Der Wechsel zum Co-CEO-Modell
Mit weniger als 100 Tage bis zum neuen Jahr 2025, lohnen sich Gedanken über die Zukunft der Führung von KMUs in einer «Gesellschaft 5.0». Wie die Rolle des CEO, wie wir sie heute kennen, wegen dem rasanten Tempo des technologischen Fortschritts sich in den kommenden Jahren völlig verändern wird. Im Podcast von Judith Wallenstein, Managing Direktor und Senior Partner, Boston Consulting Group BCG, erklärt die Autorin, wie diese Rolle aussehen könnte. Zusammen mit BCGs Konversations-KI-Agent GENE, der den Podcast mitmoderiert – unter Aufsicht und bearbeitet durch «Menschen» in München – ist demnach ein neues Paradigma getreten: die Rolle eines/einer «Chef-Ökosystem-Orchestrator:in». Die CEOs der nächsten Generation werden sich in einem Umfeld zurechtfinden müssen, in dem der Erfolg von internen Abläufen von der Fähigkeit abhängt, ein komplexes Netz externer Beziehungen und Einflüsse zu steuern. Die zunehmende Komplexität der CEO-Rolle wird viele Organisationen dazu veranlassen, ein Modell zu übernehmen, bei dem sich zwei sich ergänzende Profile die Führungsverantwortung teilen.
Künstliche Intelligenz KI als unverzichtbares Werkzeug
KI wird eine entscheidende Rolle bei der Rationalisierung von Prozessen, der Verbesserung der Analysefähigkeiten von Führungskräften und der Erkennung komplexer globaler Trends spielen. CEOs werden KI nutzen, um durch riesige Daten- und Informationsmengen zu navigieren, damit sie fundiertere Entscheidungen treffen und Chancen und Risiken effektiver erkennen können. Chef-Ökosystem-Orchestrator:innen müssen ein Beziehungsnetzwerk hervorragend verwalten können, das sich über die Unternehmensgrenzen hinaus auf zahlreiche Drittparteien erstreckt, darunter Lieferanten, Partner, Aufsichtsbehörden und Kund:innen. Kontinuierliche Weiterbildung ist essenziell, um über den technologischen Fortschritt und die globalen Markttrends auf dem Laufenden zu bleiben. Wir müssen uns vom traditionellen Bild der allwissenden Führer:innen verabschieden.

Digitale Transformation ist von strategischer Relevanz
Der Strategylab Rotkreuz Newsletter vom 25. September 2024 präsentiert neueste Erkenntnisse aus der angewandten Forschung, sowie Praxisempfehlungen für die digitale Transformation in Organisationen. In ihrer Forschungs- und Beratungspraxis sehen die Autoren Marc K. Peter und Kai Reinhardt im Buch «Digitale Wettbewerbs-Vorteile in der Praxis», dass sich die Mehrheit von Führungskräften und Aufsichtsgremien mittlerweile bewusst ist, dass die Digitalisierung und damit verbunden die digitale Transformation von strategischer Relevanz für ihr Unternehmen ist. Doch nur die Hälfte der Unternehmen berücksichtigen «Digital» in ihrer aktuellen Strategie und nur gerade 30% der Firmen erreichen mit ihren Transformationsvorhaben die angestrebten Ziele.
Die fünfte industrielle Revolution mit KI als Kernstück
Prof. Dr. Marc K. Peter, inhaltlicher Leiter des CAS-Programms «Digital Acceleration & AI» der Rochester-Bern Business School, beschreibt die Situation in seinem Blog vom 8. Juli 2024 unter dem Titel «Die fünfte industrielle Revolution mit KI als Kernstück treibt eine neue Welle der digitalen Transformation an» wie folgt: Blickt man auf 70.000 Jahre menschlicher Effizienzsteigerung zurück, so sind Frederick Taylors «Wissenschaftliches Management» und Henry Fords Autoproduktion am Fliessband zu Symbolen der industriellen Revolution geworden. Das digitale Zeitalter mit seiner Cyber-Dimension stellt neue Herausforderungen, bietet aber auch neue Möglichkeiten. Dem Übergang zur Digitalisierung und zur digitalen Transformation gingen drei industrielle Revolutionen voraus. Jede dieser Revolutionen hatte Auswirkungen auf das Leben der Bürger:innen und Verbraucher:innen in Bezug auf Bildung, Beruf, Gesundheit und Sicherheit. Einige der Veränderungen kamen sehr schnell und waren äusserst gravierend, zum Beispiel verloren Menschen ihren Arbeitsplatz und mussten ihr Leben völlig neu organisieren.

Die Vernetzung von allem mit allem
Seit Anfang der 2000er Jahre sind wir Teil der vierten industriellen Revolution. Diese Revolution ist gekennzeichnet durch die «Vernetzung von allem mit allem». Das Internet und die neuen Informationstechnologien im Allgemeinen schaffen eine Abhängigkeit von der Technik, wie sie die Gesellschaft noch nie erlebt hat. Seit den 2020er Jahren haben die kontinuierlichen Fortschritte in der Technologie, wie die künstliche Intelligenz KI und der gesellschaftliche Wandel, die Vorstellung von einer sich abzeichnenden fünften industriellen Revolution ausgelöst. Die Fortschritte der vierten industriellen Revolution werden weiter genutzt, wobei die digitale Transformation im Mittelpunkt steht und sich eine Sichtweise auf das industrielle Internet der Dinge (IoT) entwickelt, indem die Zusammenarbeit zwischen Menschen (Mitarbeitenden, Kund:innen) und Maschinen (digitale Technologie, beispielsweise kollaborative Roboter oder Cobots) optimiert wird. Die Interoperabilität (die Fähigkeit, verschiedene Systeme und Geräte miteinander zu verbinden) wird gefördert, auch mit Modellen der KI, was rechtliche und ethische Überlegungen auslöst. Nachhaltigkeitskonzepte konzentrieren sich auf den ökologischen Wandel und umfassen beispielsweise wiederverwertbare Produkte, eine kohlenstoffneutrale Industrie oder die Kreislaufwirtschaft.
Interoperabilität als Grundvoraussetzung für KI
Die Interoperabilität erfordert eine gemeinsame Definition und ein gemeinsames Verständnis von offenen Standards, einschliesslich Datenformaten, Schnittstellen und Kommunikationsprotokollen. Daten und die Cloud/Rechenleistung sowie Interoperabilität sind die Grundvoraussetzungen für KI. Neben den technologischen Fortschritten werden weitere Debatten und neue Rahmenbedingungen für die neue Arbeit entstehen, darunter Themen wie Arbeitszeitverkürzung, staatlich gefördertes bedingungsloses Grundeinkommen und Wohlbefinden. Dies wird manchmal als «Gesellschaft 5.0» bezeichnet, die darauf abzielt, soziale Fragen in Themen des digitalen technologischen Fortschritts und der sich abzeichnenden fünften industriellen Revolution zu integrieren, indem eine ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung mit der Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen erreicht wird.

Wir «Alten» in der Gesellschaft 5.0
Uns «Alten» in der «Gesellschaft 5.0» kommt dank unserer Seniorität die Funktion des «sozialen Gewissens» zuteil. Egal, ob Text, Datenbank oder Modell – weiterhin unerlässlich sind fachkundige Menschen, die den Output kritisch prüfen und korrigieren. Eine erfolgreiche Digitalisierung fordert mehr als zuvor unsere zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten heraus. Unser Alter ist ein Zeichen von Stärke und dafür, dass wir dem Leben standgehalten haben, die Geschichte mitgeschrieben haben. Als Mentoren und Sparringspartner im Team mit den «jungen Wilden» vertreten wir die ethische Landschaft und Integrität zukünftiger Technologien, basierend auf unserer Erfahrung.
kompetenz60plus.ch, das Netzwerk von kompetenten «Alten»
kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von kompetenten Fachleuten. Erfahrene «Alte» unterstützen KMU’s und Start-ups bei der Umsetzung innovativer Ideen und bei Herausforderungen aller Art – auf Augenhöhe. Registrieren Sie Ihre Kompetenz ➔ hier kostenlos oder suchen Sie auf unserem Portal eine Fachperson mit geeigneter Kompetenz. Unkompliziert und zu moderaten Bedingungen. Kontaktieren Sie uns mit Ihren Interessen, Fragen und Anregungen, ganz unverbindlich, per Mail an werner@kompetenz60plus.ch. Danke!
Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator

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