Blog, Industrie 4.0

#372 – «Alte» und die Reparatur von Software

Vom Recht, Software zu reparieren
Künstliche Intelligenz KI hat überhaupt nichts mit der Generationenfrage zu tun. Die Technologie wird das Leben für uns alle verändern, was mich seit Monaten fasziniert. Meiner Meinung nach, handelt es sich dabei um die grösste Errungenschaft seit der Dampfmaschine. Deshalb lohnt sich die Überlegung, wie und wo wir diese Entwicklung aktiv mitgestalten können. Wie bei Konsumgütern üblich, erlischt die Haftung von Herstellern, sobald wir diese selbst reparieren. Doch wie verhält sich dieser Haftungsausschluss bei Softwareprodukten? Damit die KI ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen auch Laien zu ihrer Entwicklung beitragen, sagt Rumman Chowdhury (44), CEO und Mitbegründerin von Humane Intelligence. Im TED Talk vom April 2024 (9:48) erläutert sie, wie die Right-to-Repair-Bewegung (Recht auf Reparatur) für Unterhaltungselektronik ein vielversprechendes Modell für einen Weg in die Zukunft bietet, bei dem wir alle Probleme melden, Updates installieren oder sogar KI-Technologien neu trainieren können. Obwohl vieles nach heutiger Auslegung der Gesetze illegal ist, sollten wir als Konsument:innen das Recht haben, Geräte die sich in unserem Besitz befinden zu reparieren, auch Software. Rumman Chowdhury findet deshalb, dass das Recht auf Wiedergutmachung auch auf künstliche Intelligenz ausgeweitet werden muss. Denn, obwohl fast jede Woche umwerfende Innovation im Bereich der KI publiziert werden, nimmt das Vertrauen der Öffentlichkeit tatsächlich ab. Eine aktuelle Pew-Umfrage hat ergeben, dass mehr Amerikaner:innen besorgt sind, als von der Technologie begeistert.

Guggenheim Museum New York City, 1959, Architekt Frank Lloyd Wright (1867-1959). Jenny Holzer (74): Light Line – Installation «Writing Words in Space» 2024. Bild: https://www.guggenheim.org/

Der Mensch als Nebensache
Als Sozialwissenschafterin und KI-Entwicklerin ist Chowdhury frustriert über die weit verbreitete Meinung, dass KI den Menschen mehr schaden als nützen würde. Als Technologieoptimistin, glaubt sie, dass die künstliche Intelligenz etwas Gutes bewirken kann und hat darüber mit Hunderten von Menschen gesprochen. Architekten und Wissenschafter, Journalisten, Fotografen und Ärzte antworten dabei dasselbe: Die Menschen fühlen sich wie eine Nebensache. Sie alle wissen, dass ihre Daten oft ohne ihre Erlaubnis gesammelt werden, um diese hochentwickelten Systeme zu erstellen. Sie wissen auch, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, sie zu fragen, wie das System aufgebaut sein soll, und sie haben sicherlich keine Ahnung, wohin sie sich wenden sollen, wenn etwas schief geht. Wir besitzen KI-Systeme vielleicht nicht, aber sie dominieren langsam unser Leben. Wir brauchen eine bessere Rückkopplungsschleife zwischen den Menschen, die diese Systeme erstellen, und den Menschen, die befähigt sind, uns zu sagen, wie diese KI-Systeme in unserer Welt interagieren sollen.

«Alte» mit Geschichtsbewusstsein als Experten bei Red-Teaming
Ein Schritt in diese Richtung ist ein Prozess namens Red-Teaming. Red-Teaming ist eine Praxis, die in den 1970er Jahren ursprünglich beim Militär eingeführt wurde und in der Cybersicherheit eingesetzt wird. Bei einer traditionellen Red-Teaming-Übung werden externe Expert:innen beigezogen, die in ein System legal eindringen, um unsere Abwehrmassnahmen zu testen und damit herauszufinden, wo etwas schiefgehen wird und wie wir dies beheben können. So hat das Team von Chowdhury beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit ein KI-System gesehen, das versucht hat Vielfalt zu schaffen, indem es historisch ungenaue Fotos zeigte. Alle von uns mit einem Grundverständnis der westlichen Geschichte hätten sofort einwenden können, dass weder die Gründerväter der USA, noch die Soldaten der Nazizeit von schwarzer Hautfarbe gewesen sind. Unsere Erfahrung und Weisheit qualifiziert auch uns «Alte» als Experten bei solchen Prozessen.

