Blog, Industrie 4.0

#440 – Verunsicherte Junge, erfahrene «Alte»

Desinteresse an einer historischen Identität der Gegenwart
Als Ausgangspunkt für die Identifikation der Gegenwart könnten sich Themen der «meistgelesenen» Beiträge in Tageszeitungen eignen, schreibt Hans Ulrich Gumbrecht, emeritierter Albert-Guérard-Professor für Literatur an der Stanford University und Distinguished Emeritus Professor an der Universität Bonn in der NZZ vom 17. Juli 2025. Die als meistgelesen ausgezeichneten Themen haben neben jeweils lokalen Ereignissen Tag für Tag beinahe ausschliesslich mit Donald Trump zu tun, und das «Phänomen Trump» scheint sich gegen ernsthafte historische Analysen zu sperren. Gerade in diesem Desinteresse an einer historischen Identität der Gegenwart und in der Oberflächlichkeit einschlägiger Meinungen kommt paradoxerweise ein übergreifendes Symptom für die Signatur des einundzwanzigsten Jahrhunderts zum Vorschein. Die neue Zeitlichkeit hat die früher zur Verwirklichung von Menschheitsprojekten offen gehaltene Zukunft durch ein Panorama vielfältiger auf uns zukommender Bedrohungen ersetzt – von ökologischen Krisen bis zur Versklavung durch künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz KI überholt uns
Mit der Einführung elektronischer Suchmaschinen um 1995 hatte individuell erworbenes, bewahrtes und beständig erweitertes Wissen seine sprichwörtlich gewordene Macht verloren. Bald entlasteten funktional ausgerichtete Programme die Menschen auch weitgehend vom Gebrauch ihres Wissens und lösten damit eine bis heute unbewältigte Krise der überkommenen Bildungsinstitutionen aus. Schliesslich wurde um 2012 zum ersten Mal «deep learning» beobachtet, das heisst eine von menschlichen Interventionen unabhängige Selbstoptimierung der Programme durch Algorithmen. Dadurch ist KI zu einer einschüchternden Konkurrenz für den menschlichen Geist geworden, der nach kompetenten Prognosen während des nächsten Jahrzehnts vom Rechner überholt werden wird, schreibt Gumbrecht weiter. Damit muss der von Descartes’ kanonischem Satz «cogito ergo sum» (ich denke, also bin ich) vorausgesetzte Anspruch, dass allein der Mensch autonom denken kann, trotz aller Sehnsucht nach Ausflüchten und Beschönigungen seine Gültigkeit verlieren.

Yayoi Kusama (96) im «Yellow Tree furniture room» auf der Aich Triennale, Nagoya, Japan, 2010. Fondation Beyeler Riehen, 2025. Bild: © Yayoi Kusama Studio Inc.

Die Sinnhaftigkeit von Arbeit
In diesem Kontext von geopolitischen Veränderungen und technologischen Entwicklungen sind die Auswirkungen auf den aktuellen Arbeitsmarkt zu verorten. Albert Steck (57) analysiert dies näher in der NZZ vom 22. September 2025 unter dem Titel: «Die Gen Z (1997 bis 2012) stellt hohe Ansprüche an den Job – fühlt sich selbst aber oft überfordert». Basierend auf Gesprächen mit Personalverantwortlichen weiss er, wie junge Bewerbende, die einen neuen Job erhalten hätten, am ersten Arbeitstag gar nicht auftauchten. Sei es, weil sie ein besseres Angebot bekommen oder es sich schlicht anders überlegt hätten. Oder wie Kandidat:innen den oftmals automatisierten, unpersönlichen Bewerbungsprozess unvermittelt abbrechen und so die Methoden vieler Firmen kopieren. Wer sich im Job nicht zufrieden oder ernst genommen fühlt, reicht auch mal abrupt seine Kündigung ein. «Die Generation Z tritt mit einem grösseren Selbstbewusstsein auf dem Arbeitsmarkt auf als ihre Vorgänger», sagt der Geschäftsführer der Zürcher Agentur Klar Employer Branding, Christian Dietrich. «Gleichzeitig hat diese Generation auch höhere Erwartungen in Bezug auf die Karriere, die Flexibilität im Job sowie die Sinnhaftigkeit ihres Berufes.»

Sorgen um den technologischen Wandel
Der Co-CEO der Beratungsfirma Consult & Pepper, Dominik Huber weiss, dass sich junge Leute eher getrauten, kritische Fragen zu stellen: «Sie sind es nicht gewohnt, stillschweigend Befehle entgegenzunehmen, wie dies früher in einem hierarchischen Umfeld üblich war. Sie erwarten eine Erklärung für das Warum hinter ihrer Tätigkeit.» Die Ansprüche der Jungen stehen zudem im Widerspruch zur hohen Belastung, welche sie im Berufsleben vielfach empfinden. Die Nachwuchskräfte brächten zwar einen guten schulischen Rucksack mit, so Christian Dietrich, dafür seien sie weniger stressresistent. «In unserer Untersuchung sehen wir ebenfalls, dass ihnen der rasche technologische Wandel Sorgen bereitet.» So fürchtet sich jeder Zweite vor schädlichen Auswirkungen der künstlichen Intelligenz, und jede Dritte erwartet gar einen Stellenabbau. Die Gefahr besteht, dass wir «Alten» zusehen müssen, wie handwerkliche Tradition genauso ausstirbt wie anderes kulturelles Wissen, das seit Tausenden von Jahren weitergegeben wird.

Arbeit wird neu definiert
KI verändert die Aufgaben von Mitarbeitenden, die benötigten Talente und die Art und Weise, wie Teams interagieren, rasant und radikal. Unternehmen können den Wandel aktiv mitgestalten. Die Autoren Julie Bedard, Elizabeth Lucero, Ruth Ebeling, Frank Breitling, Consuelo Garcia-Garcia, und Ayush Sakhuja der BCG Boston Consulting Group beschreiben in ihrem Beitrag vom 15. September 2025, wie die Tech-Mitarbeitenden wegen ihrer Nähe zur Technologie als Erste betroffen sind. Die Entwicklung ihrer Arbeit dient als Modell für Veränderungen in allen Berufsfeldern. Die meisten Unternehmen befinden sich noch in der frühen Phase der werkzeugbasierten KI-Einführung. Eine kleinere Gruppe bewegt sich in der Abwicklung arbeitsteiliger Vorgänge, beziehungsweise Geschäftsprozesse mit dem Ziel grösstmöglicher Effizienz. Der nächste Horizont ist die agentengesteuerte Orchestrierung, bei der KI die End-to-End-Ausführung übernimmt und Menschen Strategie und Kontrolle steuern.

Rollen erweitern und verschmelzen. Funktionale Grenzen verschwinden
Was sich heute fortschrittlich anfühlt, wird spätestens 2030 zur Standardausrüstung gehören. Um die Nase vorn zu behalten, müssen Unternehmen wissen, wo sie stehen, und entsprechend handeln. Arbeit wird neu definiert. KI übernimmt die Ausführung und gibt menschlichen Teams den Freiraum, sich auf Strategie, Design und Kontrolle zu konzentrieren. Teams und Organisationen werden umstrukturiert. Traditionelle Pyramiden weichen flacheren, KI-gestützten Pods, wodurch der Bedarf an Junior-, Koordinator- und Managerrollen neu definiert wird. Die Fähigkeiten verändern sich. KI-Kompetenz wird in allen Rollen unverzichtbar, ebenso wie Systemdenken, Problemdefinition und ein gutes Urteilsvermögen. Erfolg hängt zunehmend von Urteilsvermögen, systemischem Denken und der Fähigkeit ab, Maschinen zu lenken, nicht nur die Arbeit zu erledigen. Traditionelle Pyramiden weichen agilen Pods, in denen erfahrene Talente und KI direkt zusammenarbeiten, um Ergebnisse zu erzielen Eine nachhaltige – sogar exponentielle – Wirkung ist möglich, erfordert aber nicht nur die Einführung von KI, sondern auch die Mitwirkung der Menschen, die sie steuern, regulieren und verstärken. Erfahrene und kompetente «Alte» agieren dabei als Mentoren oder Sparringspartner in altersgemischten Teams.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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#366 – Keine Sicherheit vor Fälschungen

Warum Sicherheit bremst
Als Reaktion auf meinen Blogbeitrag zur Rolle von uns «Alten» im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, schrieb ein Kollege frustriert, das Potenzial der «Alten» sei noch immer unterbewertet wie eh und je. Dabei ist nicht das Potenzial oder unser Alter problematisch, sondern unser Unvermögen gewisse Vorurteile loszulassen um uns einzugestehen wie sich die Welt um uns herum verändert. Daniel Kahneman (1934-2024), der kürzlich verstorbene israelisch – US-amerikanische Psychologe und Ökonomie-Nobelpreisträger, erklärt in seinem Werk, warum Menschen sich entgegen den Annahmen oft nicht rational verhalten. In Risiko-Situationen haben wir Menschen mentale Vorurteile, die unser Urteilsvermögen verzerren können. Menschen entscheiden subjektiv und nicht nach einem abstrakten Kriterium, das man Objektivität nennt. Verluste tun einem mehr weh, als Gewinne Freude bereiten. Menschen suchen Sicherheit; dafür sind sie bereit auf Wohlstand zu verzichten. Diese letzte Erkenntnis ist besonders wichtig. Denn sie erklärt auch, warum so wenige Leute Unternehmer werden. Wer versucht, Risiken zu vermeiden, wird nicht zum Unternehmer. Sicherheit bremst Unternehmergeist aus. Das Unternehmertum, also die Aussicht auf künftigen Wohlstand, wird geopfert, um gegenwärtige Sicherheit zu haben. Dazu Martin Vollenwyder (70), ehemaliger Finanzvorsteher der Stadt Zürich: «Ein Optimist sieht in einem Problem eine Aufgabe. Ein Pessimist sieht in einer Aufgabe ein Problem.»

Wir «Alten», Zeitzeugen des technologischen Wandels
Heute passiert etwas in der Technologie, was so noch nie passiert ist, sagte Cathie Wood (69), amerikanische Ökonomin, Investorin sowie Gründerin und CEO der Investmentgesellschaft Ark Invest in ihrem TEDAI talk vom October 2023 (14:41). Heute entstehen gleichzeitig fünf technologische Neuschöpfungen. Man muss in die frühen 1900er Jahre zurückgehen um zu sehen, wie sich drei Allzwecktechnologie-Plattformen gleichzeitig weiterentwickelten: Telefon, Strom, Auto. Diese waren am Anfang der grossen Veränderungen (Gamechanger). Heute sind es fünf Plattformen, die sich katalysiert durch künstliche Intelligenz gleichzeitig weiterentwickeln: Robotik, Energiespeicherung, KI, Blockchain-Technologie und Multiomic-Sequenzierung (biologischer Analyseansatz, bei dem es sich bei den Datensätzen um mehrere «Ome» handelt, wie beispielsweise Genom, Proteom, Transkriptom, Epigenom, Metabolom und Mikrobiom). Sie verändern die wirtschaftliche Wachstumsdynamik exponentiell. KI entwickelt sich zu etwas völlig Neuem sagte Mustafa Suleyman (42), CEO bei Microsoft KI, im TEDtalk vom April 2024 (22:01) und zeigte eindrücklich die immer schnellere Entwicklung der Menschheit und unserer Werkzeuge über die Jahrtausende.

Die Aula des ukrainischen Instituts für wissenschaftliche und technische Expertise und Information in Kiev, 1971 Ukraine. Aus Soviet Cities: Labour, Life & Leisure des russischen Fotografen Arseniy Kotov, FUEL-Verlag

Durchatmen und loslassen
Das wohl Schwierigste für uns «Alte» ist die Tatsache, dass diese Veränderungen mehrheitlich ausserhalb unserer Einflusssphäre stattfinden. Als neugierige «Zuschauer» sind wir verdammt, unsere gemachten Erfahrungen im besten Fall als Richtschnur, im Team mit den «jungen Wilden» kompetent zu vertreten. Auch wenn niemand mehr wirklich den Überblick hat, müssen wir dank unserer Seniorität, Weisheit und Gelassenheit unsere Verantwortung wahrnehmen. KI ist nichts unabhängiges. KI ist in mancher Hinsicht nicht einmal neu. KI sind wir. Das sind wir alle. Und das ist vielleicht das Vielversprechendste und Wichtigste überhaupt: Während wir die KI ausbauen, sollten wir alles Gute widerspiegeln, alles was wir lieben, alles Besondere an der Menschheit: unser Einfühlungsvermögen, unsere Freundlichkeit, unsere Neugier und unsere Kreativität. Gemäss Suleyman ist dies die grösste Herausforderung des 21. Jahrhunderts, aber auch die schönste, inspirierendste und hoffnungsvollste Gelegenheit für uns alle.

Wir «Alten» müssen unsere Berührungsängste überwinden
Ruth Fulterer schrieb am 21.April 2024 in der NZZ am Sonntag über die fast täglichen Neuigkeiten zur künstlichen Intelligenz KI. Sie erwähnt in ihrem Beitrag die einzelnen Programme, um uns die Technologie etwas näher zu bringen. Die Grenze zwischen KI und den restlichen Computerprogrammen ist nicht ganz scharf, denn für KI gibt es nicht nur eine Definition. Bei traditionellen Computerprogrammen programmieren Menschen Wenn-dann-Regeln ein: Wenn jemand hier klickt, dann erscheint dieses Bild, wenn die Maschine zu heiss wird, schaltet sie ab. Heutzutage meint man mit KI oft maschinelles Lernen: Programme, die ihre Fähigkeiten aus grossen Datenmengen lernen. Manchmal gibt man ihnen dabei Regeln vor, manchmal lässt man sie selbständig Schlüsse ziehen. «Large Language Models LLMs», Programme wie ChatGPT sind nicht allwissend, sondern eher mit einer Enzyklopädie vergleichbar. Sie bauen ihre Resultate aus Unmengen Text im Internet: Konversationen aus Online-Foren, Blogs, digitalisierte Bücher, Wikipedia. Daneben gibt es viele Werkzeuge, um KI-Bilder zu erstellen, dabei reicht es jeweils, eine Zeile Bildbeschreibung einzugeben, und das erwünschte Bild erscheint nach etwas Wartezeit. Analog den Texten funktioniert auch die Bild-KI, nur dass sie nicht Wörter vorhersagt, sondern die Pixel, aus denen ein Bild besteht, und zwar anhand der Bildbeschreibung.

Niemand ist sicher vor Fälschungen
Es gibt keinen Detektor, der gesichert erkennen kann, ob ein Bild oder ein Text von einer KI stammt. Künstlich generierte Clips wie der am 19. April 2024 von r/singularity auf Reddit publizierte Videoanruf, der den Anschein erweckt, als ob jemand mit sich selbst telefoniert, zeigt eindrücklich den aktuellen Stand der Technik. Doch egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung erfordert von uns «Alten» mehr als je zuvor, unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten. Den Austausch auf Augenhöhe mit den «Jungen» und ihrem technischen Wissen.

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#204 – iCar in Sicht

So funktioniert Innovation
Als Folge von Schliessungen und Beschränkungen in dieser Corona-Krise bekommt man leicht das Gefühl, alles drehe sich nur noch um das tödliche Virus. In meinem letzten Blogbeitrag machte ich mir deshalb Gedanken zum Fortschritt neuer Entwicklungen, trotz fehlender Interaktion zwischen Menschen. Die wichtigsten Ideen werden nicht über Videokonferenzen, sondern erwiesenermassen am Konferenztisch entwickelt, in wöchentlichen Gruppensitzungen, wenn alle ihre aktuellen Fakten und Befunde austauschen. Viele wichtige Ideen durchlaufen eine lange Inkubationszeit. Der Amerikanische Autor und Medientheoretiker Steven Berlin Johnson (52) nennt es die «langsame Ahnung». Viele grossartige Ideen bleiben, manchmal über Jahrzehnte, dem Verstand verborgen. Uns fehlt das Werkzeug um eine Lösung zu finden, um die Idee vollständig zu denken. Der aktuellen Corona-Lockdown macht es nicht leicht, unsere Ahnungen mit den Ahnungen anderer Leute zu verbinden. Doch es gibt sie, die Leuchttürme inmitten der schlechten Nachrichten. Wir «Alten» wissen aus Erfahrung, dass der Spuk früher oder später vorbei sein wird und konzentrieren uns deshalb auf die positiven Ereignisse.

Apple_iCar in Zusammenarbeit mit Hyundai, Korea, Prototyp 2020

Apple braucht eine möglichst smarte und solide Basis
Einem Bericht in der Süddeutsche Zeitung, 15. Januar 2021, von Joachim Becker zufolge könnte das Apple-Auto bald Wirklichkeit werden. Die Aufregung ist immer gross, wenn Gerüchte über Apples iCar auftauchen. 2014 war Tim Cook, der Chef des Computer-Herstellers, beruflich in München. Damals scheiterten die Gespräche über ein Elektroauto auf Basis des City-Stromers i3: BMW wollte nicht zum Auftragsfertiger für einen Digitalkonzern werden. Jetzt zeichnet sich offenbar eine Kooperation zwischen Apple und der Hyundai Motor Group ab. Der kalifornische Tech-Konzern interessiert sich für die neue 800-Volt-Plattform von Hyundai. Das könnte der Startschuss für das Projekt iCar sein. Wie koreanische Medien berichten, soll der Autohersteller für Apple ein autonomes Elektrofahrzeug in den USA bauen. Bis März sollen die Verträge unterzeichnet werden, ein Prototyp soll im nächsten Jahr fertig sein, die Produktion des Apple iCars könnte 2024 beginnen. Die Koreaner wollen nicht nur bei der Qualität, sondern auch bei Design, E-Antrieben sowie dem vernetzten und autonomen Fahren in der nächsthöheren Liga und bei Zukunftstechnologien wie dem 5G-Standard und der Bordelektronik vorne mitspielen. Das «moderne Zeitalter» beginnt für Hyundai in diesem Sommer mit dem neuen Ioniq 5. Dieser Superstromer mit einer 800-Volt-Plattform wie beim Porsche Taycan, nahezu halbiert die Ladezeit, aufgrund der höheren Netzspannung. Damit werden E-Mobile als Langstreckenautos attraktiv.

Hyundai, Studie 45 auf der IAA 2019, «Ioniq 5» Elektrofahrzeuge ab 2021. Bild: Hyundai

Fortschritte bei den Batteriezellen
Neuigkeiten zum Thema Batterie, Nachhaltigkeit und Reichweite lassen ebenfalls aufhorchen. Grosse Zellen haben eine höhere Energiedichte, weil sie viel Aktivmaterial in einer vergleichsweise schlanken Hülle unterbringen. Auch die rahmenlose Batterie und Feststoff-Zellen versprechen ein günstiges Verhältnis von Gewicht zu Reichweite. Die Hyundai Motor Group arbeitet eng mit den koreanischen Zellherstellern zusammen um frühzeitig deren Neuentwicklungen einzuplanen. Auch Tesla wird mit seiner «4680 cell production line» in der «Gigafactory» Berlin einen wichtigen Beitrag leisten. Eine faszinierende Idee hinter der 4680-Zelle ist ihre Höhe von 80 mm, welche die Herstellung von Zellen mit kontinuierlicher Bewegung ermöglicht – ähnlich wie bei der Flaschenproduktion bei Getränkeherstellern. Dies beschleunigt die Zellproduktion im Vergleich zu den derzeitigen Verfahren in der Zellproduktionsanlage von Giga Nevada, USA.

2021 Hyundai «Ioniq 5», neue Generation von sportlichen Elektrofahrzeugen aus Korea. Bild: Hyundai

Tesla erhält Konkurrenz
Wer glaubt, dass von Tesla die grösste Gefahr für die deutsche Autoindustrie ausgeht, könnte sich täuschen. Die Koreaner planen ab 2022 für alle Hyundai-, Kia- und Genesis-Modelle eine zentralisierte, softwaredefinierte Rechnerarchitektur. Dafür werden die Fahrzeuge mit leistungsstarken Computer-Chips und neuartigen KI-Cockpit-Funktionen von Nvidia ausgestattet. Ausserdem soll eine elektrische Ringarchitektur eine Vielzahl von Sensoren relativ einfach und preisgünstig einbinden. Das ganze Auto lässt sich nicht nur wie ein Mobiltelefon ständig updaten, sondern es erlernt auch die Vorlieben seines Fahrers und bietet selbständig entsprechende Funktionen zum richtigen Zeitpunkt an. Auch die Übernahme des Roboterherstellers Boston Dynamics durch Hyundai zeigt, wie ernst es der Markengruppe mit dem forcierten Fortschritt ist.

Krisenerprobte und kompetente «Alte»
«kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation bewusst sind und sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Wir «Alten», Frauen und Männer, im Team auf Augenhöhe mit den «jungen Wilden», stellen unsere Erfahrung mit Leidenschaft zur Verfügung. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

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