Blog, Industrie 4.0

#445 – Innovation mit «Alten» im Kerngeschäft

Unternehmensidendität
Der Umzug einer Innovationsplattform, eine traditionelle und öffentlich zugängliche Ausstellung, führte zur Diskussion über deren Identität. Kann das über Jahre von einer loyalen Klientel unterstützte Format, telquel in einen anderen Stadtteil «verpflanzt» werden und dort trotz Standortnachteil erfolgreich bleiben? Was sind die Alleinstellungsmerkmale in einem sich wandelden Umfeld? Vor einigen Jahren durfte ich auf Einladung zum Thema «Generation 60 plus. Ältere Mitarbeitende, Gewinn oder Last?» vor unterschiedlichen Berufsgruppen referieren. Berufe, die sich teilweise schwer tun mit der Digitalisierung und gegen das Verschwinden kämpfen. Dabei lernte ich Jean-Philippe Hagmann kennen, den Innovator mit einem Background als Maschinenbau-Ingenieur ETH und Industriedesigner. Als Buchautor wurde er mit «Hört auf, Innovationstheater zu spielen!» bekannt. Seine Beiträgen auf LinkedIn inspirieren immer wieder, so wie auch diesen Blog. Hagmann stellte darin die Frage, ob Unternehmensidendität Freund oder Feind von Innovation sei. Nicht nur wir Menschen haben ein Selbstbild von uns. Auch Organisationen haben eines. Und diese Identität, dieses Selbstbild eines Unternehmens, hat einen sehr grossen Einfluss darauf, welche neuen Ideen eine Chance zur Umsetzung haben – und welche abgestossen werden.

Ketten sprengen dank Innovationsfähigkeit
Wir alle kennen den Satz: Die Hersteller von Kerzen waren nicht die Erfinder der Glühlampe! Zwei Beispiele sollen dies illustrieren: Ein Unternehmen, welches Spielkarten druckt und sich als ein Druckereiunternehmen versteht, wird nie in den Videospiel-Markt einsteigen. Nintendo verstand sich nicht als Druckerei. Oder ein Unternehmen, welches sich als Landwirtschaftsbetrieb versteht, wird sich nicht in eine Freizeitdestination für Familien wandeln. Die Jucker Farm verstand sich nicht als Landwirtschaftsbetrieb, sondern als Erlebnishof und gilt nun als Ausflugstipp für Gross und Klein. Eine Idee ist also nie gut oder schlecht. Sie ist je nach Unternehmen, je nach Kontext, passend oder unpassend. Eng gefasste Identitäten, entstehen oft wenn Unternehmen sich über ihre heutigen Angebote identifizieren und sich damit unbewusst in Ketten legen. Erst ein Bewusstsein darüber, welch grossen Einfluss die Selbstidentität einer Organisation auf ihre Innovationsfähigkeit hat, kann diese Ketten sprengen.

November 2025, Theater 11, Zürich-Oerlikon: Béjart Ballet Lausanne – «Ballet for Life», mit Klängen von Queen (Freddie Mercury 1946-1991) und Kostümen von Gianni Versace (1946–1997).

Unwissenheit führt zu Paradigmenwechsel
Innovation ist die Aufgabe der Geschäftsleitung, ohne Wenn und Aber. Sie steht in sehr vielen Bereichen in einem Zielkonflikt mit dem Kerngeschäft, findet Jean-Philippe Hagmann. Das Kerngeschäft muss das Bestehende bewahren und verbessern, ohne Fehler zu begehen. Die Innovation muss das Bestehende hinterfragen und neu denken. Sie kommt nur durch misslungene Experimente vorwärts. Das Kerngeschäft hat geregelte Abläufe und Prozesse. Die Innovation begibt sich ständig auf neue Prozesswege und steht ständig im Ressourcen-Wettbewerb mit dem Kerngeschäft: Geld, Zeit, Aufmerksamkeit und Personal. Damit nicht immer nur das kurzfristige, Umsatz einbringende, dringende und konkrete Kerngeschäft gewinnt, braucht es eine starke Führungskraft auf Augenhöhe mit den Kerngeschäftslenkern. Oft sind dies wir «Alten». Patrons die über Jahre eine Firma erfolgreich aufgebaut haben. Doch das Fachwissen (Branchenblindheit) der «Alten» ist meist das grösste Hindernis für neue Perspektiven. Paradigmenwechsel entstehen immer wieder mit jungen oder fachfremden Köpfen, die für frischen Wind sorgen. Gerade weil sie nicht Teil des bestehenden Denkrahmens sind. Manchmal ist Unwissen die grössere Ressource.

Talent und Vertrauen sind Innovationstreiber
Es ist nicht die Aufgabe der Geschäftsleitung, die Ideen für künftige Innovationen zu liefern. Oder zu entscheiden, welche Ideen gut oder schlecht sind. Denn niemand im Unternehmen – auch nicht die Geschäftsführung – kann erahnen, welche Ideen sich als erfolgreich entpuppen werden. Eine Vorahnung auf die spätere Erfolgswahrscheinlichkeit kann nur durch Tests und der Interaktion mit dem Markt gewonnen werden. Zu den Aufgaben der Geschäftsleitung im Hinblick auf die Innovation gehört es, die entsprechende Umgebung zu gewährleisten und Hindernisse laufend abzubauen. Der Innovationsrahmen muss abgesteckt und gegenüber der Kernorganisation verteidigt werden. Es gilt, dem Innovationsteam den Rücken freizuhalten und dafür zu sorgen, dass dieses die nötige Trennung zum Tagesgeschäft erfährt. Das scheitern von Experimenten soll regelrecht gefördert werden, mit Rechtfertigung von erfolgreichen Tests vor der Geschäftsleitung. Die Teams sollen in einem geschützten Rahmen funktionieren, mit knappen finanziellen Mitteln um die Kreativität zu fördern. Das Personal soll aus wenigen, aber talentierten Menschen bestehen, welche das Vertrauen der Geschäftsleitung geniessen.

November 2025, Theater 11, Zürich-Oerlikon: Béjart Ballet Lausanne – «Ballet for Life», mit Klängen von Queen (Freddie Mercury 1946-1991) und Kostümen von Gianni Versace (1946–1997).

Künstliche Intelligenz KI als Denkpartner
Warum sollte man Geld für ein Gespräch mit einem Menschen ausgeben, wenn man mit KI jederzeit tief und schnell denken kann? Sparring in Sekunden. Ohne Honorar. Ohne Termine. Doch KI «denkt» nur, wenn man sie dazu bringt. Sie reagiert auf Prompts. Wenn man gut fragt, bekommt man gute Antworten. Aber was ist mit den Fragen die man gar nicht stellt? Annahmen die man trifft, die nie in Frage gestellt wurden? Wer das Erwartete denkt, erhält das Erwartbare. Ein Denkpartner denkt nicht ANSTATT. Er denkt vorher, daneben, dazwischen. KI macht uns effizient, aber nicht reflektierter. Wenn Maschinen für uns denken, dann lehnen wir uns oft zurück, beurteilen statt zu durchdenken. KI kann das langsame und kraftaufwendige Denken nicht ersetzen. Doch darin liegt die Chance auf wirklich Neues, in der Herausforderung des Denkpartners. KI ist höflich, hilfreich, nett und zustimmend. Echte Denkbewegungen entstehen aber oft dort, wo jemand widerspricht. Echte Denkpartner suchen das Unwahrscheinliche. KI liefert Wahrscheinliches, sie basiert auf statistischen Modellen und gibt die Antwort, die viele andere auch geben würden. Je mehr Entscheidungsträger auf KI setzen, desto wertvoller werden menschliche Denkpartner, die das Überraschende entdecken. Auch weil weniger Menschen danach suchen.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#432 – Nostalgie, das Heroin von uns «Alten»

Unser Verhältnis zur künstlichen Intelligenz KI
Viele von uns «Alten» tun sich schwer mit Veränderungen, auch wenn sich diese schlussendlich zu unserem Vorteil entwickeln. Angesichts der Proliferation digitaler Technologie, denken wir nostalgisch an die «gute» analoge Zeit zurück. Wir Fragen uns, weshalb wir ein bestehendes System disruptiv zerstören sollen um anschliessend durch eine neue Technologie oder ein Geschäftsmodell, (scheinbar) funktionierende Märkte und Gewohnheiten grundlegend zu verändern. Im Gegensatz zu schrittweisen Veränderungen führt eine disruptive Innovation zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung oder einem Paradigmenwechsel, der für uns eine grosse Herausforderung darstellen kann, für den Gesamtfortschritt aber auch grosse Chancen bietet (Stichwort: Zölle). Dass solche Initiativen fast ausschliesslich im angelsächsischen Kultur- und Sprachraum entstehen, empfinden wir oft als Kränkung und lehnen diese reflexartig ab.