Guggenheim Museum New York City, 1959, Architekt Frank Lloyd Wright (1867-1959). Jenny Holzer (74): Light Line – Installation «Writing Words in Space» 2024. Bild: https://www.guggenheim.org/

Proaktive KI in der Entwicklung
In Zusammenarbeit mit Architekt:innen fragte das Team von Rumman Chowdhury beispielsweise, ob die KI in ihrem Beruf zu Arbeitslosigkeit führen werde. Könnten sie sich ein KI-System vorstellen, das in der Lage wäre, die Spezifikationen eines modernen Kunstmuseums zu entwerfen? Natürlich nicht, denn Architekt:innen zeichnen nicht nur Gebäude. Sie müssen Physik und Materialwissenschaften verstehen. Sie müssen Bauvorschriften kennen, während sie etwas erschaffen, das Emotionen hervorruft. Deshalb brauchen sie ein KI-System, das mit ihnen interagiert, das ihnen Feedback gibt, vielleicht proaktiv Entwurfsempfehlungen unterbreitet. Quasi ein Co-Pilot im Entwicklungsprozess. Zwar sind die heutigen KI-Systeme noch nicht ganz so weit. Aber das sind technische Probleme, denn die Menschen welche diese KI bauen, sind unglaublich schlau und werden das alles in ein paar Jahren lösen. Daneben muss man solchen Systemen vertrauen können, denn bei falschen Entscheidungen steht zu viel auf dem Spiel. Auch wir «Alten» müssen bei deren Aufbau unsere Verantwortung wahrnehmen.

Umschulung von Mitarbeitenden und KI-Systemen dank Diagnostik
Die nächste Welle künstlicher Intelligenzsysteme, die sogenannte agentenbasierte KI, wird zum Wendepunkt, ob wir die menschliche Handlungsfähigkeit behalten oder nicht. Ob KI-Systeme unsere Entscheidungen für uns treffen oder nicht. Doch KI-Agenten können und werden nicht existieren, solange wir kein echtes Recht auf Reparatur haben. Welche Fachperson würde einem KI-System Arbeitsentscheidungen anvertrauen, wenn sich dieses nicht wie Mitarbeitende umschulen liesse? Ein Recht auf Reparatur könnte deshalb etwa so aussehen: Auf einem Diagnostikboard entwerfen wir selbst grundlegende Tests und wenn etwas nicht stimmt, wird das dem KI-Unternehmen gemeldet, das wiederum eine Rückmeldung sendet, wenn der Fehler behoben ist. Oder wir könnten mit Dritten, wie ethischen Hacker:innen zusammenarbeiten, welche wie heute üblich, die Patches zum herunterladen und zum verwenden für unsere Systeme erstellen. Wir können auch lernen, unsere eigenen Systeme zu programmieren und zu optimieren. Indem wir Menschen in den Entwicklungsprozess einbeziehen, finden wir heraus wie und wo wir unsere Systeme verbessern können. Für eine verantwortungsvolle KI müssen Unternehmen sicherstellen, dass die Menschen der KI vertrauen. Deshalb muss die Frage nach den Werkzeugen auch uns Nutzer:innen beinhalten, denn die Technologie kann das nicht alleine schaffen, dafür braucht es die Zusammenarbeit mit uns Menschen.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#288 – Der Computer holt uns ein

