Blog, Industrie 4.0

#423 – «Alte» in einer neuen Weltordnung

Die neue Weltordnung
Ian Bremmer (55), amerikanischer Politikwissenschaftler, Autor und Unternehmer mit Schwerpunkt auf globalen politischen Risiken, spricht in seinem Beitrag auf TED (14:58) vom April 2023, über eine neue «dritte Weltordnung». Historisch gesehen gab es zwei Weltordnungen: Parallel zur (militärischen) Sicherheitsordnung auch eine globale Wirtschaftsordnung, wo man sich die Macht teilt. Neu kommt eine weitere, noch wichtigere, die digitale Ordnung dazu. Sie wird nicht von Regierungen gesteuert, sondern von Technologiekonzernen. Technologiekonzerne bestimmen immer mehr unsere Identität. Will man das System in Frage stellen, genügt es nicht, die Autorität anzufechten, wie man es als Jugendliche lernt. Heute müssen wir die Algorithmen anfechten, denn diese sind eine unglaubliche Machtfülle in den Händen der Technologiekonzerne. Aktuell sind die USA der Hauptexporteur von Werkzeugen, mit dem Potenzial Demokratien zu zerstören. Es liegt an uns, auch an uns «Alten», mit dem Wissen über die Herkunft, unsere Zukunft zu gestalten. Wir müssen unseren Beitrag leisten um die Entwicklung, im Team mit den «jungen Technologieführern», entsprechend unseren Werten zu steuern.

«Woman Crying» 2019 aus einem Romance-Comic von Anne Collier (55), amerikanische Künstlerin. Foto: Anne Collier

Kontrollverlust als Quelle der Kreativität
Im Gespräch verzichten viele von uns «Alten» auf ein weiteres aktives, berufliches Engagement in einer Welt, die zusehends aus den Fugen zu geraten droht und in der unsere Ideale, die wir jahrelang verfolgt und gelebt haben, mehr denn je in den Hintergrund getrieben oder gar mit Füssen getreten werden. Wir bekunden Mühe im Umgang mit der aktuellen politischen Lage und empfinden einen Kontrollverlust. Seit Corona hat sich vieles auf dieser Welt zum Teil grundlegend verändert. Eine positive Einstellung gegenüber den technologischen Entwicklungen, wie der künstlichen Intelligenz KI oder der Digitalisierung von Unternehmesprozessen hilft uns bei der Einordnung. Weiterbildung, Offenheit und Neugier sind Voraussetzung um den Anschluss nicht zu verlieren, auch wenn dies immer schwieriger wird. Kontrollverlust beispielsweise in der Kunst, kann als ein wichtiger Bestandteil des künstlerischen Prozesses angesehen werden, da er zu unerwarteten Ergebnissen und neuen kreativen Möglichkeiten führen kann. Durch das Zulassen von Zufällen, spontanen Entscheidungen und dem Loslassen der Kontrolle kann Kunst entstehen, die sonst nicht möglich wäre.

Strukturveränderungen: Corona markierte eine Zäsur
Die COVID-19-Pandemie hat tiefgreifende und dauerhafte Veränderungen in verschiedenen Bereichen bewirkt. Der grösste Wandel mit wirtschaftlichen Folgen, zeigt sich in der Etablierung von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen. Was vorher undenkbar schien, wurde binnen Wochen zur Normalität. Viele Unternehmen haben ihre Büroflächen reduziert, während Arbeitnehmende neue Flexibilität erwarten. Gleichzeitig entstanden aber auch neue Ungleichheiten zwischen «systemrelevanten» Berufen, die vor Ort arbeiten mussten, und anderen. Unternehmen die zuvor zögerlich bei der Digitalisierung waren, erlebten innert kürzester Zeit einen Digitalisierungsschub. Viele traditionelle Geschäftsmodelle wurden hinterfragt oder grundlegend verändert. Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Lockdown-Massnahmen manifestieren sich weiterhin in den psychischen Belastungen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Die Pandemie führte auch zu einer Neubewertung der Rolle des Staates in Krisenzeiten. Massive staatliche Hilfsprogramme, die zuvor undenkbar schienen, wurden schnell umgesetzt. Dies veränderte auch die Diskussion über staatliche Verschuldung und Wirtschaftspolitik. Die Pandemie beschleunigte Entwicklungen, die sonst Jahre oder Jahrzehnte gedauert hätten. Diese «Zeitenwende» zeigt sich auch darin, wie Unternehmen und Individuen heute Risiken bewerten und Resilienz planen – sowohl für zukünftige Pandemien als auch für andere Krisen.

