Blog, Industrie 4.0

#224 – Fachwissen weitergeben

Alternative «Karrieremodelle» sind gefragt
Speziell in Zeiten des Fachkräftemangels sind alternative Karrieremodelle gefragt, die besser auf die sich wandelnden Bedürfnisse von Arbeitnehmenden und -gebenden zugeschnitten sind. Mitarbeitende werden dazu angehalten, dass sie während ihrer Karriere Wissen laufend teilen, Junge in die Verantwortung nachziehen und ihr Netzwerk rechtzeitig an die Nachfolgenden übergeben. Möglich wird auch das Modell, über die Pension hinaus tätig zu sein, zum Beispiel um ein mehrjähriges Grossprojekt zu Ende zu führen. Ehemalige Festangestellte sollen die Möglichkeit erhalten, im Mandatsverhältnis für eine Firma weiterzuarbeiten. Auch wenn man in seiner Funktion nicht mehr Teamleitend ist, stehen wir «Alten» unseren Nachfolgenden gerne beratend zur Seite, mitunter auch als Mentor oder Mentorin.

Die Abschaffung des Personalwesens
Ziel wäre, dass sich das Personalwesen selbst abschafft. Weder ein Organigramm noch Mitarbeitergespräche sind die Lösung. Man soll das System den Leuten anpassen und nicht umgekehrt. Mitarbeitende und Vorgesetzte entscheiden selbst, wie regelmässig und in welcher Form sie sich besprechen wollen. Für neue Mitarbeitende, die einen hierarchischen Top-down-Ansatz gewohnt sind, ist dies ein Kulturschock. Dazu passt auch, dass Firmen dazu übergehen, neue Angestellte nicht mehr mit fixen Stellenbeschreibungen zu suchen. Neue Mitarbeitende sollen in ihre Aufgaben hineinwachsen und eher das tun, was sie gut können und gerne machen.

Yuna Shin, Interaction design student, 2020 – PSA: Forgetting one’s mask is a downright tragedy

Pensionierung als Guillotine
Unter dem Titel: «Wie Firmen verhindern, dass sich Know-how samt Netzwerk in die Pension verabschiedet» beschreibt Giorgio V. Müller, NZZ vom 7.Juni 2021 wie Grossunternehmen, beispielsweise die Migros, ABB oder die SBB, aber auch KMU’s den Übergang ihrer Mitarbeitenden vom Berufsleben in die Pension so gestalten, dass vorhandenes Fachwissen für die Firma weiterhin zugänglich bleibt. Diese Betriebe haben erkannt, dass traditionelle, lineare Berufskarrieren mit starren Pensen und Verantwortlichkeiten sowohl für Mitarbeiter als auch für Firmen selten ideal sind. In jungen Jahren stehen die Ausbildung und das Sammeln von Praxiserfahrung im Mittelpunkt. Mit steigendem Fachwissen wächst die Verantwortung, oft verbunden mit der Übernahme einer Leitungsfunktion. Aus Sicht der Firma werden Mitarbeitende kontinuierlich wertvoller, weil sie einen grösseren Beitrag zum Unternehmenserfolg beisteuern. Dies schlägt sich in Beförderungen und steigendem Salär nieder. Doch kurz nach dem Leistungszenit kommt der Hammer: die Pensionierung. Das Know-how samt Netzwerk verabschiedet sich in die Pension, der Firma fehlt eine erfahrene Fachkraft, und das Spiel beginnt wieder von vorn.

Unternehmen als Kooperationsarena
Die vergangenen 18 Monate mehrheitlich im Homeoffice haben den Wissenstransfer stark auf die Probe gestellt. Am folgenreichsten leidet die Kreativität unter der Virtualisierung der Arbeitswelt. Denn Kreativität entsteht durch heterogene Kooperation. Es sind Begegnungen unterschiedlichster Menschen, die Einzelteile neu zusammenfügen und so ein kreatives Mehr entstehen lassen – etwa durch Gespräche im Türrahmen oder bei der Kaffeemaschine. Paradoxerweise geht im Silicon-Valley nichts ohne direkten menschlichen Kontakt. Google, Apple, Facebook & Co. haben ihre Unternehmensgebäude bewusst so geplant, dass sich die Menschen zwangsweise «ungezwungen» begegnen. Gerade in diesen Tagen mietet Google in Zürich zusätzliche Büroräume an – gegen den Virtualisierungstrend, von dem das Unternehmen lebt. Ein Unternehmen ist vorrangig eine Kooperationsarena. Keine Koordinationsarena. Ihr logisches Zentrum ist das Zusammenarbeiten, nicht die Addition von Einzelleistungen. Es braucht verräumlichte Kooperationssysteme – eben das Büro (nicht mit dem Einzelbüro zu verwechseln!). Denn es ist ein Unterschied, ob man in einer Mannschaft spielt oder als Mannschaft.

