Blog, Industrie 4.0

#279 – Herausforderung Deep-Tech

Fähigkeiten verschieben, Ziele verschieben und die Belegschaft neu gestalten
«Deep-Tech beschreibt eine besondere Art von Innovationen, welche oft in Startups entstehen. Der Name leitet sich aus den Begriffen «Technology» (Technologie) und «Deep» für tiefgreifend ab. Mit «tiefgreifend» ist gemeint, dass Deep-Tech-Unternehmen nur wenig auf bereits bestehende Technologien zurückgreifen, sondern stattdessen neue, meist digitale Lösungen erfinden.»
Etwa 1’500 Universitäten und Forschungslabors sind an Deep-Tech beteiligt. Obwohl sie nur eine kleine Minderheit von Startups darstellen, haben Deep-Tech-Ventures einen überproportionalen Einfluss, weil sie gross angelegte Probleme angehen und weil ihre Arbeit sowohl futuristisch als auch praktisch ist. Am Arbeitsmarkt muss Deep-Tech mehrere Herausforderungen meistern, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Eine davon ist die Notwendigkeit einer Neugestaltung. Viele von uns «Alten» hadern mit dieser Tatsache, weil wir unseren Platz in der neuen Ordnung nicht mehr finden. Die Menschen erkennen nicht immer schnell, wie Wissenschaft und Technologie Prozesse umgestalten oder Probleme lösen können. Unternehmen brauchten 20 Jahre, um die Fabrikhalle zu überdenken, nachdem Elektromotoren den Dampfantrieb ersetzten (BCG-Beitrag vom 23. Mai 2022).

Veraltete Wissensgrundlagen erkennen
«Setzen Sie die negative Brille ab – die Welt ist viel besser, als Sie glauben!» schreibt Judith Blage als Kommentar in der NZZ vom 19. Juli 2022. Trotz Kriegen, Katastrophen und Krisen entwickelt sich die Welt in wichtigen Bereichen extrem positiv, fasst sie zusammen, nur will das keiner sehen. Um dies zu illustrieren stellt sie folgende Frage: Haben Sie sich schon einmal bei einer Autofahrt durch die Innenstadt an einer 60 Jahre alten Karte orientiert? Nein? Sie hatten gewiss gute Gründe. Auch wir «Alten» dürfen nicht auf völlig veralteten Wissensgrundlagen durch Beruf und Alltag navigieren und sogar Entscheidungen auf dieser Basis treffen. Das Beispiel zeigt klar, Erfahrung und Wissen beruhen auf Vergangenem. Während unsere Erfahrung mit fortschreitendem Alter immer grösser wird, muss unser Wissen durch lebenslanges Lernen und den aktiven Austausch immer wieder aktualisiert werden.

Viele Klischees sind falsch
Früher war alles besser, die heutige Welt ist schlecht und es wird immer schlimmer, sind Allgemeinplätze, weit entfernt von der Realität. Denn vieles, was uns heute als selbstverständlich erscheint, war für unsere Urgrosseltern eine ferne Utopie. Wer von falschen Fakten ausgeht, trifft möglicherweise fatale Entscheidungen. Trotz mancher Rückschläge entwickelt sich die Welt zum Besseren. Viele gängige Klischees über die Welt sind falsch. Steven Pinker (68), Johnstone Professor of Psychology, Harvard University, belegt dies in seinem Buch «Die Ideale der Aufklärung». Lesen Sie dazu meinen Blog vom 3. Januar 2019.

Cabaret Voltaire Zürich Gewölbekeller, Ausstellung: ektor garcia (37) «nudos de tiempo» 2022 (Chaos und Logik, Verbindung und Loslösung)

Die vierte Innovationswelle
Die erste Welle moderner Geschäftsinnovationen begann im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit Durchbrüchen wie dem Bessemer-Verfahren zur Herstellung von Stahl. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Informationsrevolution entstanden grosse Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Die dritte Welle, die digitale Revolution, führte zum Aufstieg des Silicon Valley. Die vierte Innovationswelle, die jetzt Gestalt annimmt, verspricht, die Innovation in jedem Unternehmenssektor radikal zu erweitern und zu vertiefen, dank zunehmender Leistung und sinkenden Kosten von Computern und dem Aufstieg von Technologieplattformen und Cloud Computing.

