Blog, Industrie 4.0

#428 – Wohlstandsverlust: «Alte» wehren sich

Plädoyer eines «Alten» für uns «Alte»
Ein Kollege machte mich auf den Beitrag von Klaus Stöhlker (84), deutsch-schweizerischer PR-Berater, Publizist, Unternehmer und Autor, vom 4. Juli 2025 auf Inside Paradeplatz-online aufmerksam. Es ist das Plädoyer eines «Alten» für uns «Alte». Alte Männer und Frauen, die noch geistig beweglich und auch sonst körperlich fit sind, bilden die grosse, stille Reserve für unser Land. Ihm ist aufgefallen, mit welcher Verbissenheit die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft auf ihre Vorgänger, die noch lebenden «Alten», einhacken. Viele alte Männer verstummen deshalb, sei es, dass sie eine Diskussion mit den nachwachsenden Generationen als wenig fruchtbar empfinden, weil sie dort kein Gehör mehr finden oder sie den Unterschied zwischen ihrer Welt und der Welt der Jungen zu gross finden.

Verlassen die «Jungen» die ausgetretenen Schuhe von uns «Alten»?
Weil Politiker und Unternehmer aber mehr denn je nach den «Alten» rufen, die jenseits der Pensionierungsgrenze noch anpacken möchten, vergönnt sich Stöhlker ein Lob auf die «Alten», die dem Land über die AHV-Grenze hinaus dienen. Aber nicht nur die «Jungen», auch die Frauen hat der alte weisse Mann gegen sich, hält er doch jene Positionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besetzt, die es einzunehmen gilt. Der wohl mächtigste Mann der Welt, der amerikanische Präsident Donald Trump, ist gerade 79 Jahre alt geworden. Er setzte sich in den Wahlen klar gegen die 60-jährige Kamala Harris durch. Dazu ein aktueller Einschub meinerseits: «Was wir von Donald Trump lernen können – auch hier in der Schweiz», schreibt Michael Hermann (53), Politikwissenschafter, im Gastkommentar der NZZ vom 12. Juli 2025. Weiter mit Klaus Stöhlker: In der Schweiz, wo die eingeborene Bevölkerung in mehr als 12 Kantonen durch Todesfälle und mangels eigener Geburten laufend sinkt, müssen vielerorts wir «Alten» in die Ställe, in die Montagehallen und in die Redaktionsstuben einrücken, denn unsere Erfahrung ist Gold wert. Stöhlker präsentiert eine Auswahl von «Alten» schweizer Unternehmerpersönlichkeiten und stellt die rhetorische Frage ob bei uns die «Jugend», wie alt sie immer sein mag, Kraft genug hat, die ausgetretenen Schuhe ihrer Vorgänger zu verlassen. Diese Jugend ist nur so viel wert, wie sie in der Lage ist, Neues zu schaffen. Ob unser Nachwuchs jemals ein neues Silicon Valley in der Schweiz aufbauen wird, ist bisher nicht erwiesen. Bei allem Verständnis für den Hunger der Jungen nach Neuem, mögen sie es aber bitte vermeiden, uns «Alte», dabei aufzufressen.

Jaques Herzog (75), Schweizer Architekt und zusammen mit Pierre de Meuron (75), Gründer des, mittlerweile weltberühmten, Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron in 1978. 8. Juli 2025 TeleZüri SommerTalk im Chapiteau des Zirkus Knie, Interview mit Michelle Steiner-Bernhard. Bild: ZeleZüri