Homeoffice sollte nicht zum Regelfall werden
Management geht online, Führung nicht; Administration geht online, Kundenkontakt nicht; Organisation geht online, Kreativität nicht; Koordination geht online, Zusammenarbeit nicht. Die Konsequenz daraus: Büro als Standard, Home-Office als Ausnahme. Denn Arbeit ist nicht nur ein sozialer Prozess, sondern auch ein sozialisierender, schreibt Reinhard K. Sprenger, Philosoph, Managementberater und Autor im Gastkommentar der NZZ vom 7. Juni 2021. Arbeit gibt uns das Gefühl des Dazugehörens und Gebrauchtwerdens. Das ist an Orte gebunden, weshalb es keine gute Idee wäre, nach der Pandemie weiterhin auf Home-Office zu setzen. Wem Home-Office leichtfiel, hat vorher nicht wirklich mit anderen zusammengearbeitet. Ein Forscherteam um den Harvard-Ökonomen Ricardo Hausmann konnte jüngst nachweisen, dass virtuelle Arbeit geringere Produktivität erzeugt. Der Grund: Das Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeitenden steckt, vermittelt sich nur durch physische Begegnung.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung und Engagement aus der analogen Welt sind wir «Alten» gerüstet, im Team zusammen mit dem digitalen Wissen der «jungen Wilden», Prioritäten und Ideen mit Engagement in Ergebnisse umzusetzen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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Endlich Zeit für den Erfolg

Solider «Kompass»
Ich bin vor über 40 Jahren fertig geworden an der UCLA University of California at Los Angeles, ich habe damals wenig gelernt, was heute noch direkt für die Praxis relevant wäre. Aber die Grundlage, die diese Ausbildung schuf, war gut, sie ermöglichte es mir, Jahr für Jahr Neues zu lernen. Innerhalb meines «Berufs» trug ich die verschiedensten Hüte, bis heute. Die dabei gesammelten Erfahrungen eignen sich hervorragend als «Kompass» bei der Zusammenarbeit im Team mit jüngeren Generationen. Automation, digitale Entscheidungshilfen, Analysen und computergestützte Projekte steckten vor 40 Jahren noch in den Kinderschuhen, absehbar waren die Entwicklungen aber durchaus. Zumal sie seit den 1960er Jahren in der (Science Fiction) Literatur umfassend thematisiert wurden.

Art Basel Miami, Dezember 2019, Maurizio Cattelan (60) «Comedian» (verkauft für $120,000 USD)

Konzeptarbeit dank Erfahrung
Uns «Alte» deshalb im Konzeptionsprozess für neue Geschäftsmodelle mit einzubinden macht Sinn. Auch als Sparringpartner für ältere «Patrons» können wir viel beitragen, da wir viele Bedenken aus eigener Erfahrung kennen. Unsere Kontakte, sofern wir sie weiterhin pflegen, ermöglichen eine rasche und zielführende Vernetzung. Im Alter haben wir die Zeit (nicht unbedingt die Geduld) unsere Erfahrungen mit Jüngeren zu teilen, uns auf ihre Projekte einzulassen und Ideen voranzutreiben, Visionen zu entwickeln und zum Erfolg verhelfen.

Nicht auf das «gemachte Bett» warten – Eigeninitiative ist gefragt
Gemäss einer Umfrage von Deloitte würden 40% der Schweizer über 50 gerne nach der Pensionierung weiterarbeiten. Für sie finden sich jedoch zu wenig Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit und bei den Unternehmen gibt es immer noch Vorurteile gegenüber älteren Mitarbeitenden. Aus SwissInfo 14. November 2019. Dazu auch der Kommentar von Nicole Rütti, NZZ vom 15.11.2019, «Über das Alter spricht man nicht.» Sie schreibt über die Herausforderungen, mit welcher die Wirtschaft durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung konfrontiert sein wird. Der demographische Wandel wird das Wirtschaftswachstum in der Schweiz empfindlich dämpfen, wie neue Studien bestätigen.

