Erinnerung
Begriffe wie Erinnerung, Moral und Stabilität werden gerne mit uns «Alten» in Verbindung gebracht. Tugenden wie Moral, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit oder Bescheidenheit stehen aktuell auf dem Prüfstand. «Jeder Mensch wird als Unikat geboren – doch die meisten von uns sterben als Kopie», schreibt Peter Zellermayer (67), österreichischer Kommunikationstrainer und Gestalttherapeut, Gründer von IROS Unternehmens-beratungs GmbH und dem Wiener VitalitätsManagement im aktuellen Buch (2025, für das er noch einen Titel sucht). Wie gelingt es uns, mit unseren Herausforderungen erfolgreich umzugehen, statt sie erfolgreich zu umgehen? Indem wir hinschauen. Indem wir uns trauen, die schwierigen Fragen zu stellen und uns den Antworten zu stellen – auch wenn sie unangenehm sind. Denn nur wer bereit ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, kann wachsen und sich verändern. Kürzlich traf ich einen Kollegen, wir beide stammen aus der gelichen Stadt. Beim Kaffee zeigte er mir das 65jährige Klassenfoto und Bilder unseres Schulhauses auf seinem Smartphone. Er trägt diese Erinnerungen mit sich herum, immer griffbereit, bei jeder Gelegenheit. Das hat mich erstaunt, denn er hat nie in einer anderen Kultur gelebt. Was uns daran hindert, wirklich zu leben, sind oft die Begrenzungen, die wir uns selbst auferlegen, schreibt Zellermayer. Wir hindern uns daran, das Leben in seiner vollen Fülle zu geniessen, weil wir in Mustern und Gewohnheiten gefangen sind, die uns Sicherheit versprechen – doch diese Sicherheit ist eine Illusion. Und das Schlimmste: Wir gewöhnen uns daran.
«Arche 2.0»
Der Schweizer Theaterdirektor Federico Emanuel Pfaffen (77) hatte die Idee: Wir bauen die «Arche 2.0», ein Schiff für unsere Zeit, als Symbol für einen neuen Anfang und als Hoffnungsanker in Zeiten der Unruhe und Perspektivenlosigkeit. Unter der Schirmherrschaft von Stadtpräsidentin Corine Mauch ist dieses Schiff nicht nur Objekt, sondern auch Bühne: ein Ort für einen Austausch mit der Stadt, mit vielen Stimmen aus Wissenschaft, Kultur, Kunst und Gesellschaft. Die «Arche 2.0» ist ein Projekt der Zürcher Altstadtkirchen und wird bis Oktober 2025 in der Wasserkirche beheimatet sein. Szenographie Simeon Meier (53).

Woke Moral
Gesund essen, korrekt reden, richtig denken: Moral werde zum Statussymbol, sagt der deutsche Philosoph und Publizist Philipp Hübl (50) im Interview mit Thomas Ribi in der NZZ vom 30. Januar 2025. «Wir reden dauernd über Moral, aber in Wahrheit polieren wir nur das eigene Image»: Philipp Hübl kritisiert die digitale Empörungskultur. Der grösste Teil der Menschen hat aber gar keine Zeit, sich ständig auf den neuesten Stand zu bringen und englisches Fachvokabular zu lernen. Und wenn man vorgeschrieben bekommt, wie man zu reden hat, weckt das fast immer Widerwillen oder sogar Ressentiments. Dass sich Eliten durch den Sprachgebrauch abgrenzen, war schon immer so. Mentoringprogramme für Minderheiten im Tech- und Finanzsektor haben nachweislich den stärksten Effekt, aber sie signalisieren eben nicht «Diversität», weil die Mentoren die sprichwörtlichen «alten weissen Männer» sind. Viele Menschen ziehen sich aus der Diskussion zurück, aus Angst, missverstanden und an den Pranger gestellt zu werden. Zurück bleiben die Lauten und die mit antisozialen Neigungen, die in den Netzwerken rechts und links einen Kulturkampf inszenieren und so am meisten Aufmerksamkeit bekommen.
Balance bringt Stabilität
«Niemand ist mehr da, den du noch verantwortlich machen kannst.» schrieb Erica Jong (83), US-amerikanische Schriftstellerin. Trotz Fachkräftemangel fällt es Menschen über 50 zunehmend schwer, nach einem Stellenverlust wieder eine Anstellung zu finden. Woran das liegt, kann viele Gründe haben. Oft sind es die Begrenzungen, die wir uns selbst auferlegen, welche uns daran hindern bereit zu sein für neue Herausforderungen. Wir brauchen Balance – zwischen innerer Reflexion, spiritueller Ausrichtung und dem realen Handeln in der Welt. Diese Balance umfasst die körperliche Ebene, die emotionalen Erfahrungen, die gedankliche Klarheit, die spirituelle Ausrichtung und die sozialen Beziehungen. Ohne diese Balance verlieren wir uns in einem der Extreme und verpassen die Gelegenheit, wirklich zu wachsen. Solange wir «Alten» keine Angst vor Neuerungen haben und modernen Technologien gegenüber aufgeschlossen sind, werden wir immer gefragt bleiben. Indem wir uns weiterbilden und Verantwortung für unser Leben übernehmen, inspirieren wir andere, es uns gleichzutun. So tragen wir aktiv zu einer Kultur des Wachstums und der positiven Veränderung bei, die nicht nur uns selbst, sondern auch das Umfeld, in dem wir leben, bereichert.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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