Prämisse
Die vielleicht grösste Kompetenz von uns «Alten» ist unser Verstand und die «neutrale» Aussensicht ohne den Leistungsdruck dem die Jungen ausgeleifert sind. Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit den Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir prädestiniert, in harter Knochenarbeit an der Katalogisierung von riesigen Datenmengen in KI künstliche Intelligenz-Projekten mitzuwirken. «kompetenz60plus.ch», das Sammelbecken von Senioren, mit Geschichtsbewusstsein, Realitätssinn und einer guten Portion (Alters-) Weisheit arbeitet lösungsorientiert mit klaren Wertvorstellungen in gemischten Teams zusammen mit den «jungen Wilden». Als Folge entstehen von Maschinen erschaffene Texte und Bilder, wie im Beitrag von Reto U. Schneider und GPT-3, in der NZZ vom 2. September 2022 beschrieben.

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Unter dem Titel: «Der Computer holt uns ein: Maschinen führen Gespräche und erschaffen Bilder – mit dramatischen Folgen» geht Schneider der Frage nach, wie lange es uns (Menschen) noch brauchen wird? Zum Einstieg tippte er auf der Website beta.open­ai.com/playground folgende Aufforderung ein: «Schreibe einen Text darüber, warum ein Computer niemals in der Lage sein wird, einen Text zu schreiben.» Das Resultat darf sich sehen lassen und lautet:

<span class=»q-2235-text-prompt__writer__text»>Ein Computer wird nie in der Lage sein, einen Text zu schreiben, weil er die Nuancen der menschlichen Sprache nicht verstehen kann. Computer sind gut darin, präzise Anweisungen zu befolgen, aber sie können die Feinheiten und die Komplexität der menschlichen Kommunikation nicht erfassen. Ein Computer wäre zum Beispiel nicht in der Lage, zwischen den Bedeutungen von «ich liebe dich» und «ich hasse dich» zu unterscheiden.</span>

Ersonnen hat die drei Sätze die im Mai 2020 lancierte künstliche Intelligenz GPT-3, die dritte Generation des Generative Pretrained Transformers des KI-Unternehmens ­OpenAI mit Sitz in San Francisco. GPT-3 hat sie nicht im Internet abgeschrieben oder leicht verändert übernommen, nein, GPT-3 hat sie exklusiv für Reto U. Schneider geschmiedet. Und auch auf Schneider’s nächste Frage: «Was ist der Unterschied zwischen ‹ich liebe dich› und ‹ich hasse dich›?» textete sie eine individuelle Antwort:

<span class=»q-2235-text-prompt__writer__text»>Es gibt einen grossen Unterschied zwischen «ich liebe dich» und «ich hasse dich». Wenn man «ich liebe dich» sagt, bedeutet das, dass man sich um die Person sorgt und möchte, dass sie glücklich ist. Wenn man «ich hasse dich» sagt, bedeutet das, dass man die Person nicht mag und will, dass sie unglücklich ist.</span>

Wie lange braucht es uns noch?
Was vor kurzem noch undenkbar schien, ist nun eingetroffen: Die künstliche Intelligenz ahmt jeden Kunststil meisterhaft nach und beherrscht Sprache perfekt. Auch an Reto U. Schneider’s Beitrag hat sie mitgeschrieben. Unser Alltag wird sich folglich drastisch verändern. Das Thema fasziniert, auch weil wir «Alten» darin eigentlich eine besondere Aufgabe hätten. Ältere Menschen verfügen oft über eine gute Portion Weisheit und ihr gesammeltes Wissen wird als Erfahrung «Be-Greifbar» (Geschichtsbewusstsein). Auch unser Wertekanon ermöglicht uns, Datenbanken kompetent zu füttern. Einige Forschende sind überzeugt, dass die zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts dereinst nicht wegen einer Pandemie und einem Krieg in die Geschichte eingehen werden, sondern als die Zeit, in der die Maschinen die Sprache lernten. Natürlich gibt es kommerziell wichtigere Anwendungen der künstlichen Intelligenz, etwa die Bilderkennung oder Programme, die die Faltung eines Proteins berechnen. Aber keine ist so eng mit unserem Leben verflochten wie die Sprache.