Die unsichtbare Schweizer Szene
Im Blog #431 Die unsichtbare Schweizer KI-Szene: «KI und Robotik: Tech-Utopie als Jungbrunnen für die Menschheit?» versuchen wir eine Einordnung: Trotz einigen interessanten Schweizer KI-Initiativen und KI-Unternehmen, liegen die Entwicklung von KI und Robotik sowie der Zugang zum alles miteinander verbindenden Internet in den Händen von einigen wenigen US-Tech-Firmen des Silicon Valleys. Der Mangel an helvetischer Sichtbarkeit ist auch das Resultat fehlender «Gesichter», Leaderfiguren wie beispielsweise Elon Musk, Ron Altmann oder Bill Gates. Hierzulande stehen Fachgruppen, Ausschüsse oder Lehranstalten hinter den Projekten, die sich vornehmlich auf die Sicherheit, Ethik oder die Einhaltung von Regeln zum Datenschutz konzentrieren. Das Problem ist also nicht die KI-Technologie selbst, sondern unser Verhältnis zu ihr. Der Fokus auf «vertrauenswürdige und transparente KI» könnte zwar ein wichtiger Differenzierungsfaktor für die lokalen Initiativen sein. Das weltumspannende Internet garantiert jedoch keine länderspezifischen Lösungen, wie einen «Swiss Finish». Einmal im Netz, ist der Geist aus der Flasche und nicht mehr einzufangen.

Wie würde es sich anfühlen, das Ende des Lernens? © Beate Pietrek für DIE ZEIT (unter der Verwendung von KI)

Künstliche Intelligenz: Leben in einer Tech-Utopie
Trotz Bedenken dürfen wir die Erschaffung von künstlicher Intelligenz als «Ziel per se» nicht aus den Augen verlieren. Nicht hemmende Regulierung, sondern weitere Erforschung ist wichtig. Wie erschaffen wir Intelligenz am Computer, ist der heilige Gral für künstliche Intelligenz: Aber wie gelangen wir dorthin? In Verbindung mit den medizinischen Fortschritten, die ewige Jugend versprechen, scheint die Menschheit also zum Leben in einer Tech-Utopie bestimmt zu sein. Eine Zukunft, die auch durch die Zusammenarbeit mit der Natur geprägt ist. Treiber hierfür sind die breite Akzeptanz erschwinglicher KI-Technologien, die Kommerzialisierung von KI-Diensten, veränderte Geschäftsmodelle, welche KI als operatives Hilfsmittel betrachten, und die steigende Nachfrage nach unterstützender Infrastruktur. Diese Entwicklungen demokratisieren KI-Fähigkeiten, fördern Innovationen und verwandeln KI in eine gemeinsame, systemische Ressource (Commodities), vergleichbar mit traditionellen Versorgungsunternehmen wie Strom und Wasser, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die gesellschaftliche Steuerung.

