Blog, Industrie 4.0

#395 – Hoffnung: Auch «Alte» im Startup

Regierungsbildung als Startup
Die Wahl vom 5. November in den USA war auch ein Vertrauensvotum für uns umtriebige «Alte». Während man in der Schweiz den Fachkräftemangel bewirtschaftet und gleichzeitig kompetente «Alte» zwangsweise mit 65 Jahren in die Pension schickt, erleben wir in den Vereinigten Staaten beispielhaft die Zusammensetzung einer neuen Regierung, unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft. Das «Transition-Team», mit der Regierungsbildung beauftragt, schaut sich beim besetzen der rund viertausend Beamtenstellen in der Verwaltung unzählige Kandidat:innen an. Auch wenn eine gewisse «Loyalität» zum Chef ausschlaggebend ist, sucht man vor allem nach fähigen und kompetenten Persönlichkeiten, die das Land weiterbringen dürften. Auch soll gleichzeitig der Kündigungsschutz von Beamten gelockert werden, um Sesselkleber oder Illoyale «nach Belieben» entlassen zu können. Täglich erhitzen sich die Gemüter der europäischen Medien über jede neue (disruptive) Nominierung zu Schlüsselpositionen im Kabinett. Souverän ist jedoch, wer imstande ist, glaubhaft zu drohen. Im Beitrag von Christian Weisflog (50), Washington, NZZ vom 13. November 2024, vergleicht dieser das Casting in Mar-a-Lago, Florida, mit dem Charakter eines Startups. Viele der Vorgeschlagenen sind «Quereinsteiger:innen» mit wenig Erfahrung im Politbetrieb von Washington, was auf frischen Wind hoffen lässt und als Wahlversprechen bereits vor acht Jahren im Raum stand, aber wegen fehlender Mehrheiten nicht umgesetzt werden konnte. Das «Unternehmen» geht neue Herausforderungen nach dem Prinzip des Einfach-mal-Machens an. Learning by doing.

Hans Rudolf Giger (1940-2014), schweizer Künstler. HR Giger Museum: Dunkle Kunst und fremdes Universum 1967 (aus Geburtsmaschine)

Der Visionär für eine neue Führungsrolle
Mit Elon Musk (53), dem Tesla- und SpaceX-Gründer, wird ein Visionär an die Schalthebel der Nation geholt. Dieser wird die Vorteile modernster Technologie zur Verbreitung von Wissen und Bildung, sein Netzwerk und seine Erfahrung zum Fortschritt für das Land nutzen. Gleichzeitig mischt der reichste Mann der Welt in der Innen- und Aussenpolitik mit. Damit verbindet sich auch das Ziel, einer ungebrochenen Führungsrolle der USA im internationalen Wettbewerb. Der Vorwurf, dass man ein Land nicht wie ein Unternehmen führen kann, greift dabei zu kurz. Musks Interessen sind vielschichtig und umfassen beispielsweise auch die Bildung und damit die Zukunft einer Gesellschaft. Da der technologische Fortschritt parallel zu den globalen Herausforderungen immer schneller wird, ist eine Umgestaltung der Bildungssysteme weltweit unumgänglich geworden. Von zentraler Bedeutung für diesen Wandel ist die zunehmende Bedeutung von MINT und MINT-Lehrplänen, bei denen es sich nicht nur um akademische Trends handelt, sondern um wichtige Ansätze, um Studierende mit den Kompetenzen auszustatten, die sie für eine sich schnell entwickelnde Zukunft benötigen. MINT vermittelt Inhalte, Methoden und Konzepte, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit Wechselwirkungen in den Themenfeldern Natur, Umwelt und Technik an Hand ausgewählter Phänomene ermöglichen.

Eine einfache Gleichung
Ein Ansatz, wie solche Ziele erreicht werden können, zeigt der Beitrag von Lucy Berbeo im UCLA Magazine vom 7. October 2024. Im Olga Radko Endowed Math Circle, auch bekannt als ORMC, nimmt die nächste Generation grosser Mathematiker Gestalt an. Es ist 10 Uhr an einem strahlenden Sonntagmorgen an der UCLA University of California Los Angeles und Vivian Moy-Dinsons Studierende sind keine gewöhnlichen Campus-Schüler:innen. Einige tragen Zöpfe, ein paar tragen Superhelden-Rucksäcke. Die animierten Kindergarten- und Erstklässler sind Teil des UCLA ORMC, einem kostenlosen, wöchentlichen Förderprogramm für begabte Schüler:innen der Klassen K–12 aus einhundert Postleitzahlengebieten im Grossraum Los Angeles. Quasi ein Spielplatz für einige der klügsten jungen Köpfe in der Welt der Mathematik. Das Programm wurde 2007 als Leidenschaftsprojekt der verstorbenen UCLA-Mathematikprofessorin Olga Radko ins Leben gerufen und richtet sich an Schüler:innn, die eines gemeinsam haben: Sie haben Spass an Mathematik und sind darin hervorragend.