Das Japan-Szenario vermeiden
Das Japan-Szenario könnte auch hierzulande bevorstehen – schrumpfender Binnenmarkt, Investitionsstau, niedriges Potenzialwachstum und fehlender Unternehmergeist. Zielführend wäre demgegenüber eine Flexibilisierung des Rentenalters. Das biologische Alter eines Menschen stimmt in den seltensten Fällen mit seinem chronologischen Alter überein. Wie alt die Körperzellen eines Menschen sind, hängt nicht nur von der Anzahl Jahre seit seiner Geburt ab, sondern wird ebenso bestimmt von seiner genetischen Beschaffenheit, von seinem Lebensstil oder seinen körperlichen Aktivitäten. Wurde das Gehirn lebenslang durch Lesen, Neugierde oder Weiterbildung trainiert, sind dem (Mit-)Denken im Alter keine Schranken gesetzt.

Kompetente «Alte» gesucht
Zwar fehlt uns vielleicht das Wissen zum aktuellen Stand der Technik, doch dank unserer (Lebens-)Erfahrung sollten wir uns aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen. Auf Augenhöhe mit den Jungen und einer gewissen Bescheidenheit, ohne Besserwisserei. Genaueres zur Plattform «kompetenz60plus.ch» erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


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Arbeiten im alter dank Digitalisierung

Der Beitrag von Eugen Stamm in der NZZ vom 20.8.2018 mit dem Titel «So schwierig kann das Rentnerleben ja nicht sein» diente als Inspiration für den folgenden Text:

Pensionierung als Belastung
Sich ernsthaft mit dem dritten Lebensabschnitt zu beschäftigen, damit beginnt man in der Regel erst wenige Jahre vor dem Pensionsalter. Das ist verständlich. Schliesslich gibt es, solange man mitten im Leben steht, immer Wichtigeres als das. Dazu kommt eine gewisse mentale Hürde, sich mit dem Älterwerden zu befassen. Alt sind die, die zehn Jahre älter sind als man selbst. Was aber bedeutet der unerwartete Verlust des Arbeitsplatzes infolge einer Restrukturierung oder einer Zwangspensionierung? Dann spätestens kommt der Moment, wo man sich Gedanken über weitere Schritte machen muss. Zumal man dann meist noch 25 Jahre bei guter Gesundheit vor sich hat und vorhandenes Wissen weiterhin sinnvoll einsetzen möchte.

Arbeiten ohne Digitalisierung (AutoCAD)

Marktwert von uns «Alten»
Bei vielen Leuten, auch mit sehr guter Ausbildung, stehen trotz sozialer Absicherung finanzielle Fragen zuoberst auf der Agenda. Kurz vor der Pensionierung bleibt nicht mehr viel Handlungsspielraum für die Altersvorsorge, ausser zu berechnen was man als Pension erwarten darf. Der Entscheid, wie lange man arbeiten will hängt auch stark von den beruflichen Rahmenbedingungen ab. Viele «Alte» haben von ihrem Arbeitsumfeld einfach langsam genug, weil die Wertschätzung fehlt und sie sich nach zig Reorganisationen am falschen Platz wähnen. Andererseits ist den meisten Menschen, die nach 65 noch arbeiten, gemeinsam, dass ihr Fachwissen oder andere Fertigkeiten tatsächlich dringend benötigt werden. Verschiedene Fähigkeiten zu besitzen, zahlt sich aus, das zeigt auch das Beispiel eines promovierten Mathematikers der nach der Pensionierung Pensen als Lehrer übernahm und heute Nachhilfestunden gibt. Die so geknüpften Kontakte über das reguläre Arbeitsleben hinaus sind enorm wichtig.

Beziehungsmotor fällt weg
Vom Kindergarten an lebt der Mensch in Strukturen, die laufend neue Beziehungen generieren. Mit der Pensionierung fallen diese plötzlich weg und man muss die Beziehungspflege selbst in die Hand nehmen. Nimmt man erfolgsverwöhnten Kadern die Visitenkarten weg, so löst sich auch ihr berufliches Netzwerk rasch auf und sie fallen in ein Loch. Diejenigen welche diese neue «Ruhe» schlecht aushalten, gestalten den Übergang in den neuen Lebensabschnitt sanfter, beispielsweise durch ein Engagement im Weiterbildungssektor. Dazu verfügen wir heute über technische Hilfsmittel, welche uns das Arbeiten von zuhause zu jeder beleibigen Zeit oder an jedem beliebigen Standort ermöglichen. Wagen Sie es, beruflich etwas Neues in Angriff zu nehmen im Rahmen Ihrer Neigungen und Kompetenzen. Zusammen im Team mit Jüngeren leisten Sie weiterhin Ihren wertvollen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft.

Kompetente Ältere gesucht
«kompetenz60plus.ch», die Plattform als Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Ende Januar 2019 in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom Februar. Bitte verstecken Sie sich nicht, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


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