Blog, Industrie 4.0

#413 – «Alte»: Die Zeugen kreativer Zerstörung

«Schnell handeln und Dinge kaputt machen»

Es herrscht immer noch die weit verbreitete Überzeugung, dass wir entweder Fortschritte machen oder uns umeinander kümmern können, entweder das eine oder das andere. Ein gewisses Mass an Zerstörung ist der Preis, den wir für die Gestaltung der Zukunft zahlen müssen.
Anne Morriss, TED2023 • April 2023

Fünfzig Jahre Personal Computer PC
Die ersten Personal Computer kamen in den frühen 1970er Jahren auf den Markt. Der Altair 8800 (1975) mit 1,44 MB Diskettenlaufwerk (Floppy disk) ersetzte den ehemaligen 256 Byte Magnetkernspeicher (1954 bis 1975) und wird oft als der erste PC bezeichnet, gefolgt vom Apple II, dem Commodore PET und dem TRS-80 im Jahr 1977, die als die «Dreifaltigkeit von 1977» gelten. Anders als im damaligen Alltag, ist für uns heutige «Alten» die Ignoranz oder das «Aussitzen» digitaler Technologien keine Option mehr. Zu sehr durchdringt sie unser Leben auf allen Ebenen. Vielmehr müssen wir offen für Veränderungen sein, uns weiterbilden, uns informieren, neugierig sein und unsere persönliche Erfahrung leben. Gelassen und Selbstsicher nutzen wir eine grosse Auswahl an Applikationen, wovon viele mittels künstlicher Intelligenz KI unser Leben (meist) erleichtern. Die vorausgesagten Jobverluste durch den Einsatz von KI in Gewerbe, Dienstleistung oder Industrie sind vorderhand reine Spekulation. Niemand kann aus heutiger Sicht voraussagen, was in fünf oder zehn Jahren sein wird, denn wir befinden uns mitten in einer Zeit des globalen Umbruchs. Im Folgenden zwei Sichtweisen dazu:

«Alte» in einer Welt von digitaler Disruption
Wir stellen fest, dass Arbeitnehmende über 50 nach einem Stellenverlust Schwierigkeiten haben, einen neuen Job zu finden. Dafür gibt es viele Gründe. Neben den bekannten Argumenten betreffend Lohn und Sozialleistungen, entsprechen viele von uns «Alten» nicht mehr den gewünschten Anforderungsprofilen. Diese haben sich in den letzten Jahren stark verändert und werden sich auch in Zukunft, unter dem Einfluss künstlicher Intelligenz KI und der Digitalisierung vieler Tätigkeiten, weiter wandeln. Daneben steht noch eine ganz fundamentale Frage im Raum, die Martin Ford, Autor und Futurist, in seiner Präsentation auf der TED Plattform vom April 2017 (14:27) stellte: «Wie werden wir in einer Zukunft mit weniger Jobs unser Geld verdienen?» Ford stellt sich darin vor, was der beschleunigte Fortschritt in der Robotik und KI für die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft der Zukunft bedeuten könnte. Zusammenfassend folgerte er, dass wir in Zukunft sehr wohl mit einer hohen Arbeitslosigkeit konfrontiert sein könnten. Oder zumindest könnten wir mit hoher Unterbeschäftigung oder stagnierenden, vielleicht sogar sinkenden Löhnen konfrontiert sein. Und gleichzeitig mit einer rasant steigenden Ungleichheit. All das wird das gesellschaftliche Gefüge enorm belasten. Darüber hinaus gibt es aber auch ein grundlegendes wirtschaftliches Problem, das sich daraus ergibt, dass Arbeitsplätze derzeit der wichtigste Mechanismus sind, der Einkommen und damit Kaufkraft an alle Verbraucher verteilt, welche die von uns produzierten Produkte und Dienstleistungen kaufen.

