Blog, Industrie 4.0

#432 – Nostalgie, das Heroin von uns «Alten»

Unser Verhältnis zur künstlichen Intelligenz KI
Viele von uns «Alten» tun sich schwer mit Veränderungen, auch wenn sich diese schlussendlich zu unserem Vorteil entwickeln. Angesichts der Proliferation digitaler Technologie, denken wir nostalgisch an die «gute» analoge Zeit zurück. Wir Fragen uns, weshalb wir ein bestehendes System disruptiv zerstören sollen um anschliessend durch eine neue Technologie oder ein Geschäftsmodell, (scheinbar) funktionierende Märkte und Gewohnheiten grundlegend zu verändern. Im Gegensatz zu schrittweisen Veränderungen führt eine disruptive Innovation zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung oder einem Paradigmenwechsel, der für uns eine grosse Herausforderung darstellen kann, für den Gesamtfortschritt aber auch grosse Chancen bietet (Stichwort: Zölle). Dass solche Initiativen fast ausschliesslich im angelsächsischen Kultur- und Sprachraum entstehen, empfinden wir oft als Kränkung und lehnen diese reflexartig ab.

Die unsichtbare Schweizer Szene
Im Blog #431 Die unsichtbare Schweizer KI-Szene: «KI und Robotik: Tech-Utopie als Jungbrunnen für die Menschheit?» versuchen wir eine Einordnung: Trotz einigen interessanten Schweizer KI-Initiativen und KI-Unternehmen, liegen die Entwicklung von KI und Robotik sowie der Zugang zum alles miteinander verbindenden Internet in den Händen von einigen wenigen US-Tech-Firmen des Silicon Valleys. Der Mangel an helvetischer Sichtbarkeit ist auch das Resultat fehlender «Gesichter», Leaderfiguren wie beispielsweise Elon Musk, Ron Altmann oder Bill Gates. Hierzulande stehen Fachgruppen, Ausschüsse oder Lehranstalten hinter den Projekten, die sich vornehmlich auf die Sicherheit, Ethik oder die Einhaltung von Regeln zum Datenschutz konzentrieren. Das Problem ist also nicht die KI-Technologie selbst, sondern unser Verhältnis zu ihr. Der Fokus auf «vertrauenswürdige und transparente KI» könnte zwar ein wichtiger Differenzierungsfaktor für die lokalen Initiativen sein. Das weltumspannende Internet garantiert jedoch keine länderspezifischen Lösungen, wie einen «Swiss Finish». Einmal im Netz, ist der Geist aus der Flasche und nicht mehr einzufangen.

Wie würde es sich anfühlen, das Ende des Lernens? © Beate Pietrek für DIE ZEIT (unter der Verwendung von KI)

Künstliche Intelligenz: Leben in einer Tech-Utopie
Trotz Bedenken dürfen wir die Erschaffung von künstlicher Intelligenz als «Ziel per se» nicht aus den Augen verlieren. Nicht hemmende Regulierung, sondern weitere Erforschung ist wichtig. Wie erschaffen wir Intelligenz am Computer, ist der heilige Gral für künstliche Intelligenz: Aber wie gelangen wir dorthin? In Verbindung mit den medizinischen Fortschritten, die ewige Jugend versprechen, scheint die Menschheit also zum Leben in einer Tech-Utopie bestimmt zu sein. Eine Zukunft, die auch durch die Zusammenarbeit mit der Natur geprägt ist. Treiber hierfür sind die breite Akzeptanz erschwinglicher KI-Technologien, die Kommerzialisierung von KI-Diensten, veränderte Geschäftsmodelle, welche KI als operatives Hilfsmittel betrachten, und die steigende Nachfrage nach unterstützender Infrastruktur. Diese Entwicklungen demokratisieren KI-Fähigkeiten, fördern Innovationen und verwandeln KI in eine gemeinsame, systemische Ressource (Commodities), vergleichbar mit traditionellen Versorgungsunternehmen wie Strom und Wasser, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die gesellschaftliche Steuerung.

