Neue Fähigkeiten entstehen
Im Anschluss an den letzten Blogbeitrag #440 – Verunsicherte Junge, erfahrene «Alte» lässt uns das Thema künstliche Intelligenz KI keine Ruhe. Eine rekordverdächtige Anzahl von Aufrufen im Internet befeuert die Diskussion.
«Ein starker Text, der zeigt, worum’s wirklich geht: Nicht Jung gegen Alt – sondern gemeinsam klüger werden. Die Jungen bringen Schwung, die Alten Erfahrung. KI verändert die Regeln – aber Menschen, die sich gegenseitig stärken, schreiben die Zukunft.» Hanspeter Beerli, Zukunfts-Coach und Talentarchitekt
Es handelt sich nicht um eine Versklavung durch KI. Um die Nase vorn zu behalten, müssen Unternehmen wissen, wo sie stehen, und entsprechend handeln. Arbeit wird neu definiert. KI übernimmt die Ausführung und gibt menschlichen Teams den Freiraum, sich auf Strategie, Design und Kontrolle zu konzentrieren. Teams und Organisationen werden umstrukturiert. Traditionelle Pyramiden weichen flacheren, KI-gestützten Pods, wodurch der Bedarf an Junior-, Koordinator- und Managerrollen neu definiert wird. Die Fähigkeiten verändern sich. KI-Kompetenz wird in allen Rollen unverzichtbar, ebenso wie Systemdenken, Problemdefinition und ein gutes Urteilsvermögen.
Wenn sich Regeln verändern
In Gesprächen über Nachfolgeregelungen oder während der Suche nach (Junior-) Partnern in KMUs steht immer noch die klassische Stabsübergabe im Zentrum. (Auch «Alte») Berater mit ihren aus der Zeit gefallenen Checklisten und Exceltabellen versuchen diesen Prozess aufrecht zu erhalten. Ihnen fehlt es an Ideen, Abläufe sollen wie gehabt weiterbestehen, mit der Arbeitsteilung an die man sich gewöhnt hat. Gleiches Format mit neuen Leuten am alten Ort. Chancen für Veränderungen bleiben ungenutzt und Diskussionen über Sinnhaftigkeit sind selten.
Die Jungen suchen Sinn, die Alten haben Erfahrung – höchste Zeit, dass beide zusammen lernen. Denn KI ist kein Gegner, sondern ein Weckruf: Haltung, Erfahrung und Neugier gehören jetzt an denselben Tisch. Hanspeter Beerli, Zukunfts-Coach und Talentarchitekt
Es fehlt an Unternehmergeist
Unternehmen verlassen selten ihre gewohnten Pfade und folgen aus Angst vor dem Scheitern den gewohnten Mustern. Warum Europa kaum eigene Tech-Grössen hervorbringt, fragt Lorenz Honegger in der NZZ vom 6. Oktober 2025 im Interview die Tech-Investorin Cathie Wood (70). Ihre Antwort lautet: die Regulierung und die Kapitalmärkte, die nicht so ausgereift sind wie in den Vereinigten Staaten. Wood, Gründerin des Flaggschiff-Fond ARK Innovation ETF, mit Schwerpunkten in KI, Robotik, E-Commerce, Genomik und Fintech, ist eine der bekanntesten und umstrittensten Figuren der amerikanischen Finanzbranche. Sie bewundert Elon Musk, als einen der produktivsten Menschen der Welt. Er mische sich nie in Projekte seiner Firmen ein, solange diese ihre Meilensteine erreichten. «Wenn die Mitarbeitenden aber ihre Ziele verfehlen, dann schläft er unter dem Schreibtisch. Sie kenne keinen anderen Menschen, der leisten könnte, was er geleistet hat» findet Wood. Anstatt exorbitante Antrittsboni für Entwickler zu bezahlen bevorzugt sie selbst den Ansatz von Elon Musk, der lieber IT-Experten einstelle, die bereit seien, eine tiefere Entlöhnung zu akzeptieren, und dafür intrinsisch motiviert seien, «an den schwierigsten Projekten der Welt» mitzuarbeiten.

Digitaler Winter
In ihrem Beitrag zur Digitalisierung in Europa schreiben Tom Fairless und David Luhnow in der NZZ vom 5. September 2025, wie die risikoaverse Geschäftskultur und komplexe Regulierungen die Innovation auf dem Kontinent erstickt und seine Zukunft belasten. Nur vier der fünfzig weltweit führenden Technologieunternehmen sind europäisch, obwohl Europa eine grössere Bevölkerung und ein ähnliches Bildungsniveau wie die USA hat und 21 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringt. Keines der zehn führenden Unternehmen, die in Quantencomputer investieren, hat seinen Sitz in Europa. Der Kontinent schafft es nicht, sich seinen Anteil an neuen, disruptiven Unternehmen zu sichern, die Märkte aufzumischen und Innovationen zu fördern. Ein wichtiger Grund, warum Europa nun im Rückstand ist, lässt sich mit mangelnder Geschwindigkeit zusammenfassen. Unternehmer klagen, dass in Europa alles länger dauere: Geld beschaffen, lokale Vorschriften einhalten, Mitarbeitende einstellen und entlassen. «Amerikaner treffen Entscheidungen sehr schnell. Europäer müssen mit allen reden – es dauert Monate.» sagt der italienische Technologieunternehmer Fabrizio Capobianco, der jahrzehntelang im Silicon Valley lebte. «Wenn Schweizer oder Deutsche über KI sprechen, ist das erste Thema Ethik und Regulierung». Gemäss einer Umfrage von Amazon geben Europäische Unternehmen 40 Prozent ihres IT-Budgets für die Einhaltung von Vorschriften aus.
Einsatz von künstlicher Intelligenz KI
Die Studie «Build for the Future 2025» von Jessica Apotheker, Vinciane Beauchene, Nicolas de Bellefonds, Patrick Forth, Marc Roman Franke, Michael Grebe, Nina Kataeva, Santeri Kirvelä, Djon Kleine, Romain de Laubier, Vladimir Lukic, Amanda Luther, Mary Martin, Jeff Walters, und Christoph Schweizer im BCG Boston Consulting Group Beitrag vom September 30, 2025 befasst sich mit der Kapitalrendite beim Einsatz von künstlicher Intelligenz KI. Die meisten Unternehmen setzen stark auf KI, doch nur wenige erzielen Renditen. Ihre Studie mit mehr als 1’250 Unternehmen zeigt, dass 60% trotz hoher Investitionen wenig bis gar keinen Mehrwert erzielen. Nur 5% sind «KI-zukunftsorientiert» – das heisst: Unternehmen, die frühzeitig reagierten, die richtigen Fähigkeiten entwickelten und nun in grossem Massstab Mehrwert erzielen. Die KI-Wertlücke vergrössert sich rasant. KI-Agenten verschärfen diese Kluft und machen im Jahr 2025 etwa 17% des gesamten KI-Werts aus. Zukunftsorientierte Unternehmen investieren 15% ihres KI-Budgets in diese Technologie. Um diese Lücke zu schliessen, bedarf es mutiger Führung, der Einführung von KI-Agenten und einer Neugestaltung von Arbeitsabläufen und Geschäftsmodellen.
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