Salvo in der Pinacoteca Turin 2025: Salvatore Mangione (1947-2015) italienischer Künstler: Factory 1981

KI als Auslöser für exponentielles Wirtschaftswachstum
Sechs Jahre später auf der TEDAI-Plattform vom Oktober 2023 (14:41), erklärt Investorin Cathie Wood (69), Gründerin und CEO von ARK Invest, einer Investmentfirma mit Fokus auf disruptive Innovation und Technologie, warum KI ein exponentielles Wirtschaftswachstum auslösen wird. Der Grund dafür: Heute passiert in der Technologie etwas, das es noch nie zuvor gegeben hat. Fünf Innovationsplattformen entwickeln sich gleichzeitig. Das gab es noch nie. Man muss bis in die frühen 1900er Jahre zurückgehen, um die gleichzeitige Entwicklung von drei Plattformen zu sehen. Damals ging es um Telefon, Elektrizität und Automobile. Heute entwickeln sich gleichzeitig Robotik, Energiespeicherung, künstliche Intelligenz KI, Blockchain-Technologie und Multiomics-Sequenzierung, ein Ansatz, der mehrere Omics-Methoden (wie Genomik, Transkriptomik, Epigenomik und Proteomik) kombiniert, um ein umfassenderes Verständnis komplexer biologischer Prozesse zu ermöglichen. Sie alle verändern die Wachstumsdynamik enorm und werden stark von KI katalysiert.

Generative KI sorgt für kreative Zerstörung
Wir befinden uns in dieser neuen Welt der generativen KI, in der fünf Plattformen zusammenwachsen. Als Beispiel erwähnt Cathie Wood die autonomen Taxiplattformen. Eine Konvergenz dreier wichtiger, universeller Technologieplattformen: Robotik – autonome Fahrzeuge sind Roboter; Energiespeicherung – sie sind elektrisch und künstliche Intelligenz – sie werden durch KI angetrieben. Für Wood ist dies nur eines von vielen Beispielen, wie Konvergenz und generative KI zusammen ein explosives Wachstumspotenzial schaffen, wie wir es noch nie erlebt haben. KI und diese neuen Technologien werden auch die Margen verbessern: bessere, schnellere, günstigere, produktivere, kreativere Produkte und Dienstleistungen sind zu erwarten. Eine von Woods Botschaften ist, dass die andere Seite disruptiver Innovation in der kreativen Zerstörung liegt. Wir werden somit autonome Taxiplattformen entwickeln, die den gesamten Transport und die Mobilität grundlegend verändern werden. Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz, multiomischer Sequenzierung und einer weiteren zugrunde liegenden Technologie, der CRISPR-Geneditierung, wird das Gesundheitswesen grundlegend verändern. Wood glaubt, dass Blockchain-Technologie und künstliche Intelligenz nicht nur den gesamten Finanzdienstleistungssektor verändern, sondern auch zu einem völlig neuen Bereich der Eigentumsrechte im digitalen Bereich führen werden. Angesichts all der kreativen Zerstörung, die es da draussen geben wird, müssen wir uns auf die richtige Seite des Wandels stellen und durchhalten. Wir «Alten» müssen den Lärm ignorieren und unsere Erfahrung zur Verfügung stellen.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#334 – «Alte» im Zeitalter der Irrationalität

Inkrementelle Innovationen
Erfahrung habe nichts mit dem Alter zu tun und man dürfe auch von jüngeren lernen, befand der Autor eines Beitrags auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn und scheint dabei Lernen und Wissen mit Erfahrung zu verwechseln. Erfahrung und Fachwissen beziehen sich immer auf Vergangenes. Zukunft braucht Herkunft – da spielt das Alter eine entscheidende Rolle. Wir «Alten» verfügen über Erfahrungen als Resultat jahrelanger Auseinandersetzungen mit Problemen, kombiniert mit lebenslanger Weiterbildung, Freude und einem hohen Mass an Neugierde. Die Entwicklung von KI, künstlicher Intelligenz, ist eine Technologie, wo mehr den je unsere Erfahrung und der gesunde Menschenverstand gefragt sind. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung fordert zudem auch unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus.

Die eindimensionale Sicht der Evolution contra Disruption
Unter Evolution versteht man im deutschsprachigen Raum in erster Linie die biologische Evolution. Darunter wird die von Generation zu Generation stattfindende allmähliche Veränderung verstanden. Im Zusammenhang mit der KI sind vor allem neue Konzepte der digitalen Wissensvermittlung gesucht, weg von vorprogrammierten Abläufen mit den immer gleichen Resultaten. Neues Denken ist nicht linear, kleinschrittig oder im ja-nein-Modus. Zwar basieren neue Entwicklungen auf alten Erkenntnissen. aber die Glühbirne ist keine Weiterentwicklung der Kerze, schon 1801 war dies eine disruptive Entwicklung. Die Kompetenz von uns «Alten» ist Mut, Innovation, das Erlebt-haben von Scheitern und Wiederaufstehen, ohne den Leistungsdruck und das Karrieredenken der Jungen.

Kunsthaus Zürich: Pipilotti Rist (61) schweizer Videokünstlerin, Installation Pixelwald Turikum 2021

Die Macht der Biologie
Aus dieser Optik scheinen echt intelligente Maschinen weiter weg zu sein als uns recht ist. In seinem kritischen Beitrag beweist der schweizer Physiker und Philosoph Eduard Kaeser (75) in der NZZ vom 26.August 2023, mittels der Macht von Biologie, wie uns immer wieder Fehlschlüsse bezüglich Maschinenintelligenz unterlaufen. Er beginnt mit dem Fehlschluss des ersten Schritts: Denn es ist überhaupt nicht ausgemacht, ob der gegenwärtig bevorzugte Ansatz, künstliche Intelligenz herzustellen, auf ein allgemeineres Niveau der Intelligenz führt, wie wir es von Lebewesen her kennen. Während KI-Systeme bis jetzt sehr erfolgreich waren im Bewältigen von spezifischen Aufgaben, ist nicht bewiesen, dass mit kontinuierlicher Steigerung dieser Fähigkeiten am Ende die allgemeine künstliche Intelligenz erreicht wird. Mit Plänen weiss man, was man hat. Man hat allerdings auch nur, was man schon weiss. In ihrem TED-Talk vom März 2022, spricht Karen E. Willcox, Direktorin des Oden Instituts für Computational Engineering and Sciences an der University of Texas at Austin, über ihre Forschung: Mittels dynamischer Datenassimilation entstehen digitale Zwillinge, die uns Einblicke in die Zukunft geben können.

Fortschritt ist nicht immer mehr vom Gleichen
Für Kaeser macht sich dabei ein verwandter Fehlschluss bemerkbar: Fortschritt ist immer mehr vom Gleichen; immer mehr Daten, immer mehr Rechenkapazität, immer mehr «Neuronenschichten». Das Wundermittel: Hochskalieren, schreibt Kaeser und erinnert an das Sprichwort: Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem bloss Nägel, scheint in KI-Kreisen der Einsicht zu weichen, dass Intelligenz viel mehr mit der organischen Hardware – der «Wetware» – zu tun haben könnte als bisher angenommen. Starke Intelligenz ist bis jetzt biologische Intelligenz, wobei nichtmenschliche Lebewesen Probleme lösen, die dem Menschen gewaltiges Kopfzerbrechen abverlangen. Ich denke dabei gerne an Ameisen und bin fasziniert davon, wie diese kleinen Organismen einen noch nicht begriffenenen Evolutionsvorsprung der Natur gegenüber den KI-Systemen aufweisen. Und die Frage stellt sich, inwieweit und ob sich dieser evolutionäre Reichtum überhaupt je völlig durch Algorithmen nachbauen lässt. Was nicht bedeutet, dass nur evolutionär entstandene Systeme intelligent sind, sondern dass in der künftigen KI-Forschung die Biologie ein gewichtiges Wort mitreden wird.

Commonsense fehlt den Maschinen
Ein weiteres Phänomen beschreibt Eduard Kaeser mit dem fehlenden «Hausverstand» von Maschinen. Denn ein Grossteil unserer Fähigkeiten ist implizit, wir können etwas, ohne genau zu wissen, wie und warum wir das können. Das Know-how ist Teil von körperlichen Automatismen, so auch die Erfahrung von uns «Alten». Ob sich in Maschinen etwas Analoges implementieren lässt, ist eine offene Frage. Er verweist auf eine höchst eigentümliche Asymmetrie: Vieles, was für die Menschen schwierig ist, ist für die Maschine leicht – und umgekehrt. Oft lösen Maschinen Probleme, die für uns harte Knacknüsse sind. Und oft scheitern sie an Problemen, die wir dank Commonsense, also Hausverstand, spielend lösen. Metaphern aus der Psychologie zur Beschreibung dieser Intelligenz sind deshalb irreführend, schreibt Kaeser weiter und zitiert den Computerwissenschafter Drew McDermott (74) der 1976 den Begriff der «hoffnungsvollen Eselsbrücke» («wishful mnemonics») prägte. Denn wir wünschen uns, dass der Computer es macht wie wir, also nutzen wir anthropomorphisierende Wörter für ihn, wie lesen und verstehen, ohne Erklärung was mit «lesen» und «verstehen» genau gemeint ist.

Haus Konstruktiv: Chiharu Shiota (51), japanische Künstlerin, Installation Eye to Eye 2023. Lange Nacht der Museen Zürich, 2023

Der künstlichen Intelligenz fehlt Biochemie
Intelligenz beruht auf Gehirnaktivitäten, letztlich auf Biochemie. Unser Gehirn bewältigt eine Unmenge an Informationen im Ur-Modus, in dem wir nicht in einen «höheren Denkgang» schalten müssen, sondern einfach die Automatismen unserer neuronalen Schaltkreise – das Unbewusste – arbeiten lassen. Das künstliche Gehirn modelliert diesen Vorgang mathematisch, indem es den chemischen Vorgang durch einen Zahlenwert des künstlichen Neurons, das Gewicht, ersetzt. Wie es scheint, sind die Fehlschlüsse bereits Bestandteil unserer gängigen Vorstellung über Maschinenintelligenz, sie wurden zur Selbstverständlichkeit und tendieren dazu, ins kollektive Unbewusste zu sinken und sich dabei in ein «Gefühl» zu verwandeln. Wir haben das Gefühl, KI-Systeme würden «denken», uns gegenüber «feindlich» gestimmt sein, uns vielleicht beherrschen «wollen». Ein Grossteil der gegenwärtigen Pop-Kultur rund um die KI bestärkt dieses Gefühl. Obwohl, nein, weil diese Vorstellungen einer kritischen Befragung nicht standhalten, verhexen sie unseren Verstand. Sie bilden die Mythologie maschineller Intelligenz, folgert Eduard Kaeser und schreibt von einem völlig irrationalen Zeitalter.

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#163 – Disruptive Entwicklungen?

Das Auftauchen des Corona-Virus
«Nein warten Sie hier, dies ist der Ausgang, nicht der Eingang. Ich sage Ihnen dies zu ihrem eigenen Schutz, Sie sind gefährdet, nicht ich», gestikulierte der Sicherheitsmitarbeiter beim Supermarkt, überfordert mit der Konsequenz seiner Behauptung. Er kam mir dabei so nahe, dass ich einzelne gelierte Haare unterscheiden konnte. Wir «Alten» werden dieser Tage oft recht rüpelhaft zurechtgewiesen. Dies ist auch Ausdruck einer allgemeinen Ohnmacht, der unsere Gesellschaft momentan ausgesetzt ist. Plötzlich sollen wir Senioren möglichst nicht mehr in der Öffentlichkeit sichtbar sein, wir stellen eine vermeintliche Gefahr für die Allgemeinheit dar. (Die Gefahren für das Gesundheitswesen mit überfüllten Intensivstationen sind reell, aber nicht Teil dieser Betrachtung). Auch in den sozialen Medien ärgert man sich darüber, dass «Alte» an der frischen Luft spazieren gehen und damit die Jungen beim Joggen stören. Dass wir «Boomer» genau diesen Jungen monatelang die Windeln wechseln und nebenbei auf vieles verzichten mussten, bleibt unerwähnt.

