

Fabrik der Zukunft: Boston Consulting Group BCG, Mai 2026

Dauerstress und fundamentaler Wandel
In der Westschweiz gebe es den Spruch «La Suisse se lève tôt, mais elle se réveille tard» – die Schweiz steht früh auf, aber erwacht spät. Peter A. Fischer (60), Journalist und Chefökonom, Co-Leitung NZZ Pro, sieht im Beitrag der NZZ vom 4. Juni 2026 dunkle Wolken am KMU-Horizont. Die Stimmung unter den Unternehmen sei so pessimistisch wie seit dem Jahr 2021 nicht mehr. Vielen Firmen fallen strategische Anpassungen zunehmend schwer. So agil sich die Unternehmen auch geben, so sehr hat eine substanzielle Minderheit zunehmend Mühe, mit dem Dauerstress und dem fundamentalen Wandel umzugehen, der nach strategischer Veränderung ruft. Trotzdem dürfe man diesen Wandel nicht als Bedrohung begreifen, müsse vor allem innovativ sein, findet ein Betroffener. Um erfolgreich zu bleiben muss die Schweizer Industrie immer wieder mit neuen Produkten an den Markt gehen und sich dabei auf zahlungsbereite, anspruchsvolle Nischen konzentrieren. Viele Unternehmer machen sich Sorgen um den Erhalt der industriellen Basis in der Schweiz. Das Land muss aufwachen, bevor es zu spät ist.

Die Fabrik der Zukunft
Im Boston Consulting Group BCG Manufacturing Bericht vom 28. Mai 2026, weisen Daniel Kuepper, Romain Pavy-Biraud, Mouhcine Berrada, Alex Yurek, and Mei-Jung Chen den Weg wie dies gelingen kann. Die «Factory of the Future FoF» transformiert die Produktion ganzheitlich. Sie schafft Wert durch von Grund auf neu gestaltete Prozesse, die über isolierte Automatisierung oder KI-gestützte Anwendungsfälle hinausgehen. Dabei gilt, die Orchestrierung verschiedener Fähigkeiten zu einer kohärenten, integrierten Neugestaltung, um Materialfluss, Maschineninteraktion, Entscheidungsfindung und Variabilitätsmanagement zu optimieren. Verbesserungen in einem Teil der Fabrik verstärken die Verbesserungen in anderen Bereichen und erzeugen so einen kumulativen Effekt im gesamten Betrieb. Mit den veränderten Umstellungskosten ändert sich auch die relative Wettbewerbsfähigkeit der Standorte. Es geht nicht mehr darum, wo die Arbeitskräfte am günstigsten sind, sondern darum, ob die Modernisierung zu einer Fabrik der Zukunft einer Verlagerung an einen kostengünstigeren Standort überlegen ist. Um diese Frage zu beantworten, müssen verschiedene Dimensionen nacheinander bewertet werden: beginnend mit den Anforderungen an die Resilienz, dann die Kostenauswirkungen, die qualitative Bereitschaft, insbesondere in Bereichen wie digitaler Infrastruktur und Arbeitskräftepotenzial und der breitere Geschäftskontext. Wir «Alten» stehen dabei mit unserer Erfahrung gerne zur Verfügung.

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kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#471 – Die kraftvolle Kompetenz der «Alten»

Erfahrene «Alte» profitieren von KI
Künstliche Intelligenz KI war ein Thema unter vielen beim kürzlichen Abendessen mit Alumni meiner Alma Mater. Erstaunt haben mich die Ängste vor der Technologie, die ich auch unter den jüngeren Teilnehmenden, der Generation Y (Millenials, geboren zwischen 1981 und 1995), spürte. Viele von ihnen arbeiten in der Forschung, im Bankensektor oder als Anwält:innen. Dabei sprachen wir nicht über die Zukunft, sondern wie gewollt oder ungewollt wir bereits mit den Auswirkungen der KI auf unseren Alltag leben. Wir erleben einen besonderen Moment in der Technologiegeschichte, eine «grüne Wiese» voller neuer Rollen, neuer «heissen Themen» und neuen Chancen für unsere Karrieren, schrieb Prof. Dr. Yasmin Weiß (46) auf LinkedIn am 3. Juni 2026. Vieles spricht dafür, dass gerade Berufserfahrene von den KI-Chancen besonders profitieren können. Entgegen der Intuition: Aktuelle Zahlen zeigen, dass ausgerechnet die Jüngeren derzeit nicht zu den Profiteuren der KI-Transformation zählen.

