Blog, Industrie 4.0

40 ist das neue 55

Schweden als Modell für die Schweiz?
Gerne wird das Modell Schweden zu Vergleichen mit dem schweizer Arbeitsmarkt herbeigezogen. Wenige von uns wissen jedoch bescheid über die wirklichen Herausforderungen der schwedischen Gesellschaft. Gemäss einer Meldung vom 9. Dezember 2019 in «The Local.SE» beginnt die Altersdiskriminierung für Arbeitssuchende in Schweden schon mit 40 Jahren. Der Ökonom Magnus Carlsson, Co-Autor eines neuen Berichts für die von der Regierung ernannte «Delegation für Seniorenarbeit», meinte gegenüber der privaten schwedische Nachrichtenagentur TT Tidningarnas Telegrambyrå AB: «Dies ist sowohl für die Gesellschaft als auch für die Betroffenen ein Problem»

40 ist das neue 55
Er und sein Wirtschaftskollege Stefan Eriksson verschickten mehr als 6’000 gefälschte Bewerbungen an rund 2’000 Unternehmen verschiedener Branchen: Verwaltungsassistenten, Verkäufer, Fahrer, Köche, Reinigungskräfte und das Gastgewerbe. Bewerbende in den frühen 40ern waren dabei bereits weniger attraktiv als jüngere Arbeitnehmende. «Wir hatten vor der Studie die Hypothese, dass es im Alter von 55 Jahren zu einem Bruch kommen würde. Wenn man sich die Arbeitsmarktstatistik zur Arbeitslosigkeit und die Chancen auf einen Arbeitsplatz ansieht, scheint es als ob zu diesem Zeitpunkt etwas passiert. Dass dies so früh angefangen hat überraschte uns» meint Carlsson. Für Bewerber Mitte 60 beträgt die Wahrscheinlichkeit, von einem potenziellen neuen Arbeitgeber kontaktiert zu werden, laut Studie nur etwa zwei bis drei Prozent.

Bild: Aly Song / Reuters

Arbeitgebende sind nicht prinzipiell gegen ältere Menschen
Die Autoren kamen zum Schluss, dass Arbeitgebende nicht grundsätzlich gegen ältere Menschen sind. Die Erklärung sind eher Stereotypen, wie die mangelnde Fähigkeiten der Arbeitnehmenden, mit zunehmendem Alter neue Dinge zu lernen, sich anzupassen oder Initiativen zu ergreifen. Das Muster wurde in allen untersuchten Berufen beobachtet und traf Frauen härter als Männer. Die «Delegation für Seniorenarbeit» ist Teil einer von der Regierung angeordneten Reihe von Berichten, die darauf abzielen, Wissen und Forschung über ältere Talente zu verbreiten und Strategien für einen integrativeren Arbeitsmarkt vorzuschlagen. Aus dem Beitrag geht nicht hervor, inwieweit die Digitalisierung repetitiver Jobs einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat.

Weiterbildung und Umschulung sind unumgänglich
Für uns «Alte» ist Weiterbildung zu oft etwas für die Anderen. Wir haben ja schliesslich unseren Fähigkeitsausweis oder unsere Diplome, die uns früher einen garantierten Platz im Erwerbsleben sicherten. Zwar spüren wir seit 30 Jahren fast täglich den Einfluss der «digitalen Revolution» auf Wirtschaft und Gesellschaft. Und obwohl viele Berufe nur noch im Museum zu besichtigen sind, klammern wir uns an die Hoffnung, dass wir diese Entwicklungen heil «überleben» werden. Ausser acht lassen wir dabei die Überlegungen der Arbeitgebenden die sich Mitstreitende wünschen, welche die Initiative ergreifen und im aktuell kompetitiven Umfeld proaktiv handeln.

Kompetente «Alte» gesucht
Zwar fehlt uns vielleicht das Wissen zum aktuellen Stand der Technik, doch dank unserer (Lebens-)Erfahrung sollten wir uns aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen. Auf Augenhöhe mit den Jungen und einer gewissen Bescheidenheit, ohne Besserwisserei. Genaueres zur Plattform «kompetenz60plus.ch» erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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«Edition Unik» – das Kulturprojekt

Schreiben als Art des Ordnens und Reflektierens
Ein eigenes Buch über sein Leben, sei es aus dem beruflichen oder privaten Erfahrungsschatz, zu schreiben, ist – besonders im Alter – ein persönlicher Gewinn und fördert eine ganze Reihe von Kompetenzen. Erkenntnisse an zukünftige Generationen weitergeben, mit Fokus auf Arbeitswelt und KMU kann auch als Ergänzung zum Lebenslauf genutzt werden (zum Beispiel bei Bewerbungen). Die Edition Unik macht das möglich, lässt den Teilnehmenden inhaltlich alle Freiheiten, begleitet sie aber durch einen präzise konzipierten und strukturierten Prozess, Erinnerungen aus ihrem Leben in einer eigens programmierten Software aufzuschreiben und daraus ein Buch zu gestalten, das in kleiner Auflage verschenkt, oder als PDF-Datei übermittelt werden kann. Animationsfilm (2:12′).

Markus Freitag bei der Designpreis-Verleihung

Das Kulturprojekt
Die «Edition Unik» ist kein Verlag und kein Schreibkurs. Sie ist ein einzigartiges Projekt mit besonderen Vorzügen und wurde von der in Zürich ansässigen Firma Heller Enterprises ins Leben gerufen. Frerk Froböse ist Projektleiter für das Kulturprojekt. Mit seinem Team entwickelt er dieses seit 2014, im Frühjahr 2015 folgte ein Pilotprojekt. Seit 2016 finden regelmässig halbjährliche Schreibrunden statt. Seit Herbst 2018 findet parallel zur Ausgabe in Zürich auch eine Projektrunde in Basel statt; die Durchführung in weiteren Städten ist angedacht. Die projektinternen Veranstaltungen der Zürcher Projektrunden finden im Karl der Grosse statt; Veranstaltungsort in Basel ist das Unternehmen Mitte. «Edition Unik Cafés» werden regelmässig durchgeführt: in der Kantonsbibliothek Baselland (Liestal), im Berner Generationenghaus, im Karl der Grosse, Zürich, sowie im Kulturzentrum Alte Kaserne in Winterthur. Das Projekt wird von namhaften Organisationen und Stiftungen unterstützt. Teilnehmende können sich darauf verlassen: «Edition Unik» begleitet Sie vom ersten Satz bis zum fertigen Buch. 400 davon sind in der Zwischenzeit erschienen. «Edition Unik» gewann kürzlich den Design Preis Schweiz 2019/20 in Langenthal.

Aus dem Jurybericht
Die «Edition Unik» als Kulturprojekt richtet sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte und befähigt die Teilnehmenden auf einzigartige Weise dazu, ihre Lebensgeschichten zu schreiben und daraus ein eigenes Buch zu gestalten – eine individuell berührende Erfahrung. Die «Edition Unik» bringt zwei normalerweise voneinander getrennte Elemente zu einem Gesamterlebnis zusammen: ein Schreibkurs-Setting und eine Self-Publishing-Plattform. Die auf dieser Grundlage entstehenden Bücher sind für den persönlichen Bedarf gedacht und nicht für den Verkauf auf dem Buchmarkt. Im Vordergrund steht die Freude über das selbst verfasste, automatisch gelayoutete und hochwertig gestaltete Buch. Das vielfältige und spannende Non-Profit-Projekt mit vergleichsweise geringen Kosten, überzeugt durch seine ausgefeilte, gut durchdachte Grundkonzeption, seine gesellschaftliche Relevanz, seinen praxisbezogenen Ansatz, seine starke soziale Komponente und seine adäquate gestalterische Umsetzung.

Martin Heller, Gestalter (67)
Martin Heller, 1952 in Basel geboren, ist Inhaber und Geschäftsführer von Heller Enterprises Zürich. Das 2003 gegründete Unternehmen initiiert, entwickelt, begleitet und realisiert Kulturprojekte unterschiedlicher Art und Ausrichtung. Ausdrücklich versteht Heller Enterprises Kultur als Ressource nicht nur für künstlerische, sondern auch für gesellschaftliche Entwicklungen. Dieses Potenzial von Kultur soll gezielt und sinnstiftend genutzt werden, auf hohem Niveau und zugleich publikumsnah.

Schreiben auf Augenhöhe
Die Perspektive von uns «Alten», die im Angebot «kompetenz60plus.ch» klar zum Ausdruck kommt, gewinnt für das Büro Heller Enterprises stetig an Relevanz. Das Schreibprojekt findet bei der Zielgruppe 60+ sein grösstes Interesse. Jedes Jahr finden zwei Runden der «Edition Unik» statt. Das Angebot umfasst Veranstaltungen, eine exklusive Schreibsoftware und verschiedene Formen der Unterstützung. Die Projektdauer ist 17 Wochen mit einem fixen Beginn und einem fixen Ende die helfen die Zeit zu planen und einzuteilen. Der Redaktionsschluss gibt den nötigen Druck. Ansonsten sind die Teilnehmenden frei, können auf Wunsch jedoch auf eine Palette von interessanten Programmen und Zusatzleistungen zurückgreifen. Dazu gehören vier Veranstaltungen, Auftakt, Abschluss und Netzwerkanlässe. Einmal pro Woche erhalten die Teilnehmenden eine E-Mail mit aktuellen Informationen zum Projektstand sowie mit Tipps und Tricks. Für individuelle Fragen, Unsicherheiten oder Hilfestellungen steht das Team von «Edition Unik» per Mail oder Telefon zur Verfügung.

Arbeiten online am Computer
Anmeldung für die Frühjahrs- und die Herbstrunden 2020, mit Durchführungen jeweils in ZH, BS, BE finden Sie auf der Website unter www.edition-unik.ch/anmeldung, Basisprogramm CHF 550 inklusive zwei Exemplare des eigenen Buchs (weitere Exemplare sowie Zusatzleistungen wie Mentorenprogramm und Textprüfung gegen Aufpreis). Für «Edition Unik» muss kein zusätzliches Programm auf dem Computer installiert werden. Die Software ist eine web-basierte App. Für deren Benützung sind eine stabile Internetverbindung und ein zeitgemässer Computer Voraussetzung. Vor allem der Browser muss auf dem aktuellen Stand sein; geeignet sind Google Chrome, Safari oder Mozilla Firefox. Um am Ende ein fertig gedrucktes und gebundenes Buch in den Händen zu halten, müssen alle Texte in der App geschrieben werden. Anders ist die automatische Erstellung der Druckvorlage nicht zu realisieren.

Kompetente «Alte» gesucht
Zwar fehlt uns vielleicht das Wissen zum aktuellen Stand der Technik, doch dank unserer (Lebens-)Erfahrung sollten wir uns aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen. Auf Augenhöhe mit den Jungen und einer gewissen Bescheidenheit, ohne Besserwisserei. Genaueres zur Plattform «kompetenz60plus.ch» erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte machen Sie mit, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


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Arbeiten im alter dank Digitalisierung

Der Beitrag von Eugen Stamm in der NZZ vom 20.8.2018 mit dem Titel «So schwierig kann das Rentnerleben ja nicht sein» diente als Inspiration für den folgenden Text:

Pensionierung als Belastung
Sich ernsthaft mit dem dritten Lebensabschnitt zu beschäftigen, damit beginnt man in der Regel erst wenige Jahre vor dem Pensionsalter. Das ist verständlich. Schliesslich gibt es, solange man mitten im Leben steht, immer Wichtigeres als das. Dazu kommt eine gewisse mentale Hürde, sich mit dem Älterwerden zu befassen. Alt sind die, die zehn Jahre älter sind als man selbst. Was aber bedeutet der unerwartete Verlust des Arbeitsplatzes infolge einer Restrukturierung oder einer Zwangspensionierung? Dann spätestens kommt der Moment, wo man sich Gedanken über weitere Schritte machen muss. Zumal man dann meist noch 25 Jahre bei guter Gesundheit vor sich hat und vorhandenes Wissen weiterhin sinnvoll einsetzen möchte.

Arbeiten ohne Digitalisierung (AutoCAD)

Marktwert von uns «Alten»
Bei vielen Leuten, auch mit sehr guter Ausbildung, stehen trotz sozialer Absicherung finanzielle Fragen zuoberst auf der Agenda. Kurz vor der Pensionierung bleibt nicht mehr viel Handlungsspielraum für die Altersvorsorge, ausser zu berechnen was man als Pension erwarten darf. Der Entscheid, wie lange man arbeiten will hängt auch stark von den beruflichen Rahmenbedingungen ab. Viele «Alte» haben von ihrem Arbeitsumfeld einfach langsam genug, weil die Wertschätzung fehlt und sie sich nach zig Reorganisationen am falschen Platz wähnen. Andererseits ist den meisten Menschen, die nach 65 noch arbeiten, gemeinsam, dass ihr Fachwissen oder andere Fertigkeiten tatsächlich dringend benötigt werden. Verschiedene Fähigkeiten zu besitzen, zahlt sich aus, das zeigt auch das Beispiel eines promovierten Mathematikers der nach der Pensionierung Pensen als Lehrer übernahm und heute Nachhilfestunden gibt. Die so geknüpften Kontakte über das reguläre Arbeitsleben hinaus sind enorm wichtig.

Beziehungsmotor fällt weg
Vom Kindergarten an lebt der Mensch in Strukturen, die laufend neue Beziehungen generieren. Mit der Pensionierung fallen diese plötzlich weg und man muss die Beziehungspflege selbst in die Hand nehmen. Nimmt man erfolgsverwöhnten Kadern die Visitenkarten weg, so löst sich auch ihr berufliches Netzwerk rasch auf und sie fallen in ein Loch. Diejenigen welche diese neue «Ruhe» schlecht aushalten, gestalten den Übergang in den neuen Lebensabschnitt sanfter, beispielsweise durch ein Engagement im Weiterbildungssektor. Dazu verfügen wir heute über technische Hilfsmittel, welche uns das Arbeiten von zuhause zu jeder beleibigen Zeit oder an jedem beliebigen Standort ermöglichen. Wagen Sie es, beruflich etwas Neues in Angriff zu nehmen im Rahmen Ihrer Neigungen und Kompetenzen. Zusammen im Team mit Jüngeren leisten Sie weiterhin Ihren wertvollen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft.

Kompetente Ältere gesucht
«kompetenz60plus.ch», die Plattform als Sammelbecken kompetenter Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber jüngeren Generationen bewusst sind. Genaueres dazu erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Ende Januar 2019 in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom Februar. Bitte verstecken Sie sich nicht, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
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