Blog, Industrie 4.0

Big Data und «Alte» Weise – Ideen mit Sprengkraft

Digitalen Wertschöpfungskette
Zu oft distanzieren sich ältere Unternehmer von internetbasierten Anwendungen. Lieber verfügen sie über (meist ungesicherte) Dateien auf ihrem eigenen «PC», nicht selten ist dieser innerhalb ihres Unternehmens nicht einmal vernetzt. Sie fürchten um Ihre «persönlichen» Daten und haben unrealistische Vorstellung von den vermeintlichen Gefahren im Netz. Geschürt werden diese Vorurteile täglich von den Printmedien, die um ihre Zukunft bangen müssen und deshalb jegliche Digitalisierung verteufeln. Dabei überwiegen die Vorteile einer gut durchdachten Vernetzung um ein Vielfaches. Aufgeschlossene «Alte» als Sparring-Partner bilden eine wertvolle Ressource beim Aufbau einer digitalen Wertschöpfungskette.

Algorithmen aus Lebenserfahrung
Computerprogramme, die Algorithmen die uns bei der täglichen Arbeit unterstützen, werden von uns Menschen geschrieben, mit unseren individuellen Lebensbiografien als Grundlage. Ein reicher Erfahrungsschatz, gefestigte Kompetenzen und Altersweisheit sind Vorteile die wir «Alten» dabei an den Tisch bringen. Es geht schlussendlich nicht nur um die Umsetzung von Projekten für welche die «jungen Wilden» und «digitale natives» bestens gerüstet sind. Im Umgang mit Big Data sind eine gewisse Reife, Realitätssinn und Lebenserfahrung in der Beurteilung wichtig.

Attendees use their laptops at the Google I/O developers conference in San Francisco in 2014.

Dazu einige Gedanken, auszugsweise aus einem Beitrag von Philipp Albrecht 11.09.2018 in der BILANZ: Die Flops mit grossen Datensätzen häufen sich. Der Erfolg bleibt nur einer Handvoll Konzerne vorbehalten. Was bleibt vom «Öl des 21. Jahrhunderts»?

Korrelationen aber kaum Kausalität
Das Hauptproblem von Big Data: Es gibt Korrelationen zuhauf, aber kaum bis gar keine Kausalität. Eine Korrelation (mittellat. correlatio für «Wechselbeziehung») beschreibt eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Merkmalen, Ereignissen, Zuständen oder Funktionen, während die Kausalität die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände betrifft. Als Beispiel nennt Gerd Antes (69), das erfolglose Projekt «Flu Trends» von Google: Nur weil in Bern plötzlich mehr Menschen Grippesymptome googeln, muss das nicht bedeuten, dass dort der Virus ausgebrochen ist. Sie könnten auch einfach im Fernsehen einen Beitrag über eine schwere Grippewelle im Südtirol gesehen und sich dann im Internet über Symptome informiert haben.

Umgang mit der Datenflut
Algorithmen schaffen es bis heute nicht falsche Korrelationen zu filtern. Die Website Tylervigen.com hat zum Spass Grafiken übereinander gelegt, die sich zufällig gleich verhalten, aber nichts miteinander zu tun haben. Eine zeigt die scheinbare Parallelität zwischen der Absatzentwicklung japanischer Autos in den USA und der Anzahl sterbewilliger Menschen, die vor Autos sprangen. Ein Grundproblem liegt bei den falschen Versprechen, die im Umgang mit der Datenflut abgegeben werden. Finanzprofessor Karl Schmedders von der Uni Zürich hat mehrere Big-Data-getriebene Fintech-Firmen beobachtet und stellt einen Vergleich zur Jagd auf: Früher habe man die eine Kugel im Gewehr mit viel Bedacht abgefeuert, «heute schiesst man mit Schrot in den Baum rein, und irgendwo fällt dann ein Vogel runter».

Beispiel: Die Migros und ihr Datenschatz
Bei der Migros, die auf einem beispiellosen Datenschatz sitzt, will man genau das verhindern. Dank seines Kundenbindungsprogramms Cumulus gilt der Retailer als interessantes Anschauungsbeispiel in Sachen Big Data. Weil die Migros aber nicht wie Google eine Internetfirma, sondern ein 90 Jahre alter Detailhändler mit angehängter Produktion ist, hat man einen eher semiprofessionellen Zugang zu den Daten. Die Datentöpfe sind voll, müssen aber noch verknüpft werden.

Kompetente und Weise «Alte»
Die Beispiele zeigen, wie ältere Fachkräfte ihren altersbedingten Wissensvorsprung sinnvoll in digitale Projekte für KMU’s einbringen können. Unsere gesammelte Erfahrung, das kumulierte Wissen, manifestieren sich in unserer persönlichen Kompetenz. «kompetenz60plus.ch» ist die Plattform für Klein- und Kleinstunternehmen (KMU’s) wo man sich auf Augenhöhe begegnet. Helfen Sie mit, zusammen führen wir dieses Projekt zum Erfolg. Danke!

Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
Projektadministrator und Initiator


Ein Projekt «von uns. für uns.»
Web: kompetenz60plus.ch I Mail: werner@kompetenz60plus.ch I
Linkedin: Werner K. Rüegger | Skype: wernerkrueegger

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