Blog, Industrie 4.0

#410 – Der Beitrag von uns «Alten» zur KI

Umgang mit künstlicher Intelligenz als kreative Aufgabe
Im Beitrag von Isabel Hemmel im Tages Anzeiger vom 28. Februar 2025 äussert sich die renommierte Schweizer Dramatikerin Maria Ursprung (40) zum Thema künstliche Intelligenz KI. Im Auftrag des Zürcher Schauspielhauses hat Ursprung ein Stück geschrieben, das anhand zwischenmenschlicher Beziehungen aufzeigt, wie sich die KI zunehmend in unser Leben schleicht. Als Gesellschaft müssen wir Entscheidungen treffen, wie wir zusammenleben wollen und welche Werte wir der KI vermitteln wollen. Es ist natürlich einfacher, das irgendwelchen Techfirmen zu überlassen und zu glauben, das reguliert sich dann von selbst. Ursprung glaubt aber zu Recht, dass wir das nicht dürfen. Eine Wertediskussion unter Einbezug von uns «Alten» in Teams mit den «jungen Wilden» ist deshalb wichtig. Wir haben Erfahrung und fundierte Branchenkenntnisse, welche zum Trainieren der Algorithmen entscheidend sind. Dank unserem differenzierten Urteilsvermögen sind wir in der Lage, KI-Ergebnisse zu bewerten um mögliche Systemfehler oder mangelhafte Überlegungen aufzuzeigen. Wir «Alten» haben über die vergangenen Jahrzehnte technologische Veränderungen miterlebt und auch mitgestaltet. Integriert in KI-Entwicklungsteams, liefern wir wertvolle Perspektiven auf die ethischen Auswirkungen des KI-Einsatzes und tragen dazu bei, verantwortungsvolle KI-Praktiken zu etablieren. Der Umgang mit künstlicher Intelligenz ist vor allem eine kreative und erst in zweiter Linie eine IT-Aufgabe.

Wiener Opernball 2025, Hosenkostüme für die Tänzerinnen und Tänzer von Ida Gut, Zürcher Modedesignerin, choreografiert vom Appenzeller Martin Schläpfer (66).

Der Platz von uns «Alten» in KI-Entwicklungsteams
Wie das geschehen soll und welche Gebiete geeignet sind für eine entsprechende Zusammenarbeit mit uns «Alten» zur Schaffung von robusteren, umfassenderen und effektiveren Systemen hat meine Lieblings-KI «Claude» von Anthropic sauber aufgelistet:

  1. Fachwissen: Ältere Mitarbeiter verfügen häufig über fundierte Branchenkenntnisse, die für die Entwicklung von KI-Anwendungen unerlässlich sind. Ihr Verständnis von Geschäftsprozessen, Randfällen und praktischen Herausforderungen kann sicherstellen, dass KI-Systeme echte Probleme effektiv lösen.
  2. Kritisches Denken und Urteilsvermögen: Jahrelange Erfahrung entwickelt ein differenziertes Urteilsvermögen, das dabei helfen kann, KI-Ergebnisse zu bewerten und zu erkennen, wann Systeme möglicherweise Fehler machen oder wichtige Überlegungen übersehen.
  3. Ethische Erkenntnisse: Da ältere Mitarbeiter über Jahrzehnte hinweg technologische Veränderungen miterlebt haben, können sie wertvolle Perspektiven auf die ethischen Auswirkungen des KI-Einsatzes bieten und dazu beitragen, verantwortungsvolle KI-Praktiken zu etablieren.
  4. Mentoring und Wissenstransfer: Sie können jüngere KI-Spezialisten betreuen und ihnen helfen, den Geschäftskontext zu verstehen und neben technischen Fähigkeiten auch ein professionelles Urteilsvermögen zu entwickeln.
  5. Benutzervertretung: Ältere Mitarbeiter können unterschiedliche Benutzerperspektiven vertreten und so sicherstellen, dass KI-Systeme für Menschen jeden Alters und mit allen technischen Fähigkeiten zugänglich und nützlich bleiben.
  6. Funktionale Zusammenarbeit: Ihre etablierten Beziehungen zwischen Abteilungen können die interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtern, die für eine erfolgreiche KI-Implementierung unerlässlich ist.
  7. Testen und Validieren: Ihre Erfahrung mit Randfällen und ungewöhnlichen Szenarien kann beim Testen von KI-Systemen von unschätzbarem Wert sein, um sicherzustellen, dass sie unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
  8. Änderungsmanagement: Da sie bereits technologische Übergänge gemeistert haben, können sie Unternehmen dabei helfen, die kulturellen und betrieblichen Änderungen zu bewältigen, die die Einführung von KI erfordert.

Falls wir es wünschen, anerbietet sich «Claude» auf gewisse Punkte näher einzugehen und schlägt konkrete Möglichkeiten vor, zur besseren Integration von uns «Alten» in KI-Entwicklungsteams.

Wiener Opernball 2025, Hosenkostüme für die Tänzerinnen und Tänzer von Ida Gut, Zürcher Modedesignerin, choreografiert vom Appenzeller Martin Schläpfer (66).

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
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#255 – Virtuelle Sicherheit im Home-Office

Wachsamkeit und Disziplin
In den Medien wird aktuell viel über Cyberkriminalität berichtet. Schon vor 40 Jahren war es möglich, mit der eigenen Fernbedienung das Garagentor der Nachbarn zu öffnen. Heute sind es die über Internet verbundenen Autos, welche gehackt werden können. Auch wir «Alten» sind den wiederholten Angriffsversuchen auf unsere Computersysteme ausgesetzt. Spätestens seit wir pandemiebedingt von zuhause arbeiten, eingebunden in die Komplexität virtueller Netzwerke, tragen wir die Verantwortung für deren Sicherheit. Sich vor Hackerangriffen zu schützen ist relativ einfach, braucht jedoch Wachsamkeit und Disziplin. Evelyn Lee, FAIA, Senior Experience Designerin für Slack Technologies mit Sitz in San Francisco, schreibt im Januar 2022 Architect Magazine über die Vorsichtsmassnahmen welche zu treffen sind, bevor man alles – die Daten und Programmanwendungen der Firma – in die Cloud verschiebt. Ihr Beitrag enthält Erkenntnisse aus den Sicherheitsteams global verteilter Technologieunternehmen (einschliesslich Salesforce und Slack) sowie aus Empfehlungen und Interviews mit dem IT-Supportunternehmen Agile Networks. Gemäss dem New Yorker Cybersicherheitsunternehmen Deep Sink, nahmen im Jahr 2020 Malware insgesamt um 358 % und Ransomware um 435 % gegenüber dem Vorjahr zu. Beide Vorgänge halten die Daten einer Einzelperson oder Firma als Geisel, bis das Opfer ein Lösegeld zahlt, um den Zugriff wiederzuerlangen.

U-Bahn Beleuchtung Karlsruhe von Ingo Maurer 2021, Bild: ©Brigida González für Allmann Sattler Wappner Architekten, Stylepark 2022

Der Mensch als Schwachstelle
Die überwiegende Mehrheit von «Cyberattacken» sind auf menschliche Schwachstellen zurückzuführen. Man muss der Neugierde widerstehen, auf E-mails mit scheinbar «offiziellem» Inhalt zu reagieren. Ihr Paket ist unterwegs, klicken Sie hier um dessen Verlauf zu verfolgen. Oder, wenn Sie diese Mail nicht mehr erhalten wollen, klicken Sie hier um sich abzumelden. «Social Engineering» ist die Kunst, Menschen dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben, oft durch eine E-Mail, die scheinbar von einem Freund oder einer vertrauenswürdigen Quelle stammt. Mit dem unbedachten Klick ladet man innert Sekunden eine potenzielle Schadsoftware auf sein Gerät. Ärgerlich an der ganzen Sache ist meist nicht der eigentliche «Datenverlust», sondern der Zeitaufwand um sein System wieder zum Laufen zu bringen. Die tägliche Datensicherung auf eine externe Festplatte ist natürlich Voraussetzung für diese «lückenlose» Wiederherstellung. Dabei lohnt es sich, ab und zu diese Backups zu überprüfen. Kritische Anwendungen wie Bankverbindungen, verfügen über eine Zwei-Faktor- oder Multi-Faktor-Authentifizierung, falls diese dann auch aktiviert ist. Oft sind wir aber zu bequem und überspringen wissentlich solche Sicherheitsmassnahmen. Auch mit der Softwareaktualisierung nehmen wir es nicht so genau, weil wir uns zu sehr an die bestehenden Abläufe gewöhnt haben.

Verschieben wir alles in die Cloud
Haben mehrere Personen Zugriff auf Informationen braucht es neben grossem Vertrauen auch Regeln und gezielte Restriktionen. Ist ein physischer Bürostandort vorhanden, genügt ein lokaler, eingeschlossener Server und ein guter IT-Anbieter, der die Anzahl IP-Adressen begrenzt. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden Verlangsamungen und Einschränkungen offensichtlich, weil die physischen Netzwerke nicht für alle Mitarbeitenden ausreichend dimensioniert waren, es fehlte an Bandbreite um auf den zentralen Server zuzugreifen. In einem agilen Umfeld, wo Mitarbeitende von zuhause oder unterwegs mobil arbeiten, wird deshalb ein Wechsel in die «Wolke» unvermeidlich. Mit der grösseren Freiheit geht jedoch auch eine grössere Eigenverantwortung der Mitarbeitenden einher, um die Sicherheit des Netzwerks zu gewährleisten. Die Verlagerung der Dateien und Softwareprogramme des Unternehmens in die Cloud bringt aber viele Vorteile mit sich. Das Ausführen von Anwendungen aus der Cloud, anstatt diese auf den einzelnen Computern zu installieren, verlagert die Verarbeitungs- und Speicherkapazitäten dorthin und vereinfacht die kontinuierliche Aktualisierung der Systeme.

Zugriff über ein virtuelles privates Netzwerk VPN
Da die Daten des Unternehmens in der Cloud gespeichert sind, entfallen die Sorgen über den physischen Standort oder deren Backups. Cloudbasierte Wiederherstellungslösungen sind in vielen Formaten verfügbar und solange die Mitarbeitenden über einen Internetzugang verfügen, können sie auf die Daten zugreifen, die sie benötigen. Auch ist es möglich bei einem Angriff vertrauliche Informationen aus der Ferne zu löschen oder auf ein anderes Konto zu verschieben. Damit sperrt man den Zugriff, beispielsweise über einen gestohlenen Laptop oder ein verlorenes Smartphone. Ohne ein virtuelles privates Netzwerk besteht online keine Privatsphäre. Ein VPN erstellt im Wesentlichen einen verschlüsselten Tunnel zum Senden und Empfangen von Daten über das Internet zu und von Computern. Die Verbindungsgeschwindigkeit wird sich etwas verlangsamen – was aufgrund des Verschlüsselungsprozesses eines VPNs unvermeidlich geschieht – ist jedoch für ein hochwertiges VPN vernachlässigbar. Cybersicherheitsexperten empfehlen auch dringend die Verwendung von Passwortmanagern, die Passwörter generieren und diese bei Bedarf schnell wieder abrufen.

Unsere Daten im Netz: Ende der Privatheit
Wir nutzen permanent Computer und unsere Smartphones und liefern so nonstop Unmengen an Informationen über uns ins Netz. Was geschieht mit unseren Daten, wer alles hat darauf Zugriff? Haben wir überhaupt noch eine Privatsphäre? In der NZZ-Doku spricht Reto Caduff mit Sicherheitsexperten, Datenspezialistinnen und Hackern und fragt, wie man sich schützen kann. Video von Reto Caduff, NZZ 28. Januar 2022.

