Blog, Industrie 4.0

#275 – Kompetenzen im digitalen Zeitalter

Eine Bestandesaufnahme
Die fortschreitende Digitalisierung in Alltag und Beruf der Schweizer Bevölkerung löst unterschiedliche Gefühle aus. Prozess- und Kommunikationserleichterungen stehen Überforderungen gegenüber und Zukunftsängste wechseln sich ab mit hoffnungsvollen Erwartungen an eine digitalisierte Welt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation der FHNW Hochschule für Wirtschaft in Olten, zusammen mit der WIR-Bank, entstand eine Studie mit dem Titel «Digitale Schweiz 2022», eine Bestandesaufnahme zur Digitalisierung (Basel und Olten, im Juni 2022).

Kostenloser Download der 64-seitigen Studie mit Buchempfehlungen für KMU hier.

Digitalisierung im Alltag der Bevölkerung
Von Januar bis Februar 2022 wurden dazu 1008 Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Deutsch- und Westschweiz ab 18 Jahren durchgeführt. Ziel war eine systematische Erhebung der Einstellung gegenüber der fortlaufenden Digitalisierung im Alltag der Bevölkerung, welche Vor- und Nachteile von den Befragten gesehen werden und was davon überwiegt. Die Ergebnisse wurden jeweils unter Berücksichtigung der Subgruppen Alter, Bildungs- und Einkommensklasse verglichen. Als Langzeitstudie ausgelegt, sollen zu einem späteren Zeitpunkt Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Der grosse Ausverkauf an der US-Börse vom 16. Juni 2022, Bild: CNBC

Auch «Alte» beherrschen die Digitalisierung
Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Alter der Befragten spielt eher eine untergeordnete Rolle. Weit wichtiger für die Beurteilung ist deren Bildungsniveau und als Folge davon die Einkommensklasse. Dazu wurden wiederum drei Gruppen unterschieden. Tiefe Bildung nach der obligatorischen Schulzeit, mittlere Bildung mit Berufslehre oder Berufsschule und hoher Bildungsgrad durch Studium. Leute mit hoher Bildung und hohem Haushaltseinkommen zeichnen sich aus durch die Bereitschaft für lebenslanges Lernen, eine Offenheit für Neues und technisches Verständnis.

Vorteile und Gefahren digitaler Technologien
Zu den Vorteilen in denen digitale Technologien einen Mehrwert bieten, zählen die wichtigsten Lebensbereiche, der Zugriff auf Wissen und Inhalte, aber auch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Menschen. Weitere genannte Vorteile sind die Erreichbarkeit, Geschwindigkeit und Effizienz sowie Vorteile im Beruf, inklusive dem Homeoffice. Fast ein Drittel der Befragten nennt Cybersicherheit beziehungsweise ‑kriminalität und -überwachung, sowie den (mangelnden) Schutz unserer persönlichen Daten, als Gefahren der Digitalisierung. Dabei fällt auf wie im öffentlichen Raum, dieselben Leute oft lautstark Intimes am Telefon diskutieren. Mich erstaunt auch, dass nur rund 10% der Befragten eher oder sehr grosse persönliche Nachteile in Form eines «Arbeitsplatzverlustes» durch die digitalen Technologien sieht.

Wichtige Fähigkeiten im digitalen Zeitalter
Die befragte Schweizer Bevölkerung beurteilt die digitalen Technologien grundsätzlich positiv und nur 5% stehen diesen kritisch gegenüber. Das Interesse, die Technologie zu beherrschen und Kompetenzen zu erlernen um sich mit den Vorteilen und Herausforderungen der Digitalisierung auseinanderzusetzen, ist bei rund der Hälfte von ihnen vorhanden. 41% schätzen die eigenen Kompetenzen zu digitalen Technologien als hoch ein. Dazu zählen die Bereitschaft für lebenslanges Lernen, Offenheit für Neues, Neugierde und Sozialkompetenzen, sowie technisches Verständnis und Kommunikationsstärke. Die wichtigsten Lebensbereiche, in denen digitale Technologien Mehrwert bieten, sind der Zugriff auf Wissen und Inhalte, sowie in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Menschen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. Suchen Sie einen Mentor, eine Mentorin oder Coach, «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#184 – kompetenz60plus.ch

«Alte» tragen den Wandel mit
Kleine und mittelgrosse Firmen (KMU) nutzen die aktuelle Situation, um bereits laufende Anpassungsprozesse und Innovationen zu beschleunigen und somit wettbewerbsfähiger zu werden. Durch die Corona-Krise entstehen Chancen, besonders im Bereich der Digitalisierung, für den Einsatz kollaborativer Werkzeuge und die Flexibilisierung von Arbeitsprozessen. Die Zusammenarbeit über Internet bietet Möglichkeiten zur Vernetzung von Wissen und Erfahrung, um schnelle und kostengünstige Lösungen für anstehende Probleme zu finden. Wir «Alten» verfügen dazu über ein breites Spektrum von Kompetenzen, welche wir Teilen und anderen zugänglich machen müssen. Dass wir dabei nicht zwingend unseren (vermeintlichen) Führungsanspruch behalten, tut der Sache keinen Abbruch. Massgeblich ist auch nicht unser biologisches Alter, sondern unsere (Lebens-)Einstellung und der Wille die verbleibenden Jahre sinnstiftend zu verbringen. Anstatt auf älteren Methoden zu bestehen, weil sie für uns «komfortabler» sind, dürfen wir mit gutem Gewissen die Programmierung den «jungen Wilden» überlassen. In einem sich ständig verändernden Marktumfeld müssen wir hinter den Schlagwörtern wie «digital» oder «Technologie» deren Vorteile erkennen, nicht unbedingt als Technologen, sondern als lernwillige Navigatoren und fortgeschrittene Nutzer.

Apple Store im Hafen von Singapur: Architekten Foster + Partners 2020 (Lord Norman Foster (85) Architekt für die Reichstagskuppel in Berlin, 1999)

Veränderung bestehender Systeme
Im Beitrag von Matthias Sander, Taipeh, NZZ Global vom 31.08.2020, beschreibt der Autor das Wirken von Audrey Tang, der 39-jährigen «Digitalministerin» von Taiwan. Audrey Tang arbeitet nicht für die Regierung. Auch nicht für Taiwan oder die Taiwaner. Sondern mit der Regierung. Mit Taiwan und den Taiwanern. Mit dem Ziel, die Regierung (Altersdurchschnitt 60+Jahre) obsolet zu machen. Als ihre zentrale Aufgabe sieht sie es an, verschiedene Leute zusammenzubringen – Bürger mit Ideen, Experten, Unternehmer und Regierungsbeamte. So soll die Weisheit der Masse die beste Lösung für Probleme hervorbringen. Konsequenterweise behauptet Tang, dass sie nichts verändere. «Ich habe einfach Spass», sagt sie lapidar. Diese Haltung will sie vorleben, um andere Leute anzustecken und für den Einsatz in öffentlichen Angelegenheiten zu begeistern – «per Osmose». Ihre Philosophie ist definitiv anwendbar auf gemischte Teams, Ökosysteme wo «Alte» ihre (Lebens-)Erfahrung, auf Augenhöhe mit dem Wissen der «Jungen», überzeugend zur Verfügung stellen.

Vertrauen der «Alten» in die «Jungen»
Audrey Tang ist Schulabbrecherin, Autodidaktin und Hackerin. Sie hat einen IQ von 160, mehr können die meisten Tests nicht messen. Sie war Softwareunternehmerin und IT-Beraterin. Das Porträt im Magazin «Wired» vom 23. Juli 2020 beschreibt ihren Umgang mit der Corona-Pandemie, Open Data, Open Governance und die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Regierung. Taiwan mit einer Bevölkerung von 24 Millionen auf einer Fläche kleiner als die Schweiz, bekämpft die Corona-Pandemie höchst erfolgreich – seit Januar 2020 gibt es nur knapp 500 Infizierte und sieben Tote, nicht pro Tag oder Woche, sondern insgesamt. Die Regierung verknüpfte dabei diverse Datenbanken miteinander, etwa der Grenzkontrolle, des nationalen Gesundheitssystems und der Mobilfunkanbieter. Datenschutzprobleme nimmt die Bevölkerung in Kauf um sich weitestgehend zu schützen. Dazu braucht es das Vertrauen der «Alten» in die «Jungen».

Erfahrung Teilen
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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