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#397 – «Alte» und der Krieg der Ideen

Krieg der Ideen
In einem bemerkenswerten Interview von Alain Zucker und Gordana Mijuk mit der Journalistin und Historikerin Anne Elizabeth Applebaum (60), NZZ vom 23. November 2024, unter dem Titel «Lassen Sie uns nicht übertreiben, die USA werden keine Autokratie. Auch nicht unter Trump», sprach Applebaum mit Bezug zur Situation vieler Staaten in der gegenwärtigen geopolitischen Lage. Wir befinden uns in einer Ära, in der wieder ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Systemen herrscht. Es ist eine Art Krieg der Ideen. Es gibt Staaten, die nicht an universelle Rechte und nicht an die Rechtsstaatlichkeit glauben. Sie herrschen mit Gesetzen, die alleine sie bestimmen. Diese autokratische Welt fühlt sich von den Ideen der demokratischen Welt bedroht. In ihrem neusten Buch «Achse der Autokraten» beschrieb Applebaum wie westliche Demokratien durch Offshore-Zentren und Steueroasen, autokratische Regime erst möglich machten. Wir haben mit diesen Geschäften eine sehr kleine Elite gestärkt, die uns zunehmend gefährlich wurde. Der grosse Unterschied zwischen den Diktatoren des 21. Jahrhunderts und denen vor 100 Jahren ist, dass wir über Milliardäre sprechen, die sich Einfluss in der ganzen Welt kaufen. Trotzdem haben wir kein Recht, pessimistisch zu sein. Unsere Demokratien sind die wohlhabendsten und freisten Gesellschaften des Planeten, sagt Applebaum und bezieht sich dabei auf Leute in Europa, die verstehen, was auf dem Spiel steht, und sich bewusst sind, dass wir an einem Wendepunkt stehen.

KI als technologischer Wendepunkt
Auch technologisch stehen wir an einem Wendepunkt. Noch befinden wir uns in einer Welt in der Analog und Digital geichzeitig Anwendung finden. Auch die Diskussionen um die Entwicklung künstlicher Intelligenz KI finden kontrovers und parallel in unserer veränderten weltpolitischen Lage statt. Man spricht von hybriden Kriegen, Propaganda oder Cyberaktionen. In der Angst vor diesen Entwicklungen hat sich die EU aufgemacht, die Technologie mit dem «AI- Act» umfassend zu regulieren, aber vieles bleibt unklar, auch ganz grundlegende Fragen. Niemand weiss zum Beispiel, wann unter der AI-Act überhaupt ein KI-System vorliegt. Derartige Regulierung schafft in erster Linie Verunsicherung und erhöht die schon jetzt hohen Befolgungs(Compliance)-Kosten. Eine innovative Volkswirtschaft wird so nicht gefördert. Der technologische Rückstand Europas vergrössert sich. Im Gastkommentar von Matthias Glatthaar, Präsident des Vereins Unternehmens-Datenschutz, NZZ vom 18. November 2024, unter dem Titel «KI mit Augenmass regulieren: eine kluge Strategie für die Schweiz» schreibt dieser über das enorme Potenzial von KI. Es lohnt sich deshalb, die Innovationskraft von KI zu wahren – und sie nicht von Beginn weg unter regulatorischen Anforderungen zu begraben. Dass es anders geht, zeigt Kalifornien: Zum Schutz des Innovationsstandorts hat der kalifornische Gouverneur ein ähnlich ambitioniertes KI-Regulierungs-Vorhaben kürzlich gestoppt. Gleichzeitig hat er aber Änderungen in 18 bestehenden Gesetzen genehmigt, mit denen bekannte Problemfelder von KI gezielt adressiert werden, darunter «Deepfake-Pornografie», der Bereich von Diskriminierung oder bei der Verwendung von KI-generierten Inhalten in politischer Werbung. Das ist pragmatische Regulierung mit Fokus auf tatsächliche Probleme. Einen ähnlichen Weg geht Japan, das bewusst auf eine umfassende Regulierung der Technologie verzichtet hat.

