Blog, Industrie 4.0

Mensch oder Maschine?

Am 28. Juni lud die Schweizerische Akademie der technischen Wissenschaften SATW an die Empa ein, um über die Folgen der Digitalisierung für das Bauen zu diskutieren. Eines wurde schnell klar: Alles wird anders.

Aus einem Beitrag von Judit Solt Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21, 11. Juli 2018

ROB 2006, ETH Zürich, Gramazio Kohler Architekten mit Keller Ziegeleien AG

Infrastruktur für die Forschung
Seit vier Jahren experimentiert die Planungs- und Baubranche am NEST-Gebäude der Empa in Dübendorf/ZH mit innovativen Technologien, Baustoffen und Konstruktionen. Anlässlich der Besichtigung des DFAB House  der ETH Zürich plädierte Fabio Gramazio, Professor für Architektur und digitale Fabrikation am Departement Architektur ETHZ und Initiator des DFAB House, in seinem Input-Referat dafür, Mensch und Maschine als komplementär zu betrachten: Früher oder später würden Roboter alle Arbeiten übernehmen, die sie besser, schneller und billiger erledigen können als Menschen, auch auf der Baustelle; es gäbe aber viele Tätigkeiten, für die der Mensch unersetzlich sei. Umso wichtiger sei es für die Schweizer Baubranche, auf diesen Gebieten möglichst an der Spitze dabei zu sein, anstatt die Programmierungshoheit internationalen IT-Konzernen zu überlassen. Als konkrete Beispiele stellte Gramazio zwei Bauten vor: zum einen das Dach des Arch_Tec_Lab der ETH Zürich und die Rolle des «digitalen Handwerkers», und zum anderen die vier Innovationen, die am DFAB House getestet werden.

2016, Gramazio Kohler Architekten, Dach des Arch_Tec_Lab der ETH Zürich mit ERNE Holzbau

«Digitale Transformation – Zukunft des Bauens?»
Anschliessend fand in der Empa-Akademie die Veranstaltung «Digitale Transformation – Zukunft des Bauens?» der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften SATW statt. Ein Input-Referat und eine Podiumsdiskussion später war klar: Die Baubranche gilt als konservativ und träge, doch das könnte sich in Zukunft ändern.

Mit neuen Technologien arbeiten
Nathalie Rossetti
vom Zürcher Architekturbüro Rossetti+Wyss betonte, die Hoheit über den Entwurf müsse bei den Architekturschaffenden bleiben, auch wenn es heute möglich sei, mit digitalen Werkzeugen Flächen und Kosten zu optimieren. Daher sei es wichtig, sich die neuen Technologien aneignen und gezielt anzuwenden, anstatt von ihnen beherrscht zu werden.

Euphoriker und Skeptiker stehen sich gegenüber
SIA-Präsident Stefan Cadosch
stellt eine gewisse Verunsicherung; fest. Entsprechend sei die Planerbranche in zwei Lager gespalten, Euphoriker und Skeptiker stünden sich gegenüber. Als Verband habe der SIA indes nicht die Aufgabe, über Sinn oder Unsinn neuer Technologien zu entscheiden. Vielmehr gehe es seit jeher darum, ein Normenwerk zu schaffen, das den jeweils aktuellen Stand der Technik im Sinn einer Best Practice zu kodifizieren, um den Mitgliedern eine Orientierung zu bieten – und dieses Normenwerk mit den üblichen Werkzeugen kompatibel zu machen. Das heisse zum Beispiel, dass die Normen integraler Bestandteil digitaler Werkzeuge sein könnten, sodass die aufwendige Überprüfung, ob ein Entwurf in allen Punkten normenkonform sei, zugunsten kreativerer Tätigkeiten entfallen könnte.

Das Projekt «kompetenz60plus.ch»
Die Welt wird komplexer, das erfordert andere Formen des Arbeitens in Unternehmen: mehr Miteinander, eine neue, zugewandtere Führung, einen anderen Umgang mit Hierarchie, einen kooperativeren Geist, eine grössere Hemdsärmeligkeit. Als gestandene Unternehmer und Unternehmerinnen wünschen Sie den Kontakt zu Sparring-Partnern mit Empathie für Ihre Anliegen ausserhalb Ihrer eigenen Informationsblase. «kompetenz60plus.ch» ist ein Projekt «von uns. für uns.» – diskutieren Sie mit, werden Sie Teil eines Netzwerks von Unternehmen für Unternehmer, registrieren Sie Ihr KMU oder Ihre Kompetenz noch heute kostenlos oder kontaktieren Sie uns und geben Sie dem Projekt dadurch eine Chance. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

1 thought on “Mensch oder Maschine?”

  1. Ist guter Rat teuer? Nein! Das beste unternehmerische Mittel gegen Verunsicherung sind Gelassenheit und ein kühler Kopf, denn auch die Digitalisierung und Robotik sind Hilfsmittel, dürfen nicht dominieren! Angezeigt ist gerade in den aktuellen Zeiten von Handelskriegen eine regelmässige unaufgeregte Lagebeurteilung, etwas das ich als Generalstabs-Oberst im Blut habe, wobei heute wegen den unsicheren Zeiten die Fähigkeit zur Führung im „Kampf“ dazu kommt! Im Prinzip ist der Unternehmer heute zum Troubleshooting verdammt!
    Dies kann durchaus Spass machen!

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