Digitale Strategieentwicklung mit der ACT-Methode
Bei Interesse empfehle ich die Tipps für die Strategiearbeit 2022: Strategylab ist Forschungspartnerin der FHNW Hochschule für Wirtschaft und unterstützt Organisationen in der digitalen Transformation mit der ACT-Methode (Analyze, Create, Transform). Kostenloser Download der Beiträge.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

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#244 – Veränderung

Die Erfahrung von uns «Alten» auf dem Prüfstand
Wir durchleben aktuell eine aussergewöhnliche Zeit. Die Diskussion um den Stellenwert von uns «Alten» ist, trotz Fachkräftemangel, ins Stocken geraten. Die Arbeitswelt ist spürbar eine Andere, als noch vor zwei Jahren. Das Corona-Virus agiert dabei als Brennglas und Entwicklungsbeschleuniger, für Konzepte die seit der Jahrtausendwende diskutiert werden. Es ist es extrem schwierig, die langfristigen Auswirkungen der Pandemie abzuschätzen. Verändert haben sich unsere Konsumgewohnheiten, unser Verhältnis zur Politik oder der Zugang zum Arbeitsmarkt. Wir «Alten» tragen eine Mitschuld an der Umweltzerstörung, Klimathemen enthalten die grösste Sprengkraft der Gegenwart. Traditionelle Medien kämpfen ums Überleben, während im Internet die Nachfolge zum Web mit virtueller und erweiterter Realität getestet wird. Die Gefahr besteht, dass wir «Alten» diese Veränderungen zu spät wahrnehmen oder nicht wahrhaben wollen. Nach der Aufhebung von Corona-Massnahmen, die Arbeit im gewohnten Stil wieder aufzunehmen, wird nicht möglich sein. Unsere (Lebens-)Erfahrung wird auf die Probe gestellt. Wir müssen uns wieder zurecht finden, neues lernen und offen sein für Alternativen.

Zusammenarbeitsmodelle
Am Anfang der Klimadiskussion war beispielsweise Greta Thunberg, von vielen belächelt. Die Entstehung und schnelle Ausbreitung des Corona-Virus zeigt jedoch, wie unser Tun die Umwelt negativ beeinflussen kann. In der Klimapolitik geben Heuchler und Phantasten den Ton an schreibt Eric Gujer in der NZZ vom 29. Oktober 2021. Klimapolitik ist das Thema mit der grössten Sprengkraft der Gegenwart. Gesetze der Natur entziehen sich dem menschlichen Einfluss, Kooperation und Konzessionen helfen dem Verständnis mehr als abstrakte Klimaziele. Die Aufgabe ist gigantisch, wo man hinschaut, gibt es Zielkonflikte. Die Zeit der grossen Gesten und der Maximalforderungen ist vorbei. Jetzt beginnen die Mühen der Ebene, und das heisst: lieber bescheidenere Vorhaben, die dafür global angepackt werden.

Neuausrichtung «facebook». Menlo Park, 28. Oktober 2021

Der Kampf um die Deutungshoheit
Zeitungen werden immer dünner, angeblich wegen Papiermangels, auch ausgelöst durch die Pandemie. Unterdessen buhlen die sozialen Medien um die Nachfolge zum Web mit virtueller (VR) und erweiterter Realität (AR). Nach dem Vorbild von Google und seinem Mutterkonzern Alphabet, unterzieht Mark Zuckerberg seine Firma einem «Rebranding» und verstärkt die Abteilung, die das «Metaverse» entwickeln soll. Vor dem Hauptsitz in Menlo Park wurde dazu am 28. Oktober 2021 das neue Meta-Logo enthüllt. Der Meta-Konzern umfasst rund 70 Firmen. Die Zukunft von Facebook sei das Metaverse, die erlebbare Form des Internets, weg von flachen Bildschirmen hin zur immersiven Form digitaler Interaktion. Der griechische Begriff «meta» bedeutet so viel wie «darüber», «weiter» oder «jenseits», also eine virtuelle Welt, in die man mithilfe einer VR-Brille eintaucht. Die Abteilung «Reality Labs» entwickelt das Technologieuniversum im laufenden Jahr mit über 10 Milliarden US Dollars, mit dem Ziel, die Firma langfristig aus der Abhängigkeit von sozialen Netzwerken zu lösen.