KI Verstehen
Wenn ich mit Leuten über künstliche Intelligenz spreche, höre ich oft von Laien: «Ich verstehe KI nicht». Auch Experten sagen: «Ich verstehe KI nicht, und niemand sonst auch». Mit dieser Feststellung begann Helen Toner (34) ihren TED April 2024 Vortrag (11:16) mit dem Titel «Wie man KI steuert – auch wenn Vorhersagen schwierig sind». Eine grosse Herausforderung beim Aufbau künstlicher «Intelligenz» besteht darin, dass sich niemand darüber einigen kann, was es eigentlich bedeutet, intelligent zu sein. Aber lassen wir uns zunächst nicht einschüchtern. Weder von der Technologie selbst, noch von den Menschen und Unternehmen, die sie entwickeln. Meine Lieblings-KI «Claude» von Anthropic weiss dazu: KI ist Software, die Aufgaben übernehmen kann, die wir normalerweise menschlicher Intelligenz zuschreiben – wie Sprachverständnis, Bilderkennung oder Entscheidungsfindung. Sie kann programmieren, Gedichte schreiben, Geschäftsprobleme analysieren und uns bei der Autoreparatur helfen. Die drei Stärken der KI sind die Mustererkennung, trainiert mit millionenfachen Beispielfbildern, Textgenerierung aus Milliarden von Sprachsätzen oder die Entscheidungsfindung durch Vergleichen von Möglichkeiten. KI ist ein System, das aus Beispielen lernt, um Vorhersagen zu treffen oder Ergebnisse zu generieren – sie findet Muster in Daten, so wie Menschen Muster in ihren Erfahrungen finden. Aber sie ist keine Magie, sie hat kein Bewusstsein – sie versteht Dinge nicht wie Menschen, besitzt keinen gesunden Menschenverstand oder Gefühle und kann sich irren. Doch das Potenzial der KI reicht weit darüber hinaus. KI ermöglicht es uns bereits, Sprachbarrieren zu überwinden oder Proteinstrukturen vorherzusagen.

KI generiert, der Mensch kreiert
Menschen werden auch weiterhin relevant bleiben. Denn da geht es um Inspiration, Ideen und Kreativität. KI generiert aus Daten, das ist nicht dasselbe wie Kreieren aus dem Nichts. KI baut auf Daten auf, die im Netz zu finden sind. Diese sind zu 90% durchschnittlich und damit besteht die Gefahr einer qualitativen Abflachung, der wir nur entgegenwirken können, indem wir bessere Datensätze generieren und online stellen. Wir müssen mit der KI über Ästhetik, Qualität, Wirkung und Wahrnehmung kommunizieren. Das ist eine Sisyphusarbeit, aber auch sehr spannend. Für uns «Alte» tun sich hier Möglichkeiten auf, unsere Erfahrung als Mentor:innen, Coaches, oder Sparringspartner in solchen Projekten einzubringen.

Bild: Boston Consulting Group Newsletter vom 3. Juni 2026

Zukunft der Arbeit, Zukunftskompetenzen
Yasmin Weiß erwähnt eine aktuelle Studie der Universität Stanford, in der Millionen US-amerikanische Beschäftigungs- und Gehaltsdaten analysiert worden sind, die zeigt: In sogenannten «KI-exponierten Berufen» ist die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen seit Ende 2022 um rund 13 Prozent gesunken. Diese signifikante Reduktion der Beschäftigung betrifft damit genau die Altersgruppe der Hochschulabsolventen. Gleichzeitig bleiben die Zahlen älterer Beschäftigter recht stabil. Die Forscher erklären das damit, dass frisch erlerntes Wissen (kodifiziertes Wissen) leichter durch KI ersetzt werden kann als langjährige praktische Erfahrung und Intuition (nicht kodifiziertes Wissen). Erfahrung sticht kodifiziertes Wissen. Wenn diese Erfahrung auf Neugierde, Veränderungsbereitschaft und Technologieaffinität trifft, entstehen für uns «Alte» besonders wertvolle Qualifikationsprofile. Diese sind per se auch nicht an eine Alterskohorte gekoppelt, sondern an Denkweisen, Fähigkeiten und gesammelten Erkenntnissen. In der Kombination aus Kompetenz mit Offenheit und Veränderungsbereitschaft liegt grosses Potenzial für beruflichen Erfolg.

Menschliches Handeln als kraftvolle Kompetenz
Yasmin Weiß ist überzeugt, dass auch wir «Alten» die KI-Transformation als grösstes berufliches Geschenk werden nutzen können. Unsere Berufserfahrung ermöglicht die Kombination von menschlichem Handeln mit KI, wo wir das KI-agentische Zeitalter betreten und immer mehr mit autonom agierenden KI-Assistenten konfrontiert werden. Menschliches Handeln zählt zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen und beschreibt die Kontrollfähigkeit in unserer Zusammenarbeit mit KI. Die Professorin unterscheidet dabei drei Bereiche: Problemformulierung, KI-Steuerung und menschliches Urteilsvermögen. Viele Menschen scheitern bereits an der einfachen Regel «Denken vor dem Prompten» und definieren das Problem nicht klar.