Folgen von künstlicher Intelligenz KI: Wenn wir nicht mehr lernen müssen
Künstliche Intelligenz nimmt uns das Nachdenken ab. Wir sollten uns daran aber nicht zu sehr gewöhnen – es könnte gefährlich sein, schreibt Dr. Sibylle Anderl in der ZEIT am Wochenende vom 4. August 2025. Der Traum von der perfekten KI-Arbeitskraft soll wahr werden – und der Mensch kann sich zurücklehnen und geniessen. Keine Bullshit-Jobs mehr, nur noch Genuss, und das sehr lange. Denn dank KI wird die Medizin so grosse Fortschritte machen, dass der Mensch immer älter wird. Und wenn die KI irgendwann in unsere Köpfe implantiert wird, wie es sich etwa der Futurist Ray Kurzweil ausmalt und woran Elon Musk bereits arbeitet, muss der Mensch überhaupt nichts mehr lernen. Vorbei die Frustration darüber, dass wir Gelerntes so schnell wieder vergessen. Dass uns für manches das Talent fehlt. Jeder kann sich alles sofort aneignen. Der Mensch wächst über sich selbst hinaus. Untersuchungen ergaben zwar, dass man sich Informationen schlechter merkt, wenn man weiss, dass man digital auf sie zugreifen kann. «Digitale Amnesie» wird das genannt. Man kennt sie von To-do-Listen, deren Inhalte aus dem Gedächtnis verschwinden, sobald man sie notiert hat. Eigentlich ein Lichtblick für uns «Alte», KI als Partner gegen das Vergessen.

Die gefährlichste Illusion: Dass wir schon gelernt hätten.
Wäre das also die Zukunft: Das eigene Denken würde abgebaut, aber wir merkten es gar nicht, weil wir uns angesichts der erfolgreichen Nutzung künstlicher Intelligenz trotzdem über die Massen schlau fühlten? Doch wer wäre dann für die Inhalte solcher Systeme verantwortlich? Eigentlich eine Aufgabe für uns kompetente «Alte», unsere Erfahrung im Team mit den «jungen Wilden» zu teilen. Gut möglich, dass wir sonst verlernen, uns selbst und unsere Umwelt kritisch infrage zu stellen. Im Kommentar zum Artikel von Dr. Sibylle Anderl schreibt Christian Müller, Mitgründer von Intrinsic, dem Netzwerk für «angewandte Bildungsinnovation» auf LinkedIn vom 4. August 2025: Der Artikel in der aktuellen DIE ZEIT beschreibt eine Welt, in der KI uns das Denken abnimmt. Er warnt davor, dass Lernen überflüssig werden könnte – und dass das gefährlich ist. Das stimmt zwar, aber nicht aus den Gründen, die der Artikel nennt, meint Christian Müller. Denn die Vorstellung, dass wir durch KI das Lernen verlieren könnten, setzt voraus, dass unser jetziges Lernen intakt ist und da ist der blinde Fleck des Textes. Dieses Lernen ist erschöpft.

Tiktok und KI erobern die Bildung. Illustration: Olivia Meyer, NZZ am Sonntag, 10. August 2025

Tiktok und KI erobern die Bildung – wozu braucht es dann noch Lehrer?
René Donzé, NZZ am Sonntag 10. August 2025, beschreibt wie rasant sich die Nutzung von KI-Tools wie Chat-GPT beim Lernen ausbreitet. In einem Bericht der Universität Zürich zur Befragung bei 2300 Schülerinnen und Schülern von Gymnasien, Berufsschulen und Fachmittelschulen gaben 90 Prozent an, auf die Hilfe von KI zurückzugreifen. Nicht die KI ist das Problem. Die Vorstellung von Lernen, die wir verteidigen ist es, schrieb Christian Müller. Was der Text als Lernen verklärt, ist in Wahrheit eine Disziplinierung, keine Entfaltung. Die KI kann dabei helfen – radikal. Wenn wir sie nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung verstehen. Dann könnte KI das sein, was wir so dringend brauchen: Ein Katalysator für eine neue Lernkultur. Eine, die nicht im 19. Jahrhundert steckenbleibt. Sondern im 21. ankommt. Nicht Bildung als Formung – sondern als leistungsorientierte Einladung. Denn das wahre Risiko ist nicht, dass wir das Lernen verlieren, sondern, dass wir nie wirklich damit begonnen haben.

