Umgang mit künstlicher Intelligenz als kreative Aufgabe
Im Beitrag von Isabel Hemmel im Tages Anzeiger vom 28. Februar 2025 äussert sich die renommierte Schweizer Dramatikerin Maria Ursprung (40) zum Thema künstliche Intelligenz KI. Im Auftrag des Zürcher Schauspielhauses hat Ursprung ein Stück geschrieben, das anhand zwischenmenschlicher Beziehungen aufzeigt, wie sich die KI zunehmend in unser Leben schleicht. Als Gesellschaft müssen wir Entscheidungen treffen, wie wir zusammenleben wollen und welche Werte wir der KI vermitteln wollen. Es ist natürlich einfacher, das irgendwelchen Techfirmen zu überlassen und zu glauben, das reguliert sich dann von selbst. Ursprung glaubt aber zu Recht, dass wir das nicht dürfen. Eine Wertediskussion unter Einbezug von uns «Alten» in Teams mit den «jungen Wilden» ist deshalb wichtig. Wir haben Erfahrung und fundierte Branchenkenntnisse, welche zum Trainieren der Algorithmen entscheidend sind. Dank unserem differenzierten Urteilsvermögen sind wir in der Lage, KI-Ergebnisse zu bewerten um mögliche Systemfehler oder mangelhafte Überlegungen aufzuzeigen. Wir «Alten» haben über die vergangenen Jahrzehnte technologische Veränderungen miterlebt und auch mitgestaltet. Integriert in KI-Entwicklungsteams, liefern wir wertvolle Perspektiven auf die ethischen Auswirkungen des KI-Einsatzes und tragen dazu bei, verantwortungsvolle KI-Praktiken zu etablieren. Der Umgang mit künstlicher Intelligenz ist vor allem eine kreative und erst in zweiter Linie eine IT-Aufgabe.

Der Platz von uns «Alten» in KI-Entwicklungsteams
Wie das geschehen soll und welche Gebiete geeignet sind für eine entsprechende Zusammenarbeit mit uns «Alten» zur Schaffung von robusteren, umfassenderen und effektiveren Systemen hat meine Lieblings-KI «Claude» von Anthropic sauber aufgelistet:
- Fachwissen: Ältere Mitarbeiter verfügen häufig über fundierte Branchenkenntnisse, die für die Entwicklung von KI-Anwendungen unerlässlich sind. Ihr Verständnis von Geschäftsprozessen, Randfällen und praktischen Herausforderungen kann sicherstellen, dass KI-Systeme echte Probleme effektiv lösen.
- Kritisches Denken und Urteilsvermögen: Jahrelange Erfahrung entwickelt ein differenziertes Urteilsvermögen, das dabei helfen kann, KI-Ergebnisse zu bewerten und zu erkennen, wann Systeme möglicherweise Fehler machen oder wichtige Überlegungen übersehen.
- Ethische Erkenntnisse: Da ältere Mitarbeiter über Jahrzehnte hinweg technologische Veränderungen miterlebt haben, können sie wertvolle Perspektiven auf die ethischen Auswirkungen des KI-Einsatzes bieten und dazu beitragen, verantwortungsvolle KI-Praktiken zu etablieren.
- Mentoring und Wissenstransfer: Sie können jüngere KI-Spezialisten betreuen und ihnen helfen, den Geschäftskontext zu verstehen und neben technischen Fähigkeiten auch ein professionelles Urteilsvermögen zu entwickeln.
- Benutzervertretung: Ältere Mitarbeiter können unterschiedliche Benutzerperspektiven vertreten und so sicherstellen, dass KI-Systeme für Menschen jeden Alters und mit allen technischen Fähigkeiten zugänglich und nützlich bleiben.
- Funktionale Zusammenarbeit: Ihre etablierten Beziehungen zwischen Abteilungen können die interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtern, die für eine erfolgreiche KI-Implementierung unerlässlich ist.
- Testen und Validieren: Ihre Erfahrung mit Randfällen und ungewöhnlichen Szenarien kann beim Testen von KI-Systemen von unschätzbarem Wert sein, um sicherzustellen, dass sie unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
- Änderungsmanagement: Da sie bereits technologische Übergänge gemeistert haben, können sie Unternehmen dabei helfen, die kulturellen und betrieblichen Änderungen zu bewältigen, die die Einführung von KI erfordert.
Falls wir es wünschen, anerbietet sich «Claude» auf gewisse Punkte näher einzugehen und schlägt konkrete Möglichkeiten vor, zur besseren Integration von uns «Alten» in KI-Entwicklungsteams.

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Werner K. Rüegger, dipl. Arch. SIA AIA
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