Sein eigenes Universum erschaffen
Im Gang vor Oleg Gleizers Büro herrscht ein reges Treiben, wenn Eltern und Schüler:innen vorbeikommen, um Hallo zu sagen. Achtzig Prozent der Arbeit von ORMC, sagt er, besteht einfach darin, die Kinder in Mathematik auf das College vorzubereiten. «Wir wissen, was sie in der Schule lernen, und wir wissen, was sie brauchen, um in meinem Unterricht erfolgreich zu sein, in dem ich als UCLA-Professor Studierende unterrichte», sagt Gleizer. Es gehe darum, etwas viel Grösseres zu lehren als das Lösen von Gleichungen – es gehe darum, Kindern zu ermöglichen, die innere Schönheit von Mathematik zu erkennen und zu entdecken. «Im Grunde erschaffen sie jedes Mal, wenn sie Mathe machen, einen Teil eines Universums – ihres eigenen Universums», sagt er. «Und sie werden anfangen, die Dinge auf eine ganz andere Weise zu betrachten.»
Das Beispiel steht für einige meiner Gedanken zur zukünftigen Entwicklung unserer Gesellschaft, bei der wir «Alten» einen wichtigen Beitrag leisten müssen. Dank unserer Weisheit, Gelassenheit, Erfahrung, Reife und Neugier sind wir kompetenten «Alten» als Mentor:innen, Coaches oder Sparringspartner, willkommene Ergänzungen in gemischten Teams.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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Digitalisierung: «Alte» haben die Nase vorn

Wie ältere Menschen mit Druck umgehen
Ältere Arbeitskräfte haben mehr Kraft, mit Druck umzugehen, und können ihn durch ihre Erfahrungen abfedern. Erfahrung beruht ja bekanntlich auf der Vergangenheit und diese hat sich im letzten Jahrzehnt fundamental gewandelt. Gewisse Werte sind jedoch weiterhin gültig und sollen nicht verloren gehen. Moderne Organisationsstrukturen oder schnell wechselnde Aufgabenbereiche verlangen allen Mitarbeitenden viel ab, doch haben kompetente «Alte» dank ihrem grossen Rucksack an Erfahrung, gepaart mit Empathie, einer inneren Ruhe und Verantwortungsbewusstsein definitiv die Nase vorn. (Auszugsweise aus dem Beitrag von Nicole Rütti, NZZ 6.12.2018)

Disruptive Entwicklungen
Digitalisierte, agile Unternehmen pflügen ganze Branchen um – mit eindrücklicher Geschwindigkeit. So besitzt das weltweit grösste Taxiunternehmen, Uber, keine eigenen Taxis, der grösste Anbieter von Unterkünften, Airbnb, hat keine eigenen Hotels, das führende chinesische Handelsunternehmen Alibaba verfügt über keine Lager, und das populärste Medienunternehmen, Facebook, generiert keine eigenen Inhalte. Auch der Schweizer Arbeitsmarkt ist im Umbruch. Betrachtet man diejenigen Branchen, in denen die Hauptprodukte schon in immaterieller Form bereitgestellt oder hergestellt werden (Software, Verlagswesen, Unterhaltung, Telekommunikation, Finanzwesen), so sind laut Avenir Suisse bereits mehr als 30% der Beschäftigten in der Schweiz im digitalen Sektor tätig.

Digitalisierung und Arbeit: Creator Picasa

Agile Mitarbeitende im digitalen Strudel
Trotzdem, so schreibt Stefan Kühl, Professor für Organisationssoziologie an der Universität Bielefeld, erleben wir eigentlich keinen disruptiven Wandel, eher handle es sich um reaktivierte ältere Managementideen. Nach dem Hype der 1980er Jahre rund um die New Economy und Startups gelten nun das agile Unternehmen und das Holacracy-Modell als die erstrebenswerte Organisationsform. Doch die Probleme, die durch diese Organisationsformen produziert werden, sind im Urteil des Wissenschafters immer die gleichen: Sie schaffen zusätzliche Komplexität und Verpolitisierung. Sein Fazit lautet deshalb, man solle nicht allzu schnell glauben, dass man eine aussergewöhnliche Phase des Wandels durchlebe. Für Michael Weiss, Inhaber der Firma Analystra, hängt der Stresspegel der Mitarbeitenden primär davon ab, wie Unternehmen mit Veränderungen umgehen, wie sie diese kommunizieren und anpacken. Begriffe wie «agile Organisation» sind schwammig. Jeder versteht darunter etwas anderes. Angst unter den Führungskräften: «Und was passiert mit mir?» hilft der Situation natürlich auch nicht.

Ältere reagieren gelassener
Oft wird angenommen, dass vor allem ältere Mitarbeiter mit Veränderungsprozessen Mühe haben und bei der Digitalisierung auf der Strecke bleiben. Michael Weiss der als Coach auch viele ältere Personen bei der beruflichen Neuorientierung begleitet, widerspricht: In der Regel reagiere die Generation 50 plus darauf sogar eher gelassener, im Sinne von: «Jetzt gibt es halt eine weitere Restrukturierung». Ältere Arbeitskräfte hätten mehr Kraft, mit Druck umzugehen, und könnten ihn durch ihre Erfahrungen abfedern.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform «von uns. für uns.»
Wir «Alten» verfügen als Partner im Team über einen altersbedingten Wissensvorsprung und viel Lebenserfahrung. Als Konsumenten sind wir Vertreter eines stark wachsenden Marktpotenzials und kennen unsere Bedürfnisse aus erster Hand. «kompetenz60plus.ch» ist auch die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit und registrieren Sie Ihre Kompetenz oder Ihr Unternehmen oder kontaktieren Sie uns per Email, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
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