Blog, Industrie 4.0

#360 – Künstliche Intelligenz ersetzt Berater

Berater scheitern an der künstlichen Intelligenz
Ein Mensch sei viel mehr als sein Beruf, schreibt Birgit Schmid im Feuilleton der NZZ vom 7. Januar 2024. Unter dem Titel «Was machst du beruflich?» beschreibt sie, wie Arbeit für die Generation Z nicht mehr die gleiche Bedeutung hat, wie für uns «Alte». Dumm, wer sich zu Tode schuftet und sich abhängig von Arbeitgebenden macht, die einen nie genug wertschätzen. Was jemand beruflich macht, bestimmt mit, welche Person man ist. Arbeit und Leben sind miteinander verschränkt, was für uns «Alte» bei Jobverlust oder nach der Pensionierung besonders deutlich spürbar wird. Viele von uns entscheiden in der Folge, unsere Erfahrung als Berater weiterzugeben, der Titel ist nicht geschützt. Doch wer ist schon bereit, hohe Stundenansätze für oft «beratungsresistente» Berater zu bezahlen, die sich lediglich an der Vergangenheit orientieren. Viele merken nicht, wie sie selbst nicht besonders digital affin sind und in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld mangels ihrer Akzeptanz für neue Technologien wegrationalisiert wurden. Der Trendforscher David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) sagt dazu: «Berater werden immer mehr, und sie wollen überleben, also klebt man eifrig neue Etiketten auf alte Ideen – aus altem Change Management wird nun plötzlich Digital Transformation, und selbstverständlich ist man ein Experte dafür.» Firmen die etwas weiterdenken, besetzen deshalb den Verwaltungsrat mit entsprechendem Know-how, was langfristig mehr bringen wird als externer Rat. Wie sagt man so schön im Silicon Valley: «If you want to get on board with digital you have to get digital on your board».

Betroffen sind vor allem Routinetätigkeiten
In ihrem Beitrag in der NZZ vom 12. März 2024 schreibt Nelly Keusch wie die künstliche Intelligenz KI vor allem «white-collar jobs» bedroht und fragt dabei ob diese bald auch Manager abschafft. KI kann nicht nur Verwaltungsaufgaben übernehmen, sondern ist in ersten Firmen bereits als Managerin im Einsatz, trotz gelegentlichen Fehlern und Mängeln bei moralischen Entscheiden. Die Welt blickt also gespannt auf die nächste Technologie, der zugetraut wird, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern: künstliche Intelligenz. KI werde bald alle Jobs übernehmen, sagen die einen, künstliche allgemeine Intelligenz (AGI), die komplett selbständig denken kann, sei nur einen Katzensprung entfernt. «KI ersetzt nicht den Menschen. Aber KI ersetzt Menschen, die keine KI benutzen», lautet ein in der Branche vielzitierter Spruch um Mitarbeitende vorübergehend zu beruhigen. Dabei übernimmt die KI immer mehr Aufgaben. Beispiele sind Übersetzungsprogramme, die Texte in den verschiedensten Sprachen erstellen und von Menschen lediglich redigiert werden müssen. Oder Datenlastige Backoffice-Jobs («white-collar jobs») in der Verwaltung, im Marketing oder im Finanzwesen. Auch einfache Routineaufgaben, die üblicherweise von Mitarbeitenden auf Einstiegsebene (Lernende) erledigt werden, gehören dazu. «Wenn die KI typische Junior-Aufgaben übernimmt, wie entwickelt man sich dann zum Senior weiter?» fragte der Geschäftsführer einer Werbeagentur.

Song of David, 2014 © Aïda Muluneh (50), Fotografin und Künstlerin aus Addis Ababa, Äthiopien

Ein virtuelles Wesen als CEO
Nelly Keusch verweist auf eine Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman die davon ausgeht, dass der zunehmende Einsatz von KI zu einer Umstrukturierung der Hierarchien führen wird. Da Aufgaben in Einsteigerpositionen besonders gut automatisiert werden können, wird die Arbeit auf Einstiegsebene künftig mehr wie die der ersten Führungsebene aussehen. Das wiederum könnte zu einer Verflachung des mittleren Managements führen, der Vorstufe zu höheren Führungspositionen. Doch ob die KI bei den Einsteigerpositionen haltmacht, ist umstritten. Die Technologie kann schliesslich auch Verträge aufsetzen, Texte redigieren oder medizinische Diagnosen erstellen. Warum, fragen sich einige, sollte sie dann nicht auch Führungsaufgaben übernehmen können? Und so beschreibt Nelly Keusch weitere Studien: Eine KI könne vieles besser als die durchschnittliche Führungskraft, sagte der Psychologe Niels Van Quaquebeke, Professor für Leadership and Organizational Behavior an der Kühne Logistics University in Hamburg, kürzlich gegenüber dem Magazin «Brand eins». Sie treffe analytische, datengetriebene Entscheidungen, sei rund um die Uhr verfügbar, habe ein hervorragendes Gedächtnis und könne individuelle Kommunikation analysieren und darauf eingehen. Hinzu kommt, dass Maschinen, anders als Menschen, nicht zu spontanen Wutausbrüchen neigen oder sich unangebracht gegenüber jungen Mitarbeiter:innen verhalten. KI ist die Zukunft der Unternehmensführung, meint dazu Dejian Liu, Vorsitzender von Netdragon in einer Pressemitteilung.