Trend zu kürzerer Arbeitsdauer
Ein neuer OECD-Bericht (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) warnt vor «beispiellosem Einbruch»: Die tiefe Geburtenrate gefährdet den Wohlstand, schrieb Albert Steck in der NZZ vom 9. Juli 2025. Das wirtschaftliche Wachstum droht in den westlichen Ländern um 40 Prozent zurückzugehen. In der Schweiz könnte die Demografie zu einem noch stärkeren Rückgang führen. Eigentlich ist es eine Binsenwahrheit: «Damit die Wirtschaft wachsen kann, braucht es Arbeitskräfte, welche die nötige Wertschöpfung erbringen.» Statt eines Mangels an Jobs wie früher, erlebe die westliche Welt zunehmend einen Mangel an Arbeitskräften, hält die OECD fest – und warnt vor den tiefgreifenden Folgen dieses Wandels. Dieser hat zwei Gründe: In der Schweiz kommen pro Frau gerade noch 1,3 Kinder auf die Welt. Gleichzeitig findet eine Welle an Pensionierungen bei den geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation statt. Gemäss OECD wirkt sich dies direkt auf unseren Wohlstand aus, indem wir mit einem beispiellosen Einbruch des Pro-Kopf-BIP-Wachstums konfrontiert werden, was die Fähigkeit, den Lebensstandard zu verbessern, erheblich beeinträchtigen wird.

Potenzial der älteren Beschäftigten nutzen
Dank den Fortschritten der künstlichen Intelligenz KI könnte sich diese Voraussage jedoch als zu pessimistisch erweisen. KI kann viel. Sie verändert unser Denken, die Sprache, den Stellenwert von Arbeit. In den vergangenen Jahren haben digitale Technologien und die Automatisierung vor allem Routinetätigkeiten ersetzt – Aufgaben, welche nach klaren Vorschriften ausgeführt werden können. Vermehrt sind Leute gefragt, die Probleme analysieren und Entscheidungen treffen. Um dem Rückgang der Produktivität entgegenzusteuern müssten andererseits die Beschäftigten mehr Arbeitsstunden leisten. Die OECD empfiehlt deshalb, den bestehenden Pool an Arbeitskräften umfassender auszuschöpfen. Als mögliche Massnahmen nennt sie unter anderen eine fortschrittlichere Beschäftigungspolitik für uns «Alte». Zumal wir von einer besseren Gesundheit profitieren und auch der Anteil der körperlich anstrengenden Jobs zurückgeht. Zu diesem Zweck müssen die berufliche Mobilität und das lebenslange Lernen gefördert werden. Damit hilft man auch den Jungen, welche sonst die zusätzlichen Lasten aufgrund einer stagnierenden Wirtschaft zu tragen hätten. Gerade die Kombination aus «jugendlichem Wissen» und gereifter Erfahrung der «Alten», führt oft zu den besten Lösungen. Die «Alten» bringen Kontextualisierung, Risikoeinschätzung und langfristiges Denken mit – Fähigkeiten, die in unserer schnelllebigen Zeit besonders wertvoll sind. Anstatt Wissen und Erfahrung gegeneinander auszuspielen, müssen wir Synergien nutzen. Um das Potenzial einer ganzen Gesellschaftsschicht zu würdigen, müssen wir über reine Arbeitsmarktbetrachtungen hinausgehen.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#421 – KI-Agenten und der Input der «Alten»

Künstliche Intelligenz KI ist auf dem Vormarsch
«Die Welt nimmt KI in einer atemberaubenden Geschwindigkeit an», fasste es Sundar Pichai (52), CEO von Google auf der Bühne des Shoreline Amphitheaters zusammen. Anlässlich der Entwicklerkonferenz vom Mai 2025 in Mountain View im US-Gliedstaat Kalifornien wurden einige Beispiele für die neue Agentenfunktion vorgestellt. Man kann dem Agenten erzählen, wenn man eine neue Wohnung sucht, und dieser durchstöbert das Internet nach Angeboten, fasst diese in Tabellen zusammen und vereinbart auf Wunsch Besichtigungstermine. Auf Wunsch kann der Agent auch auf die Emails, Kontakte und andere persönliche Daten des Nutzers zugreifen. Am Ende sind all dies Zwischenschritte auf der Reise zu Googles ultimativem Ziel: allgemeiner künstlicher Intelligenz, also der Zustand, in dem Computer so denken, tun und fühlen, dass sie nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind.