Keine Plagiate mehr
«Unsere Sprache macht uns am meisten aus», zitiert Schneider den Informatiker Richard Socher, dessen Forschung vor zehn Jahren entscheidend dazu beigetragen hat, dass wir uns heute mit Computern unterhalten können. 2020 rief Socher you.com ins Leben, eine Suchmaschine, die eine bessere Kontrolle der Privatsphäre und der Wahl der Quellen verspricht. Etwas versteckt findet sich auf you.com auch «Youwrite», ein «Schreibassistent, der mit künstlicher Intelligenz ausgestattet ist», wie es in der Eigenwerbung heisst. Youwrite benutzt im Hintergrund GPT-3. Der digitale Assistent soll den Schreibstil verbessern oder gegen Schreibhemmung helfen. Schüler haben längst entdeckt, dass er auch gegen Hemmungen hilft, die Hausarbeiten zu erledigen. Youwrite schreibt in wenigen Sekunden kleine Aufsätze zu selbstgewählten Themen, die sich einzig dadurch verdächtig machen, dass sie oft besser sind, als es von den Schülern erwartet werden kann. Im Gegensatz zum Abschreiben haben diese Texte aus Schülersicht den Vorteil, dass keine Plagiatssuche sie je entdecken wird – ganz einfach, weil sie keine Plagiate sind.

Die Gratissoftware crAIyon generiert in unter zwei Minuten immer neue Bilder nach beleibiger Eingabe

Hochauflösende Bilder aus Textbeschreibungen
«Wir sind im Elektrizitätsstatus», sagt Socher. Als der Mensch die Elektrizität beherrschen lernte, veränderte er damit die Welt. Die Gaslampen wurden ersetzt, Maschinen neu mit Strom betrieben. «Ähnlich ist es jetzt mit der künstlichen Intelligenz.» Anstelle von Strom werden die Menschen aus Riesenrechnern künstliche Intelligenz beziehen, die «repetitive intelligente Aufgaben» übernehme, sagt Socher. Man braucht kein Experte zu sein, um vorherzusagen, dass es nicht bei repetitiven Aufgaben bleiben wird. Einst ersetzte die Dampfmaschine die Muskelkraft. Jetzt ereilt die Geisteskraft ein ähnliches Schicksal. Schon heute kann sich eine künstliche Intelligenz wie GPT-3 nicht nur geistreich mit Menschen unterhalten oder strukturierte Argumente liefern. Andere Programme sind in der Lage, nach Textbeschreibungen hochauflösende Bilder zu erzeugen, ganz egal wie absurd die Vorgabe klingt. Die Konsequenzen dieses Durchbruchs sind so dramatisch wie unvorhersehbar, denn die Benutzung der Sprache unterscheidet sich von jeder anderen Fähigkeit des Menschen. Dazu antwortet die Maschine:

<span class=»q-2235-text-prompt__writer__text»>Jahrzehntelang konnten die Maschinen die Menschen nicht täuschen. Doch heute, dank GPT-3, ist das anders. Die KI ist in der Lage, menschliche Sprache so gut zu verstehen und zu interpretieren, dass sie in der Lage ist, einen komplett neuen Satz zu generieren, der sich nahtlos an den vorherigen anschliesst.</span>

Der Geist ist aus der Flasche
Wöchentlich wird eine neue Maschine angekündigt, jede mit noch mehr Neuronen, die an noch mehr Übungsbeispielen trainiert wurden als die vorangegangene. Mittlerweile gibt es auch Gratisangebote wie die KI Craiyon, welche auf jeden Eingabewunsch eine Bildauswahl generiert. Der Computer fasst den Trend wie folgt zusammen: «Wo das hinführt, mag niemand prophezeien, doch eine faszinierende Entwicklung ist absehbar: Wie auf die Fotografie der Film folgte, werden auch die KI-Bilder in Bewegung geraten. Dann wird ein Regisseur sich vor einen Computer setzen und seinen nächsten Kino-Hit diktieren.