Homeoffice und Arbeiten aus der Ferne befeuern die Entwicklung
Die Verlagerung von Arbeit und Kommunikation in den digitalen Raum ist ein Trend, der in den vergangenen Jahren die Arbeitswelt bestimmte. Wenn Kommunikation ausschliesslich über digitale Kanäle stattfindet, kann sie bereits jetzt problemlos von einer KI durchgeführt werden. Wichtig ist dann nur noch, dass diese sinnvolle und nachvollziehbare Aufträge erteilt. Senior Manager würden dann die KI führen und strategische sowie ethische Entscheide treffen. Während sich die Technologie weiterentwickelt, wird die KI als Co-Pilot eingesetzt, welche menschliche Mitarbeiter assistiert und diese effizienter macht. Vollständig abschaffen wird KI kaufmännische Berufe wohl nicht. Aber wer diese heute noch ergreift, sollte anfangen, sich mit dem Potenzial von KI zu beschäftigen, meint Keusch.

Erfahrung und Reife sind wichtig im Umgang mit KI
Ähnlich einer Visitenkarte, bietet «kompetenz60plus.ch» eine Möglichkeit um Kontakte zu knüpfen, notabene mit Menschen oder Unternehmen, die sonst nie auf uns aufmerksam würden. Wir «Alten» verfügen zwar meist nicht mehr über den aktuellsten Wissensstand und dürfen uns deshalb nicht an der «ehrenamtlichen» Komponente stören. Unser unbestreitbar grösster Vorteil ist die gemachte Erfahrung, die nur mit dem Alter zu erreichen ist. Bekanntlich gibt es keinen «Master in Erfahrung». Wichtig bleibt deshalb das lebenslange Lernen, die Neugier, unsere Ausdauer und die Fähigkeit zur geschichtlichen Einordnung von Konzepten. «kompetenz60plus.ch» kombiniert unsere Erfahrung aus der analogen, mit den Erkenntnissen der digitalen Welt. Wir «Alten» sind gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Startup-Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

Arbeitskräftemangel – Ideen mit Sprengkraft

Alle Wirtschaftssektoren betroffen
Unter dem Titel «Sie sollten Schweisser sein – oder Managerin» erschien diese Woche ein Bericht von Jon Mettler, Wirtschaftsredaktor, TA. Ein Drittel der Schweizer Arbeitgeber hat Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Das zeige eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Personaldienstleisters Manpower. Vom Phänomen bleibt kaum ein Wirtschaftssektor verschont. Der technologische Wandel verändert die Arbeitsweise grundlegend und erfordert neue «Kompetenzen». Zusätzlich erschwert werde die Personalbeschaffung durch die demografische Entwicklung und die niedrige Arbeitslosigkeit.

Erfahrene «Manager» sind gefragt
Gefordert sind auch die Teppichetagen: Fürs Management und die Geschäftsführung gehe es nicht nur darum, das Unternehmen zu leiten, sondern auch darum, der Arbeit einen Sinn zu geben, die Mitarbeiter zu fördern und ihnen zu ermöglichen, am Leben des Unternehmens teilzuhaben. Nach den Hauptgründen für ihre Rekrutierungsschwierigkeiten gefragt, macht ein Drittel der Verantwortlichen dafür den Mangel an Fachkompetenzen, auch mangelnde Berufserfahrung oder fehlende soziale Kompetenzen verantwortlich. Die Umfrage von Manpower zeigt aber auch: Zu hohe Lohnforderungen spielen eine untergeordnete Rolle.


«Fred Otts Sneeze» USA, 1894, Bild: Universal History Archive

Menschen über 50 mit Führungserfahrung
Mein letzter Blog: «Alte» als Innovationsmanager wurde auf den sozialen Medien rekordverdächtig oft angeklickt. Vielleicht lag dies nur am tollen Bild vom Shopping Center SihlCity, obwohl auch der Inhalt zu Kommentaren Anlass gab. Wird für die beabsichtigte Stelle ein Manager gesucht, also eine Person, die ein Team leiten soll, sind Menschen über 50 mit Führungserfahrung, sozialer Kompetenz, kommunikativen Fähigkeiten und Fachwissen die ideale Besetzung. Diese Menschen verfügen über einen grossen Erfahrungsschatz und sind für das Team inspirierende Coaches, die wissen unter welchen Bedingungen gute Resultate erreicht werden. Sie beherrschen die Sprache des Managements, sind loyal gegenüber Firmeninhabern und müssen nicht mehr um ihre Karriere bangen.

«kompetenz60plus.ch» die Plattform für ehemalige Führungskräfte
Wir «Alten» wurden in den letzten 40 Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. Als Gesprächspartner verfügen wir deshalb über die notwendige Empathie für die Ängste der älteren «Patrons». Unsere Karriere haben wir erfolgreich hinter uns und sind gerne bereit unsere Kompetenz, mit vollem Ehrgeiz, im Team zusammen mit jungen, wilden und allenfalls branchenunerfahrenen Personen, zugunsten innovativer Projekte erfolgreich umzusetzen. Unser Erfahrungsvorsprung ermöglicht eine nüchterne Betrachtung in einem kreativen Umfeld mit messbaren Resultaten. «kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» – diskutieren Sie mit, werden Sie Teil eines Netzwerks von Unternehmen für Unternehmer, registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos, oder kontaktieren Sie uns und geben Sie dem Projekt dadurch eine Chance. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger