Blog, Industrie 4.0

#369 – KI als Chance für uns «Alte»

Die Entwicklung robusterer und ethischerer KI-Systeme
Künstliche Intelligenz KI ist in aller Munde. Das Thema bewegt, die Meinungen gehen auseinander. Werden Berufe abgewertet, verschwinden einige sogar und welche neue werden geschaffen. Für uns «Alte» eröffnen sich dabei Chancen, wie wir dank unserer Erfahrung, zur Entwicklung und zum Erfolg dieser Technologie unseren Beitrag leisten können. Auf meine Frage an die KI Claude von Anthropic PBC, einer in 2021 in San Francisco gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft, wie wir «Alten» zur Entwicklung von KI beitragen können, kam die umfassende Antwort innert Sekunden:

  1. Teilnahme an der Datenerfassung und -annotation: Viele KI-Systeme, insbesondere solche mit natürlicher Sprachverarbeitung oder Computervision, benötigen grosse Datensätze mit annotierten Daten für das Training. Mit unserem geschichtlichen Wissen können wir helfen, indem wir unsere Zeit und Mühe bei Aufgaben wie der Transkription von Audio, der Beschriftung von Bildern oder der Kategorisierung von Textdaten einbringen.
  2. Bereitstellung von Fachwissen: «Alte» aus verschiedenen Bereichen wie Medizin, Ingenieurwesen, Finanzen oder Bildung können ihr fachspezifisches Wissen einbringen, um bei der Entwicklung von KI-Anwendungen zu helfen, die auf ihre jeweiligen Branchen zugeschnitten sind. Unsere Erkenntnisse und Erfahrungen können von unschätzbarem Wert sein, um sicherzustellen, dass KI-Systeme genau, zuverlässig und auf die Anforderungen der realen Welt abgestimmt sind.
  3. Benutzertests und Feedback: Als potenzielle Endnutzer vieler KI-gestützter Produkte und Dienste können wir während der Benutzertestphasen wertvolles Feedback geben. Unsere Perspektiven können helfen, Benutzerfreundlichkeitsprobleme, ethische Bedenken oder Bereiche zu identifizieren, die verbessert werden müssen, was letztendlich zu besseren KI-Lösungen führt.
  4. Teilnahme an Forschungsstudien: KI-Forscher führen häufig Studien durch, um menschliches Verhalten, kognitive Prozesse oder Vorlieben zu verstehen. Wir «Alten» können uns freiwillig an diesen Studien beteiligen und so wertvolle Daten liefern, die das Verständnis der menschlichen Intelligenz fördern und die Entwicklung menschenzentrierterer KI-Systeme unterstützen können. Meine Teilname an der Studienphase 1 für das PROJEKT NEURAMOD SNF 105213_192500, ein vom schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördertes Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Digitale Architektur (CAAD) der ETH Zürich, habe ich im Blog #242 vom Oktober 18, 2021 «Erfahrene «Alte» für die Wissenschaft» beschrieben.
  5. Beitrag zu Open-Source-KI-Projekten: Es gibt zahlreiche Open-Source-KI-Projekte und -Communitys, in denen diejenigen unter uns mit technischen Fähigkeiten, unsere Zeit und unser Fachwissen einbringen können. Dies kann Aufgaben wie Codierung, Dokumentation oder Projektmanagement umfassen und dazu beitragen, die hochmoderne KI-Forschung und -Entwicklung voranzutreiben.
  6. Mentoring und Wissensaustausch: Wir können unseren Erfahrungsschatz mit jüngeren Generationen von KI-Forschern und -Entwicklern auf Augenhöhe teilen. Als Mentoren, Gastdozenten oder Berater können wir Verständnislücken schliessen und so eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung fördern.
Nicolas Party (44), schweizer Künstler und Bildhauer, New York City und Brüssel: Head, 2018

Wir müssen reden
«GPT-4o ermöglicht noch einmal viel bessere Assistenz, und das erst noch kostenlos! (Wobei mir bewusst ist: There’s no such thing as a free lunch. Aber das ist heute nicht das Thema.)» schrieb eine Nutzerin, Fachspezialistin für Bildung, letzte Woche auf LinkedIn voller Enthusiasmus.

In der Tat, mit der Präsentation vom 14. Mai 2024 im Livestream hat die Firma OpenAI das neueste Update ihres KI-Modells «GPT-4o» vorgestellt. Der Buchstabe «o» in der Bezeichnung des Modells steht für das lateinische Wort «omni» (alle). Dieses zeigt eine erstaunliche Entwicklung und kann nun als menschliche Stimme mit Nutzern interagieren und auch zwischen verschiedenen Sprachen übersetzen. Der Bot kann jetzt gleichzeitig mit gesprochenen Befehlen auch Informationen von einer Smartphone-Kamera verarbeiten. GPT-4o wird damit zum Wettbewerber für Amazons Alexa oder Apples Siri, kann aber auch im geschäftlichen Umfeld – vor allem im Kundendienst – auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Mira Murati, die Technologiechefin von OpenAI, betonte bei der Präsentation, dass GPT-4o auch für Gratis-Nutzer verfügbar sein wird. Open AIs Assistent:in klingt tatsächlich wie ein Mensch, man kann ihn/sie unterbrechen, und die Antworten kommen ohne Verzögerung. An Pfingsten wurde ausserdem bekannt, dass Apple und OpenAI, anlässlich der Entwicklerkonferenz vom 10. Juni 2024, ihre Zusammenarbeit im Betriebssystem iOS 18 vorstellen werden.

Weiter schreibt die LinkedIn-Nutzerin: Wir müssen dringend über Emotionen und unser Menschsein im Umgang mit KI reden. Einfach formuliert: Das Ding macht etwas mit den Gefühlen der Nutzer:innen – weil wir Menschen nunmal so sind und viele KI-Programme explizit dafür ausgelegt sind.

Nicolas Party (44), schweizer Künstler und Bildhauer, New York City und Brüssel, Studio: Head, 2019

So betrachtet sind die vielfältigen Erfahrungen, Erkenntnisse und die Verfügbarkeit von uns «Alten», eine wertvolle Ressource für die KI-Community, welche zur Entwicklung robusterer, ethischerer und menschenzentrierterer KI-Systeme beitragen.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

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#367 – Potenziale der «Alten» erschliessen

Überalterte Gesellschaft: In eigener Sache
Der Fachkräftemangel ist ein drängendes Thema, das uns alle betrifft. In den kommenden Jahren wird dieser Mangel voraussichtlich weiter zunehmen. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel: Mehr Personen werden pensioniert, als neue Arbeitskräfte in den Markt eintreten. Dieser schrumpfende Anteil der arbeitenden Bevölkerung stellt Unternehmen vor Herausforderungen und eröffnet gleichzeitig Chancen für uns neugierige und interessierte «Alte». Denn ältere Arbeitnehmende stellen aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung wertvolle Ressourcen für die Unternehmen dar. Kombiniert mit dem aktuellen Wissen der «Jungen» sind altersgemischte Teams für Arbeitgebende vorteilhaft. Die «Alten» bringen oft eine stabile Arbeitsethik, ausgeprägte Fähigkeiten und ein tiefes Verständnis für ihre Branche mit sich. Die «Jungen» andererseits, sozialisiert in einer digitalen Welt, erkennen in der exponentiellen Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz die Chancen für unsere Gesellschaft.

Künstliche Intelligenz als «Allzweckgerät»
«Alte» müssen beim Aufbau künstlicher «Intelligenz» KI ihre Erfahrung und Reife verantwortungsvoll und mit «gesundem Menschenverstand», selbstsicher und gelassen einbringen können. Die grosse Herausforderung heute ist, dass sich niemand darüber einigen kann, was intelligent sein eigentlich bedeutet. Eine seltsame Voraussetzung zur Entwicklung einer neue Technologie, sagt Helen Toner (32), Politikexpertin, im TED2024 Talk vom April 2024 (11:16). Verschiedene Experten haben völlig unterschiedliche Intuitionen darüber, was den Kern der Intelligenz ausmacht. Wir wissen nicht, ob es Problemlösungen sind, Lernen durch Anpassung, oder ist irgendwie ein physischer Körper mit Emotionen beteiligt? Unterschiedliche Antworten führen zu völlig verschiedenen Erwartungen darüber, wohin die Technologie geht und wie schnell sie dort ankommt. Als vor ein oder zwei Jahren ChatGPT auf den Markt kam, dachten wir, es handle sich entweder um eine eingeschränkte KI, die für eine bestimmte Aufgabe trainiert wurde, oder um eine AGI (artificial general intelligence), eine generelle künstliche Intelligenz die alles kann, was Menschen können? Die Antwort ist eindeutig weder das eine noch das andere. Als Allzweckgerät kann sie programmieren, Gedichte schreiben, geschäftliche Probleme analysieren und bei der Reparatur des Autos helfen, ist aber noch weit von menschlichen Fähigkeiten entfernt. Forscher beschreiben manchmal das ganze als Blackbox, darin finden wir Millionen, Milliarden oder sogar Billionen von Zahlen, die auf eine bestimmte Weise addiert und miteinander multipliziert werden. Im Grunde gibt es zu viele Zahlen und noch fehlen uns gute Möglichkeiten um herauszufinden, was diese alle tun.

«Work, Work, Work – Über den Sinn und die Zukunft der Arbeit»: DOC-Film auf SRF, 28. April 2024, 54 Min.

Der Wert von Arbeit
Patrick «Karpi» Karpiczenko (38), Schweizer Satiriker, Autor, Regisseur, Filmproduzent und Dozent für generative künstliche Intelligenz, schrieb in seinem Gastkommentar im NZZ Feuilleton vom 27. April 2024, wie uns künstliche Intelligenz zwingt, unsere Werte grundsätzlich zu überdenken. Was ist Leistung? Was ist Kreativität? Ergibt es noch Sinn, Geld und Arbeit zu verbinden, wenn nur noch hochspezialisierte Arbeit von Menschen ausgeübt werden kann? Hat nur noch Wert, was nicht automatisiert werden kann? Werden Kinderbetreuung und Strassenbau plötzlich zu lukrativen Berufsfeldern? Künstliches Mittelmass wird bereits von der KI produziert, denn nicht alles muss genial sein und da liegt das Potenzial der Technologie. Für die meisten Aufgaben reicht «gut genug». Mittelmass lässt sich folglich automatisieren. Schlechte Nachrichten für Werbetexter:innen und KV-Lehrlende – aber auch für die Gesellschaft als Ganzes? Dazu auch der DOC-Film auf SRF vom 28. April 2024 (54 Min.) «Work, Work, Work – Über den Sinn und die Zukunft der Arbeit». Der Film lädt ein, über die Rolle nachzudenken, welche die Arbeit heute in unserem Leben spielt – und wie wir sie neu denken könnten.

KI-Modelle gegen Altersdiskriminierung
Die Geschwindigkeit, mit der KI-Modelle besser und nützlicher werden, übertrifft alles Bisherige schrieb Karpi. Maschinelles Lernen macht alles effizienter – im Guten wie im Schlechten. Doch wer die Transformation verschläft, kann sie nicht mitgestalten und wird am Schluss vor vollendete Tatsachen gestellt. Was bei Technologie grundsätzlich gilt, ist bei KI noch wahrer: Technologischer Wandel passiert nie im Vakuum, sondern immer in der Wechselwirkung mit der Gesellschaft. Philosophie und Ethik, beides Disziplinen, die bereits Staub angesetzt haben, werden plötzlich essenziell, wenn man Maschinen «Menschlichkeit» beibringen soll. Diese Arbeit ist wie gemacht für uns «Alte»: Wie gestalten wir Systeme, die den Dialog zwischen Mensch und Maschine transparent und gewissenhaft ermöglichen? Diese Gedankenarbeit trägt unseren körperlichen Einschränkungen Rechnung, ermöglicht individuelle Arbeitszeitmodelle und kann auch ortsunabhängig erledigt werden.

«Work, Work, Work – Über den Sinn und die Zukunft der Arbeit»: DOC-Film auf SRF , 28. April 2024, 54 Min.

Erfahrung von «Alten» nutzen
«Wenn wir mit Kraft, Kreativität, Leidenschaft und Zielstrebigkeit altern, trotzen wir nicht dem Alter … wir definieren das Alter.» – Marc Middleton (73), Autor und Journalist.
Direkt vor unserer Nase vollzieht sich ein gewaltiger Wandel in der Art und Weise, wie wir leben und wie wir unser Leben angehen und manifestieren – egal wie alt wir sind. Insofern gäbe es genug Möglichkeiten für neugierige «Alte», den Stand der Digitalisierung weiter zu entwickeln. Fleissarbeiten, wie das Füttern von Daten, übernehmen ältere Branchenkenner, damit sich die jüngeren Fachkräfte auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Im Gesundheitswesen könnte man beispielsweise das Patientendossier statt als PDF-Friedhof, mit importierbaren Daten ausstatten, die eine dynamische Bearbeitung durch alle Partner erlauben würden. Solche Aspekte tragen dazu bei, die Produktivität und Effizienz am Arbeitsplatz zu steigern. In vielen Branchen werden neue Technologien und Arbeitsmethoden eingeführt, die eine gewisse Lernkurve erfordern. Engagierte «Alte» müssen möglicherweise zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um sich fortzubilden und neues Wissen akquirieren. Altersvielfalt am Arbeitsplatz soll auch zu einer positiven Unternehmenskultur beitragen, indem verschiedene Perspektiven und Erfahrungen zusammenkommen. Die Kombination aus der Energie und Innovationsfähigkeit der «jungen Wilden» und der Weisheit und Erfahrung der «Alten» kann zu einer dynamischen und erfolgreichen Arbeitsumgebung führen. Letztendlich sollten ältere Arbeitnehmer nicht aufgrund ihres Alters, sondern aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihres Engagements und ihres Potenzials beurteilt werden, das zum langfristigen Erfolg eines Unternehmens beiträgt.

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#360 – Künstliche Intelligenz ersetzt Berater

Berater scheitern an der künstlichen Intelligenz
Ein Mensch sei viel mehr als sein Beruf, schreibt Birgit Schmid im Feuilleton der NZZ vom 7. Januar 2024. Unter dem Titel «Was machst du beruflich?» beschreibt sie, wie Arbeit für die Generation Z nicht mehr die gleiche Bedeutung hat, wie für uns «Alte». Dumm, wer sich zu Tode schuftet und sich abhängig von Arbeitgebenden macht, die einen nie genug wertschätzen. Was jemand beruflich macht, bestimmt mit, welche Person man ist. Arbeit und Leben sind miteinander verschränkt, was für uns «Alte» bei Jobverlust oder nach der Pensionierung besonders deutlich spürbar wird. Viele von uns entscheiden in der Folge, unsere Erfahrung als Berater weiterzugeben, der Titel ist nicht geschützt. Doch wer ist schon bereit, hohe Stundenansätze für oft «beratungsresistente» Berater zu bezahlen, die sich lediglich an der Vergangenheit orientieren. Viele merken nicht, wie sie selbst nicht besonders digital affin sind und in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld mangels ihrer Akzeptanz für neue Technologien wegrationalisiert wurden. Der Trendforscher David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) sagt dazu: «Berater werden immer mehr, und sie wollen überleben, also klebt man eifrig neue Etiketten auf alte Ideen – aus altem Change Management wird nun plötzlich Digital Transformation, und selbstverständlich ist man ein Experte dafür.» Firmen die etwas weiterdenken, besetzen deshalb den Verwaltungsrat mit entsprechendem Know-how, was langfristig mehr bringen wird als externer Rat. Wie sagt man so schön im Silicon Valley: «If you want to get on board with digital you have to get digital on your board».

Betroffen sind vor allem Routinetätigkeiten
In ihrem Beitrag in der NZZ vom 12. März 2024 schreibt Nelly Keusch wie die künstliche Intelligenz KI vor allem «white-collar jobs» bedroht und fragt dabei ob diese bald auch Manager abschafft. KI kann nicht nur Verwaltungsaufgaben übernehmen, sondern ist in ersten Firmen bereits als Managerin im Einsatz, trotz gelegentlichen Fehlern und Mängeln bei moralischen Entscheiden. Die Welt blickt also gespannt auf die nächste Technologie, der zugetraut wird, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern: künstliche Intelligenz. KI werde bald alle Jobs übernehmen, sagen die einen, künstliche allgemeine Intelligenz (AGI), die komplett selbständig denken kann, sei nur einen Katzensprung entfernt. «KI ersetzt nicht den Menschen. Aber KI ersetzt Menschen, die keine KI benutzen», lautet ein in der Branche vielzitierter Spruch um Mitarbeitende vorübergehend zu beruhigen. Dabei übernimmt die KI immer mehr Aufgaben. Beispiele sind Übersetzungsprogramme, die Texte in den verschiedensten Sprachen erstellen und von Menschen lediglich redigiert werden müssen. Oder Datenlastige Backoffice-Jobs («white-collar jobs») in der Verwaltung, im Marketing oder im Finanzwesen. Auch einfache Routineaufgaben, die üblicherweise von Mitarbeitenden auf Einstiegsebene (Lernende) erledigt werden, gehören dazu. «Wenn die KI typische Junior-Aufgaben übernimmt, wie entwickelt man sich dann zum Senior weiter?» fragte der Geschäftsführer einer Werbeagentur.

Song of David, 2014 © Aïda Muluneh (50), Fotografin und Künstlerin aus Addis Ababa, Äthiopien

Ein virtuelles Wesen als CEO
Nelly Keusch verweist auf eine Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman die davon ausgeht, dass der zunehmende Einsatz von KI zu einer Umstrukturierung der Hierarchien führen wird. Da Aufgaben in Einsteigerpositionen besonders gut automatisiert werden können, wird die Arbeit auf Einstiegsebene künftig mehr wie die der ersten Führungsebene aussehen. Das wiederum könnte zu einer Verflachung des mittleren Managements führen, der Vorstufe zu höheren Führungspositionen. Doch ob die KI bei den Einsteigerpositionen haltmacht, ist umstritten. Die Technologie kann schliesslich auch Verträge aufsetzen, Texte redigieren oder medizinische Diagnosen erstellen. Warum, fragen sich einige, sollte sie dann nicht auch Führungsaufgaben übernehmen können? Und so beschreibt Nelly Keusch weitere Studien: Eine KI könne vieles besser als die durchschnittliche Führungskraft, sagte der Psychologe Niels Van Quaquebeke, Professor für Leadership and Organizational Behavior an der Kühne Logistics University in Hamburg, kürzlich gegenüber dem Magazin «Brand eins». Sie treffe analytische, datengetriebene Entscheidungen, sei rund um die Uhr verfügbar, habe ein hervorragendes Gedächtnis und könne individuelle Kommunikation analysieren und darauf eingehen. Hinzu kommt, dass Maschinen, anders als Menschen, nicht zu spontanen Wutausbrüchen neigen oder sich unangebracht gegenüber jungen Mitarbeiter:innen verhalten. KI ist die Zukunft der Unternehmensführung, meint dazu Dejian Liu, Vorsitzender von Netdragon in einer Pressemitteilung.

Homeoffice und Arbeiten aus der Ferne befeuern die Entwicklung
Die Verlagerung von Arbeit und Kommunikation in den digitalen Raum ist ein Trend, der in den vergangenen Jahren die Arbeitswelt bestimmte. Wenn Kommunikation ausschliesslich über digitale Kanäle stattfindet, kann sie bereits jetzt problemlos von einer KI durchgeführt werden. Wichtig ist dann nur noch, dass diese sinnvolle und nachvollziehbare Aufträge erteilt. Senior Manager würden dann die KI führen und strategische sowie ethische Entscheide treffen. Während sich die Technologie weiterentwickelt, wird die KI als Co-Pilot eingesetzt, welche menschliche Mitarbeiter assistiert und diese effizienter macht. Vollständig abschaffen wird KI kaufmännische Berufe wohl nicht. Aber wer diese heute noch ergreift, sollte anfangen, sich mit dem Potenzial von KI zu beschäftigen, meint Keusch.

Erfahrung und Reife sind wichtig im Umgang mit KI
Ähnlich einer Visitenkarte, bietet «kompetenz60plus.ch» eine Möglichkeit um Kontakte zu knüpfen, notabene mit Menschen oder Unternehmen, die sonst nie auf uns aufmerksam würden. Wir «Alten» verfügen zwar meist nicht mehr über den aktuellsten Wissensstand und dürfen uns deshalb nicht an der «ehrenamtlichen» Komponente stören. Unser unbestreitbar grösster Vorteil ist die gemachte Erfahrung, die nur mit dem Alter zu erreichen ist. Bekanntlich gibt es keinen «Master in Erfahrung». Wichtig bleibt deshalb das lebenslange Lernen, die Neugier, unsere Ausdauer und die Fähigkeit zur geschichtlichen Einordnung von Konzepten. «kompetenz60plus.ch» kombiniert unsere Erfahrung aus der analogen, mit den Erkenntnissen der digitalen Welt. Wir «Alten» sind gerne bereit, diese mit KMU’s oder im Startup-Team mit jungen Forschenden und Wissenschaftern auf Augenhöhe zu teilen.

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