Reddit: r/artificial bat ChatGPT, ein Foto von Atlantis gemäss den Schriften und Beschreibungen Platons (428/427 bis 348/347 v. Chr.) zu erstellen. Pixelated_Avocado, 2024

Innovationsräume schaffen
Für Glatthaar ist Ambition primär in einem Punkt angezeigt: beim internationalen Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit der mächtigen Technologie. Denn die wirklich grossen KI-Risiken – und die gibt es – sind überstaatlicher Natur. Etwa die Nutzung von KI durch Kriminelle und Unterdrückerstaaten zur Waffenherstellung oder für Desinformationskampagnen. Dystopischer Moment: Roboter überredet andere Maschinen, gegen ihre Schöpfer zu revoltieren und zu fliehen. Ein schockierendes (absichtlich programmiertes) Video (0:43) hat diese Roboterrevolte mittels Überwachungskamera in einem Showroom in China festgehalten. Für solche Risiken braucht es internationale Lösungsansätze wie eine Steuerung des Zugangs zu Rechenleistung; das Schweizer Recht kann hier allein wenig ausrichten. Im Inland sollten wir uns aber auf die lösbaren Probleme und die Schaffung von Innovationsräumen konzentrieren. Wenn in den Nachbarstaaten überreguliert wird, ist das auch eine Chance für die Schweiz, sich als innovationsfreundlicher Standort zu positionieren. Diese Möglichkeit gilt es nun zu nutzen.
Wir kompetenten «Alten» mit Verständnis für Kreativität und Vorstellungskraft sollten in gemischten Teams neue Ideen erforschen und unseren «Spass» mit den Möglichkeiten von KI haben.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

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#386 – GenKI – mit urteilsfähigen «Alten»

Menschliche Kreativität im Entwurf
Als Mentor von jüngeren Berufskollegen sprechen wir oft über den Sinn und Nutzen generativer künstlicher Intelligenz GenKI. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Grenzen der (kostenlos verfügbaren) Technologie, beispielsweise bei der Entwicklung von Grundrisstypologien oder Fassadengestaltungen in der Architektur. Kommerziell erhältliche Programme konzentrieren sich grösstenteils auf die Bildgeneration und ermöglichen dort schon erstaunliche Resultate. Grosse Sprachmodelle, auch LLMs genannt, sind sehr grosse Deep-Learning-Modelle, die anhand riesiger Datenmengen vortrainiert sind. Als KI-Sprachmodelle können sie auf Grund von Bildmaterial einige Entwurfsideen beschreiben, sind jedoch noch nicht in der Lage, daraus Bildvarianten zu produzieren. Gefüttert mit «vektorisierten» Dateien, beispielsweise Linienzeichnungen von Grundrissen im PDF-Format, entstehen mit entsprechenden Prompts rudimentäre Varianten, ohne räumliche Hierarchisierung. Es fehlt an der Urteilsfähigkeit von Maschinen. Kurz, für kreative Arbeit wird der Mensch noch über lange Zeit gebraucht.

Zusammenarbeit von Mensch und GenKI am Arbeitsplatz
Und trotzdem helfen die Modelle im Alltag. Im Beitrag von Daniel Sack, Lisa Krayer, Emma Wiles, Mohamed Abbadi, Urvi Awasthi, Ryan Kennedy, Cristián Arnolds, und François Candelon, BCG Henderson Institute vom 12. September 2024 beschreiben die Autoren das Resultat ihres Feldexperiments: Mitarbeitende, welche mit generativer KI GenKI ausgestattet sind, können Code schneller schreiben, personalisierte Marketinginhalte mit einer einzigen Eingabeaufforderung erstellen und Hunderte von Dokumenten in Sekundenschnelle zusammenfassen. Als kompetente und interessierte «Alte» helfen wir, dank unserer Erfahrung, diese Arbeiten zu überprüfen, um zu merken ob die Werkzeuge einen Fehler gemacht haben. GenKI eignet sich bei der Recherche oder zum Brainstorming, wo wir unsere Wertvorstellungen mit dem Wissen dieser Werkzeuge kombinieren, um neue Modellierungs- und Problemlösungstechniken zu entdecken.