Die Herausforderungen für Führungskräfte bei technologischen Umbrüchen
An die Geschäftswelt richtet sich die Abhandlung der Boston Consulting Group BCG vom 26. Juni 2025. Mit dem Titel «KI am Arbeitsplatz: Die Dynamik nimmt zu, aber es bleiben Lücken», analysieren die Autoren Vinciane Beauchene, Sylvain Duranton, Nipun Kalra, and David Martin die Potenziale von KI und Technologie. Dabei konzentrieren sie sich auf die jährlichen globalen BCG-Mitarbeiterbefragungen «AI at Work», KI am Arbeitsplatz, welche 2025 11 Länder und Regionen umfasst, mit mehr als 10’600 befragten Führungskräften, Managern und Mitarbeitenden (im Aussendienst). Fazit: KI ist keine ferne Zukunftsvision mehr. Führungskräfte und Manager haben sie in ihren Arbeitsalltag integriert während Mitarbeitende im Aussendienst die Technologie noch nicht vollständig angenommen haben. Die Fähigkeit von Unternehmen, Arbeitsabläufe neu zu gestalten, hängt massgeblich vom Engagement der Mitarbeitenden ab. Führungskräfte müssen die Technologie beispielhaft nutzen, die Mitarbeitenden entsprechend schulen und die richtigen Werkzeuge bereitstellen.

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu gestalten
Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit wandeln sich in Begeisterung, wenn Mitarbeitende gut informiert und mit KI-Agenten vertraut sind. Sie betrachten diese weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als kooperative Partner, die ihre Arbeit erleichtern. Dies ist eine bekannte Herausforderung, die auch bei anderen technologischen Umbrüchen zu beobachten ist – insbesondere beim Übergang von Dampf zu Elektrizität. Der Weg über die Einführung von KI zur tatsächlichen Wirkung ermöglicht es, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu zu gestalten. Wir «Alten» müssen dazu unsere Erfahrung als Mentoren und Sparringspartner in gemischten Teams einbringen. Unternehmen, die sich dieser Transformation verschrieben haben, wissen, dass die wahre Stärke von KI in intelligenteren Arbeitsweisen liegt. Richtig umgesetzt, passen sich Mitarbeitende nicht nur an – sie entwickeln sich weiter.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#349 – «Alte» in den Verwaltungsrat

Datenbanken, Vorratshaltung von Wissen
Seit dem Ende der Corona-Pandemie befassen sich Unternehmen vermehrt mit Fragen zur Kostenoptimierung. Die Diskussion um Nachfolgeregelungen ist dem Bedarf an Restrukturierungsmassnahmen gewichen. Befeuert werden diese Massnahmen, neben rückläufigen Erträgen, durch den Vormarsch künstlicher Intelligenz KI und den Vorteilen der Automatisierung von Betriebsabläufen. Damit geraten Datenbanken, als Vorratshaltung von Wissen und deren Interoperabilität, wieder ins Bewusstsein vieler Patrons. Das macht sich dieser Tage in manchen KMUs, als banales Beispiel, im hindernisreichen Versuch zum automatisierten Versand von Weihnachtskarten bemerkbar.