Kritisches Denken lässt sich nicht überspringen
Bei der KI-Steuerung geht es um die Definition eines klugen Zusammenarbeits-modells zwischen humaner und künstlicher Intelligenz. Dafür braucht es ein gutes Gespür für die eigenen Stärken und Schwächen und den Grenzen der KI. Viele Menschen lassen zu Beginn der Zusammenarbeit den Schritt der «Diskrepanzanalyse» aus, der aber wichtig ist: Damit ist gemeint, die zu delegierende Aufgabe, aus Erfahrung zunächst herkömmlich zu lösen, dann den Prozess durch Einsatz von KI zu automatisieren und schliesslich die Ergebnisse zu vergleichen. Erst durch diese Analyse lässt sich einschätzen, wie Leitplanken und Kontrollpunkte durch uns Menschen zu definieren sind. Das kritische Bewerten der Ergebnisse ist auch eine Aufgabe für uns «Alte» und beruht auf menschlichem Urteilsvermögen, Evaluierung, menschlichem Veredeln der Ergebnisse sowie die Übernahme der Gesamtverantwortung. Gerade hier wird die Bedeutung von Erfahrung besonders deutlich, die sich auch in menschlicher Intuition zeigt. Damit ist das Gespür gemeint, wo man als Mensch «nachfassen» und «aufpassen» muss, damit die Ergebnisse eine hohe Qualität haben.

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#470 – Verkörperte KI: Chancen für uns «Alte»

Reflektierende Urteilskraft statt Angst
Im Feuilleton-Interview der NZZ am Sonntag vom 31.Mai 2026, sprachen Martina Läubli und Linus Schöpfer, mit dem deutschen Philosophen, Schriftsteller und Moderator Wolfram Eilenberger (53). Unter dem Titel «Wie überwinde ich Ängste? Wie entscheide ich klug? Wie liebe ich richtig? Antworten auf die grossen Fragen des Lebens», waren auch die Ängste über die Ausbreitung der künstlichen Intelligenz KI ein Thema. Auf die Frage: «Wenn die KI bald alles besser kann als ich: Was bin ich als Mensch dann noch wert?» fand Ellenberger klare Worte. Im akademischen Milieu erlebt er aktuell, welche ungeheure Umwälzung die KI bewirkt. Seminararbeiten werden überflüssig, das Prüfungssystem befindet sich im offenen Kollaps. Und so manchen Studiengang, der an der HSG angeboten wird, wird es bald nicht mehr brauchen. Wenn die Universitätskarrieristen sich 80 Prozent ihrer Fachpublikationen, die sowieso keiner liest, zukünftig sparen, befürwortet er diese Entwicklung. Und vielleicht könnte die Uni dann ja jene Kompetenz wieder ins Zentrum stellen, die seit Kant den Kern der Aufklärung ausmacht: die Ausbildung einer reflektierenden Urteilskraft. Just jene Kompetenz ist nämlich ein Residuum für den Menschen und hob ihn immer schon von den Tieren, jetzt aber auch von der künstlichen Intelligenz ab. Humor, Ironie, ureigentliches Sprechen, das Voraus- und Neu-Zusammendenken: Darin ist KI schlecht. Als Philosoph ist Eilenberger deshalb gut gewappnet für die Zukunft. Oder zumindest besser als die Steuerberaterin oder der Betriebswirtschafter.

Wir sind Sklaven unseres Körpers! Er bietet uns nichts als Zerstörung – Fantasien, Begierden, Krankheiten, Ängste.

Zhuangzi (ca. 369–286 v. Chr.), bedeutender chinesischer Philosoph. Aus «To Hell with Love. KATABASIS», ein Roman von R.F. Kuang (30), amerikanische Schriftstellerin, 2025, Seite 521-22.