Neuer Konzern: META. Menlo Park, 28. Oktober 2021

Das Denken in Szenarien
Die liberale Nachkriegsordnung bröckelt. Sie hat in weiten Teilen der Welt für stabile politische Verhältnisse und für präzedenzlosen Wohlstand gesorgt. Ihr Versprechen lautete: Jeder Generation wird es besser gehen als der vorangegangenen. Heute hat sich dieser Optimismus nicht nur verflüchtigt, er hat sich in sein Gegenteil verkehrt: Ernüchterung prägt den Zeitgeist. Und von der Ernüchterung ist es nur ein kleiner Schritt bis zur Empörung. So charakterisiert Bundesrat Alain Berset anlässlich seiner Rede «Gedanken zum Demokratieverständnis», vom 20. 10. 2021 am Schweizerischen Institut für Auslandforschung an der Universität Zürich. Der Wahrheitsbegriff scheint sich seit einiger Zeit aufzulösen. Man glaubt den Expertinnen und Experten nichts mehr – vor allem dann nicht, wenn sie über ihr eigenes Fachgebiet sprechen. Die Verhältnisse verändern sich, auch durch die Prekarisierung der digitalisierten Arbeitsverhältnisse. Doch die wichtige Lektion dieser Pandemie ist, dass wir in Szenarien denken, denn die Zeit der vermeintlichen Alternativlosigkeit ist definitiv vorbei.

Sind wir «Alten» genügend sichtbar?
Jede zweite personalverantwortliche Person erachtet das Arbeitszeugnis bei Bewerbungen als unnötig, gemäss einem Beitrag in der NZZ am Sonntag vom 31. Oktober 2021. So sollen viele Firmen bereits darauf verzichten, weil der Inhalt missverständlich oder gar falsch sei. Jörg Buckmann, ehemaliger Personalchef der Zürcher Verkehrsbetriebe, bezeichnet die Zeugnisse sogar als «Farce». So seien die Aussagen geschönt und wenig verlässlich und dadurch würde das Zeugnis an Bedeutung verlieren. Auch dass die Arbeitgebenden gesetzlich verpflichtet seien, ein «wohlwollendes» Zeugnis auszustellen, relativiere das Zeugnis als Referenz. Kritik sei selbst bei ungenügender Leistung höchstens andeutungsweise zulässig. Auch die Swisscom soll direkt mit den Kandidatinnen und Kandidaten in Kontakt treten, um den Bewerbungsprozess zu vereinfachen. Soziale Netzwerke, wie beispielsweise LinkedIn, helfen dabei, ob eine Person zum gesuchten Profil passt.

«kompetenz60plus.ch»
Mit unserer Erfahrung aus der analogen, zusammen mit Erkenntnissen aus der digitalen Welt, sind wir «Alten» gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen. «kompetenz60plus.ch» ist ein Sammelbecken für kompetente Senioren, die sich aktiv an der Diskussion über die Zukunft beteiligen wollen. Bitte bringen Sie sich ein und registrieren Sie Ihre Kompetenz kostenlos hier. Wir freuen uns auch über Ihre Kontaktnahme per Mail an: werner@kompetenz60plus.ch, oder hinterlassen Sie Ihren Kommentar weiter unten. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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Ein Projekt «von uns. für uns.»
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