Blog, Industrie 4.0

#434 – Wir «Alten»: Original oder schon Kopie

Eigenständigkeit und Mut zur Differenzierung
Letzte Woche durfte ich am Sommerfest eines Startups aus der Softwarebranche teilnehmen. Die ambitionierte Firma präsentiert sich gegenüber ihren Kund:innen als reine Schweizer Plattform, mit Software entwickelt und gehostet in der Schweiz, schweizer Qualität als Gütezeichen für Vertraulichkeit beim Datenschutz. Der Anlass inspirierte den folgenden Beitrag mit Überlegungen zu Datenschutz, Autorenrechte, Abgrenzung und proprietären Applikationen im weltweiten Netz. Nicht jede Herausforderung lässt sich durch Gesetze und Technologien lösen, auch nicht vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussionen über mögliche Zölle auf US-Dienstleistungen. Die vermeintlich sichere Verwaltung von Daten, die Rechenleistung, aber auch die Kontrolle digitaler Kanäle steht im Mittelpunkt der strategischen Planung von Unternehmen. Dazu braucht es Demut und eine hohe Leistungsbereitschaft – abseits von Phantasien wie der Vier-Tage-Woche oder der Selbstverwirklichung als Menschenrecht. Im Wettbewerb um Trainingsdaten für KI-Anwendungen sind wir auch auf die Erfahrung ausgewiesener «Alten» angewiesen. Die Stärkung von Kompetenzen, zu denen weiterhin Grundfähigkeiten wie Lesen, Rechnen oder Sprachen gehören, die aber auch ein kritisches Verständnis von Gesamtzusammenhängen umfassen, das es erlaubt, die Ergebnisse künstlicher Intelligenz zu hinterfragen. Wir «Alten» besitzen die Fähigkeit, die physische Umwelt durch Ideen und Handwerk zu gestalten. Im Kern gilt es, eine zentrale Tugend des Schweizer Erfolgsmodells ins 21. Jahrhundert zu übertragen: Eigenständigkeit und den Mut zur Differenzierung.

Das Problem mit der technischen Unmöglichkeit
Vor rund 30 Jahren bat sich mir die Gelegenheit, im Referat darauf hinzuweisen, wie mit der Digitalisierung der Begriff «Originaldokument» obsolet wurde und wir nur noch über (Original-)Kopien nachdenken sollten. Jede Kopie wird ohne Qualitätseinbussen zum Original. Trotz der Debatte über Regulierung und Sicherheit bezweifle ich, ob sich der weltweite Dokumentenfluss je kontrollieren lässt, denn das Internet kennt keine Territorial- oder Staatsgrenzen, sondern ist ein weltweites InformationsNETZ, das sich seinen Weg dort sucht, wo es am wenigsten Widerstand gibt. Das Internet wurde entwickelt, um Schäden und Zensur (im Kriegsfall) zu umgehen – diese Kernarchitektur macht es grundsätzlich resistent gegen zentrale Kontrolle. Innert Bruchteilsekunden entstehen unzählige Redundanzen. Daraus erklärt sich, wie technische Gegebenheiten wie Peer-to-Peer-Netzwerke, verteiltes Hosting und Verschlüsselung, die Durchsetzung unabhängig von rechtlichen Rahmenbedingungen praktisch unmöglich machen.

Geschichtliche Rückblende zur Entstehung des Internet
Das Internet ist das Ergebnis mehrerer technologischer Fortschritte. Seine Anfänge liegen im ARPANET, einem frühen Computernetzwerk, das 1969 während dem Kalten Krieg (1947 bis 1991) als Vorläufer des modernen Internets in den USA gegründet wurde, um eine dezentrale Kommunikation für militärische und wissenschaftliche Zwecke zu ermöglichen. Wichtige Meilensteine für das heutige Internet waren 1983 die Einführung von TCP/IP dem Transmission Control Protocol/Internet Protocol als «Satz» von Kommunikationsprotokollen die sicherstellen, dass Computer und Geräte Daten über Netzwerke, insbesondere das Internet, austauschen können. Sir Tim Berners-Lee erfand 1989 am CERN in Genf (Schweiz/Frankreich) das World Wide Web (WWW), um den Informationsaustausch zwischen Wissenschaftern zu vereinfachen, indem er die Grundlagen für Hypertext, das Protokoll HTTP, HTML zur Seitenbeschreibung und URLs für Adressen und Webbrowser schuf. 1993 machte das CERN den Code für das WWW der Öffentlichkeit zugänglich, was zu einem explosionsartigen Wachstum des Internets und dessen globaler Verbreitung führte. Der Lehrer meines Sohnes in der Sekundarschule Küsnacht war damals überzeugt, das Internet wird nie Erfolg haben.