Ältere und erfahrene Führungskräfte gesucht
Der Umgang mit schwierigeren Marktbedingungen müsse in gewissen Firmen und Branchen erst erlernt werden, findet Dr. Karsten Lafrenz (47) im Beitrag von Dominik Feldges, NZZ vom 11. Dezember 2023. Dafür dürfte angesichts eines möglicherweise beschleunigten Wirtschaftsabschwungs aber nicht überall die Zeit vorhanden sein, findet der Partner und Managing Director im Zürcher Büro von Alix, einem Unternehmen, das zusammen mit Roland Berger und McKinsey & Company zu den führenden Spezialisten zählt, welche Firmen bei Transformationen und in Turnaround-Situationen begleiten. Betriebe, deren Führung zum Grossteil aus «Schönwetterkapitänen» zusammengesetzt ist, empfiehlt deshalb Lafrenz, extern Verstärkung zu suchen. «Das kann beispielsweise eine ältere, erfahrene Führungskraft sein, die sich mit Restrukturierungen auskennt und die man in den Verwaltungsrat holt.»

HoloLens 2 headset: 2020, Marina Abramović (78), serbische performance-Künstlerin mit internationalem Renommee.

Schreckgespenst Rezession
Unter dem Titel: «Das Schreckgespenst der Rezession geht um – Firmen, die frühzeitig handeln, haben bessere Karten», beschreibt Dominik Feldges, wie die schwache Konjunktur Unternehmen zunehmend zwingt, Kostensenkungsmassnahmen zu ergreifen. Dies zeigt sich in den Anfragen die bei Wirtschaftsverbänden und Beratungsunternehmen zum Thema Restrukturierungen und zu Fragen der Kurzarbeit eingehen. Nicht nur Betriebe der Maschinenbau-, Elektro- und Metallindustrie, sondern auch Firmen aus einer Branche, die sonst im Ruf steht, eher auf der Gewinner- als der Verliererseite zu stehen, sehen sich zum Handeln gezwungen. Grosse amerikanische Technologiekonzerne wie Google, Amazon und Meta trennten sich von Tausenden von Mitarbeitenden. Für Christoph Lechner (57), Direktor des Instituts für Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen, ist es indes kein Zufall, dass ausgerechnet sie durchgegriffen haben. Diese Konzerne hätten antizipiert, dass ihre Erträge ohne Gegenmassnahmen auf der Kostenseite sinken würden.

Restrukturierung trotz Grossauftrag
Ein kritischer Faktor bei Restrukturierungen sind die Verantwortlichen, welche die Massnahmen definieren und umsetzen müssen. Karsten Lafrenz sieht diesbezüglich auf manche Unternehmen Herausforderungen zukommen: «Wir haben jetzt eine Managergeneration, die in Teilen nur Wachstum und ein positives Umfeld kennengelernt hat.» Der Umgang mit schwierigeren Marktbedingungen müsse in gewissen Firmen und Branchen erst erlernt werden. Ein Restrukturierungsplan verspricht auch nur dann Erfolg, wenn er konsequent umgesetzt und nicht ausgesetzt wird, sobald beispielsweise ein Grossauftrag eintrifft. Denn, so erfreulich ein solches Ereignis auch ist, so trügerisch kann es mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung sein. Denn falls sich der Bestelleingang wieder verschlechtert, rächt sich die Nachlässigkeit. Das Management muss dann adjustieren und Einsparungen, die zuvor versäumt wurden, möglicherweise sogar noch ausweiten. Lafrenz empfiehlt deshalb ein von Anfang an beherztes Anpacken der notwendigen Massnahmen.

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#331 – «Alte» als generative Manager

Generativität
Der Begriff Generativität, die individuelle, beziehungsweise kollektive Fähigkeit zur Sorge oder Fürsorge für Menschen einer anderen Generation, wird neu auch in der Arbeitswelt angewendet. «Bestehen Sie darauf, dass sich Vorgesetzte zu generativen Managern ausbilden lassen», war eine Forderung im Beitrag von Ruth Ebeling, Becky Frederick, Sebastian Ullrich und Juliana Lisi der BCG Boston Consulting Group vom 10. Juli 2023 mit dem Titel: «Der Wettlauf um technische Talente hat nicht aufgehört». Die Autoren haben dazu Zehntausende Beschäftigte im technischen Bereich nach ihren Gründen für die Auswahl oder den Verbleib in einer Anstellung befragt. Generativ bedeutet «erzeugend», beziehungsweise bezeichnet allgemein die Eigenschaft, etwas hervorbringen zu können. Innerhalb unterschiedlicher Fachgebiete, von den Wissenschaften und der Technik bis zur Kunst, etablierten sich verschiedene Begriffe, in denen das Adjektiv «generativ» vorkommt, beispielsweise im aktuell oft zitierten ChatGPT (Generative Pre-trained Transformer).