Folgen von künstlicher Intelligenz KI: Wenn wir nicht mehr lernen müssen
Künstliche Intelligenz nimmt uns das Nachdenken ab. Wir sollten uns daran aber nicht zu sehr gewöhnen – es könnte gefährlich sein, schreibt Dr. Sibylle Anderl in der ZEIT am Wochenende vom 4. August 2025. Der Traum von der perfekten KI-Arbeitskraft soll wahr werden – und der Mensch kann sich zurücklehnen und geniessen. Keine Bullshit-Jobs mehr, nur noch Genuss, und das sehr lange. Denn dank KI wird die Medizin so grosse Fortschritte machen, dass der Mensch immer älter wird. Und wenn die KI irgendwann in unsere Köpfe implantiert wird, wie es sich etwa der Futurist Ray Kurzweil ausmalt und woran Elon Musk bereits arbeitet, muss der Mensch überhaupt nichts mehr lernen. Vorbei die Frustration darüber, dass wir Gelerntes so schnell wieder vergessen. Dass uns für manches das Talent fehlt. Jeder kann sich alles sofort aneignen. Der Mensch wächst über sich selbst hinaus. Untersuchungen ergaben zwar, dass man sich Informationen schlechter merkt, wenn man weiss, dass man digital auf sie zugreifen kann. «Digitale Amnesie» wird das genannt. Man kennt sie von To-do-Listen, deren Inhalte aus dem Gedächtnis verschwinden, sobald man sie notiert hat. Eigentlich ein Lichtblick für uns «Alte», KI als Partner gegen das Vergessen.

Die gefährlichste Illusion: Dass wir schon gelernt hätten.
Wäre das also die Zukunft: Das eigene Denken würde abgebaut, aber wir merkten es gar nicht, weil wir uns angesichts der erfolgreichen Nutzung künstlicher Intelligenz trotzdem über die Massen schlau fühlten? Doch wer wäre dann für die Inhalte solcher Systeme verantwortlich? Eigentlich eine Aufgabe für uns kompetente «Alte», unsere Erfahrung im Team mit den «jungen Wilden» zu teilen. Gut möglich, dass wir sonst verlernen, uns selbst und unsere Umwelt kritisch infrage zu stellen. Im Kommentar zum Artikel von Dr. Sibylle Anderl schreibt Christian Müller, Mitgründer von Intrinsic, dem Netzwerk für «angewandte Bildungsinnovation» auf LinkedIn vom 4. August 2025: Der Artikel in der aktuellen DIE ZEIT beschreibt eine Welt, in der KI uns das Denken abnimmt. Er warnt davor, dass Lernen überflüssig werden könnte – und dass das gefährlich ist. Das stimmt zwar, aber nicht aus den Gründen, die der Artikel nennt, meint Christian Müller. Denn die Vorstellung, dass wir durch KI das Lernen verlieren könnten, setzt voraus, dass unser jetziges Lernen intakt ist und da ist der blinde Fleck des Textes. Dieses Lernen ist erschöpft.

Tiktok und KI erobern die Bildung. Illustration: Olivia Meyer, NZZ am Sonntag, 10. August 2025

Tiktok und KI erobern die Bildung – wozu braucht es dann noch Lehrer?
René Donzé, NZZ am Sonntag 10. August 2025, beschreibt wie rasant sich die Nutzung von KI-Tools wie Chat-GPT beim Lernen ausbreitet. In einem Bericht der Universität Zürich zur Befragung bei 2300 Schülerinnen und Schülern von Gymnasien, Berufsschulen und Fachmittelschulen gaben 90 Prozent an, auf die Hilfe von KI zurückzugreifen. Nicht die KI ist das Problem. Die Vorstellung von Lernen, die wir verteidigen ist es, schrieb Christian Müller. Was der Text als Lernen verklärt, ist in Wahrheit eine Disziplinierung, keine Entfaltung. Die KI kann dabei helfen – radikal. Wenn wir sie nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung verstehen. Dann könnte KI das sein, was wir so dringend brauchen: Ein Katalysator für eine neue Lernkultur. Eine, die nicht im 19. Jahrhundert steckenbleibt. Sondern im 21. ankommt. Nicht Bildung als Formung – sondern als leistungsorientierte Einladung. Denn das wahre Risiko ist nicht, dass wir das Lernen verlieren, sondern, dass wir nie wirklich damit begonnen haben.

Die Herausforderungen für Führungskräfte bei technologischen Umbrüchen
An die Geschäftswelt richtet sich die Abhandlung der Boston Consulting Group BCG vom 26. Juni 2025. Mit dem Titel «KI am Arbeitsplatz: Die Dynamik nimmt zu, aber es bleiben Lücken», analysieren die Autoren Vinciane Beauchene, Sylvain Duranton, Nipun Kalra, and David Martin die Potenziale von KI und Technologie. Dabei konzentrieren sie sich auf die jährlichen globalen BCG-Mitarbeiterbefragungen «AI at Work», KI am Arbeitsplatz, welche 2025 11 Länder und Regionen umfasst, mit mehr als 10’600 befragten Führungskräften, Managern und Mitarbeitenden (im Aussendienst). Fazit: KI ist keine ferne Zukunftsvision mehr. Führungskräfte und Manager haben sie in ihren Arbeitsalltag integriert während Mitarbeitende im Aussendienst die Technologie noch nicht vollständig angenommen haben. Die Fähigkeit von Unternehmen, Arbeitsabläufe neu zu gestalten, hängt massgeblich vom Engagement der Mitarbeitenden ab. Führungskräfte müssen die Technologie beispielhaft nutzen, die Mitarbeitenden entsprechend schulen und die richtigen Werkzeuge bereitstellen.

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu gestalten
Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit wandeln sich in Begeisterung, wenn Mitarbeitende gut informiert und mit KI-Agenten vertraut sind. Sie betrachten diese weniger als Bedrohung, sondern vielmehr als kooperative Partner, die ihre Arbeit erleichtern. Dies ist eine bekannte Herausforderung, die auch bei anderen technologischen Umbrüchen zu beobachten ist – insbesondere beim Übergang von Dampf zu Elektrizität. Der Weg über die Einführung von KI zur tatsächlichen Wirkung ermöglicht es, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine neu zu gestalten. Wir «Alten» müssen dazu unsere Erfahrung als Mentoren und Sparringspartner in gemischten Teams einbringen. Unternehmen, die sich dieser Transformation verschrieben haben, wissen, dass die wahre Stärke von KI in intelligenteren Arbeitsweisen liegt. Richtig umgesetzt, passen sich Mitarbeitende nicht nur an – sie entwickeln sich weiter.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#421 – KI-Agenten und der Input der «Alten»

Künstliche Intelligenz KI ist auf dem Vormarsch
«Die Welt nimmt KI in einer atemberaubenden Geschwindigkeit an», fasste es Sundar Pichai (52), CEO von Google auf der Bühne des Shoreline Amphitheaters zusammen. Anlässlich der Entwicklerkonferenz vom Mai 2025 in Mountain View im US-Gliedstaat Kalifornien wurden einige Beispiele für die neue Agentenfunktion vorgestellt. Man kann dem Agenten erzählen, wenn man eine neue Wohnung sucht, und dieser durchstöbert das Internet nach Angeboten, fasst diese in Tabellen zusammen und vereinbart auf Wunsch Besichtigungstermine. Auf Wunsch kann der Agent auch auf die Emails, Kontakte und andere persönliche Daten des Nutzers zugreifen. Am Ende sind all dies Zwischenschritte auf der Reise zu Googles ultimativem Ziel: allgemeiner künstlicher Intelligenz, also der Zustand, in dem Computer so denken, tun und fühlen, dass sie nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind.

Andy Warhol (American, 1928-1987): Campbell’s Soup Cans, 1962, Ferus Gallery in Los Angeles, California

Die Nutzung künstlicher Intelligenz mit Agenten
Von der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben bis hin zur Revolutionierung komplexer Arbeitsabläufe – KI-Agenten definieren Produktivität und Innovation für die Unternehmen von morgen neu. KI-Agenten beobachten ihre Umgebung, nutzen umfassende Sprachmodelle (LLMs) für die Planung und greifen auf vernetzte Systeme zu, um Massnahmen einzuleiten und Ziele zu erreichen. Im Beitrag zum Thema KI-Agenten der Boston Consulting Group BCG vom Mai 2025, erklären Experten die Komponenten und Arten von KI-Agenten, wie sie eingesetzt werden und was sie zu leisten vermögen. KI-Agenten bieten in drei Hauptbereichen geschäftlichen Mehrwert:

◼︎ Automatisierung standardisierter Geschäftsprozesse: KI-Agenten können sich wiederholende Aufgaben präzise und schnell erledigen, wodurch menschliche Fehler reduziert werden und Mitarbeiter sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren können.