Wie verkörperte KI die Robotik heute verändert
Die Welt spricht über humanoide Roboter – und es geht um Milliarden. Analysten prognostizieren für den Markt humanoider Roboter bis 2030 zwischen unter einer Million und über sechs Millionen Einheiten pro Jahr. Das bedeutet, dass bereits jetzt zig Milliarden Dollar an potenziellen jährlichen Einnahmen und beträchtliches Kapital in diesen Bereich fliessen. Doch es herrscht grosse Unsicherheit. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, könnten humanoide Roboter unser Leben und Arbeiten grundlegend verändern. Andernfalls riskiert der Sektor, eine der grössten Fehlallokationen von Industriekapital der letzten Jahre zu werden. Im Newsletter der Boston Consulting Group BCG vom 24. April 2026, beschreiben Tilman Buchner, Martin Kleinhans, Daniel Kuepper, Jonathan Brown, Max Ludwig, Simon Rees, und Francesco Palmegiano weshalb physikalische KI schwer zu interpretieren ist. Verbesserungen in Wahrnehmung, Geschicklichkeit, Planung und logischem Denken entwickeln sich unterschiedlich schnell, und öffentlichkeitswirksame Demonstrationen können verschleiern, welche Fähigkeiten ausgereift und welche noch experimentell sind. Die Begeisterung – und die Unsicherheit – sind verständlich. Gewerbler sehen sich mit anhaltendem Fachkräftemangel, steigenden Kosten und zunehmender Variabilität bei Produkten und Prozessen konfrontiert. Traditionelle Automatisierung hat zwar einen enormen Mehrwert geschaffen, stösst aber bei Umrüstungen, komplexen Handhabungsaufgaben und unstrukturierten Umgebungen an ihre Grenzen. Verkörperte (physikalische) KI verspricht, diese Einschränkungen zu überwinden, indem sie Robotern ermöglicht, jenseits starrer, vorprogrammierter Routinen, ihre Umwelt wahrzunehmen, sich anzupassen und zu manipulieren.

Illustration: Boston Consulting Group BCG, Newsletter Mai 2026

Fortschritt trotz Einschränkungen
Physische KI bezeichnet die nächste Generation von Robotersystemen, welche unsere Welt wahrnehmen und in ihr agieren können. Diese Systeme operieren in unstrukturierten oder dynamischen Umgebungen, führen geschickte Manipulationsaufgaben aus, die mit denen menschlicher Hände vergleichbar sind, und können die physikalischen Konsequenzen ihrer Handlungen abschätzen. Sie können menschliche Absichten erkennen, sich an ungewohnte Situationen anpassen und Arbeitsabläufe autonom planen und ausführen, um definierte Ziele zu erreichen. Entscheidend ist, dass physikalische KI hardwareunabhängig ist: Dieselben Fähigkeiten lassen sich somit auf einer Vielzahl von Robotern einsetzen – von humanoiden Plattformen und Drohnen bis hin zu industriellen Automatisierungssystemen. Der Fortschritt physikalischer KI-Systeme verläuft nicht linear. Für erfahrene «Alte» ergeben sich hier ungeahnte Möglichkeiten, durch Einflussnahme beim Trainieren der Maschinen. Aufgaben, die für Menschen leicht sind – wie das Greifen unregelmässiger Objekte oder die Navigation in unübersichtlichen Umgebungen – sind für Maschinen oft extrem schwierig. Aufgaben hingegen, die kognitiv komplex erscheinen, lassen sich vergleichsweise leichter automatisieren. Daher kann die Verbesserung einer Fähigkeit den Eindruck eines umfassenderen Fortschritts erwecken, selbst wenn andere Einschränkungen bestehen bleiben.

Erscheinungsbild suggeriert Intelligenz
Dieses Paradoxon macht den aktuellen Stand der Robotik besonders schwer interpretierbar. Aufsehenerregende Demonstrationen – insbesondere humanoide Roboter, die koordinierte Bewegungen ausführen – können rasche Fortschritte signalisieren, selbst wenn grundlegende Fähigkeiten wie Geschicklichkeit oder kausales Denken eingeschränkt bleiben. Humanoide Formen verwischen diese Unterscheidung zusätzlich, indem wir Aussehen mit Intelligenz verwechseln. Ein menschenähnlicher Körper suggeriert universelle Einsatzfähigkeit, selbst wenn die zugrunde liegenden Wahrnehmungs-, Manipulations- oder Denksysteme begrenzt bleiben. Für Entscheidungsträger kann diese Dynamik die Erwartungen an die zuverlässige Leistungsfähigkeit aktueller Systeme in realen Einsatzumgebungen verzerren. Der Fokus sollte auf den Fähigkeiten und nicht auf der Verkörperung liegen. Entscheidend ist nicht die Form eines Roboters, sondern seine zuverlässigen physikalischen KI-Fähigkeiten. Diese fähigkeitsbasierte Sichtweise bildet die Grundlage für die Bewertung von Reifegrad, Wert und Risiko im gesamten Robotikbereich. Erfahrene und kompetente «Alte» im Team ermöglichen fundierte Entscheide für Patrons in KMUs.

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