Andy Warhol (American, 1928-1987): Campbell’s Soup Cans, 1962, Ferus Gallery in Los Angeles, California

Die Nutzung künstlicher Intelligenz mit Agenten
Von der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben bis hin zur Revolutionierung komplexer Arbeitsabläufe – KI-Agenten definieren Produktivität und Innovation für die Unternehmen von morgen neu. KI-Agenten beobachten ihre Umgebung, nutzen umfassende Sprachmodelle (LLMs) für die Planung und greifen auf vernetzte Systeme zu, um Massnahmen einzuleiten und Ziele zu erreichen. Im Beitrag zum Thema KI-Agenten der Boston Consulting Group BCG vom Mai 2025, erklären Experten die Komponenten und Arten von KI-Agenten, wie sie eingesetzt werden und was sie zu leisten vermögen. KI-Agenten bieten in drei Hauptbereichen geschäftlichen Mehrwert:

◼︎ Automatisierung standardisierter Geschäftsprozesse: KI-Agenten können sich wiederholende Aufgaben präzise und schnell erledigen, wodurch menschliche Fehler reduziert werden und Mitarbeiter sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren können.

◼︎ Zusammenarbeit mit Menschen: Als intelligente Kollaborateure unterstützen virtuelle Agenten in der KI menschliche Teams, indem sie umsetzbare Erkenntnisse liefern, die Entscheidungsfindung unterstützen und Aufgaben ausführen, welche die menschliche Expertise erweitern.

◼︎ Datenerkenntnisse gewinnen: In datenreichen Umgebungen analysieren und synthetisieren KI-Agenten Informationen in einem Umfang, den kein menschliches Team erreichen könnte. Sie erkennen Muster und liefern Erkenntnisse, die strategische Entscheidungen vorantreiben.

KI-Agenten sind die Zukunft
Mit zunehmender Verbreitung von KI-Agenten werden diese wie «Teamkollegen» mit Menschen eng zusammenarbeiten. Sie werden wie menschliche Mitarbeitende eingearbeitet, um Rollen und Verantwortlichkeiten zu erlernen, auf relevante Unternehmensdaten und Geschäftskontexte zuzugreifen, sich in Arbeitsabläufe zu integrieren und die menschlichen Aufgaben zu unterstützen. «Alte» helfen mit ihrer Erfahrung aus der analogen Welt beim Trainieren der Software.

Kleine Unternehmen profitieren
Komplexe Diszipline wie Softwareentwicklung, Kundenservice und Business Analytics, die früher grosse Teams erforderten, brauchen nun deutlich kleinere Teams, die mit verschiedenen Arten von KI-Agenten zusammenarbeiten. Dadurch können auch kleine Unternehmen KMUs schneller skalieren, da sich KI-Agenten schnell replizieren können, und sind weniger auf Neueinstellungen von Fachkräften angewiesen, um zu wachsen.

Andy Warhol (1928-1987) —From A to B and Back Again, 2018–19. Photo: Ron Amstutz. © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York.

«Alte» im Team
Die Überwachung virtueller KI-Agenten wird zu einer zentralen Teamkompetenz, um sicherzustellen, dass die Agenten ihre Ziele erreichen und Datenschutz-, Fairness- und ethische Standards einhalten. Je mehr KI-Agenten verbreitet werden, desto wichtiger wird ihre Verwaltung durch die Mitarbeitenden. Daher ist deren Schulung in verantwortungsvoller KI auf allen Unternehmensebenen von entscheidender Bedeutung. Wir «Alten» im Team agieren, basierend auf unserer Erfahrung, als Mentoren oder Sparringspartner. Dank unserer Seniorität erfüllen wir auch die Funktion des «sozialen Gewissens».

Andy Warhol (American, 1928-1987), «The Shot Blue Marilyn» 1962 – verkauft für USD 195.4 Millionen (Christie’s, May 2022)

Paradigmenwechsel bei der Bewertung von Arbeit
Im Austausch mit CLAUDE von Anthropic, suchten wir nach Antworten zur Neudefinition von «Arbeit», um herauszufinden wie die Nutzung generativer künstlicher Intelligenz GenKI dazu führt, dass wir als Gesellschaft den Wert von Arbeit neu denken müssen. CLAUDE erklärt, wie sich unser Verständnis von «wertvoller Arbeit» verändert, wenn KI repetitive und sogar kreative Aufgaben übernehmen kann. Wenn sich der Wert menschlicher Arbeit weg von reiner Produktivität hin zu Bedeutsamkeit und Sinnstiftung verschiebt und der Fokus sich von «was produziert wird» zu «wie wir arbeiten» und «warum wir arbeiten» verändert. Wenn die KI produktiver ist als wir Menschen, wird Arbeit zum Ausdruck des Menschseins statt der Rechtfertigung unserer eigenen Existenz: «Wie kann meine Arbeit als Mensch zur Gesellschaft beitragen?». GenKI kann Spezialwissen schnell generieren, aber die Einordnung dieses Wissens in grössere Zusammenhänge bleibt eine menschliche Stärke. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung fordert deshalb mehr als zuvor unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus. Wir «Alten» sind gefordert. Der Wert von Arbeit könnte verstärkt in ihrer Fähigkeit liegen, persönliches Wachstum zu fördern: «Was lerne ich dabei?» gewinnt an Bedeutung gegenüber «Was verdiene ich dabei?».

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#414 – Zufriedene «Alte» – ungewisse Zukunft

Arbeit
Der Wert von Arbeit wird hinterfragt. Fachkräftemangel, Genderdiskussionen oder Altersfragen beherrschen die Diskussion. Politisch sind Vorstösse zur Reduktion der Arbeitszeit populär. Es geht dabei um Stunden und Minuten im Zusammenhang mit Lohnforderungen, nicht um den Sinn von Arbeit. Derweil immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand gehen – und mit ihnen wertvolles Erfahrungswissen verschwindet. Dabei fehlt es oft an der Zeit, dieses Wissen strukturiert weiterzugeben, womit ein gefährliches Vakuum entsteht. Generative künstliche Intelligenz GenKI übernimmt auch immer mehr Aufgaben, wozu früher Spezialisten notwendig waren. Wir erleben hautnah eine Zeit des grossen Umbruchs mit teils unvorhersehbaren Folgen. Wir «Alten» müssen offen sein für diese Veränderungen, uns weiterbilden, uns informieren, neugierig sein, staunen und an unsere persönliche Erfahrung glauben. Angst vor diesen Entwicklungen, Ignoranz oder das «Aussitzen» digitaler Technologien ist keine Option. Die erwarteten Jobverluste durch den Einsatz von KI in Gewerbe, Dienstleistung oder Industrie sind vorderhand reine Spekulation. Niemand kann aus heutiger Sicht voraussagen, was in fünf oder zehn Jahren sein wird. Ein gewisses Mass an «Zerstörung» ist jedoch der Preis, den wir für die Gestaltung der Zukunft zahlen müssen.

Unsere Gesellschaft braucht wieder mehr Lust auf Arbeit
«Arbeit gilt bei uns als etwas Feindseliges», kritisiert Prof. Joachim Voth (57), Entwicklungsökonom an der Universität Zürich, im Interview mit Albert Steck, NZZ vom 29. März 2025. Heute verteufeln wir die Arbeit und glorifizieren die Freizeit – das haltet Voth für widersinnig. Der Beruf ist weit mehr als ein Mittel zum Geldverdienen, um sich dadurch in der Freizeit den grösstmöglichen Spass erkaufen zu können. Das sehen wir zum Beispiel bei einem Stellenverlust: Dank der Arbeitslosenversicherung geht das Einkommen nur beschränkt zurück. Trotzdem sinkt die Lebenszufriedenheit massiv. Weshalb? Weil die Arbeit stark zur persönlichen Befriedigung beiträgt. Seine Forschung zeigt: Als wichtigste Quelle für ein erfülltes Leben nennen die Leute die Arbeit. Dabei geht es nicht in erster Linie um die finanzielle Absicherung. Vielmehr ist es dieses Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, sowie seine Aufgaben gut gemeistert zu haben und dafür Wertschätzung zu bekommen. Auch für uns «Alte» stehen der Stolz auf das Erreichte, auf den Beitrag zum grossen Ganzen sowie die Kameradschaft bei der Arbeit im Zentrum.