◼︎ Zusammenarbeit mit Menschen: Als intelligente Kollaborateure unterstützen virtuelle Agenten in der KI menschliche Teams, indem sie umsetzbare Erkenntnisse liefern, die Entscheidungsfindung unterstützen und Aufgaben ausführen, welche die menschliche Expertise erweitern.

◼︎ Datenerkenntnisse gewinnen: In datenreichen Umgebungen analysieren und synthetisieren KI-Agenten Informationen in einem Umfang, den kein menschliches Team erreichen könnte. Sie erkennen Muster und liefern Erkenntnisse, die strategische Entscheidungen vorantreiben.

KI-Agenten sind die Zukunft
Mit zunehmender Verbreitung von KI-Agenten werden diese wie «Teamkollegen» mit Menschen eng zusammenarbeiten. Sie werden wie menschliche Mitarbeitende eingearbeitet, um Rollen und Verantwortlichkeiten zu erlernen, auf relevante Unternehmensdaten und Geschäftskontexte zuzugreifen, sich in Arbeitsabläufe zu integrieren und die menschlichen Aufgaben zu unterstützen. «Alte» helfen mit ihrer Erfahrung aus der analogen Welt beim Trainieren der Software.

Kleine Unternehmen profitieren
Komplexe Diszipline wie Softwareentwicklung, Kundenservice und Business Analytics, die früher grosse Teams erforderten, brauchen nun deutlich kleinere Teams, die mit verschiedenen Arten von KI-Agenten zusammenarbeiten. Dadurch können auch kleine Unternehmen KMUs schneller skalieren, da sich KI-Agenten schnell replizieren können, und sind weniger auf Neueinstellungen von Fachkräften angewiesen, um zu wachsen.

Andy Warhol (1928-1987) —From A to B and Back Again, 2018–19. Photo: Ron Amstutz. © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York.

«Alte» im Team
Die Überwachung virtueller KI-Agenten wird zu einer zentralen Teamkompetenz, um sicherzustellen, dass die Agenten ihre Ziele erreichen und Datenschutz-, Fairness- und ethische Standards einhalten. Je mehr KI-Agenten verbreitet werden, desto wichtiger wird ihre Verwaltung durch die Mitarbeitenden. Daher ist deren Schulung in verantwortungsvoller KI auf allen Unternehmensebenen von entscheidender Bedeutung. Wir «Alten» im Team agieren, basierend auf unserer Erfahrung, als Mentoren oder Sparringspartner. Dank unserer Seniorität erfüllen wir auch die Funktion des «sozialen Gewissens».

Andy Warhol (American, 1928-1987), «The Shot Blue Marilyn» 1962 – verkauft für USD 195.4 Millionen (Christie’s, May 2022)

Paradigmenwechsel bei der Bewertung von Arbeit
Im Austausch mit CLAUDE von Anthropic, suchten wir nach Antworten zur Neudefinition von «Arbeit», um herauszufinden wie die Nutzung generativer künstlicher Intelligenz GenKI dazu führt, dass wir als Gesellschaft den Wert von Arbeit neu denken müssen. CLAUDE erklärt, wie sich unser Verständnis von «wertvoller Arbeit» verändert, wenn KI repetitive und sogar kreative Aufgaben übernehmen kann. Wenn sich der Wert menschlicher Arbeit weg von reiner Produktivität hin zu Bedeutsamkeit und Sinnstiftung verschiebt und der Fokus sich von «was produziert wird» zu «wie wir arbeiten» und «warum wir arbeiten» verändert. Wenn die KI produktiver ist als wir Menschen, wird Arbeit zum Ausdruck des Menschseins statt der Rechtfertigung unserer eigenen Existenz: «Wie kann meine Arbeit als Mensch zur Gesellschaft beitragen?». GenKI kann Spezialwissen schnell generieren, aber die Einordnung dieses Wissens in grössere Zusammenhänge bleibt eine menschliche Stärke. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung fordert deshalb mehr als zuvor unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus. Wir «Alten» sind gefordert. Der Wert von Arbeit könnte verstärkt in ihrer Fähigkeit liegen, persönliches Wachstum zu fördern: «Was lerne ich dabei?» gewinnt an Bedeutung gegenüber «Was verdiene ich dabei?».

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger