KI künstliche Intelligenz machts möglich Endlich gute Nachrichten für uns «Alte» Computermuffel. Seit Jahren ärgere ich mich über die starren Regeln und Abläufe im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Maschinen. Zwar hat sich seit der Erfindung von Smartphone und Smartwatch vieles zum besseren gewandelt, doch kämpfen wir immer noch mit einer Flut von Apps, an die wir uns nicht immer erinnern, nicht mehr wissen wofür sie taugen oder wo wir sie im System wiederfinden. Auch wenn die Nutzung eines PC’s oder Laptops zum Alltag gehört, fühle ich mich jedesmal ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Stellen wir uns vor, man müsste sein Elektroauto vor der Wegfahrt zuerst «hochfahren». Dann die Apps für Blinker, Beschleunigung oder Bremsen im System zusammensuchen. Gemäss einem Bericht von Matthias Schüssler, TA vom 26. September 2023, will Microsoft dank einem KI-Assistenten unsere Arbeit mit PC’s revolutionieren. «Die Art und Weise, wie wir mit Technologie umgehen und von ihr profitieren, wird sich grundlegend verändern» sagt der Konzern. Steht uns also ein Paradigmenwechsel bevor?
AVIDAC, Argonne’s erster digitaler Computer wurde im Januar 1953 in Betrieb genommen, gebaut von der Physikdivision für $250,000. Im Bild die Pionierin von Argonne, Computerforscherin Jean F. Hall.
Microsoft Copilot Eine neue Funktion namens «Copilot», wie Microsofts Chatbot, den wir auch in der Suchmaschine Bing vorfinden und der dort komplexe Fragen beantwortet und mit Quellen aus dem Web belegt. Der Copilot beherrscht gegenüber seinem Bing-Pendant einen entscheidenden Extratrick: Er ist in der Lage, mit dem System zu interagieren und Konfigurationsänderungen vorzunehmen. Im Werbevideo wird aufgezeigt, wie wir uns das vorstellen können: Copilot arbeitet mit Dokumenten, die per Maus auf sein Fenster gezogen werden, und fertigt Zusammenfassungen an oder verschickt sie automatisch über die Kommunikationssoftware Teams an bestimmte Empfänger. Er kann auch Apps steuern und, auf die Aufforderung hin, entspannende Musik zu spielen, Spotify mit einer passenden Wiedergabeliste öffnen.
Eine Chance für uns «Alte» im Umgang mit Computern Auch in Microsoft 365, wie die Office-Umgebung heisst, wird Copilot Einzug halten. Dabei hilft beispielsweise die KI, die wichtigen Mails aus der E-Mail-Inbox zu fischen. Es wird noch einige Entwicklungsschritte dauern, bis der Copilot den Alltagsaufgaben gewachsen ist. Aber das Potenzial, gerade für eine wenig versierte Nutzerschaft, ist sicher unbestreitbar: Denn während die Cracks genau wissen, wie eine Funktion heisst und wo sie zu finden ist, könnten unerfahrene Anwenderinnen und Anwender beschreiben, was sie tun möchten. Daraufhin könnte Copilot das direkt am Computer vorexerzieren – denn schliesslich hat er Zugriff nicht nur aufs System, sondern auch auf die persönlichen Dokumente und Konfiguration.
Bild: Rhodes College Digital Archives – DLynx: Studentin am Computer, 1992
Privatsphäre, die Risiken sind schwer abzuschätzen Das eröffnet die Diskussion um dem Schutz der Privatsphäre. Die KI-Funktionen laufen allesamt auf Microsofts Servern. Eine tiefe Verankerung von Copilot im Betriebssystem führt, salopp gesprochen, dazu, dass sich nicht mehr genau sagen lässt, wo der eigene Computer aufhört und die Cloud anfängt. Wenn der KI-Assistent auch mit lokal gespeicherten Dokumenten arbeitet, wird es schwierig bis unmöglich, sensible Informationen zu schützen. Das Risiko für den Datenschutz wächst bei den KI-Funktionen, weil die Sprachmodelle die Angaben, die Nutzerinnen und Nutzer ihnen zur Verfügung stellen, auch zum Training nutzen und womöglich für künftige Auskünfte verwenden. Das kann dazu führen, dass vertrauliche Informationen öffentlich werden. Dieses Problem stellt sich auch bei der Integration der KI in die Office-Anwendungen, die Microsoft auch in Aussicht gestellt hat. Wir Computernutzerinnen und -nutzer stehen vor einer doppelten Herausforderung: die KI verstehen und ihre Möglichkeiten einsetzen zu lernen – und dabei gleichzeitig unsere Unabhängigkeit und unsere Prinzipien zu wahren.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA Projektadministrator und Initiator
Wir erfinden das Erfinden neu In ihrem Gastkommentar unter dem Titel: «KI und die Neuerfindung des Erfindens», beschreibt Miriam Meckel (56), Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen sowie Co-Gründerin und CEO der ada Learning GmbH, in der NZZ vom 22. September 2023, wie die KI den wissenschaftlichen Prozess beschleunigen kann. KI sei eine Meta-Disruption, denn wir erfinden das Erfinden neu. Sie beschreibt in der Folge, wie bestehende KI-Werkzeuge den wissenschaftlichen Arbeitsprozess beschleunigen. Während der Mensch vor zu vielen Daten kapitulieren muss, bringen diese die KI überhaupt erst zur Höchstleistung. Daneben brauchen wir nach wie vor menschliche Klugheit, Intuition und den Mut zum Risiko innovativer Theoriebildung, um sicherzustellen, dass KI-Systeme uns nicht irgendwann sagen, wo es mit dem Fortschritt hingeht, und wir trotten nur noch hinterher. Um ihre Theorie zu versinnbildlichen, skizziert Miriam Meckel die Labore der Zukunft. Diese werden nicht mehr voll sein mit Menschen in weissen Kitteln. Sie werden zu automatisierten selbstfahrenden Forschungszentren, die ihre Materialien autonom nachbestellen und in denen Hunderte Roboterarme mit Pipetten Lösungen in Petrischalen träufeln, um die Ergebnisse zu erfassen und auszuwerten – eine «Clockwork Science», die den Fortschritt immens beschleunigt. Zumindest für diejenigen, die Forschung als das betrachten, was sie ist: eine Methode, um neue Erkenntnisse zutage zu fördern, gilt ihre Traumvorstellung von einer besseren Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.
Das Wissen lastet auf der menschlichen anders als auf der künstlichen Intelligenz. Bild: Miguel Candela / Imago
Vom Aufstieg intelligenter Maschinen Mein letzter Blogbeitrag «#336 – Dilemma mit KI künstlicher Intelligenz» wurde auf der Plattform LinkedIn von fast 600 Benutzern gesehen. «Impressionen» sind zwar nicht die genaueste Methode, um den Erfolg von Inhalten zu messen, aber sie sind ein guter Ausgangspunkt und machen Mut, sich weiter mit dem Thema, speziell für uns «Alte», zu beschäftigen. Beim kürzlichen Treffen von Ehemaligen der UCLA Alumni-Vereinigung Zürich, wurde über KI und die Anwendungen von ChatGPT philosophiert. Ob KI bald auch Anwälte ersetzen würde und seit kurzem könne der Sprachroboter sogar auf «Schweizerdeutsch» kommunizieren. Mit solchen Kommentaren sind latente Ängste verbunden, denn möglicherweise verfügen wir nicht alle über die erforderlichen Fähigkeiten, um mit KI-Technologien zu arbeiten. Diese Kompetenzlücke zu schliessen kann eine Herausforderung sein, insbesondere für uns «Alte», die möglicherweise nicht mit digitalen Tools aufgewachsen sind. Viele Branchen haben sich verändert und es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, sich über die Auswirkungen von KI bewusst zu sein. Der Aufstieg intelligenter Maschinen ist dabei nicht als Gefahr, sondern als Unterstützung in unserem Arbeitsalltag zu sehen.
OFFENES FORUM: Was sind Ihre Erfahrungen? Gerade unter uns «Alten» sind die Vorurteile und Zweifel an den neuen Technologien gross. Das liest man auch in den Kommentarspalten, in denen teilweise fast aggressiv herablassend oder besserwisserisch-belehrend über die Thematik geschrieben wird. Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsgeschichten im Zusammenhang mit der Einführung und Verwaltung von KI. Berichten Sie aus Ihrer Praxis, wie sich KI positiv auf die Organisationen ausgewirkt hat. ➔ Senden Sie eine Email mit Ihren Gedanken an werner@kompetenz60plus.ch. Gerne publizieren wir Ihre Beiträge an dieser Stelle, um die Blogbeiträge kontinuierlich an die sich entwickelnde KI- und Managementlandschaft anzupassen.
Analoger Chip von IBM, bewältigt KI-Aufgaben in natürlicher Sprache mit einer geschätzten 14-mal höheren Energieeffizienz.
Wettlauf der Systeme – Google Bard Im Wettlauf der Systeme mit KI hatte ChatGPT bisher die Nase vorn. Nun verbessert Google seinen Chatbot Bard kontinuierlich. Gemäss der Agenturmeldung in der NZZ vom 19. September 2023, wird der Chatbot künftig uns Anwender dabei unterstützen, falsche Fakten in den Antworten des KI-Systems zu erkennen, sogenannte Halluzinationen. Antworten des Dialogsystems Bard können ab sofort mit einem Klick überprüft werden. Die Teile der Antwort, bei denen Bard seiner Sache sehr sicher ist, werden grün markiert. Die Passagen, bei denen Bard auch Informationen im Internet entdeckt hat, die diese Aussage widerlegen könnten, werden alsdann orange eingefärbt. Für jeden geschriebenen Satz werde eine Google-Suche durchgeführt, um herauszufinden, ob es Inhalte gebe, die diesen Satz bestätigen oder widerlegen. Damit wird Bard das erste KI-Sprachmodell, das bereit ist zuzugeben, wenn es sich einer Sache nicht sicher sei, sagte Google-Manager Jack Krawczyk in Mountain View, Kalifornien.
Chancen der Transformation Die nochmalige Überprüfung («Double Check») werde weltweit zur Verfügung gestellt, anfangs jedoch nur in englischer Sprache. Dabei muss nicht nur der Befehl («Prompt») auf englisch formuliert sein, sondern auch das Profil des Nutzers auf englisch eingestellt sein. Andere Sprachen würden aber möglichst bald unterstützt, teilt Google an einer Medienkonferenz in Zürich mit. In der deutschsprachigen Version von Bard ist es ab sofort auch möglich, Spracheingaben mit dem Hochladen von Bildern zu kombinieren. Damit kann man beispielsweise das Foto eines Wahrzeichens hochladen und sich von Bard ausführlich erklären lassen, in welcher Stadt es steht und welchen historischen Hintergrund es hat. Inzwischen ist Bard rund um den Globus in vierzig Sprachen verfügbar. KI wird zwar die Innovationskraft von uns Menschen so schnell nicht ersetzen, aber sie hilft uns bei der Recherche mit grossen Datenmengen, oder zur Generierung alternativer Ideen. Dank unserem Denken in grösseren Zusammenhängen und unserer Lebenserfahrung, bietet sich für uns «Alte» die Chance, zusammen mit den «jungen Wilden» im Team, Teil dieser Transformation zu sein.
«Alte» im Änderungsmanagement Die Beispiele sollen uns motivieren, in einer Welt mit KI erfolgreich zu sein. Die Erkenntnisse und Strategien sollen helfen, um uns an ein zunehmend automatisiertes und technologiegetriebenes Umfeld anzupassen. Als Mentoren und Coaches brauchen wir dazu ein grundlegendes Verständnis der KI, ihrer Terminologie und ihrer verschiedenen Anwendungen für die KMU. Es braucht unser Bewusstsein, wie die KI alle Branchen verändert und welches die Auswirkungen sind. Unter «Änderungsmanagement» verstehen wir, die Herausforderungen bei der Umsetzung KI-gesteuerter Veränderungen am Arbeitsplatz vorauszusehen. Dabei hilft uns die langjährige Erfahrung, Reife, Gelassenheit und Selbstsicherheit zur Bewältigung von Widerständen, notwendig zur Förderung einer Innovationskultur. Wir geben Einblicke, wie KI-Werkzeuge und -Systeme zusammenarbeiten können, um die Entscheidungsfindung und Produktivität zu verbessern und erteilen Ratschläge zur Anpassung von Führungsstilen, zur Förderung von Innovation und Kreativität in KI-gesteuerten Umgebungen.
kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten» kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachpersonmit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!
Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA Projektadministrator und Initiator
Wie künstliche Intelligenz lernt KI wie ChatGPT verstehen heute natürliche Sprache und können auf Knopfdruck Bilder herstellen, weil die Computer leistungsfähiger geworden sind. Alle fünf Jahre wird das Rechnen zehnmal billiger, alle dreissig Jahre also eine Million Mal. Bedeutsam für neuronale KI war unter anderem, dass man die Vorteile der früher vor allem in Videospielen eingesetzten Grafikkarten entdeckte. Sie sind gut im parallelen Verarbeiten von Signalen, so wie das Gehirn. Dies hat der KI einen grossen Sprung ermöglicht, sagt der Pionier der KI-Forschung, Jürgen Schmidhuber (60), im Interview mit Alain Zucker, 29. April 2023, NZZmagazin. Schmidhuber vergleicht den Lernprozess von KI mit der Entwicklung des Hirns eines Babys. Lernfähigkeit ist in der Tat das zentrale Merkmal der modernen künstlichen Intelligenz! Im Gegensatz zu bisherige KI-Methoden, wie Sprachübersetzungen, die Anhand vieler Trainingsbeispiele, etwa aus dem Europäischen Parlament, beispielsweise deutsche Texte ins Französische übersetzen, lernen künstliche neuronale Netze, Sprache oder Video zu erkennen, Handlungen vorherzusagen und Belohnungen zu maximieren.
Kreativität dank «künstlicher Neugier» Ein Baby ist kreativ. Erst hat es keine Ahnung von nichts, weiss nicht einmal, dass es Augen oder Finger hat. Mit zunächst zufälligen Ausgaben seines Gehirns bewegt es seine Finger und lernt über seine Kameras, also die Augen, was dies bedeutet, um immer besser voraussagen zu können, was als Nächstes passieren wird. Es konzentriert sich dabei auf Dinge, die es noch nicht gut kennt. Es ist wie ein kleiner Wissenschafter, der Experimente durchführt. Was passiert, wenn ich meinen Finger so krümme? Und was das Baby einmal versteht, wird langweilig, es wendet sich Neuem zu und dehnt so den Horizont seines Wissens aus.
Der Wettstreit um Albert Einstein Gemäss Jürgen Schmidhuber können (neuronale) KI-Netzwerke durchaus kreativ sein und so erklärt er gleich sein erstes kreatives neuronales System aus dem Jahr 1998 wie folgt: «Zwei neuronale Netzwerke sind zu Beginn völlig ahnungslos. Das erste produziert anfänglich zufällige Handlungsanweisungen («Bewege den Arm wie folgt . . .»), während das zweite vorherzusagen versucht, was genau dabei herauskommen wird («Was sieht man, wenn man den Arm beobachtet . . .»). Das zweite ist also nur damit beschäftigt, Prognosen aufgrund der Anweisungen zu machen und sich durch den Abgleich mit den beobachteten Resultaten zu verbessern. Aber das erste Netzwerk fängt an, mit dem zweiten zu kämpfen. Es versucht, Anweisungen zu produzieren, deren Folgen das zweite Netzwerk überraschen. Das erste will den Prognosefehler maximieren, das zweite ihn minimieren: Das führt zu ständigem Lernen der beiden Netzwerke, die im Wettbewerb miteinander stehen, und zwingt das erste dazu, kreativ zu sein und sich immer wieder neue, überraschende Experimente auszudenken. Der Programmierer hat keine Ahnung, was bei so einem Wettstreit herauskommen wird. So wie die biologische Evolution keine Ahnung hatte, dass der Kampf unzähliger menschlicher Wettstreiter einst einen Albert Einstein hervorbringen würde.»
Richard Gilder Center for Science, Education, and Innovation, 2023. Bild: John Hill/World-Architects
Sprachroboter wie ChatGPT ChatGPT wiederum beruht auf einem Netz namens «Transformer» und ist damit eher wie ein anderes Netz, über das Schmidhuber vor dreissig Jahren publizierte. Damit lässt sich unter anderem gut voraussagen, was in einer Geschichte das nächste Wort sein soll. Was ist die natürliche Weiterführung eines Gesprächs? Hat man Millionen von Gesprächen gelesen, lässt sich dies ganz gut prophezeien, weil man wiederkehrende Muster erkennt. ChatGPT weiss daher mehr als viele Menschen und fasst auf Befehl Dokumente zusammen oder schreibt sie fort.
Der Mensch verschwindet nicht Mit künstlicher Intelligenz betriebene Netzwerke werden für den Optimisten Schmidhuber in absehbarer Zeit bessere allgemeine Problemlöser sein als alle Menschen, die irgendwann wohl nicht mehr die Wichtigsten sein werden, aber nicht verschwinden. Schauen Sie sich um, sagt er, die Ameisen sind ja auch noch da! Die gibt es schon viel länger als die Menschen, und obwohl wir klüger sind, haben wir kein Interesse daran, alle Ameisen auszurotten. Schon als Bub in den 1970er Jahren wurde ihm klar, dass es zu seinen Lebzeiten eine neue Sorte von Intelligenz geben könnte, die seine eigene armselige übersteigt. Die Grenzen künstlicher Intelligenz bestehen aber heute weiterhin, sobald man den virtuellen Raum verlässt und dahin geht, wo reale Zimmerleute arbeiten, Fussballer Bälle jonglieren und Produkte gefertigt werden. Kein Roboter kann (vorläufig) auch nur annähernd mithalten mit dem unglaublichen Geschick eines Handwerkers – oder den Fussballkünsten eines 7-Jährigen. Daraus ergibt sich, dass manche Schreibtischtäter heute eher ersetzbar sind als Handwerker.
«Künstliche Intelligenz ist gefährlicher als der Klimawandel» Der Klimawandel verändert die Menschheit nicht. Er bedroht uns von aussen, aber er ändert nichts an dem, was es bedeutet, Mensch zu sein. Die neuen Technologien wie KI und Bioengineering – also Eingriffe ins Hirn – werden aber höchstwahrscheinlich die Menschheit komplett verändern. Yuval Noah Harari (47), Historiker an der Hebräischen Universität Jerusalem, im Interview mit Rico Bandle, 29. April 2023, TA-SonntagsZeitung, zeichnet ein dystopisches Bild von künstlichen Intelligenzen, die bald superschlau sind und die Menschen versklaven, wenn man sie nicht eng kontrolliert und reguliert.
Neue Technologien als zerstörer von Zivilisation Neue Technologien könnten die Grundlagen unserer Zivilisation zerstören. Der Mensch sei einfacher zu manipulieren, als er denke. Harari, der weltbekannte Bestsellerautor und Mitunterzeichner des offenen Briefs zum sofortigen Entwicklungs-Stopp für leistungsfähige KI-Modelle glaubt an die Möglichkeit, dass die Technologie auch neue Bücher schreiben könne, mit eigenen, originellen Gedanken, was zu einem gesellschaftlichen Kontrollverlust führen könnte. Deshalb ist die Entwicklung dieser KI nicht mit anderen Erfindungen zu vergleichen. Als Beispiele nennt er den Buchdruck oder andere Informationstechnologien wie das Radio, welche nur die Ideen von Menschen kopieren und verbreiten konnten, jedoch keine neuen hervorbringen. Leute sagen dann, auch KI sammle doch nur Ideen und kombiniere sie dann einfach auf eine neue Art. Aber das ist genau das, was auch Menschen tun. Für seine Bücher lese er viele andere Bücher, nehme Ideen von hier und von dort, daraus entsteht dann etwas Neues.
Richard Gilder Center for Science, Education, and Innovation, 2023. Bild: John Hill/World-Architects
Werden wir bald überflüssig? Yuval Harari argumentiert mit den menschlichen Mechanismen zur Kreativität. Der Mensch startet nie bei null. Es gibt keine Explosion im Hirn, die etwas völlig Neues herausbringt. In der Kunst oder der Musik baut alles auf früheren Werken auf. Künstler:innen verstehen es, bereits vorhandene Muster zu verändern, zu durchbrechen oder zu kombinieren. Das ist dann deren neue Schöpfung. Die Möglichkeiten des Menschen sind allerdings begrenzt. Komponist:innen können unmöglich alle Musikstücke hören, die je geschaffen wurden, um sich inspirieren zu lassen, sondern nur eine kleine Auswahl. KI hingegen kann das, deshalb wird sie uns Menschen irgendwann auch in der Kunst überholen, oder uns den Job wegnehmen. Experten in den USA warnen aber davor, künstliche Intelligenz in den Schulen zu verbieten. Sie fordern im Gegenteil einen proaktiven Umgang mit Sprach-KI – und weisen auf neu entstehende Berufsfelder hin: Teilweise seien für Prompt Engineers Gehälter von mehr als 300’000 Dollar möglich, schreibt Marie-Astrid Langer in der NZZ vom 2. Mai 2023. Die Welt verändert sich in immer höherem Tempo. Harari ratet deshalb, unseren Kindern vor allem beizubringen, wie man ein Leben lang lernt und sich ständig auf neue Situationen einstellt. Das ist viel wichtiger, als ihnen spezifisches Fachwissen wie Programmieren beizubringen. Die Leute müssen viel flexibler werden, ein Leben lang dazulernen, sich immer wieder neu erfinden.
KI Tutoren und Assistenten in der Bildung Sal Khan (47), Gründer und Leiter der Khan Academy spricht im TED Talk 2023 über den Einsatz des Khanmigo chatbots auf der gemeinnützigen, kostenlosen Online-Bildungsplattform seiner Organisation. Diese hat seit ihrer Gründung in 2008 über 6’500 Videolektionen mit einem breiten Spektrum an akademischen Fächern produziert, ursprünglich mit den Schwerpunkten Mathematik und Naturwissenschaften. Im Gegensatz zu den Schlagzeilen der letzten Monate, insbesondere im Bildungsbereich, welche den Schüler:innen unterstellen, ChatGPT und andere Formen der KI nur zu verwenden, um zu schummeln und ihre Aufgaben zu erledigen, oder dass KI die Bildung, wie wir sie kennen, vollständig untergraben wird und die Schüler dabei nichts lernen werden, ist Khan ist überzeugt, dass wir an der Schwelle zum Einsatz von KI für die wahrscheinlich grösste positive Transformation stehen, welche die Bildung je gesehen hat. Mit den richtigen Leitplanken, wird die Technologie jedem Schüler und jeder Schülerin auf dem Planeten einen künstlich intelligenten, aber erstaunlich persönlichen Tutor geben und jedem Lehrer, jeder Lehrerin auf dem Planeten einen erstaunlichen, künstlich intelligenten Lehrassistenten zur Seite stellen können.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA Projektadministrator und Initiator
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