«Der Schrei» 1893, ikonisches Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944)

KMU-Barometer: Veränderungen
Gemäss dem Beitrag von Peter A. Fischer in der NZZ vom 5. Juni 2025 sind die Firmen verunsichert wie seit Pandemiezeiten nicht mehr. KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden erwarten Verschlechterungen bei den lokalen Rahmenbedingungen und im Wirtschaften mit dem Ausland. Wenn sich der mächtigste mit dem reichsten Mann der Welt wie Schulbuben streiten, sind es weniger die Erwartungen an sich, als die Stärke der Veränderungen, mit denen sich die schweizerische KMU-Wirtschaft zurechtfinden muss. Grösste Sorge der KMU bleiben die gesetzlichen Regulierungen, aber auch bei den Lieferketten und der Währungssituation und natürlich beim Marktzugang befürchten sie Verschlechterungen. Wir «Alten» helfen mit Weisheit, Gelassenheit, Erfahrung und Reife in gemischten Teams als Mentor:innen, Coaches oder Sparringspartner, ohne Angst zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln.

kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

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#359 – KI kann, könnte, muss aber nicht

Wenn Maschinen entscheiden
Was passiert, wenn Maschinen Entscheidungen für uns übernehmen, ist eine der fundamentalen Fragen im Zusammenhang mit KI künstlicher Intelligenz. Ruth Fulterer hat mit der Philosophin Ruth Chang von der Oxford Universität darüber gesprochen. Die NZZ vom 17. Februar 2024 publizierte das Interview unter dem Titel «Wir Menschen sind Herdentiere. Wir sind faul und befolgen gerne Befehle, auch die einer Maschine». Ruth Chang erforscht, wie man im Leben die richtigen Entscheidungen trifft, ob gross oder klein und untersucht nun, was passiert, wenn wir anfangen, solche Entscheidungen an Maschinen auszulagern. Sie nennt es das Paradoxon der Wahl, wenn es zu viele Alternativen gibt und wir das Gefühl haben: «Es gibt zu viele Informationen, ich kann keine Entscheidung treffen.» Algorithmen nehmen uns zunehmend Entscheidungen ab. Sie zeigen uns den Weg auf Google Maps, schlagen Partner vor und formulieren Texte für uns. Es ist es grossartig, wenn eine KI dies tut und uns damit wertvolle Zeit für die Recherche erspart. Im Leben funktionieren viele Entscheidungen aber nicht nur über Vor- und Nachteile, entweder-oder mit austauschbaren Alternativen, sondern verlangen nach einer menschlichen Intervention. Jemand muss eine einzige Option über alle Anderen bevorzugen, um die Menge relevanter Informationen zu reduzieren und so die Auswahl überschaubar machen.

Jenny Holzer (73), US-amerikanische Konzept- und Installationskünstlerin: «Demented Words» 2022, Text-generierte Ausstellung, Galerie Hauser & Wirth New York

«Alte» für die Entwicklung von KI-Standards
Ja, man kann Algorithmen als vermeintliche Experten einsetzen, um sich nicht durch eine kontroverse Entscheidung unbeliebt zu machen. Aber es könnte auch ein tieferes Problem mit der Verantwortung geben – insbesondere wenn es darum geht, was für ein Mensch, was für ein Unternehmen wir sein möchten. Man kann solche Fragen nicht einfach an die Technik auslagern. Vor allem, wenn nicht klar ist, auf welchen Werten die Entscheidung basieren soll. Da braucht es den «Menschen in der Schlaufe», was bei weitem der vielversprechendste Weg ist, KI mit unseren Werten in Einklang zu bringen. Insgesamt bringen kompetente «Alte» eine Fülle von Wissen, Erfahrung und Perspektive in die Entwicklung von KI-Standards ein, sodass ihr Engagement für die Erstellung wirksamer und ethischer Richtlinien für die Zukunft der KI von entscheidender Bedeutung ist. Wir «Alten» haben aus unserer Erfahrung ein tiefes Verständnis der Branchenpraktiken, kennen Vorschriften und verfügen über das Wissen historischer Zusammenhänge. Mit zunehmendem Alter kommt oft Weisheit, welche uns eine breitere Perspektive auf die möglichen Auswirkungen von KI-Technologien, einschliesslich ethischer, sozialer und kultureller Überlegungen ermöglicht.

Viel «Können» und wenig «Müssen»
Wir «Alten» haben möglicherweise frühere technologische Revolutionen oder Störungen erlebt und können Einblicke in potenzielle Risiken geben, die mit der KI-Entwicklung verbunden sind. Diese Eigenschaften können wichtige Erkenntnisse darüber liefern, welche Standards benötigt werden und wie sie formuliert werden sollten. Maschinen werden nicht durch Emotionen, Vorurteile oder Müdigkeit beeinflusst, was im Vergleich zu Menschen zu einer konsistenteren Entscheidungsfindung führen kann. Diese Konsistenz kann besonders in Bereichen wie Gesundheitswesen, Finanzen und Logistik von Vorteil sein. KI-Prozesse werden so optimiert, dass die Notwendigkeit menschlicher Eingriffe bei sich wiederholenden Aufgaben verringert werden, was auch zu Arbeitsplatzverlagerungen führen kann. KI-gestützte Entscheidungssysteme können Erkenntnisse und Muster in Daten aufdecken, die Menschen möglicherweise übersehen, und so zu innovativen Lösungen und Entdeckungen in verschiedenen Bereichen führen. Insgesamt hängt die Auswirkung der Entscheidungsübernahme durch Maschinen davon ab, wie diese Systeme konzipiert, implementiert und reguliert werden. Die Abwägung der Vorteile der Automatisierung mit ethischen Überlegungen sowie die Gewährleistung von Transparenz und Verantwortlichkeit sind für den nachhaltigen Einsatz automatisierter Entscheidungstechnologien von entscheidender Bedeutung.

2023 © Jenny Holzer (73) «READY WHEN YOU ARE», Hauser & Wirth West Hollywood, Los Angeles, Photo: Collin LaFleche

Technologischer Optimismus
Für uns «Alte», die wir möglicherweise nicht mit dieser Technologie sozialisiert wurden, stellt sich oft die Frage nach der Akzeptanz. Die Nutzung eines Computers an sich weist nicht unbedingt auf eine bestimmte Lebensphilosophie hin, sondern hängt davon ab, wie und warum man diesen nutzt. Ein Computer kann ein Werkzeug für verschiedene Zwecke sein, darunter Arbeit, Bildung, Unterhaltung, Kommunikation, Kreativität und mehr. Allerdings kann die Herangehensweise einer Person an die Nutzung von Technologie, einschliesslich eines Computers, Aspekte ihrer umfassenderen Philosophie oder Weltanschauung widerspiegeln. Manche Menschen sind begeistert von der Technologie und sehen darin ein Mittel zur Verbesserung ihres Lebens und der Gesellschaft als Ganzes. Andere stehen den Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft möglicherweise eher skeptisch oder sogar ängstlich gegenüber und bevorzugen einen einfacheren oder traditionelleren Lebensstil. Manche sehen Technologie möglicherweise als Mittel zur Verbesserung der menschlichen Fähigkeiten und des menschlichen Wohlbefindens, indem sie menschliche Bedürfnisse und Werte in den Mittelpunkt der technologischen Entwicklung und Nutzung stellen. Andere nehmen möglicherweise eine eher technozentrische Perspektive ein und priorisieren technologischen Fortschritt und Innovation über alles andere. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzung eines Computers selbst zwar nicht die Lebensphilosophie einer Person bestimmt, ihr Ansatz zum Einsatz von Technologie und ihre Einstellung dazu jedoch Einblicke in ihre umfassendere Weltanschauung und ihre Werte liefern können. KI wird unser Leben verändern, ob wir das wollen oder nicht. Dabei müssen wir mit allen Mitteln verhindern, dass KI menschliche Werte und Fähigkeiten untergräbt. Wir müssen die Werte der KI mit unseren eigenen in Einklang bringen und so gestalten, dass sie die schwierigsten und wichtigsten Entscheidungen im menschlichen Leben berücksichtigt.

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#347 – Beitrag der «Alten» zur KI-Entwicklung

Algorithmen als Chance für die Welt von morgen
Die Erfahrung von uns «Alten» muss sich in der Qualität der verwendeten Daten spiegeln. Wir dürfen deshalb die Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz KI nicht dem Zufall überlassen, sonst kommt uns der Überblick über das zu Digitalisierende abhanden. Dass Algorithmen über Menschen und deren Zukunft entscheiden, scheint unausweichlich zu sein – wir alle sind längst den Urteilen von KI ausgesetzt: Immer mehr Firmen lassen Bewerbungen automatisiert bewerten, und immer mehr Menschen bekommen Bescheide oder Auskünfte, die durch Maschinen vorbereitet wurden. Doch nicht alle diese algorithmisch getroffenen Entscheidungen sind korrekt, es gibt immer wieder Fälle, in denen die KI diskriminiert, Unschuldige eines Verbrechens beschuldigt oder gar Leben gefährdet, schreibt Katharina Zweig in ihrem Buch: «Die KI war’s! Von absurd bis tödlich: Die Tücken der künstlichen Intelligenz». Prof. Dr. Katharina Anna Zweig (47), leitende Informatikprofessorin an der Technischen Universität Kaiserslautern, Deutschland, ist eine digitale Vordenkerin und engagiert sich dafür, dass Algorithmen zur Chance für die Welt von morgen werden und nicht zur Gefahr. Insofern sollten wir anstelle von Intelligenz, über die Entstehung des global zugänglichen Wissens sprechen.

Menschen entscheiden (noch) über die Qualität von Daten
Am Ende sind es vorläufig noch wir Menschen, welche über die «Daten» bestimmen. Im Ergebnis zeigen sich dabei auch unsere Vorurteile gegenüber Andersdenkenden, dem anderen Geschlecht oder anderen Religionen. Deshalb sind der Wertekanon und die Erfahrung von uns «Alten», die wir im Team mit den «jungen Wilden» teilen, so wichtig. Um mitdiskutieren zu können, müssen wir jedoch die «Mechanismen» dieser Technologie verstehen. Dr. Urs Wiederkehr (62), Dipl. Bau-Ing. ETH/SIA, Leiter Fachbereich «Digitale Prozesse» auf der Geschäftsstelle des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA, publizierte dazu einen Beitrag im «buildup network» vom 28. November 2023. Im Teil 3 seiner Artikelserie zu Konzepten und gemeinsamem Systemdenkens definiert er unter dem Titel «Das digitale Fundament für Führungskräfte – Parameter und Komponenten als Umsetzungsbeschleuniger» die einzelnen Begriffe zum Verständnis. Er illustriert auch parallelen zur Geschichte von «Normierungen» im Bauwesen.

KI – robot design: Copyright © 2023 CGTN

Digitalisierung muss nachhaltig und flexibel sein
Die Digitalisierung entspricht aus seiner Sicht der «Vorratshaltung von parametrisierten Daten-Bearbeitungs und Nutzungsmöglichkeiten». Die Digitalisierung ist weder eine kurzfristige noch eine einmalige Sache. «Vorratshaltung» bezieht sich auf das immer wieder zum gewünschten Zeitpunkt Durchführen-Können der Funktion, stets wenn der an den Computer delegierte Prozess nachgefragt wird. Wir kennen dies beispielsweise aus Textverarbeitungsprogrammen, wo wir «Textblöcke» aus dem «Vorrat» in immer neuen Kombinationen wiederverwenden. «Daten» als strukturierte Beschreibung der realen, analogen Welt sind gemäss Wiederkehr der Grundbestandteil unserer digitalen Welt. Mit «parametrisiert» wird die Tatsache umschrieben, dass eine gute digitale Lösung ohne Umprogrammierung auf verschiedene Situationen reagieren kann. Massgeblich sind lediglich Veränderungen an den Eingabewerten, also an den Parametern.

Iterative Entwicklung von Programmcode
Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wird bei einer digitalen Lösung immer in die Zukunft investiert. Der Programmcode altert nicht, wird aber immer weiterentwickelt und verfeinert. Hier liegt ein riesiges Potenzial für uns «Alte», unsere Erfahrung und Weisheit einzubringen. Code kann wegen seiner Materienlosigkeit mittels «Copy-Paste» auf neue Situationen übertragen und als Ausgangspunkt für weitere Anwendungen angepasst werden. Im Zeitalter von KI muss es möglich sein, solche «Knochenjobs» weitestgehend zu automatisieren, der Computer soll uns ja helfen und nicht unser Leben weiter komplizieren. Zur Überprüfung der Resultate sind wir jedoch auf Erfahrung angewiesen. Es lohnt sich umso mehr, beim Projektstart zukunftsorientiert zu denken. So ergibt sich ein unmittelbarer Aufwand bei der Erstellung einer Anwendung. Die Erträge sind jedoch wiederkehrend und können bei jeder Prozessanwendung in Anspruch genommen werden. Deshalb sind in frühen Phasen von Digitalisierungsprojekten Überlegungen für einen effizienten Betrieb unausweichlich. Grenzkosten, also die Kosten, welche beim Auslösen eines zusätzlichen Prozesses anfallen sollen möglichst gegen Null tendieren. Zu diesem Zweck macht es Sinn, zusammengehörige Funktionen in Software-Komponenten zusammenzunehmen (Blöcke). Aktuelle Daten, die stets in Parameterform als Attribut-Wertepaare vorliegen, ermöglichen den Transfer in den passenden Zeitpunkt und können eine genau umschriebene Aufgabe übernehmen. Und auch diese Komponenten können wiederum auf anderen aufbauen.

Der «Kleber», der unsere digitale Welt zusammenhält
Auf Software-Komponenten baut die digitale Welt auf. In den APIs, Application Programme Interface, eine Form von Komponenten, sieht Wiederkehr den «Kleber», der unsere digitale Welt zusammenhält. Zum Komponenten-Aufbau gibt es heute anerkannte Regeln, welche die Kompatibilität gewährleisten. Kombinierbare Teile, genaue Definitionen und der Wille zur Zusammenarbeit sind massgebliche Erfolgsfaktoren, auch bei den Arbeiten an der digitalen Welt. Für uns Nutzer ist klar, viel wäre heute schon möglich, aber unser «Gärtchendenken» wird solche Kooperationen noch lange Zeit verunmöglichen (Stichwort elektronisches Patientendossier). Neben dem Willen fehlt es (scheinbar) auch an der Zeit, Grundlagen sauber digital zu erarbeiten. Anstelle der erwähnten Kooperationen finden sich unzählige Applikationen als Insellösungen, welche lediglich auf einen Teilaspekt fokussieren, das Verständnis für die Vorteile einer weiterreichenden Vernetzung fehlt. Auch da können wir «Alten» unsere Erfahrung nutzbar einbringen. Wünschbar ist auch der vermehrte Einsatz von «Open Source»-Quellen zur Programmierung. Als Open Source (aus englisch open source, wörtlich offene Quelle) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen meistens kostenfrei genutzt werden.

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