Blog, Industrie 4.0

#337 – «Halluzinationen», Erfindungen der KI

Wir erfinden das Erfinden neu
In ihrem Gastkommentar unter dem Titel: «KI und die Neuerfindung des Erfindens», beschreibt Miriam Meckel (56), Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen sowie Co-Gründerin und CEO der ada Learning GmbH, in der NZZ vom 22. September 2023, wie die KI den wissenschaftlichen Prozess beschleunigen kann. KI sei eine Meta-Disruption, denn wir erfinden das Erfinden neu. Sie beschreibt in der Folge, wie bestehende KI-Werkzeuge den wissenschaftlichen Arbeitsprozess beschleunigen. Während der Mensch vor zu vielen Daten kapitulieren muss, bringen diese die KI überhaupt erst zur Höchstleistung. Daneben brauchen wir nach wie vor menschliche Klugheit, Intuition und den Mut zum Risiko innovativer Theoriebildung, um sicherzustellen, dass KI-Systeme uns nicht irgendwann sagen, wo es mit dem Fortschritt hingeht, und wir trotten nur noch hinterher. Um ihre Theorie zu versinnbildlichen, skizziert Miriam Meckel die Labore der Zukunft. Diese werden nicht mehr voll sein mit Menschen in weissen Kitteln. Sie werden zu automatisierten selbstfahrenden Forschungszentren, die ihre Materialien autonom nachbestellen und in denen Hunderte Roboterarme mit Pipetten Lösungen in Petrischalen träufeln, um die Ergebnisse zu erfassen und auszuwerten – eine «Clockwork Science», die den Fortschritt immens beschleunigt. Zumindest für diejenigen, die Forschung als das betrachten, was sie ist: eine Methode, um neue Erkenntnisse zutage zu fördern, gilt ihre Traumvorstellung von einer besseren Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

Das Wissen lastet auf der menschlichen anders als auf der künstlichen Intelligenz. Bild: Miguel Candela / Imago

Vom Aufstieg intelligenter Maschinen
Mein letzter Blogbeitrag «#336 – Dilemma mit KI künstlicher Intelligenz» wurde auf der Plattform LinkedIn von fast 600 Benutzern gesehen. «Impressionen» sind zwar nicht die genaueste Methode, um den Erfolg von Inhalten zu messen, aber sie sind ein guter Ausgangspunkt und machen Mut, sich weiter mit dem Thema, speziell für uns «Alte», zu beschäftigen. Beim kürzlichen Treffen von Ehemaligen der UCLA Alumni-Vereinigung Zürich, wurde über KI und die Anwendungen von ChatGPT philosophiert. Ob KI bald auch Anwälte ersetzen würde und seit kurzem könne der Sprachroboter sogar auf «Schweizerdeutsch» kommunizieren. Mit solchen Kommentaren sind latente Ängste verbunden, denn möglicherweise verfügen wir nicht alle über die erforderlichen Fähigkeiten, um mit KI-Technologien zu arbeiten. Diese Kompetenzlücke zu schliessen kann eine Herausforderung sein, insbesondere für uns «Alte», die möglicherweise nicht mit digitalen Tools aufgewachsen sind. Viele Branchen haben sich verändert und es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, sich über die Auswirkungen von KI bewusst zu sein. Der Aufstieg intelligenter Maschinen ist dabei nicht als Gefahr, sondern als Unterstützung in unserem Arbeitsalltag zu sehen.

OFFENES FORUM: Was sind Ihre Erfahrungen?
Gerade unter uns «Alten» sind die Vorurteile und Zweifel an den neuen Technologien gross. Das liest man auch in den Kommentarspalten, in denen teilweise fast aggressiv herablassend oder besserwisserisch-belehrend über die Thematik geschrieben wird. Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsgeschichten im Zusammenhang mit der Einführung und Verwaltung von KI. Berichten Sie aus Ihrer Praxis, wie sich KI positiv auf die Organisationen ausgewirkt hat. ➔ Senden Sie eine Email mit Ihren Gedanken an werner@kompetenz60plus.ch. Gerne publizieren wir Ihre Beiträge an dieser Stelle, um die Blogbeiträge kontinuierlich an die sich entwickelnde KI- und Managementlandschaft anzupassen.

Analoger Chip von IBM, bewältigt KI-Aufgaben in natürlicher Sprache mit einer geschätzten 14-mal höheren Energieeffizienz.

Wettlauf der Systeme – Google Bard
Im Wettlauf der Systeme mit KI hatte ChatGPT bisher die Nase vorn. Nun verbessert Google seinen Chatbot Bard kontinuierlich. Gemäss der Agenturmeldung in der NZZ vom 19. September 2023, wird der Chatbot künftig uns Anwender dabei unterstützen, falsche Fakten in den Antworten des KI-Systems zu erkennen, sogenannte Halluzinationen. Antworten des Dialogsystems Bard können ab sofort mit einem Klick überprüft werden. Die Teile der Antwort, bei denen Bard seiner Sache sehr sicher ist, werden grün markiert. Die Passagen, bei denen Bard auch Informationen im Internet entdeckt hat, die diese Aussage widerlegen könnten, werden alsdann orange eingefärbt. Für jeden geschriebenen Satz werde eine Google-Suche durchgeführt, um herauszufinden, ob es Inhalte gebe, die diesen Satz bestätigen oder widerlegen. Damit wird Bard das erste KI-Sprachmodell, das bereit ist zuzugeben, wenn es sich einer Sache nicht sicher sei, sagte Google-Manager Jack Krawczyk in Mountain View, Kalifornien.

Chancen der Transformation
Die nochmalige Überprüfung («Double Check») werde weltweit zur Verfügung gestellt, anfangs jedoch nur in englischer Sprache. Dabei muss nicht nur der Befehl («Prompt») auf englisch formuliert sein, sondern auch das Profil des Nutzers auf englisch eingestellt sein. Andere Sprachen würden aber möglichst bald unterstützt, teilt Google an einer Medienkonferenz in Zürich mit. In der deutschsprachigen Version von Bard ist es ab sofort auch möglich, Spracheingaben mit dem Hochladen von Bildern zu kombinieren. Damit kann man beispielsweise das Foto eines Wahrzeichens hochladen und sich von Bard ausführlich erklären lassen, in welcher Stadt es steht und welchen historischen Hintergrund es hat. Inzwischen ist Bard rund um den Globus in vierzig Sprachen verfügbar. KI wird zwar die Innovationskraft von uns Menschen so schnell nicht ersetzen, aber sie hilft uns bei der Recherche mit grossen Datenmengen, oder zur Generierung alternativer Ideen. Dank unserem Denken in grösseren Zusammenhängen und unserer Lebenserfahrung, bietet sich für uns «Alte» die Chance, zusammen mit den «jungen Wilden» im Team, Teil dieser Transformation zu sein.

«Alte» im Änderungsmanagement
Die Beispiele sollen uns motivieren, in einer Welt mit KI erfolgreich zu sein. Die Erkenntnisse und Strategien sollen helfen, um uns an ein zunehmend automatisiertes und technologiegetriebenes Umfeld anzupassen. Als Mentoren und Coaches brauchen wir dazu ein grundlegendes Verständnis der KI, ihrer Terminologie und ihrer verschiedenen Anwendungen für die KMU. Es braucht unser Bewusstsein, wie die KI alle Branchen verändert und welches die Auswirkungen sind. Unter «Änderungsmanagement» verstehen wir, die Herausforderungen bei der Umsetzung KI-gesteuerter Veränderungen am Arbeitsplatz vorauszusehen. Dabei hilft uns die langjährige Erfahrung, Reife, Gelassenheit und Selbstsicherheit zur Bewältigung von Widerständen, notwendig zur Förderung einer Innovationskultur. Wir geben Einblicke, wie KI-Werkzeuge und -Systeme zusammenarbeiten können, um die Entscheidungsfindung und Produktivität zu verbessern und erteilen Ratschläge zur Anpassung von Führungsstilen, zur Förderung von Innovation und Kreativität in KI-gesteuerten Umgebungen.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#331 – «Alte» als generative Manager

Generativität
Der Begriff Generativität, die individuelle, beziehungsweise kollektive Fähigkeit zur Sorge oder Fürsorge für Menschen einer anderen Generation, wird neu auch in der Arbeitswelt angewendet. «Bestehen Sie darauf, dass sich Vorgesetzte zu generativen Managern ausbilden lassen», war eine Forderung im Beitrag von Ruth Ebeling, Becky Frederick, Sebastian Ullrich und Juliana Lisi der BCG Boston Consulting Group vom 10. Juli 2023 mit dem Titel: «Der Wettlauf um technische Talente hat nicht aufgehört». Die Autoren haben dazu Zehntausende Beschäftigte im technischen Bereich nach ihren Gründen für die Auswahl oder den Verbleib in einer Anstellung befragt. Generativ bedeutet «erzeugend», beziehungsweise bezeichnet allgemein die Eigenschaft, etwas hervorbringen zu können. Innerhalb unterschiedlicher Fachgebiete, von den Wissenschaften und der Technik bis zur Kunst, etablierten sich verschiedene Begriffe, in denen das Adjektiv «generativ» vorkommt, beispielsweise im aktuell oft zitierten ChatGPT (Generative Pre-trained Transformer).

Fünf Taktiken, um technische Talente anzuziehen
Gemäss den Autoren können auch Arbeitgebende ausserhalb der Tech-Branche geeignete Massnahmen ergreifen, um für Tech-Arbeitende attraktiver zu werden. Dazu gehören neben den im Vergleich zu anderen Branchen höheren Lohnerwartungen, auch die Unterstützung der Work-Life-Balance durch flexible Arbeitszeiten. Oder die zur Karriereentwicklung gehörenden Möglichkeiten zum Erlernen neuer Fähigkeiten. Auch kleine KMU können in ihren Stelleninseraten beispielsweise die modernen Tools und innovativen Arbeitsweisen hervorheben, die sie bieten. Mittels Mikropraktika für Lernende oder Studierende und vor-Ort-Besuche für potenzielle Bewerbende wird die Firma vorgestellt. Mitarbeitende aus der Technologiebranche sind oft teure Anstellungen. Unternehmen ausserhalb der Technologiebranche, die nach technischen Talenten suchen, um digitale Transformationen oder andere Initiativen voranzutreiben, müssen sorgfältig abwägen, wer benötigt wird, um ihre Ziele im Rahmen des Budgets zu erreichen. Die Möglichkeit, solche Stellen «von innen heraus» zu fördern, ergeben sich auch im Austausch mit den «Alten», welche oft über erstaunlichen Fähigkeiten verfügen und dabei bereit sind, eine bessere Arbeitsplatzsicherheit gegen etwas weniger Vergütung einzutauschen. Das Versäumnis, zeitgemässe Rekrutierungsmethoden und -systeme anzuwenden, schadet den Bemühungen von Unternehmen, da sie dadurch daran gehindert werden, schnell Talente zu identifizieren, die aktiv oder passiv suchen.

Trotz Digitalisierung wird uns die Arbeit nicht ausgehen: Verkaufsraum von Apple. Foto: Keystone

«Lebe deine Werte»
Der beste Weg für ein Unternehmen, sein Wertversprechen für die Mitarbeitenden zu zeigen, besteht darin, es zu leben. Die Ausbildung zu generativen Führungskräften, Vorgesetzten und Managern, die gleichermassen mit Kopf, Herz und Händen führen, tragen zum Aufbau grossartiger Kulturen und Arbeitsplätze bei, an denen Menschen ihr Bestes geben können. Neben unseren Erwartungen an die Arbeitgebenden, haben vor allem wir «Alten», als Vorbilder jüngerer Generationen, eine Bringschuld. Beim kürzlichen Treffen mit einem älteren Mitstreiter mussten wir feststellen, wie die Digitalisierung bei vielen Babyboomern nie angekommen ist. Man sitzt den Technologietrend bis zur ordentlichen Pensionierung aus, in der Hoffnung dass sich das irgendwie von alleine regeln wird. Jeder 20. Mensch in der Schweiz nutzt kein Internet, stand im Beitrag von Matthias Niederberger in der NZZ vom 14. August 2023. Das sind 330’000 Leute, mehrheitlich zwischen 65 und 74 Jahre alt. Die Welt verschiebt sich zunehmend ins Internet. Immer mehr Inhalte und Informationen sind offline nicht mehr zugänglich. Dieser Trend lässt sich nicht mehr umkehren. Ich war erstaunt, wie kürzlich eine (noch nicht so alte) Verkäuferin im Supermarkt, die Scanning-App mit Bezahlfunktion und digitalem Kassabon auf meinem Smartphone, trotz Werbekampagne für diese Möglichkeit, nicht kannte. Sie befasse sich nicht mit der Digitalisierung, traue der Sache nicht! Da sind offensichtlich keine generativen Manager am Werk.

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Industrie 4.0

#323 – KI verändert unsere Weltsicht

Eine neues Weltbild entsteht
Wir «Alten» sollen länger arbeiten und unsere Erfahrung weiterhin in die Wirtschaft einbringen. Unzählige Gruppierungen, Institutionen und Verbände buhlen um unsere Aufmerksamkeit für das Arbeiten im Alter, der Gestaltung unserer Zeit nach der Pensionierung oder die Vorbereitung auf den «Ruhestand». Wir wurden noch ohne Internet sozialisiert und mussten unsere Erfahrung als junge Menschen durch Auslandaufenthalte erwerben. Die Berufswahl war für viele eine Entscheidung fürs Leben und fiel deshalb mehr oder weniger wohl überlegt aus. Unser Weltbild wurde von zwei Supermächten geprägt, Demokratie gegen Kommunismus. In seinem TED-Talk (14:59) spricht der amerikanische Politikwissenschafter Ian Bremmer (53) von der neuen globalen Supermacht der grossen Tech-Konzerne, die heute unser Leben bestimmen. Als er 1989 Student war und die Mauer fiel, waren die Vereinigten Staaten der wichtigste Demokratieexporteur der Welt. Nicht immer erfolgreich. Oft heuchlerisch. Aber Nummer eins trotzdem. Heute sind die Vereinigten Staaten zum Hauptexporteur von Werkzeugen geworden, die das Potenzial haben, die Demokratie zu zerstören. Bei diesen explosiven und disruptiven Technologien gibt es keine Pause-Taste oder einen Reset-Knopf. Millionen von Menschen mit den unterschiedlichsten Wertvorstellungen arbeiten an deren Weiterentwicklung. Vor dieser Realität dürfen wir «Alten» uns nicht verschliessen, um weiterhin im Arbeitsprozess bestehen zu können.

Fundstück – German Architects Newsletter 14. Juni 2023:
Jakow Tschernichow (1889–1951), Architekturfantasie: Ansicht eines Kraftwerks, Tuschezeichnung 1920er- Anfang der 1930er-Jahre.

Die KMU-Landschaft verändert sich
Im BCG Boston Consulting Group Newsletter vom 14. Juni bemerken Vinciane Beauchene, Nicolas de Bellefonds, Sylvain Duranton, und Steven Mills, wie die explosionsartige Beliebtheit von ChatGPT und anderen Formen generativer KI (künstlicher Intelligenz) darauf schliessen lässt, dass wir den Beginn einer neuen Ordnung für Wirtschaft und Gesellschaft erleben. In ihrem Beitrag stellen sie fest, wie die heutige generative KI-Strategie die Zukunft für KMU verändern kann. Der Fokus liegt heute vielleicht auf Produktivitätssteigerungen und technischen Einschränkungen, aber eine Revolution bei der Innovation von Geschäftsmodellen steht bevor. Um die Gedanken, Gefühle und Ängste der Mitarbeitenden in Bezug auf KI zu verstehen, haben die Autoren fast 13’000 Menschen in 18 Ländern befragt – von Führungskräften in der Chefetage bis hin zum mittleren Management und den Leuten an der Front. Die Umfrageteilnehmenden sind hinsichtlich der KI eher optimistisch als besorgt, erwarten aber für die neue Ära Schulungs- und Weiterbildungs-möglichkeiten. Regelmässige Nutzer generativer KI erkennen das transformative Potenzial der Technologie, sowohl zur Verbesserung aber auch in der Bedrohung ihrer Arbeit. 71% der Befragten glauben, dass die Vorteile generativer KI die Risiken überwiegen, wobei mehr als ein Drittel aller Teilnehmenden glaubt, dass ihr Arbeitsplatz innerhalb der nächsten zehn Jahre wegfallen wird.

Refik Anadol (38), Türkisch-Amerikanischer Medien-Künstler und Designer an der Art Basel 2023. Bild: Maschinell, von künstlicher Intelligenz erschaffene Projektion, BaslerZeitung

Die soziologische Herausforderung von KI und der Fachkräftemangel
Für Dr. Urs Wiederkehr, Leiter Fachbereich Digitale Prozesse beim SIA Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, ist die digitale Transformation keine rein technische, sondern eine soziologische Herausforderung. Sie fordert von uns Menschen oft mehr, als wir bereit sind zu geben und führt daher zu zwischenmenschlichen Schwierigkeiten anstatt nur technischen. Seit der industriellen Revolution hat die Technologie Arbeitsplätze verdrängt und neue geschaffen. Stellt die generative KI nun eine Fortsetzung dieses Trends oder eine andere Art von Veränderung dar, fragt Julia Dhar im Beitrag zur Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen.

Strategie für die Zukunft
Für die Menschen ist es bedrohlich, sich vorzustellen, dass Teile oder der gesamte Job durch generative KI ersetzt werden. Als Strategie für die Zukunft schlägt Julia Dhar vor, anstatt sich auf Jobs zu konzentrieren (Fachkräftemangel), die Aufgaben zu identifizieren, für deren Ausführung die KI möglicherweise in der Lage ist – etwa die Art und Weise, wie Menschen ihre Aufgaben ausführen, und die Zusammenarbeit, die Menschen mit anderen Menschen oder Technologien haben. KI wird einige davon vollständig ersetzen und andere ergänzen, etwa Grundlagenforschung und Voranalysen. Schliesslich müssen wir auch über Arbeit reden, die von geringem Wert ist, wenig Spass macht oder gefährlich ist, wie beispielsweise bestimmte Jobs in der Fertigung. Dabei hilft uns die generative KI, einschliesslich GPT-4, Informationen schneller aufzunehmen, die analytisch korrekte Antwort zu finden und neue Fragen zu stellen, die wir uns vorher vielleicht nicht hätten vorstellen können. Beispielsweise kann eine Maschine eine Aufgabe ausführen, die dann von einem Menschen validiert wird, oder eine Maschine kann das kreative Denken eines Menschen verfeinern und herausfordern.

Art Basel 2023, LED-Lichtfries durch die Fugen der Steinfassade der Kunstmuseumsweiterung Basel von Christ & Gantenbein Architekten Basel (2016)

Die Maschine die wir nie vollständig verstehen können
Unternehmen sollten viel mehr über kreative Problemlösungen sprechen, anstatt über die technische Machbarkeit. Menschen sind erzählerische Wesen, und Führungskräfte haben die Möglichkeit, eine Geschichte zu erschaffen, welche die Daten mit den Menschen und dem Zweck der Organisation verbindet. Die Fähigkeit, ethisch und kritisch über das Verhalten einer Maschine nachzudenken, die man nie vollständig verstehen kann, ist trotzdem unerlässlich. Einige der Produktivitätssteigerungen durch technologische Verbesserungen – einschliesslich derjenigen, die E-Mail, Laptops, Mobiltelefone und Smartphones weiterentwickelten – der letzten 50 Jahre waren etwas enttäuschend, denn wir haben die von uns erwarteten Arbeitsproduktivitätsdividenden nicht realisiert (Stichwort: das Papierlose Büro). Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern beibringen, ethisch und kritisch zu denken, Mechanismen für die externe Aufsicht und Kontrolle zu schaffen und Bedenken sicher zu äussern und dafür zu sorgen, dass auf diese Bedenken eingegangen wird. Wir «Alten» nehmen darin dank unserer Seniorität, auch die Funktion des «sozialen Gewissens» und der Verantwortlichkeit war.

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