<span class=»q-2235-text-prompt__writer__text»>Und wir werden wieder staunen, wie selbständig sich die Bilder den Regeln unserer Welt angepasst haben. Vielleicht werden wir dabei an John Lennons Bemerkung über den Rock nach dem Beatles-Hype denken: «Alles ist jetzt Rap.» Alles ist jetzt KI.</span> – Oder hat Lennon das gar nie gesagt?»

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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Beratung als Risikofaktor – Ideen mit Sprengkraft

Beratung soll neue Möglichkeiten aufzeigen
Beratungsmethoden folgen meist ausgeklügelten Excel-Tabellen oder Checklisten, obwohl doch jeder Beratungsfall verschieden ist. Vielleicht ist die Lösung für das Weiterbestehen eines Kleinunternehmens die Neuausrichtung seines Geschäftsmodells oder tatsächlich die «Nachfolgeregelung». Bei der Umsetzung solcher Erkenntnisse gibt es wiederum unendlich viele Möglichkeiten. Das Vorstellungsvermögen der Berater ist deshalb gefragt. Ob Straffung der Abläufe mittels Digitalisierung oder Ideen zur Diversifizierung des Angebots, offensichtlich werden notwendige Massnahmen erst im Gespräch auf Augenhöhe. Wichtiger Bestandteil ist die Begleitung des Unternehmens über einen gewissen Zeitraum. Deshalb gehören Kreativität und Geschichtsbewusstsein ebenso zu den Kompetenzen von Beratern, wie das spezifische «Fachwissen». Gegenseitiges Vertrauen der Partner und eine Portion Risikofähigkeit sind Voraussetzungen zum Erfolg.

Jean-Philippe Hagmann, Innovation und Transformation, 1. September 2018
Jean-Philippe Hagmann, Experte für radikale Innovation, referiert bewusst nicht über Methoden und Werkzeuge (Excel-Tabellen und Checklisten) – nicht weil er diese verpönt, sondern weil sie den Blick fürs Wesentliche vernebeln. Methoden und Werkzeuge geben ein Gefühl der Sicherheit. Sie gleichen einem Kochrezept, welches verspricht, dass die Mahlzeit am Ende hervorragend schmecken wird, solange man der Anleitung folgt. Bei der Beratung von Firmen gibt es jedoch immer unzählige Unbekannte und Variablen. Da wir allerdings ständig nach Sicherheit streben, klingt jede Schritt-für-Schritt-Anleitung reizvoll. Doch schenken wir den Methoden zu viel Vertrauen, so handeln wir wie eine Person, die den Eindruck hat, ihre Kleiderwahl am Morgen werde das Wetter am Nachmittag beeinflussen.

Wichtiger Austausch auf Augenhöhe
Ältere «Patrons» sind oft froh, sich mit jemandem auszutauschen der schon ähnliches erlebt hat. Wir «Alten» wurden in den letzten 40 Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert, haben diese auch mit geprägt und verfügen über nützliche Erfahrung. Wir sind unabhängig und bereit für den sofortigen Einsatz ohne lange Einarbeitungszeit. Sei es als Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans, beim Überbrücken von Führungsvakanzen, zur Unterstützung der Projektleitung bei dünnem Personalbestand oder in der Mediation von Konflikten. Wir bieten Hilfe für kleinere und mittlere Betriebe bei temporären Engpässen, unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Wir sind zwar nicht mehr im Zenit unseres Könnens, aber wohl im Zenit unserer Erfahrung und freuen uns, unser Wissen weiterhin einbringen zu können.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform für ehemalige Führungskräfte
«kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» – diskutieren Sie mit, werden Sie Teil eines Netzwerks von Unternehmen für Unternehmer, registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos, oder kontaktieren Sie uns und geben Sie dem Projekt dadurch eine Chance. Danke!

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