Einstein auf dem Server: NZZ vom 14. August 2025. Illustration: Simon Tanner / NZZ

Kopie oder Original
Ich bat meine Lieblings-KI CLAUDE von Anthropic, mit mir zusammen die These: «Jede Kopie ist ein Original» weiterzuentwickeln, um über die Sinnhaftigkeit von Schutzmassnahmen für Inhalte nachzudenken.

CLAUDE:
Ihre Beobachtung zu digitalen Kopien und der grenzenlosen Natur des Internets berührt ein grundlegendes Spannungsfeld in der modernen Informationsverwaltung. Versuche, Inhalte zu blockieren, führen oft zu deren weiteren Verbreitung. Unterdrückungsversuche oder durchgesickerte Dokumente finden gerade aufgrund von Eindämmungsversuchen eine grössere Verbreitung. Wenn ein Land die Vorschriften verschärft, werden Server in ein anderes verlegt. Die globale Natur des Internets bedeutet, dass es immer einen Ort gibt, der Informationen entgegenkommt und ihnen mehr Raum gibt. Digitale Informationen verbreiten sich schneller als Rechtsverfahren. Bis Gerichte einstweilige Verfügungen erlassen oder Gesetzgeber Gesetze verabschieden, sind die Inhalte bereits weltweit verbreitet. Man vergleiche die Monate/Jahre, die Rechtsverfahren dauern, mit den Sekunden, die das Kopieren und Verteilen digitaler Dateien benötigt. Originale mit digitalen Wasserzeichen, Blockchain-Verifizierungen und andere Authentifizierungstechnologien verifizieren zwar die Herkunft, können aber das Kopieren oder Verteilen nicht verhindern.

Wirtschaftliche Realitäten – Die Revolution der Null-Grenzkosten
Die wirtschaftliche Realität der Informationsökonomie hat sich grundlegend verändert – die Grenzkosten für das Kopieren und Verteilen digitaler Inhalte nähern sich null, wodurch traditionelle, auf Knappheit basierende Schutzmodelle obsolet werden. Das traditionelle Modell des Inhaltsschutzes basierte auf physischer Knappheit – Bücher, Schallplatten und Filme waren teuer in der Reproduktion und Verbreitung. Urheberrechtsgesetze waren sinnvoll, solange für das Kopieren Druckpressen, Tonstudios oder Filmlabore benötigt wurden. Jedes Mal wurden neue Gesetze vorgeschlagen, aber die technologische Akzeptanz übertraf letztendlich die regulatorischen Reaktionen. Die Digitalisierung hat diese wirtschaftliche Grundlage erschüttert. Im Gegensatz zu analogen Kopien, die sich verschlechtern, sind digitale Kopien identisch mit den Originalen und ihre Erstellung kostet praktisch nichts. Wenn wir Inhalte empfangen, werden wir automatisch zu potenziellen Verteilern für das gesamte Netzwerk. Die Speicherkosten für diese Inhalte sind derart gesunken, was früher Lagerhallen erforderte, passt heute auf Geräte, die wir in der Hosentasche mitführen. Die globale Internet-Infrastruktur ermöglicht eine sofortige weltweite und kostengünstige Verbreitung. Dies führt zu einem wirtschaftlichen Paradoxon: Je wertvoller Informationen in unserer digitalen Wirtschaft werden, desto weniger wirtschaftlich ist es, ihren Fluss durch traditionelle Rechtsmechanismen zu kontrollieren.