Die Folgen der Pest von 1348 in Venedig. (Gravur nach einem Gemälde von Luigi Sabatelli, 1772–1850). Bild: Prisma / Dukas, NZZ am Sonntag 20.03.2020

Disruptive Entwicklungen?
Eminenzen die selber einer «Risikogruppe» angehören, wie der 79-jährige Dr. Anthony Fauci, Immunologe und Amerikas Top-Experte für ansteckende Krankheiten bleiben sachlich, während einige selbsternannte, ebenfalls ältere, «Experten» hierzulande im Interview wiederholt von den rund 25% der schweizer Bevölkerung eine selbstauferlegte Isolation sugerrieren. Umso mehr müssen wir auch in dieser schwierigen Zeit dagegenhalten und das Image von Senioren positiv darstellen und dürfen sie allein wegen ihres Alters nicht abstrafen. Die gegenwärtige Lage mit ihrer zusätzlichen Komplexität führt unweigerlich in eine Phase der Verpolitisierung. Schon vor Ausbruch der Pandemie wurden wir nicht mehr zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, die aktuelle Situation leistet Vorschub für eine noch weiterreichende Stigmatisierung von uns «Alten» am Arbeitsmarkt. Das wird sich im Nachgang der Krise schon aus finanziellen Gründen nicht so schnell ändern. Man sollte deshalb nicht glauben, dass wir bezogen auf ältere Fachkräfte, eine Phase des Wandels durchleben. Vieles wird trotz vermeintlicher Disruption im Anschluss schnell und noch pronozierter wieder in die alten Bahnen zurückkehren. Als «Alte» sind wir deshalb in der Pflicht, die Vorteile von gemischten Teams hervorzuheben, indem wir auf die Jungen zugehen und unkompliziert unsere Hilfe anbieten.

Ältere reagieren gelassener
Oft wird angenommen, dass vor allem ältere Menschen mit ausserordentlichen Massnahmen Mühe haben, dabei reagieren wir einfach gelassener, im Sinne von: «Jetzt gilt es halt ein weiteres Regime auszuhalten». Mit dem Alter kommt auch eine gute Portion Weisheit, gesammeltes Wissen wird «Be-Greifbar». Ältere Menschen haben mehr Kraft, mit Druck umzugehen, und können ihn durch ihre Erfahrungen abfedern. Erfahrung beruht ja bekanntlich auf der Vergangenheit und im Alter verfügt man über einen grossen Rucksack davon. Gepaart mit Empathie, einer inneren Ruhe und Verantwortungsbewusstsein haben wir «Alten» definitiv die Nase vorn. Gerade in Zeiten von grosser Unsicherheit hilft unser Wissen um die Mechanismen der analogen Techniken auch bei der digitalen Umsetzung von Massnahmen. Wir «Alten» verfügen dank unserer Erfahrung auch oft über ein industrieübergreifendes Beziehungsnetz, Hilfsbereitschaft und ein Höchstmass an Begeisterungsfähigkeit.

Vorurteile gegenüber älteren Mitmenschen
Man kann als biologisch älterer Mensch bekanntlich geistig noch sehr jung sein. Im Gegensatz dazu gibt es Dreissigjährige, die bereits aufgehört haben, neugierig zu sein. Wir «Alten» wurden in den letzten 40 Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. Als Gesprächspartner verfügen wir deshalb über die notwendige Empathie für die Ängste in Krisenzeiten. Unsere Karriere haben wir erfolgreich hinter uns und sind gerne bereit unsere Kompetenz, mit vollem Ehrgeiz, im Team zusammen mit jungen, wilden und allenfalls katastrophenunerfahrenen Personen, zugunsten innovativer Projekte erfolgreich umzusetzen. Gefragt sind vor allem hohe Selbstverantwortung und Flexibilität. Der «Altersbonus» erlaubt uns, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten, auch weniger populäre Meinungen zu vertreten.

Wir «Alten»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. «Alte» Frauen und Männer im Team, auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen ihre Erfahrung zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein, wir freuen uns über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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