Ausstellung in der Pinacoteca Agnelli Turin 2025. Salvatore Mangione (1947-2015) italienischer Künstler: MI-TO 1993. Foto: Cristina Leoncini

Maschinen sollten den Menschen dienen
Künstliche Intelligenz KI verändert nicht nur die Art der Arbeit, sondern auch, wer sie ausführt. Sie nutzt Werkzeuge welche die Einstellungen, Entlassungen und Beförderungen beeinflussen. Dies weckt die Befürchtung, dass selbstlernende Maschinen Karrierewege diktieren werden. In seinem Beitrag in Swissinfo.ch, vom 28. März 2025, beschreibt Matthew Allen, Swissinfo Büroleiter und Wirtschaftsreporter, wie Unternehmen, Personalvermittler und Arbeitssuchende bereits mit der Technologie experimentieren, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Algorithmen können Stellenbeschreibungen verfassen und Bewerbungen filtern, um die besten Kandidat:innen zu finden, oder beim Aufbau von Schulungsprogrammen helfen, indem sie Qualifikationslücken bei bestehenden Mitarbeitenden identifizieren. KI kann Arbeitssuchenden auch beim Verfassen von Lebensläufen und Anschreiben helfen, und einige Apps fordern Kandidaten auf, bei Online-Interviews und -Tests die richtigen Antworten zu geben. Während im Beitrag überwiegend Massnahmen zur Regulierung dieser Technologie besprochen werden, erwähnt Matthew Allen auch, wie Arbeitgebende die Nachteile beim Einsatz von KI zu erkennen beginnen. Schlecht programmierte KI-Systeme, die Diskriminierung reproduzieren, wie beispielsweise Vorurteile gegenüber Frauen oder uns «Alten». Zwar kann die KI-Recruiting-Software Muster in grossen Datenmengen schnell erkennen, die für das menschliche Auge schwer zu erfassen sind. Im Mittelpunkt jeder Arbeitsbeziehung stehen jedoch Menschen, die sich vernetzen und bei Entscheidungen auf ihr eigenes Bauchgefühl vertrauen müssen.

«Alte» haben Teil an der transformativen Umgestaltung
Firmen legen darum wieder mehr Wert auf kreatives Denken, komplexe Problemlösungen, Lernfähigkeit und emotionale Intelligenz. Die wohl wertvollsten Eigenschaften von Bewerbenden und die welche uns menschlich macht. Dabei ist das biologische Alter eines Menschen nicht wirklich ausschlaggebend. Man kann als biologisch älterer Mensch bekanntlich geistig noch sehr jung sein. Es gibt Dreissigjährige, die bereits aufgehört haben, neugierig zu sein. Das ist tragischer, als alt zu sein. Disruptive Innovation macht zwar bestehende Geschäftsmodelle, Produkte oder ganze Branchen obsolet, schafft aber gleichzeitig neue Möglichkeiten, Märkte und Wertschöpfungsketten. Der tschechisch-amerikanischen Ökonomen Joseph Alois Schumpeter (1883-1950) fand dafür den Begriff «kreative Zerstörung», welcher einen wesentlichen Aspekt disruptiver Innovation beschreibt. Es ist ein natürlicher Teil wirtschaftlicher Evolution und technologischen Fortschritts. Man könnte das Konzept auch als «schöpferische Erneuerung» oder «transformative Umgestaltung» bezeichnen und damit stärker den konstruktiven Aspekt des Prozesses betonen – dass aus der Zerstörung des Alten etwas Neues und oft Besseres entsteht. Wir «Alten» sind uns der Geschichte bewusst, haben in unserem Leben viel Erfahrung gesammelt, die uns befähigt, zusammen im Team mit den «jungen Wilden», als Mentoren oder Sparringspartner diesen Prozess kreativ zu begleiten.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger