Blog, Industrie 4.0

#457 – KI-Agenten mit Erfahrung der «Alten»

Wenn die digitale Transformation uns überfordert
Erleben Sie in Ihrem beruflichen Alltag, dass Digitalisierungsinitiativen immer wieder initiiert, aber dann vertagt werden? Dann haben Sie höchstwahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass die Notwendigkeit digitaler Transformation zwar erkannt wird, aber nicht zwingend zu deren Umsetzung führt. Gute Ideen erhalten keine klare Priorisierung oder keine Budgets/Ressourcen. Oft werden Projekte gestartet, aber nicht konsequent genug weiterverfolgt. Man täuscht sich beim Zeitrahmen, oder es mangelt im Team an Herzblut, auch weil niemand wirklich verantwortlich ist. «kompetenz60plus.ch» ist eine Plattform zum Austausch unter kompetenten und erfahrenen Menschen mit Fokus auf KMUs. Fühlen Sie sich überfordert mit der gegenwärtigen KI-Innovationsgeschwindigkeit, dann nehmen Sie ganz unverbindlich den Kontakt auf, wir helfen gerne.

Besuchen Sie zum Thema auch den Beitrag vom 16. Februar 2026: «Wie die unterschätzte 60plus-Generation Erfahrung und Innovation, KI und altersdurchmischte Teams zusammenbringt» auf SICHTWEISEN SCHWEIZ.CH. Danke!

Führung im Zeitalter von KI-Agenten
Die Evolution künstlicher Intelligenz zur agentische KI ist nicht nur eine neue Technologie, sondern die Zukunft – und sie ist bereits Realität. Systeme auf Basis agentischer KI können selbstständig planen, handeln und lernen und beschleunigen so Effizienz, Innovation und Wachstum. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, müssen Unternehmen jedoch Neuland betreten und eine Technologie managen, die typische Werkzeugfähigkeiten mit menschlichen Eigenschaften vereint. Dies erfordert die Neugestaltung von Arbeitsabläufen, Rollen, Governance und Lernprozessen sowie die Entwicklung von Investitionsstrategien, die die notwendige Flexibilität bieten, um mit agentischer KI Wert zu schaffen. «Leading in the Age of AI Agents: Managing the Machines That Manage Themselves» ist der Titel des Beitrags von Shervin Khodabandeh, Sesh Iyer, Amartya Das, Amanda Luther, Vinciane Beauchene, Sylvain Duranton und Sam Ransbotham der Boston Consulting Group BCG vom 18. November 2025. Die Führung im Zeitalter der KI-Agenten: Die Maschinen managen, die sich selbst managen, erinnert in manchen KMUs geradezu an eine Utopie.

Existenzielle Sorgen der KMUs
Agentische KI wird etablierte Managementparadigmen zwar unweigerlich infrage stellen, doch mit der richtigen Strategie, Vorstellungskraft und Umsetzung bietet sie nicht nur vielversprechende Ansätze, sondern liefert auch konkrete Ergebnisse. Viele KMUs sehen in dieser Entwicklung existenzielle Fragen, die sich auch uns als Menschen stellen. Wo stehen wir gerade überhaupt? Was bedeutet das für uns persönlich (privat wie beruflich), was bedeutet das für uns als Gesellschaft – heute, morgen? Fakt ist: der Geist ist aus der Flasche, es gibt kein Zurück und wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Wir müssen mehr in die aktuellste KI-Bildung investieren und möglichst viel Gestaltungsmacht erlangen, um die Technologie nutzen zu können. Wir müssen das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine besser verstehen lernen, um selbstbewusst zu gestalten und nicht nur für banalste Restaufgaben gebraucht zu werden. Was heisst Kompetenz, wenn die KI in einer veränderten Beziehung zwischen Mensch und Maschine plant, ausführt, priorisiert und optimiert?

Extreme Nahaufnahme einer neuen Computerplatine (CPU, Netzwerkserver). Shutterstock Elektronik, Foto, Vektor

Wenn die KI unsere Arbeit ersetzt: Vorbereitung auf Unsicherheit
Was passiert, wenn KI mehr Jobs vernichtet als schafft? Anlässlich des 21. Europäischen Trendtags am GDI Gottlieb Duttweiler Institut stellte der Wirtschaftsprofessor und Bestsellerautor der Universität Oxford Daniel Susskind im Videointerview vom 1. Juli 2025, wegweisende Fragen über die Zukunft der Arbeit und forderte radikal neue Lösungen. Für ihn ist Bildung nur dann wirksam, wenn es überhaupt noch genug Arbeit für alle gibt. Die technologische Disruption zeigt uns, warum wir uns auf eine Arbeitswelt vorbereiten müssen, in der Unsicherheit zur Konstante wird. Neben Qualifikationen zählt auch eine hohe Anpassungsfähigkeit. Denn: «Es ist unglaublich schwierig abzuschätzen, welche Jobs künftig gemacht werden müssen und welche Fähigkeiten notwendig sind». In einer Zukunft, die von dieser Unsicherheit geprägt ist, wird viel Flexibilität erwartet.

Analoge Denkmuster im KI-Zeitalter
Wenn Menschen mit KI in Berührung kommen, bringen viele ihre etablierten Denkmuster und sprachlichen Rahmenbedingungen mit, die nicht immer mit der Funktionsweise moderner KI-Systeme übereinstimmen. Für viele von uns «Alten» stellen Konzepte, die sich nicht leicht verbalisieren lassen, eine besondere Herausforderung dar. Unser Erfahrungshorizont entwickelte sich in einer Zeit, in der die analoge Kommunikation von Mensch zu Mensch die primäre Form des Informationsaustauschs war, wogegen sich die abstrakte, algorithmische Natur der KI-Interaktion fremd anfühlt. Wir «Alten» betrachten künstliche Intelligenz KI oft durch eine Brille, die von unserer lebenslangen Sprachsozialisation geprägt ist. Sprache oder das «analoge» Telefon sind für uns nicht nur Kommunikationsmittel – sie strukturieren grundlegend, wie wir Kreativität ausdrücken und Probleme konzeptualisieren.

Mitten in der Transformation: Die neue Rolle der 60plus-Generation
Doch vor lauter Vorurteilen gegenüber der Digitalisierung übersehen wir die eigentliche Transformation. Es geht nicht mehr darum, wer das Internet erfunden hat oder wer besser programmieren kann. Vielmehr geht es darum, KI-Systeme kritisch zu bewerten, aus Erfahrung zu wissen, welche Daten relevant sind, wo der Einsatz welcher Werkzeuge wann Sinn ergibt oder nicht und wie man in einem Ergebnis Voreingenommenheit erkennt. Das ist keine Frage des biologischen Alters, sondern des Erlernens einer Alphabetisierung. Wir «Alten» haben schon mehrere technologische Entwicklungen miterlebt, haben sie auch mitgestaltet und können sehr wohl zwischen Hype und Wesentlichem unterscheiden. Die betreute und sorgfältig, aber kreativ und schnell ausgeführte Recherche durch die kommende Generation der KI-Kuratierung verspricht einen Paradigmenwechsel. Large Language Models LLM werden zur semantischen Analyse fähig sein. Sie werden in Zukunft Texte mittels Statistik inhaltlich auswerten und die Plausibilität der Information optimieren. Erfahrene, neugierige und kompetente «Alte», im Team mit den «jungen Wilden», validieren im Anschluss die Resultate.

Komplementäre Kompetenzen und Perspektivenvielfalt
KI-Projekte erfordern mehr als nur technisches Know-how. Während jüngere Teammitglieder oft einen intuitiveren Zugang zu neuen Technologien und digitalen Tools mitbringen, verfügt die 60plus-Generation über jahrzehntelange Erfahrung in der Bewertung von Geschäftsprozessen, Risikomanagement und der Einschätzung praktischer Umsetzbarkeit. Diese Erfahrung hilft, KI-Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch tatsächliche Probleme lösen und in bestehende Organisationsstrukturen passen. Zwar gibt es einige wissenschaftliche Studien und Praxisbeispiele, welche die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen den Generationen beleuchten, aber noch wenige spezifische Fallstudien, die explizit altersdurchmischte Teams in KI-Projekten dokumentieren. Dies liegt vermutlich daran, dass KI-Projekte in ihrer aktuellen Form noch relativ jung sind. Viele Unternehmen experimentieren, ohne die Resultate öffentlich zu dokumentieren. Kombiniert man die wissenschaftlichen Belege zur Aufgabenkomplexität mit den allgemeinen Praxisbeispielen aus der Tech-Industrie, ergibt sich hier eine «Forschungsmöglichkeit» zur noch ausstehenden systematischen Dokumentation altersdurchmischter KI-Teams.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#442 – Digitale Bildung auch für uns «Alte»

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für die Bildung
Die gegenwärtige Diskussion über Vor- und Nachteile künstlicher Intelligenz KI lässt auch die aktuellen Zugriffe auf die Blogbeiträge «kompetenz60plus» in die Höhe schnellen. Vor allem auf dem Gebiet der Bildung herrschen geteilte Meinungen. Während das eine Lager die Technologie verteufelt und nach Verboten schreit, finden sich ebensoviele Verfechter von KI zur Inspiration im «Klassenzimmer». Einer davon ist der Deutsche Christian Pohl (50+), Lehrer bei Freistaat Bayern in seinem Blog «Serie: Wie künstliche Intelligenz Schule und Lernen neu erfindet». Mit umfangreicher Erfahrung von drei Jahrzehnten in der pädagogischen Arbeit, verfügt Pohl über ein breites Spektrum an Wissen und Fähigkeiten. Sein Schwerpunkt liegt auf digitaler Bildung, ein Bereich, in dem er sich besonders leidenschaftlich engagiert. Sein Ziel ist es, Pädagogen zu befähigen das Potenzial jedes Lernenden, egal welchen Alters, zu maximieren. Er ist fest davon überzeugt, dass das Zeitalter der Digitalisierung enorme Möglichkeiten für die Bildung eröffnet. Lebenslange Weiterbildung in der Ära von KI hat ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unsere Arbeit und deren Sinnhaftigkeit. Künstliche Intelligenz wird unser Leben nicht einfach ein bisschen verändern – sie wird unsere Erfahrung von Grund auf transformieren. In den kommenden Jahren wird sich alles wandeln: wie wir arbeiten, wie wir lernen, wie wir Wissen prüfen, Feedback geben und Bildung überhaupt verstehen. Gemäss Pohl verbinden sich die Themen in seiner Blogreihe zu einer gemeinsamen Frage: Wie bleibt Bildung menschlich, wenn Intelligenz allgegenwärtig wird?

Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München, Deutschland, 2025: Die automatisierte Bandbibliothek zur Langzeitarchivierung von Daten, verwaltet tausende magnetische Speicherbänder mittels Robotersystemen, um eine zuverlässige und energieeffiziente Sicherung wissenschaftlicher Daten über Jahrzehnte hinweg zu gewährleisten. Foto: Giulia Bruno / Architekturmuseum der TUM, 2025