Veränderung durch Innovationskraft
Das Problem ist erkannt und die Geschichte zeigt: Veränderung zum Besseren geschieht langsam. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle ist sie getrieben durch menschliche Innovationskraft und durch die Wissenschaft. Eher nicht durch die häufig geforderte Rückkehr zur Natur oder zur Lebensweise vor der Industrialisierung. Wer immer nur das Schlimmste erwartet, verbessert nichts. Immer mehr Unternehmen und Institutionen erkennen, dass die Lösungen für grosse Probleme – und für die Zukunft der Innovation – in Deep-Tech liegen (BCG-Artikel vom 11. März 2021).

Der Wettlauf um die besten Talente
Fähigkeiten welche vor vier Jahren in Stellenausschreibungen verlangt wurden, sind heute nicht mehr gefragt und so entstehen neue Fähigkeitsprofile. Tatsächlich hat sich das Tempo des Wandels derart beschleunigt, dass Arbeitsplätze heute stärker gefährdet sind als je zuvor, was schnelles und überlegtes Handeln von Arbeitgebenden und anderen Interessengruppen erfordert. Führungskräfte und Entscheidungsträger müssen verstehen, welche Fähigkeiten ihre Organisation benötigt und wie sie darauf zugreifen können. Im Wesentlichen müssen sie ein bewegliches Ziel einfangen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. Suchen Sie einen Mentor, eine Mentorin oder Coach, «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: wernerkruegger

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#278 – Arbeiten im Alter

Altersgerechte Arbeit
Mein persönlicher Job-Alarm mit den aktuellen Stellenangeboten für pensionierte Fachkräfte ab 60, erreicht mich mindestens einmal pro Woche. Gesucht werden Projektleiter:innen, Drogist:innen, Leute für Maler und Stromerarbeiten oder Gartenunterhalt und -pflege. Aber auch Unterstützung beim Be- und Entladen von LKWs oder Verteilung von Prospekten, Handwerker für Bodenlegerarbeiten, Unterschriftensammler:innen. Wie muss man sich das Arbeiten im Alter vorstellen? Was verstehen wir unter Fachkräften? Für die Unterstützung beim Be- und Entladen von Lastwagen greift man, bedingt durch den Fachkräftemangel (?), scheinbar gerne auch auf ältere Semester zurück. Wir «Alten» sind intellektuell meist noch sehr fit, überschätzen aber oft, auch aus Stolz, unsere physischen Kräfte und die körperliche Ausdauer. Nach einigen Stunden Bodenlegen oder in Hitze respektive Kälte herumstehend Unterschriften sammeln, verspüren die meisten von uns altersbedingte Einschränkungen.

Was Geschäftsführende über Deep Tech wissen müssen
Grundsätzlich stellt sich die Frage nach altersgerechter Beschäftigung und entsprechender Entlöhnung. Arbeiten im Alter muss für beide Seiten stimmen. Lebenserfahrung, Weiterbildung und altersgerechte Arbeitsbedingungen führen zum Erfolg in der generationenübergreifenden Zusammenarbeit. Die Plattform «kompetenz60plus.ch» ist auch ein Versuch, um herauszufinden wie wir «Alten» als Mentoren oder Coachs unsere Erfahrung im gegenwärtigen Umfeld von Deep Tech einbringen können. Der BCG Boston Consulting Group Newsletter vom 13. Juli 2022, gibt einen Überblick zum Stand der Dinge unter dem Titel: «Deep Tech: What’s New Now». Deep Tech beschreibt eine besondere Art von Innovationen, welche oft in Startups entstehen. Der Name leitet sich aus den Begriffen «Technology» (Technologie) und «Deep» für tiefgreifend ab. Mit «tiefgreifend» ist gemeint, dass Deep-Tech-Unternehmen nur wenig auf bereits bestehende Technologien zurückgreifen, sondern stattdessen neue, meist digitale Lösungen erfinden. Obwohl der Begriff «Deep Tech» erst durch den aktuellen Startup-Hype bekannt wurde, gibt es das Konzept dahinter schon seit einigen Jahren. Denn nicht alle Technologien, die zu Deep Tech zählen, sind neu oder neuartig. Schon länger bekannt sind unter Anderen: Roboter, Drohnen, 3D-Drucker, Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und künstliche Intelligenz (KI). In jüngster Zeit ist dagegen mehr über diese Deep Tech-Innovationen zu hören: Blockchain, Quanten-Computing, Autonomes Fahren, Big Data, Internet of Things (IoT) oder Biotech.

Detail der Thallus Installation (3D-Druck), Dongdaemun Design Plaza, Süd Korea, 2022, Architektin Dame Zaha Mohammad Hadid (1950-2016). Foto: Blaine Brownell

Deep Tech ein Markt mit Zukunft
Wir «Alten» sind dank unserem Erfahrungsschatz prädestiniert, in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) als Schlüsseltechnologie für Deep Tech- Anwendungen mitzuwirken. Beispielsweise um potenziell gefährliche Verwendungen von künstlicher Intelligenz bekämpfen zu können, braucht es ein ausgeprägtes Wertesystem, das nur durch ein langes Leben mit den vielfältigsten Eindrücken entsteht. Neuralink ist ein US-amerikanisches Neurotechnologie-Unternehmen, welches im Juli 2016 von Elon Musk und acht weiteren Investoren gegründet wurde. Ziel von Neuralink ist die Entwicklung eines Gerätes zur Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern, ein sogenanntes Brain-Computer-Interface (BCI). Das kurzfristige Ziel von Neuralink ist es, schwere Erkrankungen des Gehirns sowie des zentralen Nervensystems besser behandeln zu können. Langfristige Ziele umfassen unter anderem die technische Erweiterung des menschlichen Körpers («Human Enhancement»), um bei den Fortschritten in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz mitzuhalten. Lesen Sie dazu auch meinen Blogbeitrag vom 18. Oktober 2021: «#242 – Erfahrene «Alte» für die Wissenschaft». Hinter all diesen Projekten steht sehr viel Aufbauarbeit im Umgang mit grossen Datenmengen und die Notwendigkeit klarer, evidenzbasierter Einordnung.

Wenn in Unternehmen die Zeit fehlt
Aber auch für weniger aufregende Aufgaben, wie das Führen einer Buchhaltung, eignen sich für Deep Tech Anwendungen. Dazu haben wir «Alten» die Zeit, die Erfahrung und das Interesse, Abläufe neu zu gruppieren und zu automatisieren. Mit der Einführung einer Kundendatenbank – Customer Relationship Management (CRM) – entsteht eine Struktur zur funktionalen Abdeckung sämtlicher Bereiche, von Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung über Anlagenverwaltung bis zu Einkauf, Lager, Verkauf und Fertigung. Integriert werden dabei auch das Dokumentenmanagement (DMS), E-Commerce- und HR-System. Die Verfügbarkeit von Information in der Cloud ermöglicht den mobilen, webbasierten Zugriff zum Abruf wichtiger Unternehmensdaten – immer und überall und über jedes Gerät. Eine Sisyphusarbeit, für die wir «Alten» die notwendige Ausdauer, Neugier und Fachkompetenz beitragen, denn allzuoft fehlt kleineren Unternehmen die Zeit für die Ersteinrichtung solcher Prozesse.

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Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. Suchen Sie einen Mentor, eine Mentorin oder Coach, «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#221 – «Deep-Tech» tiefgreifende Technologie

Kritische Akteure im Co-Design
Die nächste grosse Welle, nach der Pandemie, wird von einem Innovationsschub neuer Technologien und dem Ansatz von Deep-Tech-Unternehmern angetrieben. Die wirtschaftlichen, geschäftlichen und sozialen Auswirkungen werden überall spürbar sein, da Deep-Tech-Projekte darauf abzielen, viele unserer komplexesten Probleme zu lösen. Die Welle umfasst unter anderem künstliche Intelligenz (KI), synthetische Biologie, Nanotechnologien und Quantencomputer. Noch bedeutender sind jedoch die Konvergenzen von Technologien und Ansätzen, die Innovationen in den kommenden Jahrzehnten beschleunigen und neu definieren werden. Im Beitrag von Antoine Gourévitch, Massimo Portincaso, Arnaud de la Tour, Nicolas Goeldel, and Usman Chaudhry, BCG Boston Consulting Group vom 11. März 2021, untersuchen die Autoren wie die Revolution im Co-Design Gestalt annimmt. Jüngstes Beispiel für ein solches Ökosystem sind Moderna und das Team von BioNTech und Pfizer, welche beide gleichzeitig zwei COVID-19-Impfstoffe, von der Genomsequenz bis zum Markteintritt, in weniger als einem Jahr geschafft hatten. Obwohl diese Unternehmen bemerkenswerte Arbeit mit unerhörter Geschwindigkeit leisteten, profitierten sie vom Beitrag vieler weiterer Partner, darunter auch Regierungen, Hochschulen, Risikokapital und Grossunternehmen. Diese sind die kritische Akteure in der kommenden Welle.

Praktische Ausbildung für Zeichner, circa 1970er Jahre. Bild: rarehistoricalphotos.com, AIA Europe

Der Deep Tech Unterschied
Als Deep-Tech werden Firmen bezeichnet, die sich herausfordernden technischen oder wissenschaftlichen Problemen widmen mit dem Ziel, marktfähige Produkte zu entwickeln. Dabei stehen sie meist an der Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung. Als Preis für das hohe Risiko, die hohen Investitionen und den langfristigen Zeithorizont locken Patente, Marktvorteil und – langfristig – hohe Gewinne. Deep-Tech boomt, weltweit. In den wichtigsten Sektoren – Biotechnik, künstliche Intelligenz, Photonik und Elektronik, Drohnen und Roboter, Materialwissenschaft, Blockchain und Quantencomputer – sind die Investitionen zwischen 2015 und 2018 um durchschnittlich 22 Prozent pro Jahr angestiegen. (Siehe dazu auch: NZZ vom 23. Mai 2021). Erfolgreiche Deep-Tech-Projekte bringen mehrere Talente (einschliesslich Wissenschafter, Ingenieure und Unternehmer) zusammen, um ein Problem zu lösen. Oft entwickeln sie brandneue Technologien, weil keine vorhandene Technologie das vorliegende Problem vollständig löst. Oder sie entwickeln neue Anwendungen für etablierte Technologien. Erfolgreiche Deep-Tech-Unternehmen weisen in der Regel vier komplementäre Merkmale auf: Sie sind problemorientiert, arbeiten an der Konvergenz von Technologien und entwickeln meist physische Produkte und keine Software. Sie befinden sich im Zentrum eines tiefgreifenden Ökosystems.

Deep-Tech als vierte Innovationswelle
Die erste Welle moderner Unternehmensinnovationen begann im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit Durchbrüchen wie dem Bessemer-Verfahren zur Herstellung von Stahl oder dem Haber-Bosch-Verfahren zur Herstellung von Ammoniak. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte die zweite Welle moderner Unternehmensinnovationen – die Informationsrevolution – die Forschung und Entwicklung grosser Unternehmen hervor, insbesondere in den Bereichen IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) und Pharma. Die dritte Welle umfasst die digitale Revolution wie beispielsweise der Aufstieg des «Silicon Valley» als globales Zentrum für Computer- und Kommunikationstechnologie. Die vierte Welle, die jetzt Gestalt annimmt, umfasst ein neues Modell und verspricht, die Innovation in jedem Unternehmensbereich radikal zu erweitern und zu vertiefen. Die steigende Leistung und sinkende Rechenkosten (Kosten für Ausrüstung, Technologie und Zugang zur Infrastruktur), sowie der Aufstieg der Technologieplattformen sind die wichtigsten Faktoren. Die Konvergenz von Ansätzen und Technologien treibt Innovationen voran und löst Probleme, für die bisher keine Lösungen verfügbar waren (Beispiele sind autonome Fahrzeuge, das IoT Internet der Dinge und Robotik). Der Design-Build-Test-Learn-Zyklus (DBTL) verringert das Risiko und beschleunigt die Produktentwicklung (mittels Modelling) sowie die Zeit bis zur Kommerzialisierung.

Iterative Entwicklung mit breiter Beteiligung
Der DBTL spielt im Bereich Deep-Tech, wie im Software-Design, eine Schlüsselrolle. Mit jeder Iteration des Produkts, dient der Deep-Tech-DBTL-Zyklus als Hauptinstrument zur Risikoreduzierung und gilt als Meilenstein für die weitere Entwicklung. Der Kern des Innovationsprozesses bildet immer noch die Entwurfsphase, in der ein Grossteil des Werts geschaffen wird. Hier beschleunigt der schnelle Zugang zu Informationen und billige, leistungsfähige Computer einen hypothesengetriebenen Prozess. Ingenieure können Prototypen scannen und mit Sensoren ausstatten, um Echtzeit-Leistungsdaten bereitzustellen, die in den Entwurfsprozess zurückfliessen und es dem Objekt ermöglichen, sich selbst gemeinsam zu entwerfen. Designer können erweiterte- und künstliche-Realität einsetzen, um ein Produkt zu entwickeln, ohne es physisch herstellen zu müssen. Dadurch wird die Anzahl der benötigten physischen Prototypen verringert und die Genauigkeit jeder Iteration erhöht. Dieser Ansatz senkt gleichzeitig die Baukosten und verbessert das Produktdesign. Wenn fortschrittliche Technologien zugänglicher werden, können mehr Menschen an der Entwurfsphase teilnehmen, auch wenn sie keinen umfassenden wissenschaftlichen Hintergrund haben.

Das Team als Erfolgsfaktor
Am Beispiel der Impfstoffentwicklung von Moderna zeigen die Autoren von BCG, wie das Unternehmen auch von einem ausgewogenen Team (von Gründern) profitierte, die über relevante wissenschaftliche, technische und geschäftliche Fähigkeiten verfügen. Darüber hinaus wurde ein umfassendes Ökosystem von Investoren, Partnern und Unterstützern erschlossen. Moderna war erfolgreich, weil es positive Antworten auf diese grossen Fragen fand: Das Paradigma, wonach menschliche Körperzellen dazu führen, bestimmte Proteine ​​selbst zu produzieren, um sich selbst zu verteidigen. Die Theorie, wonach mRNA (genetisches Sequenzmolekül) verwendet werden kann, um die Proteinproduktion von Zellen neu zu programmieren, um mit der Verwendung von mRNA die Entdeckungszeit für einen COVID-spezifischen Impfstoff von Jahren auf Monate zu verkürzen. Moderna hinterfragte dabei die bislang akzeptierte Realität und senkte die Entwicklungskosten und die Entwicklungszeit ausreichend, um eine kostengünstige Prävention auch bei weiteren Krankheiten zu ermöglichen. Das Antizipieren von Problemen ist natürlich nicht spezifisch für Deep-Tech-Unternehmen, aber es ist ein Schlüsselfaktor für deren Erfolg.

Erfahrung der «Alten» nutzen
Wir Menschen sehen nicht immer schnell, wie Wissenschaft und Technologie Prozesse umgestalten, oder Probleme lösen können. Unternehmen brauchten 20 Jahre, um die «Fabrik» zu überdenken, nachdem Elektromotoren den Dampf ersetzt hatten. Bekanntlich gibt es ohne Vergangenheit keine Zukunft. Kompetente «Alte» mit ihrer breiten Erfahrung gehören deshalb in die Zusammensetzung von gemischten Teams. Bei allem Schaden, den das Virus anrichtet, hat die COVID-19-Pandemie auch die Fähigkeit von Deep-Tech beleuchtet, ein menschliches Problem von historischem Ausmass schnell, effizient und zu relativ geringen Kosten zu lösen. Die Welt steht noch vor anderen grossen Problemen, beginnend mit dem Klimawandel. Das Potenzial von Deep-Tech für Disruption ist beispiellos, um anstehende Probleme zu lösen.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung und Engagement aus der analogen Welt sind wir «Alten» gerüstet, im Team zusammen mit dem digitalen Wissen der «jungen Wilden», Prioritäten und Engagement in Ergebnisse umzusetzen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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