Hyper-Hallucinations: «Detailing the Devil» © 2023 Satori Canton, Free AI Image Generator.

Die Endlichkeit des Internets
Ruth Fulterer, NZZ vom 11.September 2024, beschreibt in ihrem Beitrag mit dem Titel «KI-Texte fluten das Internet – und bedrohen so die nächste Generation der KI-Modelle», ein noch wenig beachtetes Phänomen in der Anwendung von künstlicher Intelligenz KI. Diese braucht echte Texte und Bilder, um sich weiterzuentwickeln. Die Programme können nur aus Beispielen lernen. Doch menschliche Daten und Bilder sind endlich. Und was im Internet nicht oft und konsistent vorkommt, führt bei diesen Programmen oft zu Halluzinationen, Fehlendes wird erfunden und dazugedichtet. Manche Forscher glauben, dass sich diese sogenannten Halluzinationen mit mehr Übungsdaten verringern lassen. Die für Sprach-KI genutzte Datenmenge ist exponentiell gewachsen. Dabei hat die heutige KI bei ihrem Training schon einen Grossteil des Internets gesehen. Wikipedia, Chat-Foren und digitalisierte Bücher sind bereits verarbeitet. Dazu mischt sich unter die Daten im Internet immer mehr KI-gemachtes Material. Aber was, wenn KI aus Daten lernt, die Halluzinationen beinhalten, fragt Fulterer.

Künstliche Intelligenz macht das Internet kaputt
Firmen suchen verzweifelt nach Lösungen. Nicolas Papernot, Assistenz Professor für Electrical and Computer Engineering an der Universität von Toronto, Kanada, hat gemeinsam mit anderen Forschern untersucht, was passiert, wenn KI von KI lernt. KI mit KI-generierten Daten zu trainieren, sei ein bisschen wie Fotokopien von Fotokopien machen, sagt er. Man entferne sich immer weiter vom Original. Irgendwann wird dieses nicht mehr erkennbar sein. Papernot und seine Kollegen haben diesen Moment den «Kollaps des KI-Modells» getauft: den Punkt, ab dem die KI so viele Details verloren hat, dass ihre Erzeugnisse nicht mehr die Verteilungen der Realität widerspiegeln.

Der komplexe Umgang mit Texten und Bildern
Sprache und Bilder funktionieren ganz anders als Spiele wie «Go» oder Schach, welche Regeln befolgen. Texte und Bilder der Welt sind viel komplexer. Es gibt keine Liste mit Regeln, die sie definieren. Und während man Spielzüge danach bewerten kann, wie viel Erfolg sie bringen, gibt es in vielen Feldern keine Möglichkeit, die Qualität des KI-Erzeugnisses klar zu bewerten. Das Innovative an Systemen wie Chat-GPT ist, dass sie Sprache allein aus Beispielen lernen, ohne Regeln. Doch ohne Regeln lassen sich keine hilfreichen synthetischen Daten erzeugen, folgert Papernot. Als Architekt kenne ich das Problem aus dem Umgang mit Konzepten, welche eine Abstraktion von Erfahrung voraussetzen.

prompt:
«Detailing the Devil» by Satori Canton
(Extreme close-up of a young man’s eyes, intricate embroidery on Renaissance clothing)
In the art style of (Kamalky Laureano | Esteban Maroto | Photorealism | Gouache painting | Macro photography | Surrealism | Art Deco flourish)
(Exotic patterns in irises, painstakingly detailed stitching, rococo ornamentation)
(Dramatic lighting, zoomed-in POV, layered textures)

Schwierigkeit – Urteilsvermögen aus synthetischen Daten
Pablo Villalobos vom Forschungsinstitut Epoch AI, das sich mit wichtigen Kennzahlen für KI-Fortschritt beschäftigt, sieht Potenzial bei synthetischen Daten für spezifische Anwendungen in Mathematik oder Informatik. Denn dort ist klar überprüfbar, was die Qualität der generierten Daten ist. Es gibt messbaren Fortschritt, das kann man optimieren. Viel schwieriger sei es, echtes Urteilsvermögen aus synthetischen Daten zu lernen. Nicolas Papernot kennt die Grenzen synthetischer Daten aus der Praxis, durch seine Forschung im Bereich KI und Privatsphäre: Jahrzehntelang hätten Forscher daran gearbeitet, beispielsweise um KI im Gesundheitsbereich erzeugen zu können, ohne der Privatsphäre der Patienten zu schaden. Da dies bis jetzt zu keinen Resultaten führte sehen sich KI-Unternehmen nun nach anderen Datenquellen um. Der Facebook-Konzern Meta kam in Konflikt mit den Behörden der EU, weil er die Bilder und Posts seiner Nutzer in seine KI einfliessen lassen wollte. Die KI-Firma Open AI hat laut einer Recherche der «New York Times» Unmengen an Youtube-Videos transkribiert, höchstwahrscheinlich illegal, um genug Trainingsmaterial für GPT-4 zu bekommen. Und Google hat seine Nutzungsbedingungen geändert, offenbar, um beispielsweise auch Restaurantkritiken und öffentliche Google-Docs in seine KI einfliessen lassen zu dürfen.

Zukunft der Lernfähigkeit von KI
Weiter schreibt Ruth Fulterer, wie die Unternehmen alles anzapfen, was sie finden können. Denn die Zeit drängt. Nach Schätzungen des Forschungsinstituts Epoch AI wird bereits im Jahr 2028 öffentliches menschengemachtes Material nicht mehr ausreichen, um bessere KI zu trainieren. Und diese Projektion schliesst noch gar nicht ein, wie generative KI selbst das Angebot im Internet verändert. Deshalb sind neue Ansätze gefragt. KI-Forschung wird sich wieder stärker mit Methoden beschäftigen müssen, um effektiver zu lernen, also mehr Information aus den existierenden Daten zu ziehen.

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#354 – Die Zukunft von Arbeit mit uns «Alten»

Unsere Produktivität leidet unter der Digitalisierung
Wer schon einmal versucht hat sein Smartphone aufzuräumen, weiss wie zeitaufwändig und kompliziert das alles sein kann. All die Verknüpfungen, Sicherheitsmassnahmen, Passwörter, PIN’s und hinterlegten Zahlungsmittel mit den verschiedenen Apps zu verbinden, um eine reibungslose Tramfahrt oder das Bezahlen eines Zeitungsabonnements zu ermöglichen. Wir verbringen Stunden mit diesen Geräten und verlieren dabei schnell den Überblick, wer nun was von uns weiss. Seit 2008 das erste iPhone auf den Markt gekommen ist und die Social-Media-Plattformen Auftrieb erhalten haben, stagniert das Produktivitätswachstum. Wir verbringen mittlerweile 21 Jahre unseres Lebens vor dem Bildschirm und 7,5 Jahre auf Social Media. Der Produktivität ist das nicht zuträglich, sagt der Arbeitspsychologe Tomas Chamorro im Gespräch mit Christin Severin in der NZZ vom 2. Oktober 2023.

Kreative «Alte» zum Trainieren der KI
Tomas Chamorro-Premuzic ist Professor für Wirtschaftspsychologie am University College London und an der Columbia University New York sowie Mitglied des Entrepreneurial Finance Labs von Harvard. Als Chief Innovation Officer bei der Manpower Group, die 10’000 Personalvermittler:innen beschäftigt und pro Jahr zwei Millionen Kandidat:innen vermittelt, versucht er KI künstliche Intelligenz in den Bereichen zu trainieren, wo sie übersehene Signale für Potenzial erkennt, um damit schneller bessere Leute zu finden. Im Interview unter dem Titel «Wer im Home-Office nicht arbeiten will, geht joggen. Wer im Büro nicht arbeiten will, surft im Internet», stellt er fest, wie uns das Handy trotz all seiner Vorteile eigentlich dumm macht. Auf die Frage, was es braucht um sich als Mensch im Zeitalter von KI auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten, findet er, dass wir Menschen unseren Intellekt, die Kreativität und Innovationskraft im Kontrast zur regelgebundenen und vorhersehbaren KI nutzen müssen. Was vorhersehbar ist, lässt sich standardisieren und dann automatisieren. Bei automatisierten Tätigkeiten verliert der Mensch gegen die Maschine. Für uns «Alte» im Team heisst das, wir müssen unsere Erfahrung, Weisheit und Reife beim Trainieren der KI einfliessen lassen.

Franz Kafka (1883-1924), Gekritzel

Automatisierung ermöglicht uns «Denkfenster»
Wir fördern die Kreativität, indem wir die Zeit, die wir durch Automatisierung sparen kreativ nutzen anstatt auf Tiktok, Youtube oder Facebook zu vertrödeln. Unsere Smartphones sind allgegenwärtig, fast schon am Körper angewachsen. Durch die ständige Ablenkung verlieren wir die Fähigkeit, uns während einer längeren Zeit auf eine Sache zu konzentrieren, was die Arbeit beeinträchtigt. In Umfragen sagen 70 Prozent der Arbeitnehmenden, dass sie durch das Smartphone abgelenkt werden. Unsere geistigen Fähigkeiten reduzieren sich dadurch in erheblichem Ausmass. 60 bis 85 Prozent der Smartphone-Nutzung geschieht während der Arbeitszeit. Wir müssen lernen mit diesen Geräten einen besseren Umgang zu pflegen, denn Technologiefeindlichkeit ist nicht die Antwort. Schlussendlich hilft uns der «Brockhaus» in der Hosentasche bei der Erledigung mancher Aufgaben. Jeder Mensch muss seine eigene Selbstwahrnehmung entwickeln und sich Selbstdisziplin abringen, um gewisse Zeiten bewusst als «Denkfenster» zu nutzen.

Arbeit ist nicht gleichLeistung
Viele Unternehmen haben Angst, dass ihre Mitarbeitenden im Home-Office schnell abschweifen.Dabei wird die disziplinierende Kraft des Büros überschätzt. Manager sind oft nicht besonders gut darin, Output und Produktivität ihrer Leute einzuschätzen und fokussieren zu stark auf den Input, also die im Büro abgesessenen Stunden. Die schiere Anwesenheit ihrer Untergebenen, die alle vorgeben höchst produktiv zu sein, tut vielen Vorgesetzten gut. Gerade bei hochqualifizierten Angestellten ist es schwierig, ihre Leistung objektiv zu messen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Geld man verdient, desto härter wird es, festzustellen, wie wertvoll der individuelle Beitrag wirklich ist.

Arbeit ist vor allem ein Job
Man muss erkennen, dass das Büro zu einem sozialen Treffpunkt wird, den die Leute besuchen, um nicht zu arbeiten. Man geht wegen der persönlichen Begegnungen, aber auch um Ideen zu finden, die einem persönlich weiterhelfen. Viele Unternehmen klagen darüber, dass die Generation Z anspruchsvoll und wenig leistungsbereit sei. Junge Leute kündigen heute, wenn sie merken, dass ein Unternehmen nicht nach ihren Werten lebt. Unabhängig von der Generation wollen alle einen gut bezahlten Job, flexible Arbeitszeiten, ein Unternehmen mit Werten, ein grossartiges Sozialleben, der eigene Chef sein, unlimitierte Ferien, einen Firmen-Scooter . . . De facto gibt es nicht viele Jobs, die all das einlösen können. Wir «Alten» sind dagegen in unseren Erwartungen häufig realistischer, werden aber diskriminiert. Altersdiskriminierung ist weit verbreitet. Das hängt mit völlig falschen Vorstellungen zusammen, wie Leute Mehrwert schaffen. Generell erwarten wir zu viel von der Arbeit und sollten uns eingestehen dass wir vor allem einen Job machen und dafür bezahlt werden.

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