Blog, Industrie 4.0

#390 -«Alte» Führungskräfte oder Seilschaften

Kompetenz durch Erfahrung
Die Plattform «kompetenz60plus.ch» ist ein Netzwerk von und für uns «Alte», in einer zunehmend digitalisierten Welt. Nicht ganz einfach, denn viele Babyboomer haben sich nie wirklich mit den neuen Technologien angefreundet. Nicht wenige haben die Entwicklung bis zur Pensionierung «ausgesessen», in der Hoffnung, dass alles irgendwann vorbei und die Welt wieder in «Ordnung» sein wird. Das ist leider Wunschdenken. Aktuelle Entwicklungen führen uns vor Augen, wo unser Beitrag zur Nutzung der Werkzeuge von künstlicher Intelligenz KI wichtiger ist denn je. Wir müssen uns engagieren und Verantwortung für unsere Werte übernehmen, die Führung nicht den wenigen Technologiegiganten überlassen. Besuchen Sie dazu auch unsere zahlreichen «Kompetenzangebote» im Mitgliederverzeichnis der Plattform.

Wachstum als Führungskraft (Leadership)
In einer Welt des 21. Jahrhunderts, die globaler, digitaler und transparenter ist, in der Informationsflüsse und Innovationen schneller vorankommen und in der nichts Grosses ohne eine Art komplexe Matrix erreicht wird, hemmen traditionelle Entwicklungspraktiken das eigene Wachstum als Führungskraft. Traditionelle Bewertungen, wie Umfragen oder veraltete Leistungskriterien, führen zu falschen positiven Ergebnissen und lassen uns im Glauben, wir seien besser vorbereitet, als wir es tatsächlich sind. Unter dem Einfluss von KI haben sich die Machtverhältnisse ganz allgemein verschoben. Wir erfahren dies aktuell auch im erweiterten Kontext geopolitischer Vorkommnisse. KI prägt jeden Aspekt unseres Lebens – aber nur eine Handvoll Technologiegiganten haben ein Mitspracherecht bei der Frage, was diese Technologie leisten kann. Aus diesem Anlass äusserte sich die UN United Nations Organisation kürzlich zur KI künstlichen Intelligenz. In der TED AI Show vom September 2024 setzte sich Bilawal Sidhu (34) mit dem Geopolitikexperten Ian Bremmer (54) zusammen, um den Plan der UN zur «Governing AI for Humanity» zu diskutieren. Beim Bericht handelt es sich um die dringliche Notwendigkeit, KI so auszurichten, dass die Technologie allen zugutekommt und nicht nur den wenigen Mächtigen. Gemeinsam untersuchen Sidhu und Bremmer die Komplexität des rasanten Wachstums der KI weltweit und werfen einen klaren Blick auf die wichtigsten Entscheidungen, die uns als Führungskräfte in naher Zukunft bevorstehen.

Bild auf LinkedIn: Charles Patrick Ewing, Miami Minimal

KI ist ein zweischneidiges Schwert
Bremmer verwies auf die einerseits übermässig hochgejubelte Fähigkeit der KI, sowohl individuelle Kreativität als auch industrielle Innovation zu fördern. Auf der anderen Seite wird KI zu einem enormen Bedarf an Umschulungen, grassierender Desinformation und grösserer Ungleichheit führen. KI-Governance, das System zur Kontrolle und Führung von Unternehmen, ist deshalb eine globale Notwendigkeit. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der KI in unserem täglichen Leben nahezu allgegenwärtig geworden ist «würde eine Abwesenheit globaler Governance vieles auf der Strecke lassen und uns wahrscheinlich auch in echte Schwierigkeiten bringen», sagte Bremmer. Ziel des UN-Berichts ist es, Leitplanken ähnlich deren für Atomkraft oder Luftfahrt zu etablieren, um einen gleichberechtigten Zugang zur KI – insbesondere im globalen Süden – zu gewährleisten, damit diese allen zugutekommt, nicht nur den Reichen. In Realität entscheidet heute eine kleine Anzahl von Technologen was damit gemacht wird und es entsteht, was Bremmer eine «technopolare» Welt nennt, welche die Bürger bestenfalls als Konsumenten und schlimmstenfalls als Produkte behandelt.

Führungskräfte müssen den Wandel voraussehen
Roselinde Torres, BCG Leadership Expert, spricht in ihrem Beitrag am TED@BCG San Francisco vom November 2013, aus 25 Jahren Erfahrung zur Frage, was gute Führungspersönlichkeiten ausmacht. Die Effektivität als Führungskraft des 21. Jahrhunderts bestimmen gemäss Torres nachweislich drei Fragen, die man sich stellen muss. Zur ersten Frage nach der nächsten Veränderung unseres Geschäftsmodells oder unseres Lebens finden wir die Antwort in unserem Kalender. Mit wem verbringen wir unsere Zeit und zu welchen Themen. Wohin reisen wir und was lesen wir und wie verarbeiten wir all das, um potenziellen Wandel zu verstehen und damit vorbereitet sind, um frühzeitig Entscheidungen zu treffen. Grosse Führungskräfte sehen um die «Ecke», gestalten ihre Zukunft, anstatt nur darauf zu reagieren. Weiter müssen wir uns fragen, wie vielfältig unser persönliches und berufliches Netzwerks aussieht. Sind es ausschliesslich die guten alten (Männer-) Seilschaften (old boys network), oder sind wir fähig Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die ganz anders denken als wir. Grosse Führungspersönlichkeiten wissen, dass ein vielfältigeres Netzwerk eine Quelle von Lösungen ist. Die dritte Frage die wir uns stellen müssen ist, ob wir den Mut haben eine Vorgehensweise aufzugeben, die uns in der Vergangenheit Erfolg gebracht hat. Grosse Führungspersönlichkeiten trauen sich, anders zu sein. Sie reden nicht nur über Risikobereitschaft, sie tun es auch. Dabei muss man es ertragen können, wenn das Umfeld findet, dass eine neue Idee naiv, rücksichtslos oder einfach nur dumm ist. Angesprochen finden sich dadurch nicht die üblichen Verdächtigen in unserem Netzwerk, sondern Leute die anders denken und deshalb auch bereit sind, gemeinsam mit uns einen mutigen Sprung, nicht nur einen Schritt, zu wagen.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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