Der Anpassungszwang führt zu neuen Geschäftsmodellen
CLAUDE stellt fest, dass wir aktuell das letzte Kapitel der Ära der «Inhaltskontrolle» erleben – nicht etwa, weil die Gesetze schlecht formuliert sind, sondern weil die wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen, die diese Kontrolle ermöglichten, dauerhaft erodiert sind. Anstatt sich gegen die technologische Realität zu wehren, haben sich erfolgreiche Unternehmen in der Vergangenheit angepasst, indem sie neue Umsatzmodelle gefunden haben (Streaming versus Eigentum), Communities rund um Inhalte aufgebaut haben, anstatt den Zugriff zu kontrollieren oder sich auf schwer kopierbare Formate konzentriert haben, wie Live- oder personalisierte Erlebnisse die nicht effektiv raubkopiert werden können. Kreative, welche die Beziehungen zu ihren Zielgruppen aufbauen, anstatt nur Produkte zu verkaufen, sind erfolgreich. Beispiele sind unter anderen im Verlagswesen – vom Gatekeeping zum Plattformaufbau – zu finden. Traditionelle Verlage kontrollierten den Vertrieb durch physische Einschränkungen (Paywall), die jedoch leicht umgangen werden können, Inhalte erscheinen oft innerhalb weniger Stunden anderswo kostenlos. In der Autorenwirtschaft schafft das Medium direkte Beziehungen zwischen Autor und Leser und die Plattform erhält einen kleinen Anteil, anstatt Inhalte zu kontrollieren. Wir «Alten» agieren dabei als Mentoren oder Sparringspartner und erfüllen, dank unserer Seniorität, auch die Funktion des «sozialen Gewissens».

Software – Open-Source-Erfolgsgeschichten
Auf das anfangs erwähnte Startup bezogen, sind flexible und offene Geschäftsmodelle eine Möglichkeit zum Erfolg. Anstatt wie traditionell Softwarelizenzen verkaufen und Piraterie bekämpfen, wird die Software verschenkt um später den Support und die Services zu verkaufen. Das Hinzufügen von Diensten rund um kostenlose Inhalte schafft nachhaltige Einnahmen. Oder die Umstellung vom Verkauf von Box-Software (leicht raubkopierbar) auf Cloud-Abonnemente mit kontinuierlichen Updates, was die Piraterie weniger attraktiv macht. Der kostenlose Zugang zu Bildungsinhalten finanziert durch Spenden und Partnerschaften, ständig aktualisiert, anstelle dem traditionellen und teurem Lehrbuchmodell mit eingeschränktem Zugang und häufigen Neuauflagen. Seit das MIT Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA den gesamten Lehrplan kostenlos online veröffentlicht hat, verbesserte sich sein Ruf und gewann damit bessere Studierende und höherer Fördermittel. Ganz allgemein bröckelt das Monopol des Wissenschaftsverlagswesens, auch weil Universitäten sich zunehmend weigern, überhöhte Abonnementgebühren zu zahlen. Die Branche kämpft gegen die Realität, anstatt sich kreativ anzupassen. Beispiele zeigen, dass erfolgreiche Content-Ersteller nicht fragen: «Wie können wir das Kopieren stoppen?», sondern «Wie können wir unser offizielles Angebot attraktiver machen als die Kopien?» Die erfolgreichsten Adaptionen greifen oft genau die Kräfte auf, die traditionelle Schutzmodelle zu bekämpfen versuchen. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung fordert mehr als zuvor unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus. Wir «Alten» übernehmen gerne die Rolle des Gewissens und der Verantwortlichkeit.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger

Blog, Industrie 4.0

#420 Sprache und das Denken der «Alten»

Generationenerfahrungen beeinflussen KI-Interaktionen
Wir «Alten» betrachten künstliche Intelligenz KI oft durch eine Brille, die von unserer lebenslangen Sprachsozialisation geprägt ist. Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel – sie strukturiert grundlegend, wie wir Kreativität ausdrücken und Probleme konzeptualisieren. Wenn Menschen mit KI in Berührung kommen, bringen sie ihre etablierten Denkmuster und sprachlichen Rahmenbedingungen mit, die nicht immer mit der Funktionsweise moderner KI-Systeme übereinstimmen. Für viele von uns «Alten» stellen Konzepte, die sich nicht leicht verbalisieren lassen, eine besondere Herausforderung dar. Unser Erfahrungshorizont entwickelte sich in einer Zeit, in der die Kommunikation von Mensch zu Mensch die primäre Form des Informationsaustauschs war, wodurch sich die abstrakte, algorithmische Natur der KI-Interaktion fremd anfühlt.

Die KI-Revolution wird unterschätzt
Die Ankunft nicht-menschlicher Intelligenz ist eine grosse Sache, sagt der ehemalige Google-CEO und -Vorsitzende Eric Schmidt (70). In einem ausführlichen Interview auf TED2025•April 2025 (25:37) mit dem Technologen Bilawal Sidhu unterhält sich Schmidt, wie die künstliche Intelligenz KI völlig unterschätzt wird, da nahezu ständige Durchbrüche Systeme hervorbringen, die komplexeste Aufgaben selbstständig erledigen können. Er verweist auf die enormen Chancen, ernüchternden Herausforderungen und dringenden Risiken der KI und zeigt, warum sich jeder mit dieser Technologie auseinandersetzen muss, um relevant zu bleiben. Im Interview spricht Schmidt auch über die Doppelnutzung dieser Systeme, in der Kriegsführung und für zivile Zwecke. Andere Herausforderungen betreffen die Verselbständigung der Systeme. Einige Forscher sind der Meinung, dass KI-Labore die Entwicklung agentenbasierter KI-Systeme, welche autonom agieren können, stoppen sollten. Andere Probleme betreffen Strom und Hardware und die Erkenntnis, dass uns die Daten ausgehen und wir beginnen müssen neue zu generieren. Doch wo liegt die Grenze des Wissens. Wie kommen unsere Computer auf etwas, worüber Menschen noch nie nachgedacht hatten? Es gibt eine Reihe von Kriterien, von denen die Branche denkt, da sollte man den Stecker ziehen. Beispielsweise, wenn man rekursive Selbstverbesserung erreicht, die man nicht mehr kontrollieren kann. Die KI verbessert ihre eigenen Fähigkeiten autonom, was potenziell zur Superintelligenz führen kann. Bei rekursiver Selbstverbesserung lernt der Computer nicht, oder man weiss nicht, was er lernt, mit möglicherweise negativen Folgen.

Keith Haring (1958-1990), US-amerikanischer Popart-Künstler: Best Buddies 1987

Sprache prägt unsere Kreativität
«Auf diese Weise macht lernen so süchtig wie social Media», sagt Luis von Ahn, CEO von Duolingo und Crowdsourcing Pionier, in seiner Videopräsentation (12:54) vom April 2023 auf TED2023. Von Ahn hat die weltweit am häufigsten heruntergeladene Bildungs-App Duolingo mit der Mission entwickelt, hochwertige Bildung für alle zugänglich zu machen. Der Guatemalteke Von Ahn studierte in den USA, promovierte in Informatik und arbeitet als Professor für Informatik an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh, Pennsylvania. Aus Erfahrung weiss er, Bildung können sich eigentlich nur reiche Leute leisten. Zusammen mit seinem Doktoranden Severin Hacker (40) beschlossen die beiden, mittels Digitalisierung einen Weg zu finden, wie man möglichst vielen Menschen Bildung zugänglich machen könnte. Dabei dachten sie vor allem an Dinge, die durch Wiederholung gelernt werden. Denn die meisten wirklich wichtigen Dinge wie Lesen oder Sprache werden durch Tausende von Wiederholungen erlernt. Dieses Lernen kann man «gamifizieren» und in einer App auf dem Smartphone einbetten, wo sich ein Grossteil der Weltbevölkerung mit Freude sowieso aufhält. Schulen auf der ganzen Welt zu bauen ist einfach zu teuer.

Bildschirmzeit muss keine schlechte Sache sein
Mit 80% ist Englisch die am meisten gefragte Sprache und damit kann man sein Einkommenspotenzial erheblich erhöhen. Um Reich und Arm gleichermassen den Zugang zu Duolingo zu ermöglichen, finanziert sich die App mit Werbung. Wer keine Werbung möchte, bezahlt ein Abo um diese auszuschalten. Wohlhabende Leute aus reichen Ländern ermöglichen damit die Bildung der armen Leute. Wenn man mit Bildung wirklich alle erreichen möchte, muss man sie nicht nur leicht zugänglich machen, sondern man muss sie auch so gestalten, dass die Leute tatsächlich lernen wollen. Dazu hat Duolingo verschiedene Tricks aus Apps wie Instagram, TikTok oder Spielprogrammen kopiert, welche mit Zählern, Auszeichnungen oder Erinnerungsnachrichten die Leute zurückholen und zum Spielen motivieren. So kommt es, dass in den Vereinigten Staaten zum Beispiel mehr Menschen eine Sprache auf Duolingo lernen, als an allen US High Schools zusammen. Bildschirmzeit muss keine schlechte Sache sein.

Keith Haring (1958-1990), US-amerikanischer Popart-Künstler, aus der «Radiant» Serie: setting himself apart, 1982, Bild: Keith Haring Foundation

Kommunikation: KI unterstützte Sprache mit Seherlebnis
Stellen Sie sich vor, Sie hätten die fesselndsten TED Talks der Welt nicht nur auf Englisch, sondern in Ihrer eigenen Sprache zur Hand. Dr. Lera Boroditsky (49) ist eine amerikanische Kognitionswissenschafterin und Professorin an der University of California, San Diego. Mit ihrer Ankündigung KI-angepasster mehrsprachiger TED-Talks zur Überwindung von Sprachbarrieren im Mai 2024, erweitert die Plattform ihre mehrsprachigen Initiativen und baut auf dem Erfolg des Untertitelungsprogramms von TED auf, indem menschliche und künstliche Intelligenz kombiniert werden. In einem TED-Pilotprogramm mit Integration generativer künstlicher Intelligenz GenKI, einschliesslich Stimmklon- und Lippensynchronisationsfunktionen, hat TED in Zusammenarbeit mit Panjaya.ai und der globalen Übersetzer-Community von TED die ersten KI-angepassten TED Talks erstellt, die in mehreren Sprachen gehalten werden und dabei die einzigartige Stimme und den Stil der Sprechenden bewahren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Synchronisationsmethoden, die sich umständlich und klobig anfühlen können, legt die KI-Anpassung von TED den Schwerpunkt auf ein nahtloses Seherlebnis. Dies markiert eine neue Ära in der mehrsprachigen Bereitstellung von Inhalten. Das Pilotprojekt startet auf brasilianischem Portugiesisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch und soll bald auf weitere Sprachen ausgeweitet werden. Im Bewusstsein für die Umweltauswirkungen durch den hohen Energieverbrauch, priorisiert TED Nachhaltigkeit und konzentriert sich, im Gegensatz zu Echtzeit-KI-Produkten, auf eine innovative einmalige KI-Anpassung, mit reduzierten Nebenwirkungen.

KI Nutzung: Vom Fragesteller zum fordernden Gesprächspartner
«Wie die Universität Stanford KI-gestützte Kreativität lehrt». Jeremy Utley, Director of Executive Education an der Universität Stanford, erklärt in seinem Video (13:19), wie die meisten Menschen das Potenzial von KI nicht voll ausschöpfen. Dies liege an unserer Herangehensweise an die Technologie. Ein einfacher Mentalitätswandel, anstatt der KI einfach Fragen zu stellen, sondern sie dazu auffordern, uns Fragen zu stellen, eröffnet viel Potenzial. KI kann uns den Umgang mit ihr automatisch beibringen, im Gegensatz zu herkömmlichen Tools wie Excel oder PowerPoint. Leistungsschwache Nutzer betrachten KI lediglich als Werkzeug, während Leistungsstarke die KI als «Teamkolleg:in» betrachten, insbesondere bei der Arbeit mit generativer KI GenKI. Wechseln wir deshalb vom blossen Fragesteller zur fordernden Gesprächspartnerin: Was muss die Maschine von mir wissen, um die beste Antwort zu geben? Fordern wir die KI, denn Kreativität bedeutet mehr zu tun als das Erste woran man denkt und worauf sich viele Menschen fixieren. Die KI kann Inspiration als Disziplin fördern, indem sie Modelle einbringt, neue Techniken, Erfahrungen, Perspektiven und all die Erkenntnisse, die sie aus aller Welt gewinnt. Meine Lieblingsapplikation CLAUDE von Anthrophic antwortet auf Prompts mit Gegenfragen und stellt am Schluss fest: Ich möchte von Ihrem Wissen profitieren und gleichzeitig meine einzigartige Perspektive in unsere Zusammenarbeit einbringen. Lassen Sie uns gemeinsam etwas schaffen, das keiner von uns allein entwickeln könnte.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch | Mail: werner@kompetenz60plus.ch |
Linkedin: kompetenz60plus.ch | facebook: kompetenz60plus
X: wernerkruegger | Instagram: wernerkruegger