Wir brauchen mehr Verrücktheit
Die Plattform kompetenz60plus.ch ist ein Netzwerk von uns «Alten» in einer zunehmend digitalisierten Welt. Nicht ganz einfach, denn die Babyboomer haben sich nie wirklich mit den neuen Technologien angefreundet. Viele haben die Entwicklung bis zur Pensionierung «ausgesessen», in der Hoffnung, dass alles irgendwann vorbei und die Welt wieder in «Ordnung» sein wird. Anders der Technikoptimist Vinod Khosla (69), Indisch-amerikanischer Milliardär, Geschäftsmann und Risikokapitalgeber. Er glaubt an die weltverändernde Kraft «verrückter Ideen». Im TED2024 • April 2024 (9:31) Vortrag präsentierte er zwölf kühne Prognosen für die Zukunft der Technik – von der Präventivmedizin über autofreie Städte bis hin zu Flugzeugen, die uns in 90 Minuten von New York nach London bringen – und zeigt auf, warum eine Welt des Überflusses auf uns wartet. Vinod Khosla findet, dass Technikoptimismus mit Empathie und Sorgfalt praktiziert werden sollte. Zu beginn warnte er seine Zuhörer:innen vor Experte:innen, welche die Vergangenheit extrapolieren. (Wir kennen das aus «futuristischen» Filmen, welche sich an bekannten Kulissen orientieren.) Sie verhindern radikalen Fortschritt, weil sie linear denken. Sie denken nicht an das Unwahrscheinliche. Khosla glaubt nämlich, dass nur unwahrscheinliche Dinge wichtig sind. Aber wir wissen nicht, welche von diesen wichtig sind. Unternehmer mit einer Leidenschaft für Visionen träumen ihre Träume und wagen dann etwas Verrücktes. Wir brauchen mehr Verrücktheit, um diese unwahrscheinlichen Träume wahr werden zu lassen. Darum geht es beim Unternehmertum, von dem er ein Leben lang fasziniert war.

Wenig sozialer Wandel in 40 Jahren
In den letzten 40 Jahren hat sich Vinod Khosla nur mit Innovationen beschäftigt. Dabei fällt ihm kein einziger grosser sozialer Wandel ein, der von einschlägigen Expert:innen vorangetrieben wurde, vielleicht mit Ausnahme der Biotechnologie. Egal, ob man sich SpaceX, Elektroautos oder Uber ansieht, kein einziges Beispiel. Das erste, was ihm einfällt, waren Kreditkarten in den frühen 1970ern, als die Bank of America den Kredit auf Plastik brachte. Mittlerweile sind wir jedoch mit künstlicher Intelligenz KI und deren endlose Möglichkeiten für unsere Gesellschaft konfrontiert. Das meiste Fachwissen durch KI wird kostenlos sein. Jeder Mensch auf dem Planeten wird rund um die Uhr gratis einen Arzt und umfassende Grundversorgung in Anspruch nehmen können. Jedes Kind fast ohne Kosten einen leicht zugänglichen Nachhilfelehrer bekommen. Ob Bauingenieure oder Onkologen, das meiste Fachwissen wird kaum Kosten verursachen. Etwa die Datenverarbeitung. Auch die meiste Arbeit wird kostenlos sein, wenn eine Milliarde zweibeiniger Roboter mehr Arbeit verrichten werden als alle Arbeitskräfte heute. Khosla glaubt, wir werden über genug Mittel verfügen, um alle Vertriebenen zu versorgen. Und hier kommt für ihn der empathische Teil des Technikoptimismus ins Spiel. Wir werden genug haben, um eine Umverteilung vorzunehmen.
Die KI wird uns den Weg zeigen
Programmieren wird ebenfalls fast kostenlos sein. Computer werden sich noch viel weiter verbreiten, noch gegenwärtiger und umfassender werden. Wir werden Computer fast wie ein Dienstprogramm betrachten. Sie werden im Hintergrund laufen, wie Elektrizität. Wir sprechen in das kleine Gerät in unserer Hand und es wird menschliche Anweisungen verstehen. Computer werden sich an Menschen anpassen, wir werden den Umgang mit ihnen nicht mehr lernen müssen. Erstaunlicherweise wird der Internetzugang hauptsächlich über Agenten erfolgen – Milliarden Agenten, die herumlaufen und Dinge für uns Menschen erledigen. Medizin ist ein weiterer Favorit von Khosla und wichtig für uns «Alte». Die heutige Medizin ist ziemlich gut, aber es handelt sich um praktizierte Medizin, die sich zur wissenschaftlichen Medizin wandeln wird: Von der heutigen Krankenversorgung mit Medikamenten zu einer Gesundheitsfürsorge, die Krankheiten vorbeugt und den Beginn einer Krankheit weit im Voraus feststellt, damit wir frühzeitig reagieren können.

Eine Welt im Überfluss ist möglich
Wir können in den nächsten 25 Jahren die meisten Autos in den meisten Städten ersetzen, indem wir den Transit schneller machen als ein Auto mit Chauffeur, günstiger als ein öffentliches Nahverkehrssystem und allgegenwärtig, jederzeit auf Abruf. Tatsächlich baut heute die Stadt San Jose in Kalifornien das erste dieser öffentlichen Transportsysteme. Apokalyptiker sagen, wir haben nicht genug Ressourcen wie Lithium und Kupfer. Vinod Khosla sagt, das haben wir noch gar nicht geprüft. Wir haben noch nicht einmal begonnen, die Technologien zu entwickeln, mit denen wir einen Kilometer in die Tiefe schauen können. Doch wir sind auf dem besten Weg. Er ist überzeugt, eine Welt im Überfluss ist möglich. Wir brauchen nur ein paar motivierte, leidenschaftliche Unternehmer, um das zu erreichen.
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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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