Leistungsschwach
Als Berater erlebe ich immer öfter wie E-mails nicht beantwortet, respektive ignoriert werden. Man versendet SMS-Kurzmeldungen oder man «schnattert» in WhatsApp-Gruppen. Dabei greift man schnell zum Telefon, alles Andere wäre zu aufwändig. Nun wurden die neuen Resultate einer Untersuchung der OECD und dem Bundesamt für Statistik publik. Die Studie, die als «Pisa für Erwachsene» bekannt ist, zeigt: Jede und jeder Zehnte zwischen 16 und 65 in der Schweiz versteht einfache Mitteilungen nicht. Weitere 20 Prozent sind dazu zwar in der Lage, verstehen aber nicht mehr als simple Botschaften, etwa auf einer Liste. Unter dem Titel «Der überforderte Bürger: 1,7 Millionen erwachsene Schweizer können kaum lesen oder rechnen» fragt Sebastian Briellmann in der NZZ vom 10. Dezember 2024, was dies über unser Land aussagt. Untersucht wurden nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch die Fähigkeiten in Alltagsmathematik und der Problemlösung wo die Resultate marginal besser aussehen. Die Konsequenzen sind drastisch und führen im Berufsleben durchaus zu Überforderung. Diese Ergebnisse hätten sich in den letzten zehn Jahren, als diese Studie letztmals gemacht worden sei verschlechtert, sagen deren Verantwortliche. Und dies in einer Zeit, in der die Anforderungen im Berufsleben zugenommen hätten. Das ist auch deswegen problematisch, wenn die Resultate des Nachwuchses berücksichtigt werden. In der letzten Pisa-Studie, vor einem Jahr veröffentlicht, ist bekanntgeworden, dass es in der Schweiz immer mehr schlechte Schüler:innen gibt. 25% von ihnen gelten als «leistungsschwach», wie man das ziemlich freundlich in der Bildungssprache nennt.
Arbeit hält fit und gibt dem Leben einen Sinn
Unter uns «Alten» über 50 zeigt sich ein weiteres Phänomen. Laut dem Beitrag von Albert Steck, in der NZZ vom 7.Dezember 2024, mit dem Titel «Sie können es sich leisten: Jeder zweite Staatsangestellte geht vorzeitig in Rente» ist der Wunsch nach einem vorzeitigen Ruhestand in der Schweiz weit verbreitet. Dazu sagt Reto Spring, Präsident des Finanzplaner-Verbands Schweiz, wie er seinen Kunden oftmals abrate von einer Frühpensionierung. Und zwar nicht nur aus finanziellen Gründen: «Arbeit hält fit und gibt dem Leben einen Sinn.» Zudem sei die Lebenserwartung inzwischen so hoch, dass viele Menschen einen Drittel ihres Lebens im Ruhestand verbrächten. «Statt sämtliche Golfplätze abzuklappern, führt es zu mehr Befriedigung, wenn man sich nützlich machen kann.» Wer allerdings unter einer Krankheit leide, für den ergebe eine vorzeitige Pensionierung Sinn. Anders bei gesunden Personen, die sich oft gehen lassen, sobald sie die Erwerbstätigkeit aufgeben, etwa weil ihnen die sozialen Kontakte fehlen. Länger im Beruf zu bleiben und schrittweise auszusteigen, sei daher die bessere Lösung. Im Hinblick auf den Arbeitskräftemangel, der sich aus der demografischen Entwicklung ergibt, müssen wir vor allem mehr «Alte» motivieren können, über 65 hinaus zu arbeiten, findet Thomas Schmutz, der stellvertretende Direktor des Eidgenössischen Personalamts.
Lebenslanges Lernen erhöht die geistige Widerstandskraft
Frühpensionierungen seien primär ein Wohlstandsphänomen stellt der St. Galler Ökonomieprofessor Reto Föllmi fest. Besserverdienende begünstigen den Trend, während lediglich 15 Prozent der Selbständigen vor 65 aufhören. Und die Arbeitgebenden können es sich immer weniger leisten, erfahrene Kräfte vorzeitig gehen zu lassen, denn die Pensionierungswelle der Babyboomer hat erst begonnen. In der dritten Episode ihrer Serie schreibt Eveline Geiser in der NZZ vom 7.Dezember 2024, unter dem Titel «Wider das Vergessen: Lebenslanges Lernen kann vor einer Demenz schützen», wie Bewegung und lebenslanges Lernen die geistige Widerstandskraft erhöhen. Nicht alle altern gleich gut. Tatsächlich gibt es unter uns «Alten» solche, deren Gehirne die typischen Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung haben. Doch dement sind wir deswegen nicht. Diese Gehirne gelten als besonders widerstandsfähig, weil wir uns auch im Erwachsenenleben immer weiterbildeten. Wir sind beispielsweise einer beruflich Aufgabe nachgegangen, die uns immer wieder herausgefordert hat. Gemäss einer Norwegische Studie mit mittlerweile über 70 Jahre alten Teilnehmenden lässt sich Folgendes sagen: Wer im Arbeitsleben häufig Routineaufgaben erfüllen musste, wurde im Alter eher dement – und zwar unabhängig davon, mit wie viel Bildung jemand ins Arbeitsleben gestartet war.
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