Der Weiterbildungsbedarf für die Kompetenzen der Zukunft
Zusammen mit der KI ChatGPT von OpenAI, geht Pohl in der Folge verschiedenen Fragen zur Zukunft dieses Transformationsprozesses nach, so auch, wie die fortschreitende Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Arbeitswelt tiefgreifend verändern wird. Studien zeigen, dass in den kommenden Jahren viele Arbeitsplätze einem Wandel unterliegen werden, während zugleich neue Berufsfelder entstehen. Ebenso gewinnen flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice an Bedeutung, was Produktivitätsaspekte und die Mitarbeitendenzufriedenheit beeinflusst. Gleichzeitig entsteht ein steigender Weiterbildungsbedarf, da Arbeitskräfte neue Kompetenzen für die Jobs der Zukunft benötigen: Laut dem Future of Jobs Report 2023 des Weltwirtschaftsforums werden bis 2027 voraussichtlich 23% aller Jobs Veränderungen erfahren, wobei rund 69 Millionen neue Stellen entstehen und 83 Millionen wegfallen könnten (Nettoverlust ca. 14 Millionen Jobs). Technologische Makrotrends (wie beispielsweise KI, respektive Automatisierung) treiben dabei den Wandel an und verursachen eine erhebliche Arbeitsmarkt-Dynamik, mit insgesamt dennoch leicht positivem Ausblick für neue Stellenprofile.

Auch «Alte» erhalten eine Rolle
Selbst wenn die Automatisierung mit ~34% der Aufgaben etwas langsamer verläuft als ursprünglich prognostiziert, rechnen Unternehmen mit einem 25% Arbeitsplatzabbau bis 2027. Viele Tätigkeiten werden jedoch auch weiterhin menschlich dominiert, besonders solche, die kognitive Fähigkeiten wie Kommunikation und Koordination erfordern. Vorteile wie Büroflächeneinsparung oder globales Recruiting, sowie die Verbesserung bei Remote-Technologien, welche flexible Arbeitsmodelle ermöglichen, werden die Zahl der Homeoffice-Tage in Firmen fördern. Durch den strukturellen Wandel am Arbeitsmarkt entsteht gleichzeitig ein erheblicher Weiterbildungs- und Umschulungsbedarf. Bis 2027 werden gemäss Weltwirtschaftsforum 6 von 10 Beschäftigten Weiterbildungen benötigen. Als kompetente und neugierige «Alte» begleiten wir diese «Reskilling-Revolution» zur Aktualisierung künftiger Anforderungen, als Mentoren und Sparringspartner in gemischten Teams mit den «Jungen Wilden».

Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz
Verschiedene Studien stützen die These, dass Diversität, etwa hinsichtlich Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft oder Denkstile Innovationen fördert, Entscheidungen verbessert und die finanzielle Performance steigert. Gemäss dem Global Diversity & Inclusion Index gibt es einen kausalen Effekt: Unternehmen mit überdurchschnittlich diversen und inklusiven Teams sind tendenziell erfolgreicher in der Marktperformance. Vielfalt in Belegschaften bedeutet eine grössere Bandbreite an Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten. Dies kann die Kreativität und Problemlösungsfähigkeit deutlich erhöhen. So werden in heterogenen Teams Herausforderungen oft aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, was zu innovativeren Lösungsansätzen führt. Zudem korreliert Vielfalt mit höherer Mitarbeiterzufriedenheit und geringerer Fluktuation, was insgesamt zur Leistungssteigerung beiträgt. Vielfalt wird daher als wichtige Ressource und Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens angesehen. Dies wiederum hilft, die besten Talente anzuziehen und zu halten. Entsprechend bezeichnen Management-Studien eine ausgeprägte Diversitätskultur als unimitierbaren Erfolgsfaktor – Konkurrenten können ein eingespieltes diverses Team nur schwer kopieren.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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40 ist das neue 55

Schweden als Modell für die Schweiz?
Gerne wird das Modell Schweden zu Vergleichen mit dem schweizer Arbeitsmarkt herbeigezogen. Wenige von uns wissen jedoch bescheid über die wirklichen Herausforderungen der schwedischen Gesellschaft. Gemäss einer Meldung vom 9. Dezember 2019 in «The Local.SE» beginnt die Altersdiskriminierung für Arbeitssuchende in Schweden schon mit 40 Jahren. Der Ökonom Magnus Carlsson, Co-Autor eines neuen Berichts für die von der Regierung ernannte «Delegation für Seniorenarbeit», meinte gegenüber der privaten schwedische Nachrichtenagentur TT Tidningarnas Telegrambyrå AB: «Dies ist sowohl für die Gesellschaft als auch für die Betroffenen ein Problem»

40 ist das neue 55
Er und sein Wirtschaftskollege Stefan Eriksson verschickten mehr als 6’000 gefälschte Bewerbungen an rund 2’000 Unternehmen verschiedener Branchen: Verwaltungsassistenten, Verkäufer, Fahrer, Köche, Reinigungskräfte und das Gastgewerbe. Bewerbende in den frühen 40ern waren dabei bereits weniger attraktiv als jüngere Arbeitnehmende. «Wir hatten vor der Studie die Hypothese, dass es im Alter von 55 Jahren zu einem Bruch kommen würde. Wenn man sich die Arbeitsmarktstatistik zur Arbeitslosigkeit und die Chancen auf einen Arbeitsplatz ansieht, scheint es als ob zu diesem Zeitpunkt etwas passiert. Dass dies so früh angefangen hat überraschte uns» meint Carlsson. Für Bewerber Mitte 60 beträgt die Wahrscheinlichkeit, von einem potenziellen neuen Arbeitgeber kontaktiert zu werden, laut Studie nur etwa zwei bis drei Prozent.

Arbeitgebende sind nicht prinzipiell gegen ältere Menschen
Die Autoren kamen zum Schluss, dass Arbeitgebende nicht grundsätzlich gegen ältere Menschen sind. Die Erklärung sind eher Stereotypen, wie die mangelnde Fähigkeiten der Arbeitnehmenden, mit zunehmendem Alter neue Dinge zu lernen, sich anzupassen oder Initiativen zu ergreifen. Das Muster wurde in allen untersuchten Berufen beobachtet und traf Frauen härter als Männer. Die «Delegation für Seniorenarbeit» ist Teil einer von der Regierung angeordneten Reihe von Berichten, die darauf abzielen, Wissen und Forschung über ältere Talente zu verbreiten und Strategien für einen integrativeren Arbeitsmarkt vorzuschlagen. Aus dem Beitrag geht nicht hervor, inwieweit die Digitalisierung repetitiver Jobs einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat.

Weiterbildung und Umschulung sind unumgänglich
Für uns «Alte» ist Weiterbildung zu oft etwas für die Anderen. Wir haben ja schliesslich unseren Fähigkeitsausweis oder unsere Diplome, die uns früher einen garantierten Platz im Erwerbsleben sicherten. Zwar spüren wir seit 30 Jahren fast täglich den Einfluss der «digitalen Revolution» auf Wirtschaft und Gesellschaft. Und obwohl viele Berufe nur noch im Museum zu besichtigen sind, klammern wir uns an die Hoffnung, dass wir diese Entwicklungen heil «überleben» werden. Ausser acht lassen wir dabei die Überlegungen der Arbeitgebenden die sich Mitstreitende wünschen, welche die Initiative ergreifen und im aktuell kompetitiven Umfeld proaktiv handeln.

Kompetente «Alte» gesucht
Zwar fehlt uns vielleicht das Wissen zum aktuellen Stand der Technik, doch dank unserer (Lebens-)Erfahrung sollten wir uns aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen. Auf Augenhöhe mit den Jungen und einer gewissen Bescheidenheit, ohne Besserwisserei. Genaueres zur Plattform «kompetenz60plus.ch» erfahren Sie im doppelseitigen Beitrag von Anfang Jahr in der Schweizerischen Gewerbezeitung oder im Videoclip (3:43′) «FokusKMU» für das Lokalfernsehen vom vergangenen Februar.

Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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