Fünf Taktiken, um technische Talente anzuziehen
Gemäss den Autoren können auch Arbeitgebende ausserhalb der Tech-Branche geeignete Massnahmen ergreifen, um für Tech-Arbeitende attraktiver zu werden. Dazu gehören neben den im Vergleich zu anderen Branchen höheren Lohnerwartungen, auch die Unterstützung der Work-Life-Balance durch flexible Arbeitszeiten. Oder die zur Karriereentwicklung gehörenden Möglichkeiten zum Erlernen neuer Fähigkeiten. Auch kleine KMU können in ihren Stelleninseraten beispielsweise die modernen Tools und innovativen Arbeitsweisen hervorheben, die sie bieten. Mittels Mikropraktika für Lernende oder Studierende und vor-Ort-Besuche für potenzielle Bewerbende wird die Firma vorgestellt. Mitarbeitende aus der Technologiebranche sind oft teure Anstellungen. Unternehmen ausserhalb der Technologiebranche, die nach technischen Talenten suchen, um digitale Transformationen oder andere Initiativen voranzutreiben, müssen sorgfältig abwägen, wer benötigt wird, um ihre Ziele im Rahmen des Budgets zu erreichen. Die Möglichkeit, solche Stellen «von innen heraus» zu fördern, ergeben sich auch im Austausch mit den «Alten», welche oft über erstaunlichen Fähigkeiten verfügen und dabei bereit sind, eine bessere Arbeitsplatzsicherheit gegen etwas weniger Vergütung einzutauschen. Das Versäumnis, zeitgemässe Rekrutierungsmethoden und -systeme anzuwenden, schadet den Bemühungen von Unternehmen, da sie dadurch daran gehindert werden, schnell Talente zu identifizieren, die aktiv oder passiv suchen.

Trotz Digitalisierung wird uns die Arbeit nicht ausgehen: Verkaufsraum von Apple. Foto: Keystone

«Lebe deine Werte»
Der beste Weg für ein Unternehmen, sein Wertversprechen für die Mitarbeitenden zu zeigen, besteht darin, es zu leben. Die Ausbildung zu generativen Führungskräften, Vorgesetzten und Managern, die gleichermassen mit Kopf, Herz und Händen führen, tragen zum Aufbau grossartiger Kulturen und Arbeitsplätze bei, an denen Menschen ihr Bestes geben können. Neben unseren Erwartungen an die Arbeitgebenden, haben vor allem wir «Alten», als Vorbilder jüngerer Generationen, eine Bringschuld. Beim kürzlichen Treffen mit einem älteren Mitstreiter mussten wir feststellen, wie die Digitalisierung bei vielen Babyboomern nie angekommen ist. Man sitzt den Technologietrend bis zur ordentlichen Pensionierung aus, in der Hoffnung dass sich das irgendwie von alleine regeln wird. Jeder 20. Mensch in der Schweiz nutzt kein Internet, stand im Beitrag von Matthias Niederberger in der NZZ vom 14. August 2023. Das sind 330’000 Leute, mehrheitlich zwischen 65 und 74 Jahre alt. Die Welt verschiebt sich zunehmend ins Internet. Immer mehr Inhalte und Informationen sind offline nicht mehr zugänglich. Dieser Trend lässt sich nicht mehr umkehren. Ich war erstaunt, wie kürzlich eine (noch nicht so alte) Verkäuferin im Supermarkt, die Scanning-App mit Bezahlfunktion und digitalem Kassabon auf meinem Smartphone, trotz Werbekampagne für diese Möglichkeit, nicht kannte. Sie befasse sich nicht mit der Digitalisierung, traue der Sache nicht! Da sind offensichtlich keine generativen Manager am Werk.

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