Blog, Industrie 4.0

Fehlende Geschäftsmodelle in den KMU’s – Ideen mit Sprengkraft

Anstoss zu diesem Blog war ein Beitrag unter dem Titel: «Digitalisierung: Gute Fortschritte, fehlende Geschäftsmodelle» von Siegfried Lettmann, 13.08.2018.

Gute Geschäftsmodelle sind gefragt
Die Digitalisierung ist in den KMU’s angekommen. Dennoch stehen viele erst am Anfang. Der nächste Schritt erfordert Kreativität und gute Ideen. Erst ein strategischer Einsatz der Digitalisierung bei den Primärprozessen führt zum Erfolg. Vielerorts betreffen entsprechende Massnahmen aber nur einzelne Bereiche oder unterstützen nur die interne Organisation. Von einer rein internen Vernetzung hat der Kunde aber oft nicht viel. Im Prinzip ist der bedeutendste Ansatz nach wie vor der Kunde, dessen Anforderungen und die eigenen Kernkompetenzen. Wer damit am besten umgeht, wird auch morgen noch erfolgreich sein.

Neue Zugänge erarbeiten
Viele Unternehmen, die nicht mehrmals wöchentlich durch die Medien geistern, sind dennoch erfolgreich – oft aufgrund ihrer guten Kundenbeziehungen. Aber gerade hier kann ein digitalisiertes Angebot mit zusätzlich starker Medienpräsenz sehr wirksam sein, wenn es den Bedürfnissen heutiger Kunden entgegenkommt. Die Unternehmen müssen hier individuelle Zugänge erarbeiten, wobei andere Fähigkeiten eine Rolle spielen als jene, die im Tagesgeschäft wichtig sind. Viele haben schlicht wenig Erfahrung mit solchen Themen und Eingriffen. Das beeinflusst auch die eigene Perspektive: Man neigt dazu, Herausforderungen als schwieriger und komplexer einzustufen, als sie vielleicht wirklich sind, wenn zu wenig Erfahrung vorhanden ist.

«Toward a Concrete Utopia: Architecture in Yugoslavia, 1948–1980» MOMA Museum of Modern Art, New York 2018: Monument für die Gefallenen im Freiheitskampf von Ilirska Bistrica, Slovenien, 1965, Bild: Valentin Jeck.

Weg von der Produktzentrierung
Gute Ansatzpunkte für neue Geschäftsmodelle ergeben sich häufig durch eine Analyse der Aufgaben, für welche die Kunden das eigene Angebot nutzen. Viele Unternehmen denken zu produktorientiert. Diese Sichtweise ist traditionell gewachsen und hat ihre Daseinsberechtigung, kann aber mitunter in eine Sackgasse führen. Hier wird Theodore Levitts berühmtes Beispiel, dass der Kunde keinen Bohrer will, sondern ein Loch in der Wand, als Grundhaltung herangezogen. Möglicherweise ist das wertigste Angebot aber gar keine Bohrmaschine. Die beste Bohrmaschine könnte ausgedient haben, sobald das Laserbohren günstiger und energieeffizienter geworden ist. Geht man dazu noch der Frage nach, wofür das Loch gebraucht wird, wäre vielleicht ein Kleber die bessere Alternative.

Der Austausch mit kompetenten «Alten»
Die Digitalisierung gibt den Unternehmen völlig neue Instrumente an die Hand. Neue Geschäftsmodelle können in diesem Kontext auch zuerst zielgruppenspezifisch definiert und getestet werden. Wer ein gutes Kundensegment-Management hat, ist hier klar im Vorteil, und weiss genau, was spezifischen Kunden wichtig ist. Ein entsprechender Servicevertrag, der die hohen Anschaffungskosten für die Kunden abfedert und damit gleichzeitig eine dauerhafte Kundenbindung erzwingt, würde auf dem heutigen Markt vielleicht einen grösseren wirtschaftlichen Unterschied machen als ein besserer Bohrer. Fakt ist: Produkte, vor allem digitale, sind wesentlich leichter zu kopieren als Geschäftsmodelle. Gute Geschäftsmodelle können daher nachhaltiger für bessere Umsätze sorgen. Für die traditionelleren KMU’s wird das Erkennen dieses Umstandes vielleicht bald über ihr weiteres Bestehen entscheiden.

Ein Projekt «von uns. für uns.»
«kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für ältere Berufsleute zum Austausch von Erfahrung. Als ehemalige Mitarbeitende und Unternehmer waren wir Zeugen grosser Veränderungen, haben diese grösstenteils mit geprägt und dabei einen riesigen Rucksack an Kompetenz gesammelt. Sachkenntnis und Empathie mit den «Sorgen» älterer Firmeninhaber helfen in der Diskussion zur Optimierung von Prozessen oder bei der Nachfolgeregelung. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

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